Katzenschutzverordnung - Senat beschließt Kastrationspflicht für freilaufende Katzen

Archivbild: Eine Hauskatze geht über einen Bürgersteig in Berlin Steglitz-Zehlendorf. (Quelle: dpa/W. Steinberg)
Audio: Inforadio | 18.05.2021 | Kerstin Topp | Bild: dpa/W. Steinberg

Berliner Tierhalter dürfen ihre Kater und Katzen in Berlin künftig nur noch frei herumlaufen lassen, wenn diese kastriert sind. Außerdem müssen die Tiere gekennzeichnet und registriert sein. Das geht aus der ersten Berliner Katzenschutzverordnung hervor, die der Berliner Senat auf Vorlage von Justizsenator Dirk Behrendt (Grüne) am Dienstag beschlossen hat.

Mit dem neuen Regelwerk sollen das Leid freilebender Katzen verringert und Fortpflanzungsketten unterbrochen werden, hieß es in einer Mitteilung. Laut einem Sprecher der Justizverwaltung tritt die Verordnung zwölf Monate nach Verkündung in Kraft.

Verordnung sieht Implantierung von Transponder mit Mikrochip vor

Die Katzenschutzverordnung war im Koalitionsvertrag von Rot-Rot-Grün festgeschrieben worden. In anderen Bundesländern, wie Baden-Württemberg, Bayern oder Hessen, gibt es der Justizverwaltung zufolge bereits ähnliche Regelwerke.

Die Berliner Verordnung sieht vor, dass die Kennzeichnung über die Implantierung eines Transponders mit Mikrochip erfolgen soll. Sollte eine fortpflanzungsfähige Katze angetroffen werden, könne den Haltern von der zuständigen Behörde aufgegeben werden, das Tier unfruchtbar machen zu lassen.

In Berlin gibt es rund 10.000 Streunerkatzen

Der Tierschutzverein für Berlin (TVB) befürwortete die neue Verordnung. "Mit der Kastrierungspflicht kann das Leid von Straßenkatzen gemindert werden", sagte Sprecherin Annette Rost. Nach Schätzungen der Tierschützer gibt es in Berlin etwa 10.000 Streunerkatzen. Die Verordnung sei eine gute Maßnahme, die Population nicht noch deutlich weiter wachsen zu lassen.

Auch die Verpflichtung, die Tiere chippen zu lassen, sieht der Tierschutzverein positiv. Entlaufene Katzen könnten so schneller an ihre Besitzer zurückgegeben werden, sagte Rost. Sie wies darauf hin, dass die Chips extra registriert werden müssen - das sei kostenlos möglich, etwa im Haustierregister des Deutschen Tierschutzbundes.

Sendung: Radioeins, 18.05.2021, 15:00 Uhr

27 Kommentare

Wir schließen die Kommentarfunktion, wenn die Zahl der Kommentare so groß ist, dass sie nicht mehr zeitnah moderiert werden können. Weiter schließen wir die Kommentarfunktion, wenn die Kommentare sich nicht mehr auf das Thema beziehen oder eine Vielzahl der Kommentare die Regeln unserer Kommentarrichtlinien verletzt. Bei älteren Beiträgen wird die Kommentarfunktion automatisch geschlossen.

  1. 27.

    Doch, es ist die Natur der Katze (ausser vllt überzüchteter Rassekatzen),zu jagen.Auch wohlgenährte Katzen lieben diesen "Sport" Meist wird die Beute nicht gefressen, sondern ist ein willkommenes Spielzeug.

  2. 26.

    "Mit einem Glöckchen hätten die Vögelchen wenigstens eine Chance."
    Nur blöd bei Bodenbrütern und deren Jungen.
    Ehrlich- mein Hund läuft auch frei... im Garten, meinem Garten, rum. In Nachbars Gefilden hat der nix zu suchen. Das sollte doch bei einem Katzenfreund auch möglich sein. Findet mein Hund übrigens auch.

  3. 25.

    Grundsätzlich eine gute Idee, aber die Kontrolle kaum umsetzbar. Besitzer freilaufender Katzen mit Hirn machen das eh und die ohne Hirn erreicht man mit so einer Verordnung auch nicht.
    Ich bin aber definitiv dafür, den Freigängern (die mir übrigens regelmäßig in den Garten machen) Glöckchen zum Schutz der vor allem Jungvögel umzuhängen. Ich finde leider oft die Reste des Gemetzels im Garten. Und bitte... es ist nicht "Natur"... Das wäre es nur, wenn es zu Hause bichts zu fressen gibt und das Leben davon abhängig ist. Mit einem Glöckchen hätten die Vögelchen wenigstens eine Chance.

  4. 24.

    Endlich eine richtige Entscheidung. Katzen sind nun mal Haustiere, streunend bedeuten sie eine Gefahr für endemische Wildtiere. Auch eine längst überfällige Entscheidung hinsichtlich des Vogelschutzes!

  5. 23.

    Dann muss man das Personal beim Ordnungsamt aber erst mal trainieren, es dauert zumeist bis sich aus ihren Smartis herausgeschaelt haben und dann Katzen Konntrollen??

  6. 22.

    Danke, wenigstens eine/r hat's verstanden. Und ich hatte schon Angst, mein Kommentar wird nicht veröffentlicht. Meine Katze ist kastriert und geimpft und hat einen Aluhut. Liebe Grüße!

  7. 21.

    Sie sind einen Irrtum aufgesessen, das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz gilt für Menschen - nicht für Tiere. (Ironie ist mit großem Abstand die freundlichste Reaktion, die mir zu diesem Post einfällt.)

  8. 20.

    Ich musste letztens nach Mitte - am Alex rennen Ratten in Rauhhaardackelgröße rum. Das geht keine ausgebüchste, verwilderte, Hauskatze ran.

  9. 19.

    Auf so viel Sachverstand, antworte ich einfach mal mit einem Zitat: "Wenn man keine Ahnung hat: einfach mal die Fresse halten." Dieter Nuhr

  10. 18.

    Richtig, Tierschutz und Tierwohl werden ja überbewertet - was? Selten einen sinnloseren Kommentar als Ihren gelesen.
    Nur n Hinweis: dieses Thema ist nicht nur Grün besetzt - okay?

  11. 17.

    Ein längst überfälliger Schritt in die richtige Richtung. Wenn man sich anschaut, in welchem Zustand Streunerkatzen oft sind, tun einem die Viecher nur noch leid. Und ja, sie vermehren sich unkontrolliert. Dadurch wird das Tierleid nur vergrößert. Oft sind die Mütter so schwach, dass sie nicht mal genug Milch für den Nachwuchs haben, der dann elend verhungert. Und Katzen in so schlechtem gesundheitlichen Zustand werden sich auf keinen Fall mit einer Ratte anlegen, dann ziehen sie nämlich ganz schnell den Kürzeren.
    @Lucci: wann sind Sie das letzte Mal in einen Katzenhaufen getreten? Was genau haben wildlebende Katzen zerkratzt? "Alles" kann es bestimmt nicht gewesen sein.

  12. 16.

    Ja Herr Hildmann - alle haben verstanden - am besten ohne Maskenpflicht für die Freiläufer - ABER: negativen Test mitführen oder das Impfbuch - woll?

  13. 15.

    Diese Verordnung ist lange überfällig und verringert hoffentlich ein wenig Katzenleid. Manche Menschen brauchen solch eine Pflicht, um zu handeln. Ausgewilderte Katzrn haben wir schon genug in Berlin.

  14. 14.

    Werden etwa nicht die alten 4-Megabit-Chips aus DDR - Restbeständen benutzt??? *g*

  15. 13.

    Super, genau das was wichtig ist. Hier zeigt sich mal wieder wie viel Intelligenz bei den Grünen zu finden ist. Nur absolut wichtige Themen werden hier beschlossen.
    Ich halte so und so die Grünen für nicht Politik-fähig.

  16. 12.

    Sehr gut, ganz ihrer Meinung. Als Hundebesitzer zahle ich Steuer, muss den Haufen wegmachen und Katzen dürfen in Beete machen, alles zerkratzen uns steuer gleich Null

  17. 11.

    ICH bitte ausdrücklich um gaaaanz schnelllle Umsetzung dieser VO!
    Streunende Katzen sind genauso Krankheitsüberträger, wie Waldtiere (z.B. Füchse) wer seine Hauskatze liebt, begleitet sie, ggf oder legt ihr zumindest ein Halsband an, mit Adresse und Telefonnummer. Das werden sicher auch die Ordnungshüter berücksichtigen.

  18. 10.

    Endlich! Sollte überall so sein.

  19. 9.

    Haben nicht auch Streunerkatzen ein Recht sich fortzupflanzen? Ein ziemlich brutaler Eingriff gegen die Natur.

Nächster Artikel