"Refugee Teachers Program" - Geflüchtete finden kaum Jobs als Lehrer in Brandenburg

Symbolbild: Eine Frau nimmt am Refugee Teachers Program an der Universität Potsdam teil. (Quelle: dpa/Klaus-Dietmar Gabbert)
Video: Brandenburg Aktuell | 10.06.2021 | Ismahan Alboga | Bild: dpa/Klaus-Dietmar Gabbert

Das Brandenburger "Refugee Teachers Program" sollte Geflüchtete zu Lehrerinnen und Lehrern an deutschen Schulen machen. Fünf Jahre später halten Beobachter das Projekt für teilweise gescheitert. Von Ismahan Alboga und Hanno Christ

Auf dem Foto zu Beginn ihres Studiums sieht es fast so aus, als hätte sie es schon geschafft. Dabei ist Alaa Kassab heute eher eine Gescheiterte als eine, die das Ziel erreicht hat. Das Bild zeigt sie als Studierende inmitten von Geflüchteten, die an der Universität Potsdam das "Refugee Teachers Program" (RTP) absolvieren sollen. Ihr Ziel: Irgendwann als vollwertige Lehrerin an einer Schule in Deutschland arbeiten zu können.

Zumindest war es das, was den Teilnehmern in Aussicht gestellt wurde. Kassab gehörte mit ihren Fähigkeiten zu den wohl bestqualifizierten Teilnehmerinnen des Kurses. Sie spricht mittlerweile fließend Deutsch und hat das C2-Sprachniveau erreicht. Als Lehrerin arbeitet sie nun trotzdem nicht.

Gut fünf Jahre nachdem das Foto aufgenommen wurde, sind auch viele andere Teilnehmer ernüchtert und enttäuscht. Sie fühlen sich im Stich gelassen. Beobachter halten das Programm sogar für einen Flop. Alaa Kassab sagt, es ärgere se, dass noch immer mit ihrem Foto geworben werde. Vielleicht auch, weil anderen Geflüchteten etwas versprochen wird, das bei ihr nie eingelöst wurde.

Ernüchternde Bilanz

Kassab hatte es als 23-Jährige von Aleppo in Syrien nach Potsdam geschafft. Im Gepäck hatte sie da bereits ein abgeschlossenes Studium in englischer Literatur und Sprache. Ihre Englisch-Kenntnisse waren schon damals fließend. Ihre Aussprache dürfte besser gewesen sein als die von manchen aktiven Lehrern. Nun sollte es also in Deutschland weitergehen - mit Hilfe eines bislang einmaligen Programmes der Universität in Zusammenarbeit mit dem Brandenburger Bildungsministerium. Das Projekt bekam bundesweite Aufmerksamkeit. Sollte es wirklich gelingen, die Geflüchteten in den komplizierten deutschen Bildungsapparat einzubauen, selbst wenn sie am Anfang erstmal gar kein Deutsch können?

Fünf Jahre später fällt die Bilanz ernüchternd aus: Von den 105 RTP-Absolventen weist das Bildungsministerium gerade einmal vier Lehrkräfte als entfristet übernommen aus. 34 werden als "sonstiges pädagogisches Personal" geführt, zwei sind in Elternzeit. Unterm Strich fand sich damit für 65 Absolventen keine Beschäftigung im Brandenburger Bildungsapparat. Was sie heute tun und ob sie es vielleicht auch in einem anderen Bundesland geschafft haben, darüber lägen dem Ministerium keine Zahlen vor, heißt es. Die Gründe, weshalb sie nicht übernommen worden sind, seien höchst unterschiedlich.

Kassab hatte es als 23-Jährige von Aleppo in Syrien nach Potsdam geschafft. Im Gepäck hatte sie da bereits ein abgeschlossenes Studium in englischer Literatur und Sprache. Ihre Englisch-Kenntnisse sind schon damals fließend. Ihre Aussprache dürfte besser sein als die von manchen aktiven Lehrern. Nun sollte es also in Deutschland weitergehen - mit Hilfe eines bislang einmaligen Programmes der Universität in Zusammenarbeit mit dem Brandenburger Bildungsministerium. Das Projekt bekam bundesweite Aufmerksamkeit. Sollte es wirklich gelingen, die Geflüchteten in den komplizierten deutschen Bildungsapparat einzubauen, selbst wenn sie am Anfang erstmal gar kein Deutsch können?

Fünf Jahre später fällt die Bilanz ernüchternd aus: Von den 105 RTP-Absolventen weist das Bildungsministerium gerade einmal vier Lehrkräfte als entfristet übernommen aus. 34 werden als "sonstiges pädagogisches Personal" geführt, zwei sind in Elternzeit. Unterm Strich fand sich damit für 65 Absolventen keine Beschäftigung im Brandenburger Bildungsapparat. Was sie heute tun und ob sie es vielleicht auch in einem anderen Bundesland geschafft haben, darüber lägen dem Ministerium keine Zahlen vor, heißt es. Die Gründe, weshalb sie nicht übernommen worden sind, seien höchst unterschiedlich.

Zu wenige Deutschkurse

Miriam Vock begleitete das Projekt wissenschaftlich an der Universität Potsdam. Auch sie zeigt sich nicht zufrieden, dass nur vier Lehrkräfte aus dem Programm entfristet worden sind. "Das müssen mehr werden", sagt sie. Der Bedarf sei da, das Programm noch viel zu klein. "Wir sind sehr stolz auf diese hohe Absolventenzahl", sagt sie.

Es fehle aber Offenheit und Interesse der Schulen, Personen mit solch interessanten Lebensläufen zu beschäftigen. Vock hält etliche Regeln für zu bürokratisch wie das Erfordernis eines zweiten Faches. "Das machen die meisten Länder der Welt nicht so. Da reicht es, wenn man einfach Lehrerin oder Lehrer ist."

Eines der wohl wesentlichsten Hindernisse für Vock: Es fehlt in Brandenburg an ausreichend Plätzen in Sprachkursen, damit die Teilnehmer ein höheres Sprachniveau erwerben können. Genau das sei Voraussetzung, um Lehrer werden zu können. Außerdem wünscht sie sich mehr Unterstützung der Absolventen durch Ministerium und Schulämter, eine geeignete Schule zu finden.

"Das Programm ist gescheitert"

Mittlerweile ist ein neues RTP aufgelegt worden, um die Chance auf eine spätere Beschäftigung zu erhöhen. Diesmal wolle man stärker auf Mangelfächer setzen, heißt es aus dem Bildungsministerium. Ein zweites Studienfach wird ebenfalls vorausgesetzt. Vielleicht ist die Einstellungsquote dann einmal eine bessere als noch im ersten Jahrgang. Schließlich gibt es auf dem Land noch immer zu wenige Lehrer.

Die Brandenburger Integrationsbeauftragte Doris Lemmermeier begrüßt, dass es einen neuen Anlauf geben wird, hält den ersten nach eigener Aussage aber für gescheitert. "Die Absolventen fühlen sich da sehr alleingelassen und auch ein bisschen mit falschen Versprechungen in einer Richtung gebracht, die dann gar nicht die richtige war", kritisiert sie. Viele seien jetzt erstmal bedient. Woran und an wem es gescheitert sei, könne sie nicht genau sagen. Mit gutem Willen hätte man sicherlich weiter kommen können.

Mittlerweile ist ein neues RTP aufgelegt worden, um die Chance auf eine spätere Beschäftigung zu erhöhen. Diesmal wolle man stärker auf Mangelfächer setzen, heißt es aus dem Bildungsministerium. Ein zweites Studienfach wird ebenfalls vorausgesetzt. Vielleicht ist die Einstellungsquote dann einmal eine bessere als noch im ersten Jahrgang. Schließlich gäbe es auf dem Land noch immer zu wenige Lehrer.

Die Brandenburger Integrationsbeauftragte Doris Lemmermeier begrüßt, dass es einen neuen Anlauf geben wird, hält den ersten aber für gescheitert. "Die Absolventen fühlen sich da sehr alleingelassen und auch ein bisschen mit falschen Versprechungen in einer Richtung gebracht, die dann gar nicht die richtige war", kritisiert sie. Viele seien jetzt erstmal bedient. Woran und an wem es gescheitert sei, könne sie nicht genau sagen. Mit gutem Willen hätte man sicherlich weiterkommen können.
Mittlerweile ist ein neues RTP aufgelegt worden, um die Chance auf eine spätere Beschäftigung zu erhöhen. Diesmal wolle man stärker auf Mangelfächer setzen, heißt es aus dem Bildungsministerium. Ein zweites Studienfach wird ebenfalls vorausgesetzt. Vielleicht ist die Einstellungsquote dann einmal eine bessere als noch im ersten Jahrgang. Schließlich gäbe es auf dem Land noch immer zu wenige Lehrer.

Die Brandenburger Integrationsbeauftragte Doris Lemmermeier begrüßt, dass es einen neuen Anlauf geben wird, hält den ersten aber für gescheitert. "Die Absolventen fühlen sich da sehr alleingelassen und auch ein bisschen mit falschen Versprechungen in einer Richtung gebracht, die dann gar nicht die richtige war", kritisiert sie. Viele seien jetzt erstmal bedient. Woran und an wem es gescheitert sei, könne sie nicht genau sagen. Mit gutem Willen hätte man sicherlich weiterkommen können.
Mittlerweile ist ein neues RTP aufgelegt worden, um die Chance auf eine spätere Beschäftigung zu erhöhen. Diesmal wolle man stärker auf Mangelfächer setzen, heißt es aus dem Bildungsministerium. Ein zweites Studienfach wird ebenfalls vorausgesetzt. Vielleicht ist die Einstellungsquote dann einmal eine bessere als noch im ersten Jahrgang. Schließlich gäbe es auf dem Land noch immer zu wenige Lehrer.

Die Brandenburger Integrationsbeauftragte Doris Lemmermeier begrüßt, dass es einen neuen Anlauf geben wird, hält den ersten aber für gescheitert. "Die Absolventen fühlen sich da sehr alleingelassen und auch ein bisschen mit falschen Versprechungen in einer Richtung gebracht, die dann gar nicht die richtige war", kritisiert sie. Viele seien jetzt erstmal bedient. Woran und an wem es gescheitert sei, könne sie nicht genau sagen. Mit gutem Willen hätte man sicherlich weiterkommen können.
Mittlerweile ist ein neues RTP aufgelegt worden, um die Chance auf eine spätere Beschäftigung zu erhöhen. Diesmal wolle man stärker auf Mangelfächer setzen, heißt es aus dem Bildungsministerium. Ein zweites Studienfach wird ebenfalls vorausgesetzt. Vielleicht ist die Einstellungsquote dann einmal eine bessere als noch im ersten Jahrgang. Schließlich gäbe es auf dem Land noch immer zu wenige Lehrer.

Die Brandenburger Integrationsbeauftragte Doris Lemmermeier begrüßt, dass es einen neuen Anlauf geben wird, hält den ersten aber für gescheitert. "Die Absolventen fühlen sich da sehr alleingelassen und auch ein bisschen mit falschen Versprechungen in einer Richtung gebracht, die dann gar nicht die richtige war", kritisiert sie. Viele seien jetzt erstmal bedient. Woran und an wem es gescheitert sei, könne sie nicht genau sagen. Mit gutem Willen hätte man sicherlich weiterkommen können.

Nicht nochmal Brandenburg

Der gute Wille kommt für Alaa Kassab zu spät. Nach dem Kurs hatte sie die Gelegenheit, zwei Jahre an Schulen in Geltow zu arbeiten. Die zwei Jahre seien wunderbar gewesen. Trotzdem hat es für ein dauerhaftes Engagement nicht gereicht.

Auf neue Bewerbungen folgten vielversprechende Gespräche, aber keine Zusagen. Manchmal bekam sie nicht einmal eine Antwort. Rückblickend mache sie das traurig, weil sie nun viel Zeit verloren habe, sagt sie. Sie vermisse es, vor Kindern zu unterrichten. Nun will sie es in Berlin versuchen. Sie habe gehört, dort laufe es besser als in Brandenburg.

Beitrag von Ismahan Alboga und Hanno Christ

32 Kommentare

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  1. 32.

    "Ob man die Menschen ins Land lässt ist doch eine ganz andre Frage." Ist es eben nicht. Deutschland hat schon viel u viele Ausländer im Lande, die ausreisepflichtig sind.

  2. 31.

    Ob man die Menschen ins Land lässt ist doch eine ganz andre Frage. Wenn die Leute erstmal hier sind ist es mir egal warum oder wie sie hergekommen sind. Es ist in meinem Interesse wenn man sie möglichst gut integriert. Ich hab keine Lust auf weitere ausgegrenzte Bevölkerungsgruppen, die dann eine Parallelgesellschaft aufbauen. Wer hier ist muss Deutschkurse bekommen und für den Arbeitsmarkt fit gemacht werden. Zu klären ob man nun bleiben darf oder nicht kann man ja parallel dazu machen.

  3. 30.

    Jaja, stimmt schon - aber irgendwie scheint hier eben ein besonders markantes Beispiel herausgegriffen.
    Wir erfahren nicht, welche Superqualifikationen die anderen 104 Leute hatten, um die es hier geht... Was konnten die denn ähnlich gut, dass man nicht umhingekonnt hätte, sie als Lehrer einzustellen?
    Leider lässt uns der Artikel hier im Stich; ebenso - wie hier schon angemerkt - bei der Frage, warum bei der Hauptperson nach zwei Jahren "an Schulen in Geltow" Schluss war...

  4. 29.

    "in der DDR hatten vielleicht 15% der Schüler Englischunterricht" - ist nicht meine Erfahrung; in meiner ganzen POS-Klasse (also 7. und 8. Klassenstufe) hatten vielleicht drei oder vier kein Englisch, man konnte es ja abwählen. Die anderen hatten sehr wohl Englischunterricht.
    Dann ab Klasse neun an der EOS sowieso, außer man hatte Französisch (bei uns vier Klassen Englisch, eine Französisch)...

  5. 28.

    Aha, in der DDR gab es also flächendeckend Französisch als zweites Fremdsprachenangebot und 95% der Schüler haben Englisch gewählt! :-)
    Nur, weil das in Ihrer "Spezialklasse" vielleicht so war, lässt sich das natürlich auf die gesamte DDR verallgemeinern!
    Hatten Sie denn auch Russisch als Pflichtfach oder hat man Ihnen das gar nicht erst angeboten??
    Ehe Sie hier die Meinung anderer User als lächerlich bezeichnen, sollten Sie erst einmal ihre eigene einem Realitäts - und Logikcheck unterziehen!

  6. 27.

    STIMMT! Sorry, da hab ich mich echt falsch erinnert. Ab der 5. Klasse war ja der verhasste Russischunterricht. Den konnte ich damals überhaupt nicht leiden. Heute finde ich die Sprache interessant und bin froh, kyrillische Buchstaben lesen zu können .

  7. 25.

    Also, für die damals sehr gut ausgebildeten Ostlehrer hatte man solche Artikel nicht "übrig". Die leiden bis heute an Unterbezahlung, nicht nur innerhalb einer Lohngruppe, sondern auch in der 1-2 Klassen unteren Einstufung ohne Beförderungen und jetzt kommt's: längerer Arbeitszeit bei volleren Klassen. Und die Rente? Das Problem ist nicht die Integration, sondern die Einstellung im Kopf, der "eitel daherkommenden" Bildungsverwaltungen und deren Politik nach Kassenlage und "zurechtgebogener" Statistiken.

  8. 24.

    Stimmt nicht ganz! Englisch gab es ab der 7. Klasse! Russisch was keiner wollte, war Pflichtfach ab der 5. Klasse! Uns die es nicht wollten, hatten dann frei! Bei uns war es nach dem UTP/ESP-Unterricht! Und am Samstag in der Nullten Stunde! Auch sie gab es! Deshalb kann ich mir nicht vorstellen, daß es bei Euch anders war!

  9. 23.

    Noch nicht richtig, ab 5. Klasse Russisch Pflichtfach, Englisch war fakultativ und konnte nach dem ersten Halbjahr abgebrochen werden.

  10. 22.

    Ich weiß ja nicht, welche DDR Sie meinen: Bei mir war ab der 5. Klasse Englisch- oder wahlweise Französischunterricht Pflichtfach. Und bis auf eine Person haben alle den Englischunterricht gewählt. Und das das hauptsächlich die waren, die zur EOS gingen, ist vollkommen lächerlich.

  11. 21.

    "Man muss anfangen die Leute zu integrieren, sobald sie hier ankommen. " Ich habe nichts gegen ein modernisiertes Einwanderungsgesetz, etwa nach einem Punktesystem. Tür und Tor zu öffnen für die Armutszuwanderung aus aller Welt, "sobald sie bei uns ankommen" entspricht nicht der Gesetzeslage und entspricht nicht den Interessen Deutschlands.

  12. 20.

    Wenn man so ein viel beachtetes Projekt macht, sollte man am Ende vielleicht schon wissen, wo die Teilnehmer bleiben. Kann ja durchaus sein, dass jemand in einem anderen Bundesland eine Chance nutzt. Die Voraussetzungen für eine Einstellung sollten auch vorher bekannt und entsprechend beachtet werden.

    Mit dem Englischunterricht ist es an der Grundschule meiner Kinder nicht weit her. Etwas Unterstützung käme dort sehr gelegen...

  13. 19.

    "Da reicht es, wenn man einfach Lehrerin oder Lehrer ist" - Ist dass noch Flachkompetenz oder schon Fake-Kompetenz ? - Deshalb hält Brandenburg die Rote Bildungslampe in Deutschland und Deutschland in der Welt !

  14. 18.

    Der Brandenburger, das seltsame Wesen!
    Ist einfach nicht "polyglott" - wo man das doch heutzutage als vollwertiges und anerkanntes Mitglied unserer offenen und toleranten Gesellschaft zu sein hat!
    Komisch nur, dass auch Heimatverbundenheit und Bewahren von Tradition von den Verfechtern von Offenheit und Toleranz einfach nicht hingenommen werden kann! Dabei könnten sie es einfach nur tolerieren (ertragen!).

  15. 17.

    @Bendte. Den Artikel mal richtig lesen. Die Frau hat in Deutscj das Niveau C2 des Europäischen Referenzrahmens. Das ist ist due HÖCHSTE Stufe und damit MUTTERSPRACHLICHES Niveau. Mehr geht ja nun wirklich nicht.

  16. 16.

    Genau so ist es, die hoffnungsvollen Leute ausgerechnet nach Brandenburg beruflich "hinzuintegrieren" und dann noch als Lehrer, das ist Zynismus pur. Eigentlich müssten die dafür Verantwortlichen sich öffentlich erklären, was da wohl wirklich Ziel war.
    Und wenn die Lehrer, wir hier beschrieben wird, nur Englisch und kein Deutsch können, dann stimmt da auch was im Ausbildungsystem nicht, denn die sind dann natürlich nur für Oberschulen und Englisch Konversation einsetzbar und bräuchten für Übersetzungsfragen von Grundschülern Assistenz, die natürlich aufgrund der Arbeitslosigkeit durchaus möglich wäre ( zB Erzieher / Studenten) es gibt viele Möglichkeiten, rein Englischsprachige Lehrkräfte zu beschäftigen, aber in Brandenburg? Eine Illusion. Mich würde interessieren, warum Fr Kassabs Vertrag in Geltow nicht verlängert wurde. Das wird sie doch gesagt haben im Interview. Die Möglichkeit besteht, an der Schule nachzufragen u auf diesen Bericht hinzuweisen, wäre spannend und könnte den Beitrag komplettieren. Diese Ausbildungsprogramme sind sehr teuer, da darf der Bürger auch mal genaueres wissen wollen.

  17. 15.

    Aber trotz - oder vielleicht gerade WEGEN ? - dieser Bürokratie steht das flächenmäßig kleine, bodenschatzarme Deutschland in vielen Bereichen mit an der Spitze der wirtschaftlichen, sozialen und Wohlstands-Entwicklung!

    Ja, an viel zu vielen Stellen ist die deutsche Bürokratie mit all ihren Regeln, Vorschriften und Verordnungen lästig, nervig und -scheinbar überflüssige- Arbeit erzeugend.

    Aber dafür fühle ich mich in Deutschland sicherer, weil es für vieles Vorschriften UND den Zwang gibt, deren Einhaltung zu überprüfen.

  18. 14.

    Arbeitsverbote für Einwanderer mit zweifelhaftem Bleiberecht sind ein wichtiger Grund warum wir heute solche Probleme mit der Clankriminalität haben. Man muss anfangen die Leute zu integrieren, sobald sie hier ankommen. Wenn sie dann nach ein paar Jahren doch nicht bleiben dürfen ist das doch egal. Es kostet die Gesellschaft deutlich mehr mit einer kleinen Gruppe schlecht integrierter ein Leben (oder mehrere Generationen!) lang umzugehen als einfach allen gleich von Anfang an bestmögliche Chancen zu bieten.

  19. 13.

    Im Artikel wird der Anschein erweckt, dass Schulen selbstständig Lehrer einstellen könnten.
    Das ist nach meiner Kenntnis nicht der Fall, denn dafür sind die Schulämter zuständig.Schulen können lediglich dem Schulamt ihren Bedarf melden.
    Deshalb den Schulen einseitig den "Schwarzen Peter"(Darf man das noch sagen?) zuzuschieben, ist bequem, aber zu pauschal.
    An ihren sehr guten! Deutschkenntnissen kann es ja wohl nicht liegen - vielleicht eher daran, dass Englisch mittlerweile kein Mangelfach mehr ist.
    Dass ein Lehrer mindestens zwei Fächer unterrichten kann (Ich kenne Lehrer, die unterrichten vier verschiedene Fächer/ viele Lehrer haben nach 1990 noch mindestens ein Fach postgradual studiert!), hat schon seinen Sinn, im alltäglichen Unterricht ist dann ein flexibler Einsatz möglich.
    Trotzdem hätte das Bildungsministerium hier eine Ausnahme machen müssen!
    Aber wie schon hier zuvor bemerkt wurde: "Leuchtturmprojekte" in der Integrationspolitik waren politisch gewollt (Öffentlichkeitswirkung!), aber wohl nicht immer gut vorbereitet und durchdacht! Genauso wie die Behauptung, Flüchtlingskinder würden die Schließung von Schulen verhindern (z.B. im Oderbruch!). Was ist das für eine Bildungspolitik, die den Weiterbetrieb von Schulen von der Aufnahme von 2-3 Schülern festmacht!?
    Dass von einigen Usern hier mal wieder die Nazi - und Bildungskarte (Englischniveau!) gezogen wird, muss man eigentlich nicht kommentieren!
    Nur soviel: in der DDR hatten vielleicht 15% der Schüler Englischunterricht, nämlich im Wesentlichen die, die zur EOS gingen.
    Meine Ausbildung würde ich rückwirkend als gut bezeichnen, u.a. gab es regelmäßig englisches Unterrichtsfernsehen mit Muttersprachlern.

  20. 12.

    Ich verstehe nicht, warum das eine Meldung ist: "Geflüchtete finden kaum Jobs als Lehrer in Brandenburg."
    Das Gegenteil wäre eine Meldung wert gewesen: "Geflüchtete finden viele Jobs als Lehrer in Brandenburg".

  21. 11.

    Meine Frau kommt aus Russland und war dort Diplompsychologin. Hier in Deutschland musste sie noch einmal eine Prüfung auf unsere Kosten machen (Bund der Psychologen) und ihre Ausbildung wurde anerkannt durch eine Apostille (Behördliche Übersetzung) mußte sie ihre Ausbildung nachweisen. Ich bezweifle, dass die Flüchtlinge so etwas mitführen, wenn sie Halz über Kopf ihr Land verlassen.

  22. 10.

    Wenn das alles so "weltoffen" und englischsprachig war, dann frage ich mich, woher die Erfolge der AfD kommen, wieso Übergriffe auf Andersartige erfolgen, wieso hier keine Flüchtlinge eingestellt werden als LuL. Warum ist das dann so? Da klemmt doch was in Brandenburg. Und ja, es ist mehr als die Sprache.

    Polyglot kann man den Brandenburger nun wirklich nicht nennen.

  23. 9.

    Wieviel Jahre Englischunterricht hatten sie denn zu DDR-Zeiten? Und warum können Brandenburger kein Englisch? Neben Russisch und Französisch gab es auch Englisch als Schulfach, was mit mehr als Schlagwörtern gespickt war. Zudem gab es auch in der DDR Berufe, die Fremdsprachen voraussetzten.

  24. 8.

    KEINE meiner Englischlehrerinnen konnte "ausreichend" Deutsch! Oder sie konnten als Deutsche sozusagen kein Englisch! Meine Englischlehrerinnen kamen aus aller Herren Länder, konnten fließend Englisch (vor allem die Irin, die Schottin, jeweils mit putzigem Dialekt...)und keiner hat ihnen abverlangt, dass sie auch noch Reli oder Mathe unterrichten mussten. Sie waren für Englisch in allen Klassen zuständig.

    Sowas geht in Brandenburg natürlich NICHT. Weil die Brandenburger an sich ja kein Englisch können. Die verstehen dann die Englischsprachigen nicht. Die wollen Deutschlehrer, die ein paar englische Schlagworte wie damals in der DDR in den Unterricht einstreuen. Aber bitte keine "Ausländer".

    Eine schier wahnwitzige Idee, ausgerechnet in Brandenburg (oder Sachsen...) eingliedern zu wollen - egal als was!

    Aber woher soll es auch kommen... Wat de Buur nich kennt, dat frett he nich...

  25. 7.

    Wenn schon der EU Anpassunggslehrgang das Bildungsministerium vor unüberwindbare Hürden stellt, wie soll solch ein internationales Projekt funktionieren? Wundert mich echt nicht!

  26. 6.

    Deutschland wird diese Bürokratie in allen Bereichen irgendwann noch umbringen.
    Würde lügen wenn ich sage, dass ich was anderes erwartet hätte.

  27. 5.

    Man hat den Eindruck, dass es in Brandenburg mit dem Lehrermangel wohl nicht so weit her sein könnte…
    Schade, wenn so ein Potential verschenkt wird.

  28. 4.

    Solche Aussagen "Vock hält etliche Regeln für zu bürokratisch wie das Erfordernis eines zweiten Faches. "Das machen die meisten Länder der Welt nicht so. Da reicht es, wenn man einfach Lehrerin oder Lehrer ist."" Machen mich wütend. Wir sollen also nicht schauen, dass wir gute Lehrer haben? Wir haben zuweniger Lehrer, das ja, und müssten mehr ausbilden. Zu schlecht sind unsere Lehrer aber nicht. Da spricht die Faulheit von Politikern aus der Frau, sich um eine gute AUSBILDUNG von Lehrern bei uns zu kümmern.

  29. 3.

    Ich kann mir nicht vorstellen, dass jemand der nicht gut deutsch kann, hier gut Kinder unterrichten kann. Möglich, dass da manch ein syrischer Englischlehrer sehr gut Englisch kann. Er solle aber auch gut Deutsch können.

  30. 2.

    Das Scheitern des Projektes ist ein Spiegelbild der Realitätsferne. Hat wirklich jemand erwartet, das es in BRANDENBURG gelingen könnte Geflüchtete in den Schulaltag integrieren zu können? Ich kann das gar nicht glauben. Ein migrationsfeindliches Umfeld sollte wohl mit den Erfolgen überzeugt werden? Oder wollte man es einfach mal drauf ankommen lassen, quasi ein Experiment mit spürbaren Ausgang?
    In toleranteren Städten und Bezirken hätte es sicher auch geholpert und eher funktionieren können. Aber in Brandenburg? Ich bitte sie. Fahren sie einfach mal im Wahlkampf durch die ländliche Region. Es gibt dort gefühlt nur rechte, (neu- bürgerliche)Parteiwerbung. Nichts anderes!
    Auf so eine Idee muss man erst mal kommen.

  31. 1.

    Zuerst wäre doch erstmal zu klären, ob überhaupt eine hinreichend gesicherte Bleibeberechtigung für die in Rede stehenden Ausländer angenommen werden kann.
    Darüber erfährt der geneigte Leser nichts.Auch ist nicht jeder "Geflüchtete" automatisch dauerhaft aufenthaltsberechtigt hierzulande. Es kommt darauf an, aus welchem Grunde er geflüchtet ist und wie sich etliche Jahre nach Beendigung des Krieges im Herkunftsland die Sache aus ausländerrechtlicher Sicht darstellt. Denn es gibt immer noch ein Asylgesetz, welches regelt, dass im Falle einer persönlichen politischen Verfolgung temporärer Schutz möglich sein kann. Das Recht auf eine dauerhafte Einwanderung ist damit nicht verbunden.

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