Berlin-Schöneberg - Hunderte Menschen demonstrieren für Erhalt von Jugendclub Potse

"Freiheit entsteht als kämpfende Bewegung - für mehr Staatszerlegung" steht auf dem Transparent, das Demonstranten der linken Szene halten, während sich Anwohner mit farbigem Rauch aus den Fenstern solidarisieren (Quelle: DPA/Annette Riedl)
Bild: DPA/Annette Riedl

Mehrere Hundert Menschen haben am Dienstagabend für den Erhalt des Jugendzentrums Potse in Berlin-Schöneberg demonstriert. Nach Angaben einer Polizeisprecherin beteiligten sich rund 400 Menschen an dem Marsch. Es sei weitgehend friedlich geblieben.

Am Montag war bekannt geworden, dass die drohende Räumung des Jugendzentrums vorerst vom Tisch ist. Der für diesen Mittwoch geplante Termin wurde ausgesetzt und frühestens auf Juli verschoben, wie das selbstverwaltete Jugendzentrum nach Verhandlungen mit dem Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg mitgeteilt hatte.

Eigentümer hatte Jugendclub gekündigt

Das Landgericht hatte im vergangenen Sommer entschieden, dass das Projekt die besetzten Räume verlassen müsse. In der Potse und in der Kneipe Drugstore fanden regelmäßig Punkkonzerte statt. Ein neuer Eigentümer des Hauses hatte dem langjährigen Jugendclub gekündigt.

Immer wieder demonstrierten junge Menschen für den Erhalt der Potse, zeitweise gab es auch Besetzungen anderer Räume. Die Forderung war, die Potse erst zu verlassen, wenn es adäquate Ersatzräume gibt.

Sendung: Fritz, 18.05.2021, 8 Uhr

3 Kommentare

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  1. 3.

    Lesen bildet! "Die Forderung war, die Potse erst zu verlassen, wenn es adäquate Ersatzräume gibt." Wenn das nicht "flexibel" ist, was dann?

  2. 2.

    Das versteh' wer will. Da verbiegen sich Politiker für einen Ersatzstandort, da wird Geld für die Sicherheitsleistung gesammelt und jetzt verhält sich ein Teil der "Potsis" so flexibel wie eine Brechstange. "Nein, meine Suppe ess' ich nicht" - echt, ihr Suppenkasper ... so wird das nix.

  3. 1.

    "Ein neuer Eigentümer des Hauses hatte dem langjährigen Jugendclub gekündigt."

    "Im Jahr 2008 verkaufte die BVG im Zuge des Umzugs in die neue BVG-Zentrale das Gebäude an der Potsdamer Straße 180 an ein Investorenkonsortium. Ein Weiterverkauf der Investoren an eine Firma der Intown Gruppe führte schließlich zur Kündigung der Räume durch den Bezirk Tempelhof-Schöneberg zum 31. Dezember 2015."

    https://de.wikipedia.org/wiki/Lianeo_Real_Estate

    https://www.rnd.de/wirtschaft/amir-dayan-vorwurf-steuerhinterziehung-immobilien-mogul-wieder-auf-freiem-fuss-EH2QIIB7CJAMJNIULPZWZKW72Q.html

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