Beratungen über Klimaplan des Landes - Minister Vogel hält klimaneutrales Brandenburg bis 2045 für möglich

Ein Stallgebäude mit Solarzellen auf dem Dach, aufgenommen aus der Luft im nördlichen Brandenburg. (Quelle: dpa/Ralf Hirschberger)
Bild: dpa/Ralf Hirschberger

Die Brandenburger Landesregierung will mit einem eigenen Klimaplan festlegen, wie das Land bis 2045 CO2-neutral werden kann. Während die Politik optimistisch ist, halten Klimaexperten diese Zielmarke für kaum machbar. Von Ismahan Alboga und Markus Woller

Mit der Ankündigung eines eigenen Klimaplans wollte die Brandenburger Koalition Anfang letzten Jahres eigentlich ein ambitioniertes Zeichen für den Klimaschutz setzen. Bis zum Jahr 2050, hieß es damals noch, wolle man CO2-neutral sein.

Der Bund hat diese Zielmarke nun durch sein neues Klimagesetz noch einmal verschärft, sagte Brandenburgs Umweltminister Axel Vogel (Grüne) am Freitag bei der digitalen Auftaktveranstaltung für den "Brandenburger Klimaplan". Klimaneutralität bis 2045 zu erreichen sei zwar "ambitioniert, aber nicht utopisch", so der Minister.

Ökologen fordern früheres Aus der Kohleverstromung

Das Ziel ist klar: Nur noch so viel CO2 in die Luft pusten, wie in Wäldern oder Mooren gleichzeitig auch aufgenommen werden kann. Einfach werde das in Brandenburg nicht, hieß es. Grund sei, dass das Land mit seinen Kohlekraftwerken enorm viel an Kohlendioxyd ausstößt. Ohne einen früheren Kohleausstieg als den für 2038 anvisierten seien weder Zwischenziele noch das Endziel 2045 zu erreichen, betonten Klimaexperten auf der Veranstaltung.

23 Megatonnen CO2 stoßen die Brandenburger Kraftwerke pro Jahr aus, deutlich mehr als in Berlin (17,2 Megatonnen im Jahr 2020). Auch die Fleischproduktion in Landwirtschaftsbetrieben und der zunehmende Verkehr drücken die Klima-Bilanz - so sehr, dass Brandenburg schon heute kaum eine Chance hat, weitreichende Klimaziele zu erreichen, sagt Bernd Hirschl vom Institut für Ökologische Wirtschaftsforschung. Sein Institut erarbeitet im Auftrag des Landes ein Gutachten, das Grundlage für den Brandenburger Klimaschutzplan sein soll. Das Gutachten soll bis Februar 2022 vorliegen.

Neue Maßnahmen sollen ab Herbst 2022 greifen

Bis Sommer kommenden Jahres will das Land nun zusammen mit Akteuren aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft einen Klima-Fahrplan entwickeln. Maßnahmen könnten unter anderem sein, so schnell wie möglich den Verkehr zu elektrifizieren, mehr grünen Wasserstoff als Energieträger einzusetzen, umweltfreundliche Heizungen zu fördern und die erneuerbaren Energien deutlich auszubauen. Alle Ministerien sollen dafür eigene Vorschläge erarbeiten. Die Umsetzung soll dann ab Herbst nächsten Jahres beginnen und die Fortschritte streng überwacht werden.

Der Bundestag hat am Donnerstag ein neues Klimaschutzgesetz verabschiedet. Darin heißt es, Deutschland solle bis 2045 klimaneutral werden. Außerdem gibt das Gesetz konkrete Zwischenschritte vor, die auch im Brandenburger Klimaplan berücksichtigt werden müssen.

Sendung: Brandenburg aktuell, 25. Juni 2021, 19:30 Uhr

Beitrag von Ismahan Alboga und Markus Woller

24 Kommentare

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  1. 24.

    Es geht nicht um die Elektrische Arbeit pro Jahr, sondern um die aktuelle Einspeiseleistung.
    Und die ist und wird bei den EE absehbar immer wieder mal auf 0 gehen, auch wenn D dann 80 GW benötigt.
    Zu Thema Großnetzstörungen empfehle ich die Berichte der BNA und ÜNB, im Januar dürften zur Stilllegung angemeldete Kohlekraftwerke im Westen nicht abgeschaltet werden, z.B
    Heyden 4

  2. 23.

    Es lässt sich halt schlecht auf andere zeigen, wenn man man vor der eigenen Haustür selber nicht kehrt. Die Holzindustrie ist allerdings mit über 3 Millionen Festmetern ein zu bedeutender Wirtschaftsfaktor und gilt zudem auch als nachhaltig, egal ob mit Holzpellets oder als Baustoff.

  3. 22.

    Es ehrt Sie, dass Sie keine Ahnung von Autos haben. In Grünheide sollen aber weder das Model S noch das Model X als Fahrzeuge der Oberklasse gebaut werden, sondern Fahrzeuge aus der Mittelklasse und andeutungsweise später ggf. kleiner.

  4. 21.

    Das Ziel ist klar: Nur noch so viel CO2 in die Luft pusten, wie in Wäldern oder Mooren gleichzeitig auch aufgenommen werden kann. Einfach werde das in Brandenburg nicht, hieß es.
    Das stimmt Herr Vogel, noch sorgen Sie ja dafür, dass genug Bäume verschwinden und die Schadstoffe nicht über die Grenze kommen.
    Deutschland hat tatsächlich eine Glocke über sein Land.

  5. 20.

    Wenn Sie jetzt noch die Frage korrekt beantworten WARUM das so ist obwohl die Politik seit Jahren weiß das gehandelt werden muss haben wir eine Diskussionsbasis.

  6. 19.

    Den Fakt an sich wird auch niemand bestreiten. Genauso wenig das es sich Kohlelobby und Politik trotz besseren Wissens jahrzehnte lang im jeweiligen Hintern bequem gemacht haben. Jammern über steigende Kosten braucht niemand, für billigen Kohlestrom stellt die Natur die Rechnung....mit Verzögerung.

  7. 18.

    Die fehlerhafte Infraschall-Studie ist von 2009. Zu der Zeit war Altmaier Staatssekretär im BMI und ist damit entschuldigt. Das er in seiner jetzigen Position den erneuerbaren gerne Steine in den Weg legt ist ein anderes Thema. Das machte Habeck als Minister in SH aber auch.

  8. 17.

    Was braucht mehr Energie das Auto (auch das e-auto) oder ÖPNV? Produktion von Neubauten und dicken Styropor - und Mineralwolledämmungen, die im Durchschnitt nur 10 Jahre halten, oder Sanierung von Altbauten und Beschränkung von qm pro Person..? Alles muss zunächst wissenschaftlich auf die Wirksamkeit untersucht sein. Wie bei der Verpackung: Sparen und Verringern ist besser! Die Grünen missbrauchen z.Zt. die Klimabewegung um die Marktakteure zu bedienen, s. Luxuslimousinen von Tesla. Oder die vermurkelten Umwelt-Ergebnisse kommen deshalb, weil die Grünen gegen den sinnlosen Strom von Klimawendeleugnern schwimmen müssen!

  9. 16.

    Frank Lehmann / Adrian / Peter / Minister Vogel sollten sich informieren wie wenig die grüne Planwirtschaft aufgeht.
    Fakt: im 1. Quartal 2021 wurde der Strom zu 59,3 % aus konventionellen Energieträgern erzeugt.

  10. 15.

    Ach ja da ist er wieder der nette Kohlefreund aus Guben. An allem ist nur die Kohle schuld! Wahrscheinlich auch das Millionen Menschen um die Welt jetten mit Flugzeugen ? Wer ist daran schuld die Kohle das riesige Flächen Regenwald abgeholzt werden ? Die Kohle ? Immer das selbe Lied in ihren Kommentaren! Ich würde ja fast behaupten „sie kommen nicht gebürtig aus der Region ?“

  11. 14.

    @ John: Ich lese bei Fraunhofer, dass letztes Jahr die Erneuerbaren bei der Stromerzeugung bei über 50% lagen, Braunkohle bei 16,8 % , Steinkohle bei 7,3 % und Kernenergie bei 12,5 %.
    Müsste es da nicht schon längst dunkel sein, so wie es viele seit Jahren prophezeien?
    Einer Fraunhofer-Studie zufolge ist ein Kohleausstieg bis 2030 machbar.

  12. 13.

    Welche windigen Berechnungen meinen Sie?
    Die aus dem Hause Altmeier wo die Infraschall Belastung um den Faktor 4000 zu hoch herangezogen wurde? Hat sich entschuldigt...Tausende Arbeitsplätze waren trotzdem weg. Abwarten wie lange der Raubbau nach der Wahl weitergeht.

  13. 12.

    Leider haben Sie die Studien nicht recht verstanden. Aber Sie maßen sich dennoch an es besser als Experten zu wissen.

  14. 11.

    Unsinnige Verkehrsschikane einstellen würde viel bringen. RRG in Berlin geht da ja einen komplett anderen Weg und setzt auf Schikanen, Staus, Umwege, rote Wellen, Anforderungsampeln für Fußgänger die auf rot schalten obwohl weit und breit kein Fußgänger in Sicht ist. Jeder Bus/Tram bringt damit den Verkehrsfluss komplett aus dem Ruder...
    Die zerstörung vom Kapazitäten durch Rad- und Busspuren für eine Hand voll Radfahrer oder 3 bis 6 Busse die Stunde. 30er Zonen weil Nachts um 2 Uhr Kinder über die Straße laufen. Ja nee is klar. Da würde ich mal was an der Aufsichtspflicht nachschärfen.
    Da könnte man Romane drüber schreiben, wie RRG eigentlich die Umwelt und das Klima schädigt statt schützt von Findlingen über Betonpoller bis zu Sitzecken im Parkraum.
    Ich bin letzte Woche an der vertrockneten Wiese am Strausberger Platz - Alex vorbei gefahren.. suuuper Klimabeitrag ! Und der Radweg neben dem 30m breiten ungenutzen Gehweg auf der Straße ein Klima- und Steuergeldtraum.

  15. 10.

    Keine Argumente oder warum kommen Sie jetzt mit der AfD?
    Fraunhofer belegt gerade 40% Kohlestrom im dt.Netz. Gut dass die Lausitz gerade Berlin versorgt, sonst wäre es hier dunkel.

  16. 9.

    Kohlebuden dicht bis 2025? Wissen Sie überhaupt was Sie reden? Schauen Sie mal über die Neiße, gerade in Guben sollte man Wissen was im Nachbarland errichtet wird!

  17. 8.

    Deutschland und seine Klimaziele, wir können über Deutschland eine Glocke Bauen und es wird das Klima nicht im geringsten beeinflussen! In diesem Land wird dem Steuerzahler nur das Geld aus der Tasche gezogen mit diesem ganzen Klima Blödsinn! Sicherlich ist Klimaschutz wichtig, aber man kann nicht alles in ein paar Jahren mit Gewalt übers Knie brechen.

    Kann man auch dagegen klagen, dass dem Steuerzahler mit windigen Berechnungen, das Geld aus der Tasche gezogen wird und die Kinder keine Zukunft haben werden, weil die Arbeitsplätze verschwinden, wegen zu hoher Energiepreise?

  18. 7.

    Wer soll das bezahlen, wer hat soviel Geld?
    Steigende Steuern wegen Corona, steigende Sozialabgaben wegen Rente und Corona. Weiter steigende Strompreise wegen CO2, steigende Energiepreise wegen Oekosteuer. Steigende Lebensmittelpreise wegen Tierwohl.
    In diesem Land ist vieles zu verbessern, oder???

  19. 6.

    Danke RBB, der schlimmste Emittent ist benannt.
    @John Berlin...ob der Kohlenmunk nun hoch oder niedrig springt ist Wurscht.
    In der Leag Zentrale scheint man verstanden zu haben.....da läuft Ihre AfD Argumentation ins Leere.

  20. 5.

    Wie viele Jahre wollen wir eigentlich noch neue Klimapläne erarbeiten bevor wir mal anfangen auch welche umzusetzen? Es gibt schon dutzende Studien wie CO2-Neutralität erreicht werden kann, jede mit mehreren Möglichen Szenarien. Die Politik müsste nur endlich mal Gesetze machen, die dann auch zu einer echten CO2 Reduktion führen. Das ist natürlich weniger beliebt bei den Wählern als einen Bericht über Möglichkeiten zu schreiben und dann alles beim Alten zu lassen.

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