45. Sternfahrt des ADFC - 10.000 Radfahrer fordern auf Protest-Tour Verkehrswende

Einige Tausend Radfahrer sind bei der traditionellen Sternfahrt des Allgemeinen Deutschen Fahrradclub (ADFC) an der Siegessäule unterwegs. Unter dem Motto „Die Zukunft beginnt heute – Verkehrswende jetzt!“ demonstrieren die Fahrradfahrer, die auf 16 Routen als sternförmiges Zeichen aus Berlin und Brandenburg zur Siegessäule fahren. (Quelle: dpa/A. Riedl)
Audio: JOURNAL | 03.06.2021 | R. Westphal | Bild: dpa/A. Riedl

Radfahrerinnen und Radfahrer haben am Sonntag in Berlin für eine Verkehrswende demonstriert. Für ihre Sternfahrt auf insgesamt 16 Routen wurden auch wieder Abschnitte der Stadtautobahn gesperrt. Die Polizei sprach von mehr als 10.000 Teilnehmern.

In Berlin haben nach Polizeiangaben am Sonntag mehr als 10.000 Fahrradfahrer für eine schnellere Verkehrswende demonstriert, bei der die Belange von Radfahrern stärker von der Politik beachtet werden. Organisiert wurde die Sternfahrt vom Berliner Ableger des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC). Sie stand unter dem Motto: "Die Zukunft beginnt heute - Verkehrswende jetzt".

<<FAHR RAD!>> steht auf einem Luftballon eines Radfahrers vor dem Fernsehturm. Einige Tausend Radfahrer sind bei der traditionellen Sternfahrt des Allgemeinen Deutschen Fahrradclub (ADFC) unterwegs. Unter dem Motto "Die Zukunft beginnt heute – Verkehrswende jetzt!" demonstrieren die Fahrradfahrer, die auf 16 Routen als sternförmiges Zeichen aus Berlin und Brandenburg zur Siegessäule fahren. (Quelle: dpa/A. Riedl)
Bild: dpa/A. Riedl

Insgesamt wurden 16 Routen quer durch die Bezirke befahren, die alle den Großen Stern in Mitte zum Ziel hatten. Anschließend gab es eine gemeinsame Fahrt zum Brandenburger Tor, wo eine Abschlusskundgebung stattfand. Kinder und deren Eltern konnten eine verkürzte Route ab dem Bahnhof Jannowitzbrücke nehmen. Auch aus Brandenburg machten sich Fahrradkolonnen auf den Weg in die Hauptstadt.

Avus und andere Straßen gesperrt

Für einige der Routen wurden auch Straßen und Autobahnen gesperrt. Dabei kam es stellenweise zu erheblichen Verkehrsbehinderungen. Die A100 und A113 wurden zwischen Stubenrauchstraße und Innsbrucker Platz voll gesperrt, zudem wurde die Avus zwischen Funkturm und Spanischer Allee gesperrt. Eine Durchfahrung des Britzer Tunnels auf der A100 hatte die Polizei untersagt.

Der ADFC fordert eine konsequente Umsetzung des Mobilitätsgesetzes, das Fahrrädern und öffentlichen Verkehrsmitteln in der Verkehrsplanung Vorrang gibt vor dem Autoverkehr. Autoparkplätze sollen umgewidmet werden, um Platz zu schaffen für sicheres Radfahren. Der laute und oft viel zu schnelle Durchgangsverkehr müsse "aus den Kiezen raus", so der Club.

Sternfahrt führte ausschließlich durch Berlin

Die diesjährige Sternfahrt ist die 45., aufgrund der Pandemie führte sie ausschließlich durch Berlin, da der Verein nicht mit einer Demonstrationserlaubnis für Brandenburg gerechnet hatte. Bis 2019 lagen einzelne Startpunkte auch im sogenannten Speckgürtel. Im vergangenen Jahr musste die Demonstration noch vollkommen umgestaltet werden. Damals wurde den Teilnehmern ein Standort zugewiesen und sie bildeten einen insgesamt 60 Kilometer langen stehenden Fahrradstern.

Demonstranten des Fahrradclubs ADFC stehen als Poller verkleidet zwischen Pkw- und Fahrradverkehr auf der Müllerstraße in Berlin-Wedding (Quelle: DPA/Annette Riedl)
Bild: DPA/Annette Riedl

Pop-up-Radweg mit menschlichen Pollern

Bereits am Donnerstagnachmittag demonstrierte der Verein Changing Cities für bessere Radwege in Berlin. Anlässlich des sogenannten Weltfahrradtags stellten sich als Poller verkleidete Menschen in die Müllerstraße in Wedding, um einen symbolischen Pop-up-Radweg abzusichern und vom Autoverkehr abzutrennen.

In zahlreichen anderen Städten Deutschlands waren ähnliche Aktionen geplant. Unter anderem der ADFC rief bundesweit zur Teilnahme auf

Sendung: Inforadio, 03.06.2021, 6:55 Uhr

 

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46 Kommentare

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  1. 46.

    Ich befürchte Sie fahren auch so, wie Sie hier kommentieren. Das alleine sollte schon reichen Ihnen die Pappe wegzunehmen. Entziehung der Fahrerlaubnis aufgrund charakterlich-geistiger Mängel.

  2. 45.

    Die Verkehrsregeln für Fussgänger und Radfahrer werden in der Schule im Sachunterricht ausführlich unterrichtet.
    Es nutzt nur nichts, wenn vor der Schule Radfahrer den Gehweg entlang fahren, sich beschweren, dass etliche Elterntaxis Ihnen den Weg versperren und sich angeschnauzt wird. Das lernen die Schülerinnen nämlich auch. Wir haben mal die SuS der 4. sammeln lassen, was sie so über andere Verkehrteilnehmer...Rad, Auto, Fussgänger hören. Das Erschrecken auf dem Elternabend war gewaltig...aber letztendlich waren es dann wohl doch immer die Anderen.
    Verkehrsunterricht behebt auch keinen Lehrermangel in NaWi, Mathematik, Physik etc. auch nicht in Fremdsprachen, Musik und WAT.

  3. 44.

    Die Fahrzeuge, welche Fahrradwege nutzen werden immer breiter und schneller. Mit einem normalen Fahrrad wird immer gefährlicher. Gemeinsam mit Fußgängern bald unbrauchbar.

  4. 43.

    Bei Unfällen zwischen LKW und Radfahrer sind zu rund 75% die LKW-Fahrer die Alleinschuldigen. Bei Unfällen mit PKW sieht es nur wenig besser aus. Vielleicht sollten also mal die Führer der tödlichen Maschinen lernen Rücksicht zu nehmen.

  5. 42.

    Radfahrer sind ein Querschnitt durch die Bevölkerung. Es gibt in unserem Land auch Leute, die sich nicht an Regeln halten. Das kann aber kein Freibrief für Autofahrer sein, pauschal gegen Radfahrer zu wettern - oder gar selber als Autofahrer bewusst gegen Verkehrsregeln zu verstoßen. Sowas nennt man "Whataboutism". Man kann nicht das eigene Vergehen gegen andere aufrechnen. Außerdem sind Radfahrer nur ein Teil der Verkehrswende. Auch Autofahrer profitieren davon, wenn der Verkehr nicht nur hauptsächlich auf den PKW fixiert ist. Wenn weniger Leute mit dem Auto unterwegs sind, läuft der Verkehr auch flüssiger. Davon profitieren auch Autofahrer. Aber manche fühlen sich wahrscheinlich erst dann richtig wohl, wenn so richtig viel PKW-Verkehr die Straßen verstopft.

  6. 41.

    Hier wundert sich Topf über Deckel.
    Ein Führerschein bringt ja nichts wenn man sich nicht informiert was es neues gibt.
    Wie überholt man zum Beispiel richtig? Der gemeine Autofahrer hat anscheinend keine Ahnung .
    Radfahrer kapseln sich von der Umwelt ab, Ohrstöpsel sind so toll!
    Im ÖPNV können sich die Menschen auch nicht benehmen.
    Alle machen Fehler, mehr Rücksicht auf andere wäre angebracht.
    Ist das so schwierig?

  7. 40.

    Schließlich muss man dort mind. 60 km/h fahren können."
    Und das ist manchmal auch die einzige Qualifikation die von den Herrschaften in ihren fahrbaren Hutschachteln mitgebracht wird.

  8. 39.

    Potsdam autofrei war doch auch mit dabei. Sie sollten eine Ausnahmegenehmigung erhalten für den Start ab Potsdam Hauptbahnhof um 10:30 Uhr. Wird die Route jetzt gestrichen? Alle fahren allein über die Grenze und nehmen in Berlin teil?

  9. 38.

    In den USA werden die Verkehrsregeln allen in der Schule beigebracht. Wer will, kann dabei auch fast kostenlos einen Führerschein machen. Mit der Einführung von Verkehrsunterricht können sich hier sehr viele Fahrlehrer*innen pädagogisch weiterbilden, und als Lehrer*innen an die Schulen wechseln. So ein Verkehrsunterricht kann auch dazu beitragen den Lehrermangel zu reduzieren, und die Verkehrswende schneller voranzubringen. Also alle lernen die Regeln und z.B. Radfahren, denn das können leider sehr viele auch immer noch nicht. Vielleicht auch eine Marktlücke für die Fahrschulen, Radfahrkurse anzubieten, insbesondere für Menschen, die nie die Chance hatten Fahrrad fahren zu lernen.

  10. 37.

    Bevor hier jemand auf die Verkehrsregeln pocht, sollten doch die Regeln von Orthographie und Grammatik eingehalten werden!

  11. 36.

    Unzählige Radwege sind frei, benutzbar, vom Autoverkehr „abgeschirmt“ und die Radfahrer fahren trotzdem auf dem Bürgersteig. Und oft in einem Tempo, gegen das die Autos auf der Straße kriechen. Ohne Rücksicht auf Fußgänger, besonders ältere. Von roten Ampeln, die ignoriert werden, will ich gar nicht sprechen. Kein Wunder, dass so viele Radfahrer unter LKWs und PKWs landen. Solange Radfahrer nicht lernen, Rücksicht zu nehmen, wird sich nichts ändern.

  12. 35.

    Ein Glück, dass sich die Autofahrer und die Fußgänger nicht auch so verhalten, wie die Typen ohne Realitätssinn. Wer am lautesten schreit hat am wenigsten zu sagen.

  13. 34.

    Ich hatte erst gelesen: ADAC fordert mit Großdemo schnellere Verkehrswende. Das wäre ein Traum! Als Autofahrer kann ich es nur begrüßen, wenn weniger los ist auf den Straßen. Dann kommt man besser durch. Aber viele PS-Fanatiker kapieren es nicht. Verkehrswende bedeutet auch, dass man z.B. mehr Güterverkehr auf die Bahn verlagert, anstatt ganze Spuren auf der Autobahn nur für Laster zu verschenken. Was ist denn so schlimm daran, wenn man mehr Verkehr auf andere Verkehrsträger verlagert? Der Bedarf ist doch da, ansonsten würde ja niemand dafür demonstrieren gehen. Man muss beispielsweise nicht zum Zigrettenholen mit dem Wagen fahren. Erst nicht in Berlin, mit dem dichten ÖPNV-Netz. Das Vermeinden von unnötigen Fahrten sorgt für flüssigeren Verkehr. Eine Win-Win-Situation für beide Seiten. Aber offenbar lehnen einige Verbohrte solche umweltfreundlichen Verkehrskonzepte aus Prinzip ab, weil sie nicht in ihr erzkonservatives Weltbild passen. Traurig.

  14. 33.

    Warum muss man immer spalten? Ich bin Radfahrer und Autofahrer. In einer Stadt sollte beides möglich sein, Radfahren und Aurofahren. Dazu gehört aber etwas Weitblick in der Städteplanung. Warum nicht Radschnellwege? Lieber ein extra Radweg, als unsichere oder raumgreifende Radler, die man als Autofahrer überholen muss, wenn der Gegenverkehr es zulässt. Als Radfahrer wünsche ich mir Radwege, bei denen ich nicht Angst vor Ausparkern, Rechtsabiegern und 2.Reihe-Parkern haben muss. Aber da muss die Politik sich mehr einfallen lassen, als nur Verbote und Klientelpolitik.

  15. 32.

    Ja, Rad- und Motorradfahrer haben viel gemein. Sie werden von vielen "Nur-Auto-Fahrern" gehasst wie die Pest, verursachen bei dem verbreiteten "Neckermannklientel" allein durch ihre Anwesenheit mind. Bluthochdruck ... und dann war da noch was ... die meisten werden von Autofahrern ins Jenseits befördert. Ich habe im Laufe der Jahre drei Bikerfreunde verloren, weil Blindfische in ihren Blechkisten sie "übersehen" haben. Nein, alle drei waren keine Raser oder Krawawallkakis.

  16. 31.

    "Ausgenommen: Personen mit bereits einem amtl. Führerschein. "
    Alter Falter, genau bei dieser Gattung gibt es Bewegungslegastheniker, denen man erstmal zeigen muss, wo beim Fahrrad vorne ist. Die treten in die Pedale und wundern sich warum der Motor nicht anspringt.

  17. 30.

    Habe mein Fahrzeug freiwillig abgeschafft. Ist wie mit dem Rauchen, erst ist man völlig davon überzeugt, man verliere etwas von seiner Freiheit, aber wenn man das eine Weile so lebt, dann merkt man erst, wieviel Freiheit man dazu gewonnen hat. Lese ich die Kommentare, sehe ich die gedankliche Unfreiheit der Motorisierten.

  18. 28.

    ...und natürlich Kennzeichen und Haftpflichtversicherung nicht vergessen. Damit auch diese für ihr Fehlverhalten zur Kasse gebeten werden können.

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