rbb-Sendung "Wir müssen reden" - CDU-Politikerin Saskia Ludwig fordert Genderverbot

Die CDU-Abgeorndete, Saskia Ludwig, spricht während der Sitzung des Landtag Brandenburg im Januar 2021. Quelle: imago images
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Audio: rbb-Sendung "Wir müssen reden" | 08.06.2021 | Bild: imago images

Die Potsdamer Bundestagsabgeordnete Saskia Ludwig (CDU) plädiert dafür, ein Genderverbot in das Bundestagswahlprogramm der CDU aufzunehmen. Da "wir uns bei der deutschen Sprache geeinigt haben auf einen entsprechenden Sprachmodus", könne es durchaus sein, "dass das Gendern verboten wird, weil wir jetzt Auswüchse in verschiedenen Bereichen sehen", sagte Ludwig am Dienstag in der rbb-Sendung "Wir müssen reden".

Es gehe ihr dabei nicht darum, das Gendern generell zu verbieten, sondern lediglich in Behörden, staatlichen Stellen und dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk, betonte Ludwig.

Im Mai hatte sich der Hamburger CDU-Chef, Christoph Ploß, für ein Genderverbot in staatlichen Einrichtungen ausgesprochen. Von Beamten, Lehrkräften und Dozenten erwarte er, dass sie im Dienst gültige Regeln und Normen nicht willkürlich veränderten, so seine Argumentation. Deshalb sei für staatliche Stellen ein Gesetz nötig.

Harte Diskussion um gendergerechte Sprache

Bahar Haghanipour, die bei der Berliner Abgeordnetenhauswahl für die Grünen kandidiert, sagte in der rbb-Sendung, sie befürworte eine gendergerechte Sprache und verwende sie auch selbst. Im Grünen-Wahlprogramm stehe allerdings keine Forderung, das Gendern anzuweisen. Das habe die Partei auch "in keinster Weise" vor, sagte sie im rbb-Bürgertalk. "Ich glaube, man kann Sprache nicht vorgeben, aber man sollte es auch nicht verbieten", so Haghanipour.

Weil die Diskussion um Gendersternchen, Binnen-I und Unterstrich derzeit so hart geführt werde, vermutet Haghanipour einen Stellvertreterkrieg, bei dem eigentlich andere Kämpfe geführt würden. "Es wird niemandem etwas weggenommen, wir wollen nur alle mit einbeziehen", betonte sie. Männern, die das Gefühl hätten, ihnen würden Privilegien genommen, "weil nicht mehr nur sie angesprochen werden", sagte die Politikerin: "Viele Menschen finden es schön, wenn viele angesprochen und sichtbar gemacht werden in der Gesellschaft."

Die Brandenburger Abgeordnete Ludwig hingegen hält gendergerechte Sprache nicht nur für "schwierig", sondern auch für "sehr aufgesetzt". Dem eigentlichen Anliegen der Gleichberechtigung würde es zudem nichts bringen, sondern im Gegenteil, sogar noch schaden: "Mein Eindruck ist, dass durch das Gendern immer mehr gespalten wird. Und wenn man Menschen etwas aufzwingt - und sehr viele Deutsche haben das Gefühl, dass ihnen etwas aufgezwungen wird mit dem Gendern - erlebt man immer mehr Ablehnung."

Sendung: Wir müssen reden, 08.06.2021, 20:15 Uhr

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