Ankunft afghanischer Bundeswehr-Ortskräfte - "Wir haben für die Deutschen gearbeitet – die Taliban sind hinter uns her"

Afghanische Ortskräfte und ihre Familie: Amir (9), Shakila (32), Hamid (7) und Mohammad Ghafury (37) und ihr Verwandter Mustafa Rashidi (26). (Quelle: rbb)
Video: Abendschau l 26.07.2021 l Anna-Maria Deutschmann | Gespräch mit Elke Breitenbach | Bild: rbb

In Afghanistan werden sie mit dem Tod bedroht, weil sie für die deutsche Regierung gearbeitet haben. Nun bekommt ein Teil der afghanischen Bundeswehr-Helfer in Deutschland Schutz. Doch ihre Ankunft verläuft oft chaotisch. Von Anna-Maria Deutschmann und Annette Miersch

Amir und Hamid liegen lachend in einer Schaukel und feuern ihren Papa an, der sie immer wieder anschubst. Je schneller sie schaukeln, desto mehr lachen sie. Sie wirken unbeschwert. Hamid ist sieben, Amir neun Jahre alt. So richtig können die beiden noch nicht verstehen, warum sie hier in Berlin-Marienfelde auf dem Spielplatz toben und nicht mehr zu Hause in Masar-e Sharif. "Wir waren in Afghanistan nicht mehr sicher", erzählt ihre Mutter Shakila Ghafury. "Eigentlich wollten wir nicht weg, wir lieben unsere Heimat. Aber die Taliban spüren alle auf, die für die Deutschen oder die Amerikaner gearbeitet haben. Wir hatten keine andere Wahl."

Afghanische Ortskräfte in Berlin und Brandenburg: Mohammad Ghafury mit seinen Söhnen Amir (9) und Hamid (7) vor dem Abflug nach Deutschland. (Quelle: rbb)
Mohammad Ghafury mit seinen Söhnen Amir (9) und Hamid (7) vor dem Abflug nach Deutschland. | Bild: rbb

Ihr Mann hat elf Jahre als bewaffneter Sicherheitsmann für die Bundeswehr am Stützpunkt in Masar-e Sharif gearbeitet. Der 37-Jährige kontrollierte dort unter anderem Fahrzeuge auf Sprengsätze oder Personen auf Waffen, erzählt er. Er gehört zu den sogenannten afghanischen Ortskräften, die Deutschland nach dem Abzug der Bundeswehr aufnehmen will – mit ihren Familien sind es rund 2.500 Menschen.

Chaotische Ankunft: Am Flughafen auf sich allein gestellt

Visum bewilligt. Aber wie geht es dann weiter? Die Reise musste die Familie selbst organisieren, die rund 4.000 Dollar für den Flug aus eigener Tasche zahlen. So sehen es die Regeln der Bundesregierung zur sogenannten "eigenverantwortlichen Ausreise" zurzeit vor.

Am 11. Juli kommt die Familie in Schönefeld am BER an – auf sich allein gestellt und völlig orientierungslos, erinnert sich Mohammad Ghafury. "Vor Ort konnte uns niemand helfen, auch nicht die Polizei", sagt er. "Wir wussten nicht, wohin wir sollten. Also haben wir am Flughafen geschlafen." Er und seine Frau sprechen kein Deutsch, nur wenige Worte Englisch.

Am nächsten Tag holt ein Cousin die Familie am Flughafen ab und nimmt sie bei sich auf. Er telefoniert herum und schafft es, der Familie eine kleine Übergangswohnung in der Erstunterkunft Marienfelde zu organisieren.

Normalerweise hätten die Berliner Behörden die Familie vom Flughafen abholen und in eine Unterkunft bringen müssen, die aber wussten offenbar nicht Bescheid.

Afghanische Ortskräfte in Berlin und Brandenburg: Mohammad Ghafury war bewaffneter Sicherheitsmann am Stützpunkt in Masar-e Sharif. (Quelle: rbb)
Mohammad Ghafury war bewaffneter Sicherheitsmann am Stützpunkt in Masar-e Sharif. | Bild: rbb

So soll die Ankunft in Deutschland eigentlich funktionieren

Eigentlich sollen die afghanischen Helfer schon mit Erhalt des Visums ihren Zielort in Deutschland erfahren. Sie werden nach dem sogenannten Königsteiner Schlüssel auf die Bundesländer verteilt. Da die Anreise auf Entscheidung der Bundesregierung aber bislang nicht zentral erfolgt, sondern sich jede Familie auf eigene Faust einen Flug nach Deutschland organisieren muss, herrscht oft Verwirrung: Viele wissen bei ihrer Landung nicht, wohin sie müssen.

Organisationen wie Pro Asyl, der Flüchtlingsrat Berlin, der Flüchtlingsrat Brandenburg sowie das Patenschaftsnetzwerk Afghanische Ortskräfte e.V. versuchen, zu vermitteln.

Familie Ghafury hat nach den ersten Anlaufschwierigkeiten Hilfe vom Patenschaftsnetzwerk Afghanische Ortskräfte e.V. bekommen. In dem Verein mit Sitz im brandenburgischen Eberswalde setzen sich Bundeswehrsoldaten ehrenamtlich für die afghanischen Familien ein. Sie vermitteln Paten für Behördengänge und Kontakte in die afghanische Community.

Unter ihnen: Sven Fiedler. Der 30-jährige Soldat war 2018 mehrere Monate in Afghanistan stationiert, hat Seite an Seite mit den afghanischen Helfern gearbeitet. "Es ist für mich selbstverständlich, dass wir die Menschen unterstützen, die sich für uns vor Ort eingesetzt, uns beschützt haben. Ihr Leben ist gerade deshalb bedroht, weil sie für uns gearbeitet haben", sagt er. Ihnen müsse hier ein Neustart ermöglicht werden. "Es ist unsere moralische Verantwortung, unseren ehemaligen Kollegen zu helfen!"

Dass Familien wie die von Mohammad und Shakila Ghafury orientierungslos und chaotisch in ihr neues Leben in Deutschland starten, sei kein Einzelfall, kritisiert Fiedler.

Integration der Ortskräfte: Wie geht es hier weiter?

Die Helfer und ihre Familien haben Anspruch auf einen Platz in einer Gemeinschaftsunterkunft, Sozialleistungen, Kita-Plätze, Schule und medizinische Versorgung, erklärt der Flüchtlingsrat Brandenburg auf rbb-Nachfrage.

Ihnen stehe eine dreijährige Aufenthaltserlaubnis zu. Außerdem erhielten sie eine Arbeitserlaubnis und dürften an Integrationskursen teilnehmen. Ob und wie schnell sie in eine private Wohnung ziehen können, sei derzeit offen.

Familie Ghafury beschäftigt diese Frage momentan am meisten. Ihre Wohnung in der Gemeinschaftsunterkunft beschreiben sie als alt und zu klein für ihre vierköpfige Familie.

Afghanische Ortskräfte in Berlin und Brandenburg: Mohammad Ghafury hat elf Jahre für die Bundeswehr gearbeitet. (Quelle: rbb)
Mohammad Ghafury hat elf Jahre für die Bundeswehr gearbeitet | Bild: rbb

Tausende afghanische Helfer der Bundesregierung weiter akut in Gefahr

Das Patenschaftsnetzwerk Ortskräfte sieht Versäumnisse bei der Politik. Die Bundesregierung würde Tausende Menschen im Stich lassen. Sven Fiedler spricht von rund 4.000, Angehörige eingeschlossen. Da diese nicht direkt für die Bundeswehr gearbeitet hätten, sondern für Subunternehmen oder andere deutsche Behörden, bekämen sie kein Visum, so Fiedler. "Wir lassen die Leute vor Ort sterben, das macht mich fassungslos."

Hunderte Ortskräfte in Afghanistan, die bereits ein Visum für Deutschland haben, seien zudem weiter auf sich allein gestellt und müssten ihre Ausreise selbst organisieren. Zumindest das könnte sich demnächst ändern. Die Bundesregierung erwägt, Helfer und Familien nun doch mit Sammelflügen nach Deutschland zu holen.

Trotz der chaotischen Umstände bei ihrer Ankunft: Familie Ghafury ist froh, hier zu sein. Sie seien Deutschland dankbar, sagen Mohammad und Shakila: "Jetzt fühlen wir uns in Sicherheit." Sie möchten bald eine eigene Wohnung finden und hoffen auf eine gute Zukunft für Amir und Hamid, die beide bald in Berlin zur Schule gehen wollen.

Fragen und Antworten: Was erwartet Betroffene in der Region?

  • Um wie viele Menschen geht es?

  • Wie viele Betroffene wurden bislang in der Region aufgenommen?

  • Wer kümmert sich um die Menschen in Berlin?

  • Wer kümmert sich um die Menschen in Brandenburg?

  • Welchen Aufenthaltstitel erhalten afghanische Ortskräfte?

  • Wo sehen Migrationsexperten noch Handlungsbedarf?

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Sendung: Abendschau, 26.07.2021, 19.30 Uhr

Beitrag von Anna-Maria Deutschmann und Annette Miersch

63 Kommentare

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  1. 63.

    Also wirklich Leute... hier geht es doch nicht um "sonstige Flüchtlinge", wie hier viele ahnen Wirtschaftsflüchtlinge oder potenziell kriminelle Einwanderer. Es geht um Menschen, die Deutschland geholfen haben! Und die sind amtlich erfasst als Helfer der Bundeswehr. Diese Helfer haben dort vor Ort keinen Tariflohn nach deutschen Recht erhalten und haben sich z.B. als Übersetzer oder Wachschützer dumm und dusselig verdient.
    Wir. Dienen. Deutschland! Wer unserem Land gedient hat, darf hier auch in Sicherheit weiterleben.
    Wo ist denn das Problem bei den paar Leuts samt deren Familien?
    Und so gesehen haben diese Leute auch ein wenig mehr Eingliederung hier in Deutschland verdient, als die normalen behördlichen Vorgänge für Asylbeantragende üblich. Denn... diese afghanischen Bundeswehrhelfer haben sofort geholfen vor Ort mit ihren Kenntnissen über Land, Leute und Sprache.

  2. 62.

    Ab 1969 zogen die USA schrittweise ihre Bodentruppen aus Vietnam ab. 1973, nach dem vergeblichen Versuch, durch Bombenangriffe eine Entlastung für die südvietnamesische Seite zu erkämpfen, wurde ein Waffenstillstand geschlossen. Das hieß, bis auf rudimentäre Teile, die in Saigon standen, waren keine US Kampftruppen mehr in Vietnam. 1975, durch den Fall Saigons durch Vietkong/nordvietnamedische Einheiten endete der Konflikt. Wenn das keine Parallelen sind, was dann? Unterstützer der USA wurden verfolgt. Sagt jemand der Begriff boat people in diesem Zusammenhang etwas? Stellvertretetkrieg? Können sie auch haben. Die Vorläufer der Vietcong mit Unterstützung der USA gegen die Japaner bis 45. Sicherlich ist die politische Gemengelage nicht identisch. Die Abläufe aber sehr wohl. Und es ist ja schön, mir Unkenntnis und Verzerrungen vorzuwerfen, aber wie wäre es mit alternativen Fakten, die ihre Vorwürfe darlegen? Und was jetzt die Erwähnung von "Agent Orange" in diesem Zusammenhang soll? Ein Hinweis, daß in Afghanistan keine Chem. Kampfstoffe eingesetzt wurden? Dann fragen Sie sich bitte, womit die Mohnfelder besprüht wurden, um den Taliban den Zugriff auf die Ernte zu entziehen. Und das heute keine B 52 Geschwader mehr ganze Landstriche umpflügen, um vielleicht etwas zu treffen, wozu? Eine Drohne mit Hellfire Raketen ist effizienter. Wenn meine Vergleiche hinken, nur zu, aber bitte nicht mit Allgemeinplätzen.

  3. 61.

    Gute Replik. Solche Menschen gehen mir auch auf den Keks. Destruktiv halt.

  4. 60.

    Das ist doch kompletter Blödsinn. 100% hat man nie. Nirgendwo. Dass solltest sogar du wissen. Nach deiner Logik stellt man dann ja alles ein, weil man keine 100% Sicherheit hat. Und die ewige Laier wegen der fehlenden Dokumente. Dass ist sehr üblich. Ich weiß auch warum. Du nicht.
    Im Artikel steht doch, wo man sich ehrenamtlich betätigen kann. Vielleicht solltest du das mal in Betracht ziehen, anstatt irgendwas irgendwo im Internet zu plärren. Neuberlinern zu helfen, wäre nämlich wichtig. Es ist wichtig.

  5. 59.

    Mein Kommentar bezieht sich auf dem von Steffen, der der Meinung ist das man sich um die evtl. verdeckt einreisenden Kriminellen (Taliban) noch später kümmern könnte. Wir haben bereits seit Jahren später und es Reisen schon seit Jahren als bedürftige Flüchtlinge getarnt, Taliban und somalische Piraten (Von Opfern als Täter vor Gericht identifizert)ein, es passiert aber fast nix und die meisten bleiben hier. Und den Begriff Schläfer gibt es auch nicht ohne Grund. Ich habe nichts gegen die Aufnahme von Hilfsbedürftigen, doch man geht immer noch zu naiv mit den vielen Menschen um, die zwar ein Smartphone, aber keinerlei Dokumente vorweisen können.



  6. 58.

    Dass das nicht funktionieren musste, war ja klar. NiCHTS, wo der deutsche Staat die Finger mit im Spiel hat, funktioniert. Ich finde das extrem peinlich.

  7. 57.

    Soso:
    "Antwort auf [Steffen] vom 26.07.2021 um 16:59
    (...) Und wenn nach vielen Jahren mal tatsächlich jemand abgeschoben wird, arbeiten deren Rechtsanwälte und Asyl Institutionen massiv daran diese Straftäter wieder zurück zu holen."

    Welcher Rechtsanwalt und welche "Asyl Institution" hat "massiv daran gearbeitet", welche Straftäter "wieder zurück zu holen"? Bitte konkret, statt dumpfe rechte Hetze!

  8. 56.

    Die Merkel-Regierung antwortet.

    "Das Engagement von afghanischer Regierung, Zivilgesellschaft und der internationalen Gemeinschaft hat aus Sicht der Bundesregierung in den vergangenen 17 Jahren wichtige und greifbare Ergebnisse hervorgebracht: „In Afghanistan gibt es seit 2002 keine relevanten Operationsbasen für weltweit agierende islamistische Terroristen mehr“, schreibt die Bundesregierung in der Antwort (19/16274) auf eine Große Anfrage der AfD-Fraktion

  9. 55.

    Was würde die Menschheit nur ohne so einen Fachmann /Frau wie Sie machen ?????

  10. 54.

    Keine Geschichtsfälschung bitte in Sachen VIETNAM. Wer war eigentlich der "Vietkong" ? Wo entlaubte die US- Luftwaffe ? Warum "übernahmen" sie den Krieg von Frankreich ? Ich bin im Besitz einer mit SEHR GUT bewerteten Bachelor- Arbeit über den Vietnamkrieg.

  11. 53.

    Sie sollten sich mal mit dem Indochinakrieg und dem Vietnamkrieg beschäftigen. Da gibt es keine Parallele zum Afghanistaneinsatz. Ist ja schlimm, welch Unwissen Sie haben.

  12. 52.

    Ich glaube sie verwechseln da einige Dinge. Die USA haben ihre Truppen nicht aus Vietnam abgezogen, sondern sie haben den Krieg in diesem Land verloren. Ihr Konzept, Vietnam in die Steinzeit zu bomben, ist schiefgegangen. In Afghanistan wurden die Taliban unterstützt um nicht selbst gegen die Russen zu kämpfen. Leider ist dieses Manöver, wie so vieles was die USA begonnen haben, auch aus dem Ruder gelaufen. Wenn gewünscht nenne ich gern weitere Brandherde. Wir sollten immer ein bisschen bei der Wahrheit bleiben.

  13. 51.

    Die nicht bestreitbare prekäre Lage der afghanischen Helfer sollte auch Anlass sein, zu fragen, wer ist an der Pleite auf deutscher Seite Schuld? Für Ex-General Kujat ist die Lage klar, der Afganistan-Einsatz der Bundeswehr ist politisch gescheitert. Wer ist für die vielen Toten und die vielen Verwundenen auf deutscher Seite verantwortlich?

  14. 50.

    „ . "Eigentlich wollten wir nicht weg, wir lieben unsere Heimat. Aber die Taliban spüren alle auf, die für die Deutschen oder die Amerikaner gearbeitet haben. Wir hatten keine andere Wahl."“

    Wäre schon interessant, wie andere Staaten damit umgehen, hier die Amis

  15. 49.

    Die aggressive Stimmung hier im Forum finde ich erschreckend. Aber gut zu wissen.

  16. 48.

    Mit ging es mehr darum, dass der Staat kein fürsorglicher Arbeitgeber ist, nichtmal bei den eigenen Mitarbeitern. Aber offensichtlich wollen Sie mir irgendetwas unterstellen. Sagen Sie bitte, was genau?

  17. 47.

    Vorab, die Truppe hat Innerhalb der Aufgabenstellung, sowohl militärisch als auch humanitär Großes geleistet. Ich maße mir auch nicht an eine Lösung zu haben. Nur muß die Frage erlaubt sein, wie man sich im politischen Umfeld diese vorgestellt hatte. Von den Briten bis zur westlichen Allianz hat nie jemand dieses Land gesellschaftlich verändern können . Ich ziehe den Vietnamvergleich aus folgenden Gründen : in Vietnam war die Angst vor der Ausbreitung des Kommunismus, in Afghanistan des Terrorismus und Fundamentalismus die jeweilige Triebfeder. Beide Staaten waren ohne fremde Hilfe nicht lebensfähig. Obwohl ein Krieg geführt wurde, war es als Hilfs /Polizeiaktion deklariert. Beide sind stark landwirtschaftlich ausgerichtet und, schwer zugänglich. In beiden wurden größere Orte befestigt, ohne die gesamte Landmasse kontrollieren zu können. Das Gegenüber konnte sich frei bewegen. Die humanitäre Hilfe sollte die Bevölkerung positiv beeinflussen. Gleichzeitig wurde sie durch die militärischen Aktionen in Mitleidenschaft gezogen. Und das nicht nur von den Taliban. Als die USA ihre Bodentruppen aus Süd Vietnam abzogen, und nur noch aus der Luft unterstützten, eroberte der Vietkong innerhalb von Wochen große Gebiete. Die gleiche Entwicklung zeichnet sich in Afghanistan ab. Bis Kabul fällt, ist nur eine Frage der Zeit. Dann steht das Thema Afghanistan wieder am Anfang. Und eine Gegenwehr in der Breite, um die sozialen Veränderungen zu schützen, ist auch nicht zu erwarten. Also könnte man die Vermutung äußern, dass die "westlichen Errungenschaften" vielleicht nicht den Stellenwert in der breiten Masse haben, die wir erwarten.

  18. 46.

    Sind sie nicht so überheblich. Wir alle haben begriffen, dass man gegen eine so manifestierte "Machtreligion" nicht ankommt. Was hat die USA bewogen dort so viel Geld zu investieren ? Es gibt ja 2 Machtpersonen, die nebeneinander bestehen-sich aber nie einigen können. Die Taliban werden weiter an Macht erreichen und erst mal war alles vergeblich. Mir tun diese Afghanen sehr leid; die Heimat verlassen zu müssen ist ein schwerer Zwang. Es gibt so viele gewissenlose Menschen.

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