Gedenken an die Opfer des DDR-Volksaufstands - Berlin und Brandenburg erinnern an 17. Juni 1953

Aufstand des 17. Juni in Ostberlin. (Quelle: dpa/akg)
Audio: Inforadio | 17.06.2021 | Michael Ernst | Bild: dpa/akg

Mit mehreren Gedenkveranstaltungen wird in Berlin am Donnerstag an den Volksaufstand in der DDR am 17. Juni 1953 erinnert.

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) gedachte am Dienstagvormittag in Potsdam der Opfer. In Berlin werden im Laufe des Tages auf dem Friedhof Seestraße (Wedding) und auf dem Platz des Volksaufstandes von 1953 (Mitte) Kränze niedergelegt. Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) und der Chef des Bundeskanzleramtes Helge Braun (CDU) werden daran teilnehmen.

Dutzende Tote und Tausende Verhaftungen

In den Tagen um den 17. Juni 1953 versammelten sich etwa eine Million DDR-Bürger auf den Straßen Ost-Berlins. Die Arbeiter forderten bessere Arbeitsbedingungen, die Freilassung politischer Gefangener, den Rücktritt der SED-Regierung, freie Wahlen und ein vereintes Deutschland.

Die Proteste wurden mit Beteiligung der sowjetischen Armee gewaltsam niedergeschlagen, mehr als 50 Menschen kamen ums Leben, bis zu 15.000 wurden verhaftet. Der Volksaufstand gilt als einer der Grundsteine der friedlichen Proteste 1989.

Sendung: Abendschau, 17. Juni 2021, 19:30 Uhr

1 Kommentar

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  1. 1.

    Es bleibt nur anzuraten, sich "Fünf Tage im Juni" anzulesen. Das gab und gibt es auch zuweilen als Theaterstück. Geschrieben hat es Stefan Heym. Der ist nach dem Krieg ebenso wie Bert Brecht ganz bewusst in die DDR gegangen, weil er nachvollziehbarerweise nicht die Rekonstruktion der alten Ordnung zu Adenauers Zeiten im Westen miterleben wollte, sondern die seinerzeitige Utopie einer neuen Gesellschaft.

    Das ist - zugegeben - schon damals gescheitert. Einer hatte Tuchfühlung, die anderen hatten die Parolen. Das schrieb schon Rosa Luxemburg 1917 in den Junius-Briefen an Leo Jogiches betreffend des Leninschen Ultrazentralismus, dass Claquere aufgeboten werden, den politischen Führern Beifall zu klatschen und dass darum jegliches Parteileben erstirbt und auch ersterben muss.

    Nach dem 17. Juni 1953 wurde die "Wochenpost" an der langen Leine gegründet, quasi als Bückware und es hörte auf, Reparationsgüter wegzuschaffen, die mehrheitl. nicht zu den sowjetruss. Normen passten.

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