Innenausschuss - Rot-Rot-Grün will psychosoziale Notversorgung per Gesetz regeln

Symbolbild: Psychosoziale Notfallversorgung (PSNV) (Quelle: imago images/Arnulf Hettrich)
Bild: imago images/Arnulf Hettrich

Berlin soll ein Gesetz über die psychosoziale Notfallversorgung (PSNV) bekommen. Das haben die Fraktionen der rot-rot-grünen Koalition am Sonntag in einer gemeinsamen Mitteilung angekündigt. Der Entwurf für die neue Regelung solle am Montag im Innenausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses beschlossen werden.

Unglücksfälle, Katastrophen, Terroranschläge und Amokläufe, darunter der Anschlag auf den Weihnachtsmarkt auf dem Breitscheidplatz im Jahr 2016, hätten gezeigt, dass die psychische Versorgung der Betroffenen gestärkt werden müsse, hieß es weiter. Die psychosoziale Notfallversorgung in Berlin solle aber auch in Unglücksfällen des alltäglichen Lebens, also etwa nach schweren Verkehrsunfällen, Suiziden oder plötzlichen Todesfällen zur Verfügung stehen.

Berlin ist erstes Bundesland mit solch einer Regelung

Damit würde Berlin als erstes Bundesland die psychosoziale Notfallversorgung auf eine rechtliche Grundlage stellen. In Abgrenzung zum Rettungsdienst, der für die medizinisch-körperliche Versorgung durch die Notfallrettung sowie den Notfalltransport zuständig ist, soll die psychosoziale Notfallversorgung auf die Linderung von psychischen Folgen wegen belastender Ereignissen zielen.

Außerdem soll den Angaben zufolge eine Landesbeauftragte oder ein Landesbeauftragter dazu eingesetzt werden. Die Position soll bei der Feuerwehr installiert werden und dort die Zentrale Anlaufstelle leiten, welche die mittel- und langfristigen Unterstützungsangebote des Landes für betroffene Personen von Terroranschlägen und Großschadensereignissen koordiniert.

Die psychosoziale Notfallversorgung solle dann eng mit anderen Angeboten aus dem System der psychosozialen und medizinischen Hilfe vernetzt werden hieß es in der Ankündigung der Fraktionen. So solle reibungslos der "qualifizierte Übergang in weitere Maßnahmen" möglich werden.

Sendung: Inforadio, 13.06.2021, 12 Uhr

11 Kommentare

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  1. 11.

    Ihre Kaltschnäuzigkeit ist widerlich. Hilfe für Opfer ist eindeutig wichtiger als die Öffnung von Schwimmbädern. Überhaupt an eine solche Abwägung zu denken zeigt, dass Empathie für Sie ein Fremdwort ist.

  2. 10.

    Sie brauchen keine Angst haben um eine Schwimmhalle oder Ähnliches auch wenn ich das Thema als sinnloses Wahlkampfthema sehe wie sie werden diese Gelder je nach Fall aus kranken- , der Rentenkasse oder auch die Berufsgenossenschaft genutzt! Die Berufsgenossenschaft springt zum Beispiel in dem Fall ein das jemand nicht in die Früh Rente fallen soll also seine Arbeitsfähigkeit wieder her gestellt wird und im ersten Schritt übernimmt die Krankenkasse das Geld für die anfallenden Kosten! Den schließlich reden wir von psychischen Krankheiten die diese Traumata nun mal sind! Ob für die breite Masse Fachkräfte da sind wage ich auch eher zu bezweifeln im Fall der Bahn oder Feuerwehr ist da einiges passiert in den letzten Jahren. Bleiben sie alle gesund !

  3. 9.

    Das ist Ihr einziges Problem? Dann haben Sie so ein Ereignis noch nie gehabt..... Das gehört zu einer medizinischen Behandlung und sollte als solche auch wie üblich finanziert werden. Sie spielen das bewusst als unwichtig herunter mit Ihrer Frage.

  4. 8.

    Für mich spielt es überhaupt keine Rolle, wo das Geld her kommt! Für mich ist wichtig, dass den Menschen geholfen wird. Niemand soll vergessen, dass wir ALLE immernoch eine solidargemeinschaft sind. Und es ist dann wohl
    Sch... Egal.... Es wird von allen etwas gefordert, wenn es anderen schlecht geht! Und so sollte es auch bleiben.

  5. 7.

    Liest sich ja prima.
    Mir stellt sich allerdings die Frage, ob denn überhaupt genug Kapazitäten = (wo)manpower dafür da ist.
    Gibt es genug Fachkräfte dafür?

  6. 6.

    Es spielt schon eine Rolle ob Mittel von Bundesversicherungen nach Bundesrecht umverteilt werden oder Landesrecht mit weniger Radwegen, weniger Schulsporthallen und geschlossenen Schwimmbädern durchgesetzt wird. Die Landeswahlkämpfer haben da scheinbar wenig Nachdenk-Interesse.

  7. 5.

    Aber Wer bezahlt Das denn nun ?

  8. 4.

    Nur jemand der noch nie (zum Glück) in so einer Situation war, kann eine Nachfrage sooooo formulieren.

  9. 3.

    Sie werden es nicht glauben aber ein psychisches Trauma zum Beispiel nach einem Zwischenfall bei der Eisenbahn wo sich ein Mensch aus welchen Gründen auch immer vor einem Zug .... ist für den Lokführer ein Arbeitsunfall und wird somit relativ normal von der Kasse bezahlt! Und das ist auch wichtig das Menschen nach solchen traumatischen Erlebnisen Hilfe bekommen. Warum nun gerade der Senat sich dort einschaltet verstehe ich nun nicht da dieses netzt eigentlich schon gut vorhanden ist und auch sehr wichtig ist!

  10. 1.

    Aus welcher Kasse wird Das bezahlt ?
    Rentenversicherung ? Krankenversicherung ? Pflegeversicherung ? Krokodilfond des Präsidenten des Abgeordnetenhauses ? Parkraumbewirtschaftung ?

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