Reaktionen auf Sachsen-Anhalt-Wahl - Brandenburger CDU sieht in Haseloff-Sieg Bestätigung für Laschet

Jan Redmann, CDU-Fraktionsvorsitzender, spricht während der Sondersitzung des Brandenburger Landtags. (Quelle: dpa/Soeren Stache)
Bild: dpa/Soeren Stache

Die CDU hat die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt mit großem Vorsprung gewonnen. Für die Brandenburger CDU ist der der Wahlerfolg in Magdeburg auch ein Bestätigung von Kanzlerkandidat Armin Laschet. Unzufrieden zeigte sich dagegen die Brandenburger Linke.

Die stellvertretende Landesvorsitzende der Brandenburger CDU, Barbara Richstein, wertet das Ergebnis der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt [mdr.de] als Bestätigung von CDU-Kanzlerkandidat Armin Laschet. "Es zeigt mir, dass der Abwärtstrend, den man der CDU prognostiziert hat, nicht stimmt", sagte Richstein am Sonntagabend im rbb.

Landtagswahl Sachsen-Anhalt, Vorl. Endergebnis (Quelle: infratest dimap)
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Redmann: Für Bundestagswahl Karten neu gemischt

Allerdings teilen nicht alle die Euphorie über den Erfolg in Sachsen Anhalt. Der Fraktionsvorsitzende der CDU Brandenburg, Jan Redmann, hat davor gewarnt, dass sich die CDU auf den Ergebnissen der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt ausruht. "Damit würde man es sich, glaube ich, ein bisschen zu leicht machen", sagt Redmann am Montag dem rbb. Es sei ein schöner Erfolg für die Kolleginnen und Kollegen in Sachsen-Anhalt. Diese hätten einen engagierten Wahlkampf geführt. Deswegen gebe es jetzt jeden Grund zu feiern. "Für die Bundestagswahl werden die Karten aber nochmal neu gemischt."

In Sachsen-Anhalt müsse jetzt ausgelotet werden, welche Parteien bereit seien, die notwendigen Kompromisse einzugehen, so Redmann. Bei der Bundes-CDU höre er aber eine Präferenz für die sogenannte Deutschland-Koalition aus CDU, SPD und FDP heraus.

Freude bei AfD, Unzufriedenheit bei Die Linke

Freude herrschte derweil bei der Brandenburger AfD. "Das gibt uns ordentlich Schub", sagte die stellvertretende Landesvorsitzende, Birgit Bessin. "Wir hoffen, dass viele Wähler durch dieses Ergebnis sehen, was die AfD erreichen kann."

Unzufrieden zeigte sich dagegen die Brandenburger Linke, nachdem die Partei in Sachsen-Anhalt ihr bisher schlechtestes Ergebnis eingefahren hat. "Wir müssen lauter werden", sagte Katharina Slanina, die Landeschefin der Linken in Brandenburg. Das Ergebnis im Nachbarland zeige, dass Themen auch polarisierender an die Wählerinnen und Wähler gebracht werden müssten.

Enttäuscht äußerte sich auch die Landesvorsitzende der Grünen in Brandenburg, Alexandra Pichl. "Wir haben in Sachsen-Anhalt zugelegt, aber nicht so stark, wie wir es uns erhofft hatten." Wie bei vergangenen Wahlen hätten sich viele unentschlossene Wählerinnen und Wähler "auf den letzten Metern hinter dem amtierenden Ministerpräsidenten versammelt". Nun müsse die CDU entscheiden, ob sie mit den Grünen weiter regieren wolle.

Sendung: Brandenburg aktuell, 06.06.2021, 19:30 Uhr

15 Kommentare

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  1. 15.

    "Zu diesem Schluss kommt eine Analyse des Deutschen Instituts für Menschenrechte..."

    Deutsches Institut für Menschenrechte - klingt hochamtlich, seriös und unabhängig. Sieht man sich dann aber die Mitgliederliste dieses e.V. an, erkennt man schnell: nichts als eine weitere Vorfeldorganisation der etablierten Parteien, Kirchen, Gewerkschaften und der üblichen "eingebetteten" NGOs. Dass da die Konkurrenz nicht gut wegkommt - wen wundert es?

    Warum sich das Establishment oft derartiger verschachtelter Vereinskonstruktionen bedient, um die öffentliche Meinung zu beeinflussen, statt mit offenem Visier anzutreten, darüber lässt sich trefflich spekulieren.

  2. 14.

    Wo macht denn die rechtsextreme AfD "Sozialpolitik für Benachteiligte"? Sie meinen gegen Benachteiligte!

    Die AfD ist nicht nur in Teilen rechtsextrem und rassistisch: Die Partei steht insgesamt nicht auf dem Boden des Grundgesetzes und elementarer demokratischer Grundsätze. Zu diesem Schluss kommt eine Analyse des Deutschen Instituts für Menschenrechte (Dimr), die am heutigen Montag veröffentlicht worden ist."

    https://www.tagesspiegel.de/politik/national-voelkische-positionen-die-afd-buergerlich-und-populistisch-nein-rechtsextrem-und-rassistisch/27260246.html

  3. 13.

    Also ist der Kampf gegen Rechts wichtiger als selbst Sozialpolitik für Benachteiligte zu machen? Oder wie verstehe ich die Leihstimmen des linken Lagers für die CDU?
    Bankrotterklärung nenne ich das.

  4. 12.

    Das Wähler anderer Parteien in Sachsen-Anhalt ihre Stimme der CDU gaben, hat ja ganz andere Beweggründe und spricht nicht für Laschet.

  5. 11.

    Sie sollten die Demotivation der Nichtwählern nicht nur mit Unzufriedenheit begründen.
    Ich behaupte der Großteil der Nichtwähler ist so lala zufrieden und deshalb zu bequem zur Wahl zu gehen. Die Proteststimmen haben sich ja deutlich bestätigt.

  6. 10.

    Die leider nicht ganz so wenigen "berieselten" Menschen in Ostdeutschland, die blau/braun "geil" finden, sollten uns dann doch etwas mehr zu denken geben...

  7. 9.

    Das Wahlergebnis in SA/ ANH ist k e i n e Bestätigung für ARMIN LASCHET!!! Es war eine PERSONENBEZOGENE WAHL!! Komme ursprünglich sus Magdeburg, unsere Verwandten wohnen alle im MDR GEBIETund sie haben i h r e n Ministerpräsidenten wieder gewählt. Nieman wollt A.LASCHET als Kanzlerkandidat sondern MERZ oder SÖDER!! Auf Bundesebene wird es etwas anders aussehen. Für mich: nie wieder CDU !!!

  8. 8.

    Haseloff hat sich mehrfach öffentlich für Söder als Kanzlerkandidat ausgesprochen, hat die Erhöhung des Rundfunkbeitrages platzen lassen, findet Gendern nicht besonders erstrebenswert und vertritt wahrnehmbar die Interessen seines Bundeslandes. Dafür wurde er zu Recht gewählt. Mit Laschet hat das gar nichts zu tun.

  9. 7.

    Ich sage ja... was da reininterpretiert wird, ist schon beeindruckend.

    Das war überhaupt keine Bestätigung für Laschet.
    Es war ein reine Sachsen-Anhalt-Wahl.

    Aber solche falschen Wahrnehmungen haben offensichtlich alle Politiker.
    Selbst SPD-Esken war heute morgen ja der Meinung, dass man mit Themen überzeugt hätte, die die Menschen bewegt.

    8,4% sagen da offensichtlich etwas anderes.

  10. 6.

    Die fehlen nicht nur in diesen Parteien . Wohlgemerkt Führungspersönlichkeiten. Alles andere haben wir schon. Noch mehr Schaumschläger verkraftet selbst Deutschland nicht. Obwohl es darin Übung hat. Die ehrlichen Kosten für Corona. Es ist das komplette Versagen der Regierung in Deutschland. Es war trotz Pandemie Plänen noch nicht einmal genug Schutzkleidung für Ärzte und Pfleger da. Aber hier Fehler einzugestehen ist anscheinend nicht möglich oder sie sind dazu nicht fähig.

  11. 5.

    Trotz der massiven medialen Unterstützung für Baerbock, die Grünen und ihre Themen wurden die Grünen nur sechsstärkste Partei in Sachsen-Anhalt. Noch ein Prozentpunkt weniger, und sie wären aus dem Landtag geflogen.
    Ob sich die Anhänger der Völkerrechtlerin noch mal berappeln?

  12. 4.

    Was für Bestätigung? Dafür ist das Land Sachsen-Anhalt anhand Ihrer Einwohnerzahl viel zu klein! Gleichzeitig darf man nicht außer Acht lassen, daß fast 40 Prozent gar nicht erst wählen gegangen sind! Rückendeckung für Laschet sieht anders aus!

  13. 3.

    Glücklicherweise haben sich die Menschen in Sachsen/Anhalt nicht das Grünzeug in die Augen streuen lassen. In Berlin und Westdeutschland sind viele schon so berieselt und finden Grün „geil“.

  14. 2.

    Lustig, bei einem anderen Ausgang
    ....die Wahl hat nichts mit der Bundestagswahl zu schaffen, es ging um Landesthemen ......

    u.s.w.

  15. 1.

    Wunschträume der Brandenburger CDU. Ob nun der "Markus aus Bayern" der richtige wäre kann ich auch nicht vorher sagen. Aber er hat wohl bei den Bürgern immer noch die Mehrheit hinter sich. Kanzler müssen die Parteien aufbauen; wir Bürger verfolgen ja nicht nur vor einer so großen Wahl entscheidene Möglichkeiten. Uns fehlen carismatische Führungspersonen in CDU und SPD. Die SPD ist auch deshalb so abgestürzt. Die Kosten von Corona dürfen niemand verprellen. Warum wird das nicht ehrlich offen diskutiert ? Besser "spanlos" ?

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