Verein und Bezirk arbeiten an Einigung - Jugendzentrum Potse soll vorerst nicht geräumt werden

Maskierte Aktivisten schauen aus dem Fenster der Räumlichkeiten während der Kundgebung vor dem Jugendclub "Potse"(Quelle: imago images/Markus Heine)
Audio: rbb | 17.05.2021 | Tatiana Brasching | Bild: imago-images/Markus Heine

Zwei Tage vor der drohenden Räumung haben das Jugendzentrum "Potse" und der Bezirk Tempelhof-Schöneberg eine Lösung gefunden. Es wird soll weiterverhandelt werden und das Jugendzentrum vorerst in den Räumen bleiben. Fällig wird dafür eine "Sicherheitszahlung".

Wenige Tage vor der angekündigten Räumung des Jugendzentrums Potse in Berlin-Schöneberg haben der Bezirk Tempelhof-Schöneberg und das Jugendzentrum in Gesprächen erste Ergebnisse erzielt. Damit soll die angekündigte Räumung vorerst abgewendet sein.

Der für Mittwoch geplante Termin werde ausgesetzt und frühestens auf Juli verschoben, teilte das selbstverwaltete Jugendzentrum am Montag mit. Das sei das Ergebnis langwieriger Verhandlungen mit dem Bezirksamt. Der Potse-Verein habe dafür eine Sicherheitsleistung von 10.000 Euro aufgebracht.

Sicherheitsleistung soll Übergang zu neuen Räumen ermöglichen

Das Landgericht hatte im vergangenen Sommer entschieden, dass das Projekt die besetzten Räume verlassen müsse. In der Potse und in der Kneipe Drugstore fanden regelmäßig Punkkonzerte statt. Ein neuer Eigentümer des Hauses hatte dem langjährigen Jugendclub gekündigt. Immer wieder demonstrierten junge Menschen für den Erhalt der Potse, zeitweise gab es auch Besetzungen anderer Räume. Die Forderung war, die Potse erst zu verlassen, wenn es adäquate Ersatzräume gibt.

Mit der Sicherheitsleistung sei Zeit gewonnen worden, um das mögliche Ersatzobjekt im alten Tempelhofer Flughafen genauer zu prüfen und feste Verträge für den Einzug von Drugstore und Potse auszuarbeiten. "Die Kollektive von Drugstore und Potse geben nicht auf, sich für neue Räume für selbstverwaltete Jugendarbeit einzusetzen", hieß es. Das Bezirksamt wolle das Geld erst dann zurückzahlen, wenn die bisherigen Räume frei werden.

"Zollgarage" Tempelhof soll neue Heimat des Jugendzentrums werden

Der Jugendstadtrat des Bezirks, Oliver Schworck (SPD) zeigte sich erleichtert. Er unterstütze weiter das Vorhaben des Senats, dem Jugendzentrum die "Zollgarage" auf dem Flughafengelände zur Verfügung zu stellen, sagte Schworck der dpa. Er habe schon Anfang Mai eine Verpflichtung zur Übernahme der Mietkosten für das Objekt unterzeichnet und dem Senator für Stadtentwicklung und Wohnen, Sebastian Scheel (Linke) übergeben. Der Senat könne nun eine Vereinbarung mit dem Jugendzentrum zur Nutzung der Räume schließen.

Sendung: Fritz, 17.05.2021, 13:00 Uhr

11 Kommentare

Wir schließen die Kommentarfunktion, wenn die Zahl der Kommentare so groß ist, dass sie nicht mehr zeitnah moderiert werden können. Weiter schließen wir die Kommentarfunktion, wenn die Kommentare sich nicht mehr auf das Thema beziehen oder eine Vielzahl der Kommentare die Regeln unserer Kommentarrichtlinien verletzt. Bei älteren Beiträgen wird die Kommentarfunktion automatisch geschlossen.

  1. 11.

    So mag das aus der Sicht von Rechtsextremen wie Ihnen so aussehen, dummerweise hat der Senat mit dieser Entscheidung nichts zu tun.

    "Wenige Tage vor der angekündigten Räumung des Jugendzentrums Potse in Berlin-Schöneberg haben der Bezirk Tempelhof-Schöneberg und das Jugendzentrum in Gesprächen erste Ergebnisse erzielt. Damit soll die angekündigte Räumung vorerst abgewendet sein."

  2. 10.

    So mag das aus der Sicht von Rechtsextremen wie Ihnen aussehen, dummerweise hat der Senat mit dieser Entscheidung nichts zu tun.

    "Wenige Tage vor der angekündigten Räumung des Jugendzentrums Potse in Berlin-Schöneberg haben der Bezirk Tempelhof-Schöneberg und das Jugendzentrum in Gesprächen erste Ergebnisse erzielt. Damit soll die angekündigte Räumung vorerst abgewendet sein."

  3. 9.

    Und wieder knickt der links servile Senat ein.

  4. 8.

    Sehr richtig! Gewerbetreibende sollten vom Vermieter nicht einfach wie Zitronen ausgequetscht werden! Es braucht Regeln.

  5. 6.

    Finde das hört sich gut an. Jeder ist etwas aus dem Puschen gekommen und mit ein wenig guten Willen bei allen Beteiligten sollte die Sache zu einem guten Ende kommen. Gut auch deshalb, weil ich es mir beim besten Willen nicht vorstellen kann, das eine Räumung, auch wenn sie rechtmäßig ist, "aktionslos" über die Bühne geht.

  6. 5.

    Der Schutz von langjährigen Mietern - und das waren sie mal - sollte auch bei Gewerbe-Räumen ins Mietrecht aufgenommen werden

  7. 4.

    Lasst die Leute einfach da bleiben. Dann kann der Eigentümer eben nicht machen was er will.

  8. 3.

    Kaum zu glauben, wer am lautesten Schreit bekommt am Ende das, was er wollte. Nicht gut.

  9. 2.

    Kaum zu glauben aber endlich mal eine erfreuliche Nachricht.

  10. 1.

    Glückwunsch und Respekt für´s Durchhalten!
    Hoffentlich erfüllen sich die Hoffnungen in Tempelhof

Nächster Artikel