BrandenburgTrend - SPD liegt trotz Verlusten weiter vorne, CDU und Grüne gleichauf

Symbolbild: Ein Kameramann filmt den Zugang zum Plenarsaal. Der Untersuchungsausschuss zur Corona-Krisenpolitik der Brandenburger Regierung trifft sich im Landtag zur zunächst nicht öffentlichen Beratung. (Quelle: dpa/B. Settnik)
Video: Brandenburg Aktuell | 18.05.2021 | S. Teistler | Bild: dpa/B. Settnik

Bundesweit liegen die Sozialdemokraten und ihr Kanzlerkandidat derzeit nur an dritter Stelle in der Wählergunst. In Brandenburg beibt die Partei zwar an der Spitze, verliert aber trotzdem Punkte. Die Grünen und Annalena Baerbock machen einen deutlichen Sprung nach vorne.

Trotz Verlusten bleibt die SPD in Brandenburg stärkste Partei, die Koalitionspartner CDU und Grüne liegen gleichauf. Das geht aus dem aktuellen BrandenburgTrend von Infratest Dimap hervor, den das Institut im Auftrag von Brandenburg aktuell und Antenne Brandenburg für den rbb erstellt hat.

Wenn am Sonntag Landtagswahl wäre, würde die SPD im Vergleich zur letzten Umfrage vom November zwar drei Prozentpunkte verlieren, aber mit 23 Prozent vor allen anderen Parteien liegen. Innerhalb der rot-schwarz-grünen Koalition kann nur Bündnis90/Die Grünen in der Wählergunst zulegen – um vier Punkte auf 16 Prozent. Die Brandenburger CDU verliert vier Punkte und liegt damit ebenfalls bei 16 Prozent.

Scholz in Brandenburg vor Baerbock und Laschet

Erstmals in dieser Wahlperiode liegt die Zufriedenheit mit der Landesregierung unter 50 Prozent (49 Prozent). Die Opposition kann von der wachsenden Unzufriedenheit mit der Kenia-Koalition allerdings kaum profitieren. Die AfD sinkt um einen Punkt auf 18 Prozent. Die Linke stagniert bei elf Prozent. Die FDP wäre mit sieben Prozent wieder im Landesparlament vertreten, BVB/Freie Wähler würde mit vier Prozent den Wiedereinzug verpassen.

Könnten die Brandenburger die Bundeskanzlerin oder den Bundeskanzler direkt wählen, dann würde der Kandidat der SPD und derzeitige Vizekanzler, Olaf Scholz, mit 23 Prozent die meisten Stimmen erhalten. Annalena Baerbock, Spitzenkandidatin der Grünen, käme auf 19 Prozent und der CDU-Vorsitzende Armin Laschet auf 15 Prozent. Bundesweit lag zuletzt Baerbock vor Scholz und Laschet. [Mehr dazu beim ARD-DeutschlandTrend auf tagesschau.de.]

Der Brandenburg Trend in Grafiken

Unzufriedenheit mit Pandemiebekämpfung wächst

Die Brandenburgerinnen und Brandenburger sehen die Corona-Maßnahmen zunehmend kritisch. Nur noch 45 Prozent bewerten die Schritte als angemessen, im April 2020 zu Beginn der Pandemie-Gegenmaßnahmen waren es noch 76 Prozent.

Nun halten 24 Prozent die Maßnahmen für nicht ausreichend, 28 Prozent hingegen für übertrieben. Vor allem Jüngere sind skeptisch. In der Altersgruppe der 16- bis 44-Jährigen ist mehr als ein Drittel der Befragten der Meinung, die Eindämmungsmaßnahmen seien übertrieben.

Kritik an Kita- und Schulregelungen

Die größte Kritik am Corona-Krisenmanagement entzündet sich in Brandenburg am Impfen. Zwei Drittel (67 Prozent) der Befragten sind mit der Organisation der Covid-Impfungen unzufrieden. Lediglich bei der Altersgruppe 65+ halten sich die Prozentzahlen von Zufriedenen und Unzufriedenen die Waage (46 zu 50 Prozent).

Die Organisation des Schulbetriebs und der Kita-Betreuung in der Corona-Krise sehen 60 Prozent der Befragten kritisch. 53 Prozent kritisieren den Umgang mit Hilfen für Selbstständige und Betriebe. Etwas besser sehen die Erfahrungen mit Schnell- und Selbsttests aus, mit deren Einsatz sind 51 Prozent zufrieden.

Für den BrandenburgTrend sind vom 12. bis 15. Mai insgesamt 1.183 Wahlberechtigte ab 16 Jahren im Land repräsentativ befragt worden.

Sendung: Brandenburg aktuell, 18.05.2021, 19.30 Uhr

22 Kommentare

Wir schließen die Kommentarfunktion, wenn die Zahl der Kommentare so groß ist, dass sie nicht mehr zeitnah moderiert werden können. Weiter schließen wir die Kommentarfunktion, wenn die Kommentare sich nicht mehr auf das Thema beziehen oder eine Vielzahl der Kommentare die Regeln unserer Kommentarrichtlinien verletzt. Bei älteren Beiträgen wird die Kommentarfunktion automatisch geschlossen.

  1. 20.

    Dass es in einem Bericht zum Brandenburg Trend zunächst mal um die Regierungsparteien und dann erst um die Opposition geht, ist nun nicht sehr ungewöhnlich. Zumal "Ihre" Partei, die bei der letzten Wahl schon zweitstärkste Kraft war, sich also dahingehend nichts geändert hat, ebenfalls mit Prozentangabe erwähnt wird. Zwischen den Prozentangaben zur CDU und den Grünen und der zur AfD liegen einen Überschrift und zwei Sätze. Also was genau haben Sie zu kritisieren, Kurt Wilhelm?

  2. 19.

    Hier wird mal wieder sinnlos gegen die AFD gehetzt. Wenn die anderen Parteien ihren Job richtig gemacht hätten, würde das Problem AFD von alleine erledigt haben.

  3. 17.

    "Die zweitstärkste Partei wird bis zur Wahl noch zulegen."

    Warum eigentlich? Also warum diese Politiker? Und vor allem warum ein Partei, die auf jeden Fall Opposition sein wird?

  4. 16.

    Statt nicht zu wählen kann man auch eine Kleinstpartei wählen. Die haben oft spannendere Programme, und für die meisten politischen Ausrichtungen findet man unter den "Sonstigen" etwas interessantes.

  5. 15.

    CDU und Grüne gleich auf, ja aber hinter der AfD. War wohl zu viel für den Bericht.

  6. 13.

    Den Blödsinn zu 2. Können Sie stecken lassen.....
    1u.3 stimmt...leider, deshalb braucht es einen Wechsel.

  7. 12.

    Ich finde es auch merkwürdig, dass die zweitstärkste Partei mit 18 Prozent hier nur ganz beiläufig in einem Nebensatz erwähnt wird. Lieber RBB, man kann die AfD nicht "wegschreiben", auch wenn es gewollt wird. Die zweitstärkste Partei wird bis zur Wahl noch zulegen.

  8. 11.

    Habe alle demokratischen Parteien seit 1990 nach bestem Gewissen und nach Analyse (Wahlversprechen und Umsetzung der jeweiligen vergangenen Jahre zur vorherigen Wahl) gewählt. Das Ergbnis ist, dass sich alle diese Parteien inclusive AfD -für mich- disqualifiziert haben. Leider ist der für mich zur Zeit einzige kompetente Politiker aus Bayern, und wird nicht antreten... Also: Ergebnis für mich, ich werde: NICHTWÄHLER

  9. 10.

    Was für eine Kraut- und Rüben-Umfrage : erst geht es um die Landtagswahl und danach wird nach dem Wunschkanzlerseinwollenden gefragt. Abhängig von der Reihenfolge, in der die Fragen gestellt werden, vermischen sich beide Politik-Stränge.
    Und offensichtlich hat infratest vorwiegend in den großen Städten angerufen. 16 Prozent für die Grünen auf dem Land? Die guten Werte für die SPD können doch nur aus der Schwäche der anderen Parteien resultieren.
    Mit Woidke und seinen Sozen geht es seit 10 Jahren nicht mehr voran. .

  10. 9.

    Bzg. "Kanzler/in-frage", bißel im Sinne wie bei Herzblatt:
    "So, liebe/r Wähler/in, wen wählst Du?
    Kandidat/in 1, welche/r Erinnerungslücken hat und wohl noch nicht davon gehört hat, dass es möglich ist Gesprächsprotokolle zu führen?

    Oder Kandidat/in 2, welche/r möchte, dass Du insb. außerhalb von Städten und dazu z.B. zur Nachtschicht 20km jeden Tag zur Arbeit-auf-Beinen aufm Fahrrad fährst und Dich nur von Erbsen ernährst, wenn Du Dir spätestens ab 2030 kein Elektroauto leisten kannst und vielleicht nicht mal eine Portion Fleisch, während die reichen Freunde von Kandidat/in 2 nicht mal eine Fingerbreite Einbuße an Lebenskomfort haben?

    Oder Kandidat/in 3, welche/r das christliche Menschenbild voll toll findet, aber der Jungfrau Maria das Kopftuch verbieten würde wenn eine Lehrkraft wäre, und sich auch nicht weiter damit befasst, dass in Evangelien eher dagegen gepredigt, dass sich Reiche nur zum Selbstzweck immer mehr Reichtum anhäufen?

    Wer wird Dein Herzblatt?"

  11. 8.

    Was würden denn die Brandenburger bei einer Bundestagswahl wählen???
    Vergleich 2017:
    CDU 26,7%
    AfD 20,2%
    SPD 17,6%
    Linke 17,2%
    FDP 7,1%
    Grüne 5,0%
    Da ja Merkel als Zugpferd ausfällt, scheint wohl die CDU am 26. Dez. ein Debakel in Brandenburg zu erleben.
    Ebenso halte ich es für denkbar, dass Die Linke aus dem Bundestag fliegt, wenn sie schon in Brandenburg abstürzt.
    Und die Rutschbahn nach unten scheint ja noch nicht zu Ende zu sein.

  12. 6.

    Na die AfD ist hier im Forum doch wieder mächtig aktiv, weiß gar nicht, worüber ihr euch aufregt ;-) Aber ohne Aufreger geht bei der AfD wohl nicht. Vielleicht wollt ihr auch einfach nur davon ablenken, dass die AfD im Brandenburg Trend an Zustimmung verloren hat?

  13. 4.

    "In Brandenburg beibt die Partei zwar an der Spitze, verliert aber trotzdem Punkte." was mich nicht verwundert. Wurde hier schon mehrmals in Kommentaren erwähnt, dass die erlebte Landespolitik die Ergebniesse auf Bundesebene beeinflussen wird. Die fallende Tendenz wird sich m.E. noch verstärken. Wer oder was bleibt dann aber noch übrig?

  14. 3.

    "SPD liegt trotz Verlusten weiter vorne, CDU und Grüne gleichauf" ... und die AFD zweitstärkste Partei .
    Das wäre wohl eher die Schlagzeile gewesen...
    Wenn das so weiter geht, wird es weder auf Landesebene noch auf Bundesebene für Zweierbündnisse reichen. Richtig spassig wird es dann erst in den Bundesländern, wo die AfD mal die stärkste Kraft wird.
    Thüringen oder Sachsen-Anhalt z.b. könnte da schon dicht rankommen.
    Denke ich an die Wahlen im September wird mir erstmal richtig übel !
    Deutschland stehen unruhige Zeiten bevor, soviel kann man jetzt schon sagen.

Nächster Artikel