Hoher Flächenverbrauch durch Pkw - Rund 200 Menschen demonstrieren für weniger Autoverkehr in Berlin

Bei einer Aktion von "Volksentscheid Berlin autofrei" und Greenpeace Berlin wird mit Holzgestellen, die den durchschnittlichen Platzverbrauch von Autos darstellen sollen, gegen Flächenverbrauch von Autos demonstriert. (Quelle: dpa/Christophe Gateau)
Bild: dpa/Christophe Gateau

Mehrere Quadratmeter nimmt ein Auto alleine beim Parken ein - beim Fahren braucht es noch viel mehr. Zuviel, so die Ansicht von Demonstranten, die am Samstag in Berlin demonstrierten - und mehr Raum für Radfahrer und Fußgänger fordern.

Mehr als 200 Menschen haben nach Polizeiangaben am Samstagnachmittag für eine Verkehrswende und weniger Autos auf Berlins Straßen demonstriert.

Unter dem Motto "Freiräume statt Blechwüste" zog der Protestzug von Greenpeace und der Initiative "Volksentscheid Berlin autofrei" durch Kreuzberg und Mitte. Viele Teilnehmer hatten "Gehzeuge" mitgebracht - Holzrahmen, die auf der Straße den Platzbedarf von Autos symbolisieren sollten. Damit sollte auf den großen Flächenverbrauch im Vergleich zu Fußgängern hingewiesen werden.

Forderung nach "größtem autoreduzierten Gebiet der Welt"

Auf Plakaten standen Slogans wie "Frische Luft statt Abgase in der Nase", "Grünstreifen statt Parkstreifen" und "Weniger Autos, mehr Gärten". Neben Fußgängern beteiligten sich auch Radfahrer. "Wir wollen Freiräume statt Blechwüste. Lasst uns mit dem Berliner S-Bahn-Ring als größtem autoreduzierten Gebiet der Welt anfangen", schrieben die Initiatoren auf einem Flyer im Internet.

Auf Flächen, die vom Autoverkehr beansprucht werden, wünschen sich die Initiativen demnach Bäume, Parks sowie Raum zum Spielen für Kinder und Treffpunkte für Anwohner.
Nach Polizeiangaben verlief die Demonstration zunächst ohne Störungen.

Sendung: Abendschau, 29.05.2021, 19:30 Uhr

80 Kommentare

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  1. 80.

    "Darf ich mein Rad eigentlich auch auf einen Parkplatz stellen?"
    Ja, dürfen Sie. Das Fahrrad gilt rechtlich als Fahrzeug und kann daher am rechten Fahrbahnrand "geparkt" werden, In Parkhäusern bestimmt allerdings der Eigentümer die Nutzung. Und auf Gehwegen dürfen Fahrräder grundsätzlich abgestellt werden, sofern sie niemanden behindern.

  2. 79.

    Immer diese Radikalität. Wo sollen all die Transportmittel stehen, die ein Auto ersetzen können? Lastenräder benötigen auch Stellplätze, außer man lässt dich alles liefern. Wie und wo sollen normale Fahrräder stehen, wenn diese auch sicher stehen sollen. Fahrradbügel als Bestandteil des Stadtbildes können auch nicht die alleinige Lösung sein. Denn somit bleibt der Verkehrsraum unverändert erhalten. Da braucht es andere Ideen.

  3. 78.

    Was wollen Sie mit Zugezogenen? Die sind mir doch völlig egal. Wir wohnen schon immer hier. Und es reicht uns. Wenn sie in den Ring kommen wollen, dann gern, hier ist immer was los, aber lassen Sie das Auto zuhause. Park&Ride wäre vielleicht was für Sie. Oder sie bleiben halt draußen. Unser Kiez, unsere Regeln. Wird Zeit, dass wir dafür auch kämpfen.

  4. 77.

    An die ganzen tollen Autobesitzer und Besitzerinnen, lernt ma endlich korrekt zu parken!!!
    Komm grad von da Hunderunde rein, dank Ordnungsamt-App 31 Falschparker dokumentiert und gemeldet. :-)
    Mach ich jetzt immer. Geile Erfindung die App. Es werden Bürgersteige zugeparkt, Feuerwehrauffahrten, Radwege, Kreuzungen, Bus-Haltestellen, Hauseingänge, Müllzufahrten und was weiß ich noch alles. Unfassbar. Vorher nie drauf geachtet, aber mache grad Führerschein und hab die Parkregeln frisch drauf..ist das nur hier in Charlottenburg so übel?? Oder bei euch auch so krass???

  5. 76.

    "Eine Umfrage für Ringbewohner*innen sollte mal durchgeführt werden. Die andern können ruhig ihr Auto draußen lassen. Wir wollen uns brauchen sie nicht. (Natürlich Menschen mit Handicap, Feuerwehr, Polizei ect.ausgeschlossen). Kein Privat-Verkehr im Ring! Ring wieder lebenswert machen!"
    Wenn Sie aus dem Innenstadtbereich einen neuen Ort machen wollen,sozusagen Berlin 2.0
    gibt es aber noch viel zu überdenken und zu planen,außer den Wunsch von Zugezogenen? ihren neuen Wohnort autofrei zu bekommen.
    Das ist in etwa so logisch,wie den Bau der A100 Fahrraddemos stoppen zu wollen,obwohl lt. Volksbegehren Autobahnen und Bundesstraßen außen vor zu lassen. Die entlasten schließlich auch die anderen Straßen und Lebensmittel und Lieferungen für Cafes,Restaurants und Kneipen müssen auch irgendwie geliefert werden. Ich bin echt froh,dass ich nur noch selten in die Innenstadt muss und das nicht zum shoppen. Zusammenleben erfordert Kompromiss - schin immer.

  6. 75.

    Gerade zurück vom Familienbesuch im Umland, waren eben wohl auch etliche Radfahrer auf dem Nachhauseweg nach einem schönen Tag im Grünen. Liebe Radfahrer,auch um diese Jahreszeit ist Abends mit zunehmender Dunkelheit zu rechnen und ohne Licht fahren ist einfach sch....
    Sehen und gesehen werden,auch an die eigene Sicherheit denken,sonst sind wieder die anderen Schuld.
    Ich war rund 30km bis nachhause unterwegs,mit dem Auto und Radfahrer ohne Licht waren keine Seltenheit
    ( außerhalb des S- Bahnrings).

  7. 74.

    Wieso? Sie befürworten doch hier sehr deutlich den Personenkraftverkehr. Warum sollten wir „Blasen“bewohner*innen dann außerhalb unserer Blase aufs Auto verzichten? Sollten Sie bei sich auch keine Autos mögen, dann verzichten wir gerne ebenfalls. Regeln gelten für alle gleich. Und im Ring sollte es Regel sein, kein privates Auto zu nutzen.
    Desweiteren sollte jede/r Autohalter*in einen privaten bzw.gemieteten Stellplatz vorweisen. Dies gibt es schon in einigen Ländern und führt auch dazu, dass vermehrt Tiefgaragen gebaut und genutzt werden.

  8. 73.

    Dann sollten die Ringblasenbewohner zuerst mit gutem Beispiel vorangehen und beim Verlassen Ihrer Blase auch keinen privaten PKW nutzen. Das tun die aber ebensowenig wie umgekehrt.

  9. 72.

    Radfaher und StVO - zwei Dkbge, die einander oft fremd sind. Grundsätzlich dürfe Sie mit Ihrem einsprurigem Fahrzeug auch am Fahrbahnrand parken, müßten dafür aber ggf. eben ein Ticket ziehen. Ob der Bezirk Ihnen aber ohne Angabe eines Kennzeichens einen Anwohnerparkausweis ausstellt? Einschränkungen gibt es dabei aber nachts wie Sie mit Ihrem Fahrzeug auch z.B. nicht im Bereich von Bushaltestellen parken dürfen. Vele Kraftfaher verschätzen sich, was 15 Zentimeter sind, manche Radfahrer kann man sogar noch mit viel weniger glücklich machen. ;-) Ebenso dürfen Sie Ihr Fahrzeug nicht so parken, das Fußgänger behindert werden.

    Bzgl. des Parkhauses wenden Sie sich bitte an dessen Betreiber, da das kein öffentlicher Grund und Boden mehr ist. Viele Parkhausbetreiber glauben allerdings nicht an eine große Zahlungsbereitschaft der Radfahrer wie Sie sie hier vorgeben. Sonst gäbe es viel mehr kommerzielle Betreiber, die ihre Dienste auch für Radfahrer offensiv bewerben würden.

  10. 71.

    Komisch bin dieses Jahr schon zweimal angefahren worden und zwar von einem Radfahrer. Auf dem Bürgersteig, trotz Radweg. Anzeige war erfolglos. Beide mal Flucht des Radfahrers. Einmal nur der Ellenbogen, das andere mal 14 Tage zu Hause. Jetzt fahr ich wieder mehr Auto als zu fuss.

  11. 70.

    Bei 50,45% aller Verkehrsunfälle von Radfahrern waren diese Haupt- oder Mitunfallverursacher (Verkehrsunfallstatistik der Polizei Berlin 2020).

  12. 69.

    Diese Auflistung ist aus rein physikalischen Gründen schon Unsinn. Äpfel mit Birnen vergleichen.

  13. 68.

    Die Mehrheit der Berliner Haushalte hat Zugriff auf mindestens einen PKW, nur 43,3 % kommen ohne aus (Q: Mobilitätsdaten - Forschungsprojekt 'Mobilität in Städten – SrV 2018', veröffentlicht von der SenUVK). Dazu kommen gerade innerhalb der Ringbahnblase noch die Free Floating Car Sharer, wobei selbst die Autos die meiste Zeit des Tages herumstehen.

    In welchem Teil der Stadt sind Sie groß geworden? Oder sind Sie Ü80? Ich konnte als Kind ebensowenig auf der Fahrbahn spielen wie meine Enkel heute. Auf dem Gehweg war es aber damals gefühlt sicherer wie auch meine Mutter sich nicht erinnern konnte, das sie mich beim Ausstieg aus den Bus vor Kampfradlern warnen musste. Ich bin dabei in Kreuzberg aufgewachsen. Versuchen Sie das heute mal z.B. am Görlitzer Bahnhof bei nicht zu schönem Wetter am Nachmittag.

    Es gab Anfang der 90er in Berlin noch knapp 200 Verkehrstote. Die heutigen Zahlen sind ein Schritt nach vorne, wenn auch nicht genug. An der Vision Zero müssen aber alle arbeiten.

  14. 67.

    Wenn ihr alle eh nicht im Ring wohnt, und nur ab und an zum Shoppen hier her kommt, kann es euch doch egal sein, ob hier Autos verboten werden. Eine Umfrage für Ringbewohner*innen sollte mal durchgeführt werden. Die andern können ruhig ihr Auto draußen lassen. Wir wollen uns brauchen sie nicht. (Natürlich Menschen mit Handicap, Feuerwehr, Polizei ect.ausgeschlossen). Kein Privat-Verkehr im Ring! Ring wieder lebenswert machen!

  15. 66.

    Darf ich mein Rad eigentlich auch auf einen Parkplatz stellen? Immerhin bezahle ich ja dafür durch Steuern bzw.hole ein Ticket und durch die Kommentare hier, habe ich gelernt, die Stadt Berlin gehört uns allen. Auch Nicht-Berlinern. Oder Parkhäuser? Ich würde mein Rad gern trocken abstellen. Für ein Auto mit Dach ja nicht so wichtig. Wenn ich mit Familie oder Freunden unterwegs bin, benötigen wir etwa 1-2 Parkplätze Platz. Wäre doch dann fair?

  16. 65.

    Die Studie der TU Dresden ist zweifelhaft, weil die grosse Teile der Wertschöfungkette rund um das Auto ausklammern. So arbeiteten 2020 über 800.000 Menschen direkt in der Autoindustrie (2010: 700.000). Dazu kommen noch unzählige bei Dienstleistern wie z.B. in den Autohäusern, Werkstätten, beim TÜV, in Tankstellen, Waschanlagen, bei kleinen Zulieferern ... . Sowohl die Arbeitgeber wie auch die Arbeitnehmer zahlen Steuern und Abgaben. Sollen die jetzt alle schnell auf Fahradmechaniker unschulen und nebenbei Mandarin lernen?

  17. 64.

    Ihr 18 durch Kfz getötete Radfahrer ziehe ich in Zweifel. So mancher müsste davon der Kategorie Selbsttötung doch Regelmißachtung zuordnet werden. Allein davon gab es auch dieses Jahr schon mehrere, sei es durch Fehler beim Spurwechsel oder Mißachten der Vorfahrt beim Wechsel vom Gehweg auf die Fahrbahn. Letzteres ist ein häufiger Fehler, der leider in der Aufstellung des RBB, was Radfahrer dürfen und was nicht, anders als beim ADFC ebenso fehlt wie der Hinweis, dass erst recht an Kreuzungen langsam fahrende Kfz nicht rechts auf der Fahrbahn überholt werden dürfen.

    Nimmt man noch die Schwerverletzten samt von der UdV mittels Stichprobe in Münster abgeschätzter Dunkelziffer hinzu, sieht es für die Radfahrer noch viel düsterer aus, da bis zu rd. 90 % der Unfälle mit Schwerverletzen, aber ohne KFZ-Beteiligung nicht gemeldet werden und deshalb in der Unfallstatistik der Polizei nicht auftauchen. Die wird aber von Kampfradler als Verharmlosung des eigenen Vorsatzes herangezogen.

  18. 63.

    Allerdings sollte man angesichts von lediglich 200 Teilnehmern in Kreuzberg(!) hinterfragen, ob wirklich so viele der gleichen Meinung sind wie die wenigen Demonstranten und der RBB. Oder fand die Versammlung am frühen Vormittag statt? Am Wetter, mit dem der ADFC die schwindende Teilnehmerzahl an der letzten Sternfahrten erklärt hatte, kann es jedenfalls nicht gelegen haben.

    Allein den Suppenkasper zu geben, reicht bei weitem nicht aus. Nicht jeder wohnt und arbeitet in etwas größerer als fußläufiger Entfernung. Wer die Ergebnisse der Verkehrsbefragung kennt, weiß, dass die typischen Wege von MIVlern und ÖPNV-Benutzern innerhalb der Stadt mit gut 10 km etwa gleich lang sind und dass die Ringblasenbewohner ähnlich häufig zum PKW greifen, wenn der Tarifbereich A verlassen wird wie umgekehrt. Das Pferd darf nicht von hinten aufgeräumt werden. Anders als in Kopenhagen waren die Maßnahmen in Wien zu Reduzierung des MIV erfolgreich. In W. wurde der ÖPNV massiv ausgebaut, Paris folgt.

  19. 62.

    Ein richtiges und wichtiges Anliegen. Leider ist die deutsche Politik dermaßen pro Auto ohne Wenn und Aber, dass zu befürchten ist, dass ich nicht mehr erleben werde, dass sich daran etwas ändert.

  20. 61.

    Ich bin kein "Sprachrohr", so wenig wie sie hier für alle Autofahrer sprechen. Hier kommentiert "nur" eine sehr aggressive Minderheit ihre höchst zweifelhafte Meinung. Die meisten Autofahrer sind ein- und umsichtig.

    Und was die Kosten angeht zahlt nunmal der Autofahrer den geringsten Anteil der Kosten, den er verursacht.

    https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wirtschaftspolitik/studie-autofahrer-verursachen-hoehere-kosten-als-sie-abgaben-zahlen-12085783.html

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