Menschen mit Behinderungen - Berliner Landesbeauftragte fordert Pflicht zur Barrierefreiheit auch für die Bahn

Ein Rollstuhlfahrer wartet an einem Berliner Bahnhof auf einen Fahrstuhl. (Quelle: dpa/Robert Schlesinger)
dpa/Robert Schlesinger
Audio: Inforadio | 21.07.2021 | Interview mit Christine Braunert-Rümenapf | Bild: dpa/Robert Schlesinger

Die Landesbeauftragte für Menschen mit Behinderung in Berlin, Christine Braunert-Rümenapf, hat auch für die Bahn eine gesetzliche Verpflichtung zur Barrierefreiheit durch den Bund gefordert. Die Deutsche Bahn könne sich auf die Eisenbahnbau- und betriebsordnung berufen, sagte sie am Mittwoch dem rbb.

"Dort gibt es keine eindeutigen Festlegungen. Da steht ganz lapidar: Eine möglichst weitreichende Barrierefreiheit sei das Ziel, das es zu erreichen gilt", so Braunert-Rümenapf im Inforadio. Sie forderte eine Nachbesserung der Bau- und Betriebsordnungen sowie eine zügige Umsetzung in Richtung Barrierefreiheit.

Gesetzliche Verpflichtung bringt BVG in die Spur

Im Gegensatz zur Bahn unterliegen die Berliner Verkehrbetriebe (BVG) der gesetzlichen Verpflichtung, bis Ende 2021 alle Bahnhöfe barrierefrei zu gestalten. Dass sie dieses Ziel nicht erreichen wird, liegt laut Braunert-Rümenapf oftmals an Problemen mit dem Brand- und Denkmalschutz.

Immerhin müsse die BVG Ausnahmen konkret benennen und begründen, so Braunert-Rümenapf. Sie sagte, sie hoffe, dass bis Ende 2024, also mit drei Jahren Verzug, alle Berliner U-Bahnhöfe barrierefrei seien.

Handlungsbedarf auch bei den Haltestellen

Aber auch bei den Haltstellen sieht Braunert-Rümenapf nach eigener Aussage noch viel Handlungsbedarf. Von 803 Berliner Straßenbahnhaltestellen seien noch 252, also knapp ein Drittel, nicht barrierefrei.

Sendung: Inforadio, 21.07.2021, 9:05 Uhr

6 Kommentare

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  1. 6.

    Fordern,fordern,fordern...machen ist angesagt!
    Ich fordere auch etwas,die Abschaffung des Beamtenstatus, dann nämlich würde sehr viel,sehr viel schneller passieren.

  2. 5.

    Apropos Fahrkarte: Schon mal über einen Behindertenausweis nachgedacht? Ab 50% G kostet die Jahreskarte 80 Euro. Mehr dazu bei der Lageso.

  3. 4.

    Pankstraße gehört zu den Bahnhöfen, die Günther auf die lange Bank geschoben hat. Der Denkmalschutz wird hierfür gerne auch als Ausrede genutzt.

  4. 3.

    Bevor Frau Braunert-Rümenapf mit dem Finger auf andere zeigt, muss sie selber drongend ihrer Hausaufgaben machen. Wenn man sie, Pop, Günther und Breitenbach dazu verdonnern würde, eine Woche lang ohne Dienstwagen nur mit dem Rollstuhl und dem dem ÖPNV ohne Begleitperson unterwegs zu sein, würden die sich vielleicht bewegen.

    Man muss bei der DB vier Dinge unterscheiden
    - Bahnhöfe des Fernverkehrs
    - Fernzüge
    - Bahnhöfe nur für den Nahverkehr
    - Regionalzüge und S-Bahn

    Für den Fernverkehr ist der Bund zuständig, für den Nahverkehr die Aufgabenträger, also das Land Berlin.

    IM FV werden mit den ECx erstmals an 76cm-Bahnsteigen barrierefrei Fernzüge beschafft, die IC2 sind an 55cm-Bahnsteigen barriefrei. Das zeigt die eigentliche Krux auf. Bei neueren ICE sind teils Hublifte fest eingebaut.



  5. 2.

    zb. u-pankstr.,rolltreppen gehn nur nach oben,runter kommt man mit rolator nicht, bus geht auch nicht,d man nicht mehr bar zahlen kann,wo fahrschein her?

  6. 1.

    Barrierefreiheit heißt nicht nur, Züge und Bahnhöfe rollstuhlgerecht umzubauen. Auch die Installation von Induktionsanlagen für Schwerehörige und Ertaubte CI-Träger gehört dazu und ist in Deutschland längst überfällig. In anderen Ländern sind Induktionsanlagen im ÖPNV selbstverständlich.

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