Lageso-Test belegt den Befall - Tegeler See weiter wegen giftiger Blaualge gesperrt

Ein Stand Up Paddle im Sonnenuntergang auf dem Tegler See (Quelle: dpa/Lakomski)
Bild: dpa/Lakomski

Der Tegeler See in Berlin bleibt vorerst fürs Baden gesperrt. Grund ist der Befall mit giftigen Cyanobakterien, bekannt als Blaualgen. Allerdings hoffen die Tester des Lageso, dass steigende Temperaturen für einen Rückgang sorgen.

Der Tegeler See bleibt weiter wegen des Befalls mit einem ein Gift bildenden Bakterium - der Blaualge - gesperrt. Das teilte das Berliner Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lageso) am Freitag mit.

Das seit Dienstag am Tegeler See verhängte Badeverbot gelte vorerst und bislang ohne eine Angabe einer möglichen Freigabe. Die Situation vor Ort werde weiterhin beobachtet und die Untersuchungen zur Toxin-Bestimmung würden auch am Wochenende fortgesetzt.

Grund der Sperrung fürs Baden ist das Bakterium Tychonema, bekannt als Blaualge. Es war in diesem Jahr dort zum ersten Mal seit 2017 aufgetreten und findet im Tegeler See derzeit offenbar beste Bedingungen, sich zu verbreiten. Dieses Bakterium braucht relativ kaltes Wasser unter 20 Grad und fühlt sich besonders wohl in nährstoffarmen Gewässern. Die Cyanobakterien produzieren Toxine, also Gifte, die in einer gewissen Konzentration zu gesundheitlichen Problemen führen können.

Zwei Hunde nach dem Aufenthalt am See gestorben

Von den insgesamt 39 offiziellen Badestellen, die das Lageso regelmäßig testet, waren am Mittwoch lediglich die fünf Badestellen im Tegeler See betroffen, wie das Amt mitteilte.

Die Laborauswertung der Proben ergab dann am Freitag nach Mitteilung der Behörde, dass die toxische Belastung des Sees zu hoch sei. Ursprünglich hatten die Tester erklärt, dass sie augrund der warmen Tage hoffen, dass sich die Belastung durch die eher kühle Temperaturen liebende giftige Alge verringert habe. Zwar sei die Konzentration mit der teils toxischen Blaualge im Freiwasser des Sees sehr gering, doch könne der Spülsaum, also der Uferbereich, kontaminiert sein von den Pflanzenresten der Tychonema, so die Mitteilung der Behörde.

Besonders für kleine Kinder und Hunde besteht Gefahr durch das Gift. Am Dienstag hatte das Lageso rbb|24 mitgeteilt, dass ein zweiter Hund nach dem Aufenthalt im See gestorben war.

Algen vor allem im Spülsaum an den Ufern festgestellt

Diese toxinbildenden Bakterien, die Blaualgen, haften an Unterwasserpflanzen. Wenn sich mit Blaualgen besiedelte Pflanzenteile vom Untergrund lösen oder an die Wasseroberfläche auftreiben, können die ins Wasser abgegebenen Toxine für Badende eine Rolle spielen. Nach bisher vorliegenden Ergebnissen wurden die höchsten Konzentrationen im Spülsaum mit angeschwemmten Pflanzenteilen nachgewiesen. Dies ist der Bereich, in dem sich vorwiegend Kleinkinder und oft auch Hunde aufhalten.

* In einer ersten Fassung dieser Meldung hieß es, dass die im See gefundenen Cyanobakterien von Blaualgen produziert werden. Das ist falsch. Das Cyanobakterium selbst wird im Deutschen als Blaualge bezeichnet, obwohl es sich hierbei eben nicht um eine Alge sondern um ein Bakterium handelt.

Sendung: rbb88,8, 11.06.2021, 15 Uhr

7 Kommentare

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  1. 5.

    Liebes News-Team, bitte etwas mehr Sorgfalt bei naturwissenschaftlichen Themen. Blaualgen produzieren keine
    Cyanobakterien, Blaualgen sind Cyanobakterien. Der Name Blaualge geht lediglich darauf zurück, dass diese Bakterien
    früher in der biologischen Systematik den Algen zugerechnet wurden.

  2. 4.

    Die Cyanobakterien werden als Blaualgen bezeichnet und produzieren ein Gift, das "Anatoxin A". Es erscheint schob abwegig, dass Algen Bakterien produzieren sollen.

  3. 3.

    Die Nichtbadenden können sich bei den Hundebesitzern bedanken.

  4. 2.

    Der See hat doch eine Belüftungsanlage die eigentlich genau das Verhindern soll. Phosphat Illiminierungsanlage. Aber ich habe Sie dieses Jahr noch nicht Laufen sehen. Nur Bitter für das Neueröffnete Strandbad.

  5. 1.

    Lieber, lieber rbb, danke für diesen Anlass zum Lachen am frühen Morgen. Blaualgen produzieren also Cyanobakterien und diese wiederum Gifte? Die Natur ist doch ein ewiges Wunder! Blaualgen SIND Cyanobakterien (Synonym), und ja, sie können giftige Stoffwechselprodukte abgeben.

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