Unterricht nach Corona - Welche Lehren die Schulen aus der holprigen Digitalisierung ziehen

Eine Schülerin nutzt im Unterricht ein iPad (Bild: dpa/Britta Pedersen)
Video: Abendschau | 15.06.2021 | Holger Trzeczak | Bild: dpa/Britta Pedersen

Corona hat gnadenlos freigelegt, welche Defizite es an den Schulen in Berlin und Brandenburg in Sachen Digitalisierung gibt - und zugleich vieles vorangetrieben. Damit die Schulen damit erfolgreich weiterarbeiten können, ist allerdings noch viel zu tun. Von Sylvia Tiegs

Die Corona-Fallzahlen sinken weiter rasant, kurz vor Beginn der Sommerferien durften alle Schüler in Berlin und Brandenburg wieder in ihre Schulen. Ist jetzt also erstmal wieder Schluss mit Videokonferenzen, Aufgaben über Online-Plattformen oder Chats über Messenger? Auf keinen Fall, heißt es zum Beispiel an der Evangelischen Schule in Berlin-Köpenick. Rektor Michael Tiedje sagt entschieden: "Wir sind froh, dass wir die vordigitalen Zeiten jetzt hinter uns lassen."

Seine Schule habe sehr viel geübt und ausprobiert, sagt Tiedje. Stolz zeigen seine Lehrkräfte den Film, den sie selbst gedreht und ihren Schülern während des zweiten Lockdowns zur Aufmunterung nach Hause geschickt haben. Die wiederum schickten einen Antwort-Film. So kam Spaß ins Digitale an der Schule; aus der Corona-Not wurde eine Tugend.

Schüler wünschen sich digitale Zukunft

Vor allem Schüler der höheren Jahrgänge der Privatschule in Köpenick schwärmen davon, wie einfach sie inzwischen Hausaufgaben digital bearbeiten und abgeben können, und wieviel besser Lehrkräfte auf sie eingehen, wenn man sich in kleineren Gruppen begegnet – auch per Video. Schulleiter Michael Tiedje zeigt sich sicher: "Daran können wir auf jeden Fall anknüpfen."

Udo Beckmann sagt, er glaube das grundsätzlich auch. Er ist Bundesvorsitzender des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE), einer Pädagogen-Gewerkschaft mit deutschlandweit rund 164.000 Mitgliedern. Viele von ihnen haben ihrem Verbands-Chef gespiegelt: Die Vorteile der Digitalisierung sind in den Schulen angekommen – und sollen ins nächste Schuljahr mitgenommen werden. Udo Beckmann sagt aber auch: "Sich die Digitalisierung zu erarbeiten, war ein sehr steiniger Weg."

Defizite in der Pandemie

Oft hätten schlicht die Voraussetzungen gefehlt: bei der technischen Ausstattung und Unterstützung bei Problemen - oder auch im Wissen, wie man mit den digitalen Werkzeugen arbeiten soll. "Aus Brandenburg weiß ich aktuell, dass es nach wie vor ein Problem bei den Lehrer-Fortbildungen gibt – und dass manche Schulen - zugespitzt formuliert - die Brieftaube losschicken mussten, um ihre Schüler zu erreichen." Aus Berlin hat den VBE-Vorsitzenden wiederum die Kritik erreicht, dass es eine Verbotsliste gebe, was alles digital nicht erlaubt sei – aber keine Gebotsliste, was Pädagogen dürften.

Dass eine Pandemie kommen musste, um im Digitalen Fortschritte zu machen, sei "ein Trauerspiel", sagt Udo Beckmann. Er erinnert daran, dass der Bund bereits Ende 2016 über einen "Digitalpakt" für die Schulen nachgedacht hatte. Aufgelegt wurde das Bundesprogramm erst volle drei Jahre später. Das war zwar vor Corona, aber eine flinke Lösung bot es dennoch nicht – trotz hoher Summen: Berlin stehen aus dem Digitalpakt insgesamt rund 280 Millionen Euro zu, Brandenburg erhält rund 166 Millionen. Diese Summen werden aber nicht anteilig einfach auf die Schulen verteilt; sie müssen die Gelder jeweils für konkrete Maßnahmen beantragen. Die Anträge müssen geprüft werden, das dauert.

Wer ist überhaupt ans Netz angeschlossen?

Laut der Berliner Senatsverwaltung für Bildung sind bis Anfang Mai dieses Jahres in Berlin inzwischen 131 Millionen Euro bewilligt beziehungsweise abgerufen worden - knapp die Hälfte der Gesamtsumme. Brandenburg meldete zum Jahreswechsel sogar erst 23 Millionen bewilligte Digitalpakt-Gelder. Nur ein Bruchteil davon war ausgezahlt. Neuere Zahlen kommen voraussichtlich im Spätsommer.

Unklar ist aktuell, wie viele Brandenburger Schulen über einen leistungsfähigen Internetanschluss von mehr als 100 Mbit/s verfügen. Vor einem Jahr waren es nur 13 Prozent. Ohne einen solchen Anschluss aber ist flächendeckender Videounterricht praktisch nicht möglich.

Um in Berlin den schleppenden Breitbandanschluss für Schulen zu überbrücken, ließ Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) ab Ende März rund 11.000 mobile LTE-Router an Schulen verteilen – gedacht als "pragmatische Interimslösung", hieß es aus ihrer Verwaltung, gepaart mit dem Eingeständnis: Bis alle Berliner Schulen einen Glasfaseranschluss und damit schnelles, leistungsstarkes Internet haben, könne es noch bis zu vier Jahre dauern.

Zwischen Kritik und Visionen

"Mit den LTE-Routern – die übrigens unsere Idee waren – bekommen wir wenigstens in einige Klassenräume das Streamen rein", sagt der Berliner CDU-Abgeordnete Dirk Stettner. Zufrieden sei er damit nicht. Stettner, Sprecher für Bildung und Digitales in seiner Fraktion, möchte langfristig mehr: zum Beispiel 30 Prozent des Unterrichts in der Oberstufe digital durchführen, mit Videoschalten zu Lehrkräften auf der ganzen Welt – oder im Sommer draußen, mit Laptops. "Dann machen wir Schule spannender", sagt Stettner.

Auch Stefanie Remlinger, Bildungsexpertin der Grünen-Fraktion im Abgeordnetenhaus, denkt weiter: "Die Schulen sollten nach der Pandemie mehr ausprobieren dürfen." Remlinger hält engen Kontakt zu mehr als einem Dutzend Berliner Schulen. Viele, sagt sie, würden gerne mehr mit hybridem Unterricht experimentieren, also einer Verbindung zwischen Präsenz- und digitalem Lernangebot. Aber auch Unterricht in kleineren Gruppen reize viele Pädagogen. "Ganz 'back to normal', zurück zur alten Normalität – das kann ich mir nicht vorstellen“, lautet Remlingers Corona-Fazit.

Die Linke fordert: Druck rausnehmen

Kathrin Dannenberg, Bildungsexpertin der oppositionellen Linken im Potsdamer Landtag, zieht eine weitere Lehre aus der Pandemie: Druck rausnehmen. Das, was die Schüler über Monate allein zu Hause geleistet hätten, verdiene größte Anerkennung, so Dannenberg. Die Brandenburger Schulen sollten jetzt die Lehrpläne kräftig entschlacken – und die Schüler nicht dem Stress aussetzen, Lernrückstände im Eiltempo aufholen zu müssen. Ob ein Kind in der 3. oder 4. Klasse flüssig lesen gelernt habe, sei am Ende nicht entscheidend.

Digital allein reicht nicht

Bei aller Begeisterung für die Digitalisierung: Die Schule als Ort, wo alle zusammenkommen, ist auch attraktiver geworden. Diese Erkenntnis eint derzeit viele Bildungsexperten und Politiker. "Die Pandemie hat eben auch gezeigt – wie wichtig soziale Kontakte sind", sagt Udo Beckmann, Vorsitzender des Verbands Bildung und Erziehung (VBE). Pädagogen und Pädagoginnen hätten oft genau hingeschaut, wie es den Kindern und Jugendlichen geht. Digitalisierung erleichtere den Unterricht, ersetze aber keine Lehrkraft.

Wenn die Politik jetzt ihre Hausaufgaben mache, könne man beides miteinander verbinden: Modernen Unterricht im Zeitalter des Internets, der trotzdem den Schülern zugewandt ist. Einheitliche technische Ausstattung, sicherer Support und passende Aus- und Fortbildung, das fordert die VBE. Udo Beckmann sagt es so: "Es ist ein weiter Weg. Aber wir sind unterwegs."

Sendung: Abendschau, 15.06.2021, 19:30 Uhr

Beitrag von Sylvia Tiegs, mit Material von Holger Trzeczak

20 Kommentare

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  1. 20.

    Ihr "Solidargedanke nach Einkommen" gibt es bereits - und heißt Steuern und sollten 50% des Einkommens nicht übersteigen. Zweckgebundene Steuern für Schule/Bildung sind so nicht möglich, siehe auch unser Klima wird beeinflusst durch...Steuern? (Ökosteuer auf Benzin hat was bewirkt?) Ansonsten werfen Sie aber grundsätzliche Fragen auf, die zum Teil längst beantwortet sind: Gibt es noch genug Anreize zu überdurchschnittlichen Leistungen wenn "Brötchen beim Bäcker nach Einkommen" bezahlt werden oder ist das eher ungerecht? Und der Solidargedanke wird manchmal sogar ausgenutzt, um Zusätzliches ohne Anstrengungen zu erreichen (Tablet ist eine zu hohe Hürde?). Trotzdem wird jedem Kind ein digitales Endgerät gegönnt: wir alle haben in Summe 600 € pro Kind zusätzlich gezahlt (vergisst man schnell?). Wobei: digitale Lehrinhalte gehören auf das Smartphone, da Anzeigegeräte (Bildschirme) gibt es ja genug - aber das ist ein anderes Thema.

  2. 19.

    Vielen Dank für Ihren Kommentar.
    Wichtig dabei ist jedoch, dass diese Umlage dann zweckgebunden bleibt.

  3. 17.

    Aus meiner eigenen beruflichen Erfahrung hatte ich beim Thema Digitalisierung in der Schule vor allem Lehrer und Lehrergewerkschaft als Bremsklotz kennengelernt. Hauptargument: Wollen wir nicht, brauchen wir nicht, machen wir nicht.
    In Berlin wird das noch verstärkt durch die Bezirke. Jede(r) Minilandesfürst(in) mit einem eigenen Bremskonzept.
    Schade, dass es einer Pandemie bedurfte, um hier alle Seiten (natürlich auch Land und Bund) wachzurütteln.
    Wenn ich mich nicht irre, dann hat Hamburg ein zentrales Konzept, zumindest was den Internetanschluss angeht (Dataport). Vielleicht wäre ein Austausch der Stadtstaaten hier hilfreich.

  4. 16.

    IT-Administratoren erledigen ihre Aufgaben sehr häufig als Zweitverwendung.
    Das kann auch in den Schulen so gehen.

  5. 15.

    Ich gehöre selbst zu den Eltern mit gutem Auskommen und zahle auch erhebliche Beträge an Steuern, das finde ich auch richtig. Allerdings könnte ich es mir leisten und wäre bereit einen zusätzlichen Beitrag zu tragen. Es zählt der Solidargedanke. Es kann nicht alles auf den Schultern des Staates lasten, nach corona ist die Verschuldung groß. Defizite wurden aufgedeckt, es muss gehandelt werden und es muss auch bezahlt werden. Ich fand die Anschaffung der Kitagebühren schon nicht richtig. Wir können nur eine qualitativ hochwertige Bildqualität erreichen, wenn wir bereit sind die Last zu tragen und Bildung gerecht machen. Das geht nur, wenn Leute mit höheren Einkommen zur Kasse gebeten werden. Soll es doch anstelle von doli, mal eine Bildungsumlage geben. Ab 40.0000 verdienst, nur 0.5 % auf die Steuerlast des einzelnen würden Wunder bewirken.

  6. 14.

    Ich kenne keine Schülerinen und Schülern die begeistert über digitalen Unterricht sind. Alle wollen miteinander zu tun haben. Digitalunterricht kann kein Ersatz sein, nur Ergänzung. Aber eins hat die Pandemie deutlich offen gelegt: Die Schulen sind in einem erbärmlichen Zustand -hier muss jetzt sehr viel Geld investiert werden. Besonders von den Leuten die immer so laut schreien wie wichtig Bildung ist. Nicht 2% Rüstung, her mit dem Geld für die Schulen. Und noch eins ist deutlich geworden: In kleinen Klassen lernt es sich viel, viel besser. Das was alle seit 50 Jahren wissen und politisch immer ignoriert oder kleingeredet wird.

  7. 13.

    Es ist schön zu lesen, dass die überfällige Digitalisierung endlich in der Bildung angekommen ist. Ich hätte mir das schon zu meiner Kindheit gewünscht, musste aber am Ende alles selbst lernen und ausprobieren.
    Aber die Medienarbeit beginnt übrigens nicht erst in der Schule sondern auch in der Kita. Diesen Aspekt ignoriert der Berliner Senat bzw. Deutschland in sehr vielen Bundesländern. Es reicht nicht aus im Berliner Bildungsprogramm einfach zu schreiben, das man Medienarbeit durchführen soll, es müssen auch Gelder freigegeben werden dafür oder Material. Bereits die Anschaffung eines Tablets plus die Kosten für Apps sind eine extrem hohe Hürde gefolgt davon das es kaum geschultes Personal gibt und viele Vorurteile. Und das in einem Zeitalter wo wir alle ein Smartphone haben, Smartwatches, Sprachassistenten, Streaming uvm.

  8. 12.

    Ihr Dach ist kaputt. Was machen sie? Kaufen Sie einen neuen Computer oder lassen sie das Dach reparieren. Ihre Toilette ist kaputt. Was machen sie? Kaufen sie einen neuen Computer oder lassen Sie die Toilette reparieren. Sie können in einer Klasse unterrichten mit 25 Schülerinnen denen es gut geht und mit Tafel oder Sie können in einer Klasse unterrichten mit 25 Schülerinnen bei denen es 10 schlecht geht, weil sich keiner um sie kümmern kann, weil das Jugendamt und andere überlastet sind, aber sie haben die neuesten Computer. Leider kam die schreckliche Pandemie und Digitalisierung wurde essentiell . Sonst stellt die Computer hintendran und konzentriert Euch auf die Wesentlichen Dinge und investiert das Geld in heile Schulen. Kümmert Euch darum, dass Sozialarbeiterinnen mehr verdienen. dass mehr diesen Job machen wollen usw. Immer alles gleichzeitig bewerkstelligen wollen, klappt doch nicht.

  9. 11.

    Liebe Lehrkräfte, bitte nehmt dieses Zwischenzeugnis an, noch ist die Verbesserung in der Endnote möglich, aber ihr müsst jetzt bei den Themen "Digitalisierung und Zukunftsunterricht" dran bleiben, sonst ist die Versetzung/Weiterbeschäftigung gefährdet und ihr müsst mit den beiden Themen noch einmal komplett von "0" beginnen, indem ihr die Klasse wiederholt. Wollt ihr das wirklich oder ist es nicht besser auch hier mit gutem Vorbild als Klassenbester voran zu gehen?

  10. 10.

    Wer auch immer die Idee mit den LTE Routern hatte: Die sind eine mehr oder minder sinnvolle Investition. Leider wurde aber vergessen, dass das mitgelieferte Datenvolumen im Schulbetrieb relativ schnell aufgebraucht ist.
    Wer einen aufgebrauchten Router dann im laufenden Unterricht austauschen muss, ist dann leider schnell genervt von der halbherzig durchdachten Gabe der Bildungsverwaltung.
    Mein Blick in meine über 30 Jahre alte Glaskugel sagt mir, dass nach dem Rückkehr in den Schulalltag die Digitalisierung wieder rückläufig sein wird.

  11. 9.

    Es tut mir leid vor der Wahl wird alles digitalisiert und danach wird weiter gewurstelt. So wie bei Sormas und den Rest. Es gibt einfach kein echtes Konzept. Und wenn dann kostet es richtig Geld was gar nicht vorhanden ist. Der schlimmste Fehler aber wäre wenn jede Schule ihr Ding machen dürfte. Eine digitale Schule braucht eine Struktur im ganzen . Man sollte sich erstmal für ein System entscheiden und das flächendeckend.Hardware und Software müssten
    Gleich sein. Alles andere ist utopisch und funktioniert nicht.

  12. 8.

    Ich stimme Ihnen größtenteils zu. Allerdings sehe ich nicht, dass die Eltern mit größerem Einkommen dafür aufkommen sollten, die tragen mit ihrer Einkommenssteuer pp. genug zu Vielem bei.

  13. 6.

    "eine Verbotsliste gebe, was alles digital nicht erlaubt sei – aber keine Gebotsliste, was Pädagogen dürften" zeigt das Selbstverständnis der BV: Praxisferne bürokratische Anordnungen/Reglementierungen neben gönnerhaftem Verteilen, nachdem das (zwangs)gelüftete eigene Büro ausgestattet ist, die großen Bildschirme "laufen" und vielleicht dann, für Schulen auch etwas "abfällt", natürlich nur nach ("Verhinderungs"-)Antrag. Die BV muss doch die digitale Strategie vorgeben, mit Verlagen sprechen, also etwas selbst erarbeiten, statt abzufragen "welcher Router" gebraucht wird oder "Laptop-Verteilerschlüssel" zu erstellen. Und kleine Lerngruppen sind erfolgreicher, was für eine Erkenntnis...

  14. 5.

    NICHTS wird sich ändern; aber mal sehen wer die nächste Regierung stellt. Laschet als Kanzler wird maximal ein paar mehr Tablets bestellen, that's it. Frau Baerbock als Kanzlerin wird mit ihren Ambitionen auf Widerstand aus Politik und Wirtschaft stoßen. Aber schau'n wir mal.

  15. 4.

    Digitalisierung ist nur eine Technik, die aber in der Pandemie - vorausgesetzt, sie hat funktioniert - den Bildungsprozess gerettet hat!!
    Sie kann aber weder den direkten persönlichen Kontakt Lehrer - Schüler ersetzen (Entwicklung der emotionalen und sozialen Psyche!), noch ist sie in der Lage, Grundfähigkeiten bei Schülern herauszubilden, die in der realen Welt erwirben werden müssen! Tennisspielen kann man schließlich auch nicht digital lernen!
    Ein Beispiel: Beim Schreiben mit dem Füller auf Papier werden viel mehr Gehirnareale aktiviert, als beim Tippen auf die Glasfläche eines Smartphones oder Tablets.
    In den USA wurden drei leistungsgleiche Studentengruppen jeweils mit Laptop, Tablet und Schreibzeug in eine Vorlesung gesetzt - hinterher wurden gezielte Fragen zu konkreten Aspekten gestellt. Am besten schnitten die Studenten ab, die handschriftlich mitgeschrieben hatten (sie hatten bereits das Gehörte strukturiert aufgeschrieben), auch ihre gemessenen Gehirnaktivitäten waren am stärksten ausgeprägt. Dahinter dann Laptop, abgeschlagen Tablet.
    Vergessen sollte auch nicht, dass es ein massives wirtschaftliches Interesse von OECD über Google, Microsoft, Apple bis Bertelsmann gibt, die Digitalisierung in die Schulbildung zu drücken!! Jeder darf heutzutage auch zu diesem Thema "mitlabern", auch ohne pädagogische und entwicklungspsychologische Kenntnisse!
    Das fängt bei der Bundesbildungsministerin nicht an und hört bei der KMK und den Schulbehörden nicht auf.
    In der Schule vermittelt werden sollten auf jeden Fall Grundkenntnisse zur Computertechnik (speziell zum Smartphone), zum sicheren Umgang (Datenschutz, Cybermobbing), etwas Programmieren und die wichtigsten Kommunikations (offizielle E-Mail) - und Verarbeitungsprogramme (Text/Tabellen/Präsentation) - möglichst auch mit nichtkommerzieller Software.

  16. 3.

    Ich hoffe sehr, dass man sich der Defizite bewusst ist und dauerhaft daran arbeitet. Die Pandemie offenbarte viele faule Eier

    . Jede Schule oder jeder Schulkreis benötigt einen IT Angestellten, der ein Bestand an technischen lernmotteln wartet und die Verteilung an den Schulen koordiniert. Eltern mit einem besseren Einkommen sollten finanziell zur Kasse gebeten werden. All das kann doch noch in diesem Jahr umgesetzt werden. Jedes 50 Mann Büro hat seinen IT-Techniker. Und das ist keine Aufgabe der Schulen, dass muss zentral organisiert sein. Jede Gemeinde muss sich kümmern. Tübingen hat das vermutlich schon...Berlin bekommt ohnehin nichts auf dumme Reihe. Und mit grün wirds nur schlimmer, die können nur Demos organisieren.

  17. 2.

    1. Konsequenz : Bessere digitale Kompetenz von Lehrern fördern. Im Studium und im Arbeitsalltag durch Fortbildungen im Schulbetrieb ( nicht inder Freizeit ) . Gibt es bei Lehrern gesetzlichen Bildungsurlaub?
    2. Ältere Lehrer entlasten und besser unterstützen. Diese sind nicht als Online-Junkies groß geworden. Also mehr ältere offline Lehrer vor Ort und mehr jüngere online Lehrer zu Hause.
    3. Grundsätlich kleinere Klassen und Verbeamtung.
    4. Steuergelder für Schulen, Gesundheit und Soziales und NICHT für Bundeswehr! Abschaffung der Bundeswehr wegen grundsätzlicher struktureller Steuerverschwendung!



  18. 1.

    Es wurde auch nachgewiesen, wenn auch nicht zugegeben, wie unfähig unser Bildungsministerium über Jahrzehnte war und ist.
    Ich habe es als Lehrer 30 Jahre miterlebt. Leider zum Leid und Nachteil unterer Kinder.

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