Inklusion im ÖPNV - Berliner Bahnverkehr wird frühestens 2024 barrierefrei sein

Archivbild: Eine Rollstuhlfahrerin wird in ein U-Bahn-Abteil geschoben. (Quelle: dpa/G. Breloer)
Video: Abendschau | 21.07.2021 | N. Hagemann | Bild: dpa/G. Breloer

Ab 2022 soll der Nahverkehr in Deutschland barrierefrei sein. Doch Berlin wird dieses Ziel verfehlen. Insbesondere die U-Bahn stellt vielen unüberwindbare Hürden. Von Nils Hagemann und Oliver Noffke (Text) sowie Götz Gringmuth-Dallmer (Grafik)

Bettina Theben muss sich mit aller Kraft und ausgestreckten Armen am Handlauf der Rolltreppe festhalten. Andernfalls droht der Rollstuhl, in dem sie sitzt, hinunterzustürzen. Aber am U-Bahnhof Pankstraße kann sie sich nur so nach oben ziehen. Hier gibt es keinen Aufzug.

Menschen, die wie die 51-jährige Bettina Theben in ihrem Alltag auf einen Rollstuhl angewiesen sind, haben es nach wie vor schwer, sich in Berlin mit U- oder S-Bahn fortzubewegen. Ab dem kommenden Jahr soll der öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) vollständig barrierefrei sein, also stufenfrei zugänglich und mit einem Blindenleitsystem ausgestattet sein. Das sieht eine UN-Konvention zur Stärkung der Rechte Behinderter vor, die 2009 von Deutschland ratifiziert wurde. Ab 2022 muss der Nahverkehr damit bundesweit barrierefrei sein.

Derzeit sind aber von den 175 U-Bahnhöfen laut Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) 36 nicht stufenlos erreichbar – also mehr als jeder fünfte. Unter den 139 stufenlos erreichbaren Bahnhöfen verfügen 131 über einen Aufzug zum Bahnsteig, acht über eine Rampe.

Nur 120 Bahnhöfe für Geh- und Sehbehinderte geeignet

Ein Kuriosum ist die U-Bahnstation Schloßstraße in Steglitz. Dort ist der Bahnsteig über einen Fahrstuhl erreichbar – allerdings nur wenn ein benachbartes Einkaufszentrum geöffnet ist, zu dem der Fahrstuhl gehört. Deswegen wird der Bahnhof von uns nicht als stufenfrei zugänglich gewertet. Das gilt auch für Bahnhöfe, die nur mit Rolltreppen ausgestattet sind, da sie von Menschen im Rollstuhl nur sehr bedingt genutzt werden können.

Hinzu kommt, dass an 45 U-Bahnhöfen ein Blindenleitsystem fehlt. Hauptsächlich werden dazu geriffelte, helle Fliesen in die Böden eingelassen, die ein sicheres Navigieren per Taststock ermöglichen. Konkret heißt das: Nur 120 Bahnhöfe sind derzeit sowohl für Menschen mit Gehbehinderungen als auch für Menschen mit Sehbehindeungen geeignet.

Die BVG weiß um den Handlungsbedarf und erklärt auf Anfrage des rbb, sie gehe davon aus, dass 2024 all ihre Bahnhöfe entsprechend umgebaut sein werden. Bei 36 Bahnhöfen mit fehlendem Aufzug ist das ein ambitionierter Zeitplan.

Barrierefrei heißt, nicht auf Hilfe angewiesen zu sein

Doch selbst als barrierefrei geltende Bahnhöfe können Hürden bereithalten für Menschen mit eingeschränkter Mobilität oder sensorischen Beeinträchtigungen – etwa einer Sehschwäche. Zugestellte Blindenleitsysteme, kaputte Fahrstühle, fehlende Ansagen bei Zugausfällen oder andere technische Defekte können zum abrupten Ende einer Reise werden und sich für die Betroffenen anfühlen, als wären sie gestrandet.

Auch Bettina Theben, die an einem Berliner Gymnasium als Lehrerin arbeitet, erlebt solche Situationen immer wieder. Und selbst wenn wirklich alle Aufzüge funktionieren, braucht sie meist länger als die reguläre Fahrtzeit. Denn immer wieder muss sie warten: Bis der Aufzug frei ist – oder bis ein Zug kommt, bei dem die Türen auf Bahnsteighöhe sind.

Trotz Einschränkungen allein unterwegs sein zu können, ist jedoch eine Grundvoraussetzung für Barrierefreiheit. So beschreibt es das Berliner Landesgesetz über die Gleichberechtigung von Menschen mit Behinderung [berlin.de/sen/soziales/]. In der Konsequenz heißt das: Auch ausklappbare Rampen, wie sie an den Bussen, Straßenbahnen oder S-Bahnen zum Einstieg für Menschen mit Rollstuhl oder Rollator eingesetzt werden, sind laut Gesetz nicht barrierefrei.

Die S-Bahn ist weiter, aber nicht perfekt

Bei der Berliner S-Bahn sieht es zumindest bei den reinen Zahlen besser aus: Nur neun der 168 Bahnhöfe haben laut S-Bahn Berlin weder einen Fahrstuhl noch eine Rampe zum Gleis. Doch auch das muss längst nicht heißen, dass im Alltag alles funktioniert.

"Es gibt keinerlei Spontaneität"

Ursula Engelen-Kefer, Vizepräsidentin des Sozialverbands Deutschland (SoVD), sieht ein weiteres Kriterium für die Frage nach der Barrierefreiheit: den Zeitaufwand. "Barrierefreiheit heißt, dass Menschen mit Behinderung oder im Alter mit Rollator, mit Gehschwierigkeiten oder als Familie mit Kinderwagen sich spontan frei bewegen können." Eine Reise, die sorgfältig geplant werden muss, sei deshalb nicht barrierefrei, sagt sie.

Ursula Engelen-Kefer, Vorsitzende des Sozialverbands Deutschland in Berlin und Brandenburg (Quelle: rbb/Oliver Noffke)Ursula Engelen-Kefer

"Es gibt keinerlei Spontaneität mehr, so wie das für gesunde Menschen, die keinerlei Einschränkungen haben, der Fall ist", sagt Engelen-Kefer. "Wenn man von Lichtenberg zum Bahnhof Zoo fahren will, um einen schönen Tag zu nutzen, muss man das planen." Solche Pläne würden dann oftmals durchkreuzt, weil Fahrstühle kurzfristig ausfielen oder gewartet würden. Ein Blick in die Apps der BVG und Bahn sei unabdingbar. "Dann hoffe ich, dass ich ausreichend Informationen bekomme. Aber es kann auch vorkommen, dass ein Ausfall noch gar nicht angezeigt wird."

Alternativen sind rar oder teuer

Wirkliche Alternativen, die barrierefrei und spontan genutzt werden könnten, seien in Berlin nach wie vor entweder rar oder mit erheblichen Mehrkosten verbunden, sagt SoVD-Vizepräsidentin Engelen-Kefer.

Da wäre zum Beispiel der Rufbus Berlkönig. Die Flotte umfasst mittlerweile 150 Wagen, alle geeignet für Rollstühle, so die BVG. Allerdings wird dieser Service in den Außenbezirken nicht angeboten. Immerhin soll ab dem kommenden Jahr ein ähnliches Angebot die östlichen Bezirke Lichtenberg, Marzahn-Hellersdorf und Treptow-Köpenick mit dem Ostkreuz verbinden. Allerdings handelt es sich um einen Testprojekt, dass 2025 wieder auslaufen wird.

Gescheitert ist der Senat mit seinem Vorhaben, Taxi-Unternehmen Anreize zu geben, ihre Flotten behindertengerecht umzurüsten. Bis Ende des Jahres sollten 250 sogenannte Inklusionstaxen auf Berliner Straßen unterwegs sein. Es gibt derzeit 26, berichtete der "Tagesspiegel" vor Kurzem. Der SoVD hatte sich für dieses Projekt intensiv eingesetzt.

Ursula Engelen-Kefer bezeichnet das Ergebnis als "Tropfen auf den heißen Stein". Weil es so wenige behindertengerechte Taxen gebe, müsse wieder alles langfristig geplant und teurer bezahlt werden. "Da ist nichts mehr mit Spontaneität."

Sendung: Abendschau, 21.07.2021, 19.30 Uhr

Beitrag von Götz Gringmuth-Dallmer, Nils Hagemann und Oliver Noffke

56 Kommentare

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  1. 56.

    Der meiner Wohnung am nächsten liegende U-Bahnhof, U8 Heinrich-Heine-Straße, fehlt auf der abgebildeten Grafik völlig. Vielleicht, weil er früher mal ein Geisterbahnhof war? Aber, Spaß beiseite, auf den Aufzug dort warten wir hier seit vielen Jahren. Versprochen war er erst für 2018, dann für 2020, nun für 2023. Ob ich das als Seniorin zu meinen Lebzeiten wohl noch erlebe?

  2. 55.

    Es kann sehr albern wirken wenn in der ach-so-fahrradfreundlichen Eisenbahn möglichst hinter einer qualmenden Diesellok im Fahrradwagen unzählige Räder umwelt"freundlich" transportiert werden, oder hinter einer E-Lok, wenn der Oberleitungsstrom noch in einem Kohlekrafrtwerk produziert wird.

  3. 53.

    "Es ist doch ganz einfach...Fahrräder gehören nicht in den ÖpNV"
    DANKE, das sehe ich auch so. Rollstuhlfahrer,Rollatornutzer und Eltern mit Kinderwagen usw. brauchen den ÖpNV als Transportmittel,wenn sie kein Auto nutzen. Fahrradfahrer haben ihr Transportmittel dabei und gerade für sie wird ja seit geraumer Zeit die Straßenlandschaft umgestaltet/ angepasst. Also bitte auch nutzen.

  4. 52.

    1. Rollstühle (haben Vorrang vor)
    2. Kinderwage (haben Vorrang vor)
    3. Fahrräder
    findet man in den neusten S-Bahnen.
    https://sbahn.berlin/fileadmin/_processed_/f/3/csm_SBB_BR483_7664b_1feebc640f.jpg
    Das deckt sich mit den ABB des VBB, in die Sie wohlweislich nicht schauen wollten. Deshalb nochmals extra für Sie:
    § 11 Beförderung von Sachen
    (1) Ein Anspruch auf Beförderung von Sachen besteht nur bei Handgepäck.
    ...
    (2) Sofern ausreichend Platz vorhanden ist, darf jeder Fahrgast genau ein Fahrrad in den Zügen des Eisenbahn-Regionalverkehrs, der S-Bahn und der U-Bahn sowie auf Fähren über den gesamten Verkehrszeitraum hinweg mitnehmen.

  5. 51.

    Bis genügen Platz für alle ist, müssen Radfahrer aber ggf. draußen bleiben. Sie mögen sich für gleichgestellt mit mobilitätseingeschränkten Personen und Menschen mit Kinderwagen halten. Das geben aber weder die UN Menschenrechtskonvention her noch die ABB des VBB. Denken Sie mal selbstkritisch darüber nach, warum viele Radfahrern ablehnend gegenüber stehen.

    Ein Radlobbyist wollte mir mal erklären, dass es für jeden Zweck das passende Rad geben soll. Er lag offensichtlich falsch.

  6. 49.

    Es gibt eindeutige Aufkleber in den Mehrzweckabteilen, die je nach Zug auch explizit in Wort darauf aufmerksam machen, dass für Rollstühle, Fahrräder (!) etc. der Platz freigegeben werden muss.

    (PS an Herta: Leihautos bringen mir nichts. Habe kein Führerschein und damit würde ich zu viel Platz verbauchen und Luft verschmutzen. Für Leihräder bin ich leider zu groß.)

  7. 48.

    Was immer alle gegen Fahrräder haben. Also das Problem nicht verfügbarer Aufzüge, Stufen zu Altbauzügen, zu steiler Rampen wird nicht gelöst, wenn Fahrräder ausgeschlossen werden. Damit alle mitkommen, braucht es dichtere Taktungen und längere Züge. Die Baureihen 483/484 ist in Auslieferung (84 Wagen mehr als ausgemustert werden), Die Baureihe J/Jk ist bestellt (bis zu 1500 Wagen) und die Bestellung weiterer S-Bahn-Wagen ist in Vorbereitung.

  8. 47.

    Busse und Bushaltestellen könnte man barrierefrei Bau. Ich schlage 80 Euro im Jahr für die Nutzung des ÖPNV vor.



    Ach halt, das kostet ja schon Jahreskarte.

  9. 46.

    Barrierefreiheit ist doch einfach umzusetzen. Zum einen muss die Zugfrequenz erheblich erhöht werden zu einem Minimum von einem Zug alle zwei Minuten. Dann sollte jeder Bahnhof mindestens zwei Aufzüge haben die nah voneinander aber möglichst Bahnsteig mittig stehen. Bei Bussen kann man die Kante nicht verhindern aber man kann auch hier die Frequenz erhöhen. Straßenbahn sollten am besten komplett durch U-Bahn Strecken ersetzt und abgeschafft werden und das Fahren aller Linien muss natürlich 24/7 geschehen. In anbetracht des momentanen "Service" der BVG und der S-Bahn und der momentanen Barrierefreiheit würde ich empfehlen den Preis um 90% zu senken. Meine Motivation den ÖPVN zu nutzen ist es das Ziel schnellstmöglich zu erreichen. Jetzt kommt es mir eher wie ein Bequemlichkeitsfahren vor. Ich frage mich weshalb jemand erwarten würde das es dann bei essenzielle Themen wie Barrierefreiheit eine bessere Anstrengung geben sollte.

  10. 45.

    Sorry, ich meinte "angedreht", nicht "angedroht". Das chinesische Huawei-Stasi-Tablet meinte wohl, meine Rechtschreibung korrigieren zu müssen. Ich habe den "Fehler" übersehen. An einen Tippfehler glaube ich nicht, die Buchstaben e und o liegen auf der Tastatur zu weit auseinander.

  11. 44.

    Gehe ich recht in der Annahme, daß es Staaten der Dritten Welt sind, die daran interessiert sind? Die Dritte Welt bekommt ja oft angedroht, was hier veraltet ist oder aus anderen Gründen nicht mehr gewollt. Zum Beispiel alte stinkende Fossilien von Autos, während sich die Europäische Union als Klimaschutzvorreiter feiert. Bei den alten Straßenbahnen ist es ökologisch weniger schlimm, aber dennoch moralisch fragwürdig. Behinderte, Alte und Kinderwagen gibt es auf der ganzen Welt.

  12. 43.

    Das mit den Kindenwagen können Sie gleich knicken. Haben Sie den Auszug aus den ABB nicht gelesen?

  13. 42.

    Je nach Rollstuhltyp kommt man rückwärts über den Spalt oder man hebt die Vorderräder an. Problematischer sind größere Höhenunterschiede. Max. 5 cm sind nach DIN 18040-3 sind zulässig.

  14. 41.

    Was ist das denn?? Kinderwagen vom Transport in der Bahn für gewisse Zeiten aussperren......Haben Sie Kinder???

  15. 40.

    Fahrradsperrzeiten in Berlin wäre top. Und für mehrere Termine in Berlin gibt es mittlerweile genug Sharinganbieter für Fahrräder, Roller und Mopeds sowie Freenow und Co. Das man also überall sein eigenes Rad in Berlin hinschleppen muss ist Unsinn.

  16. 39.

    Ins DDR-Museum? Andere Länder waren ganz wild auf die ausgemusterten Bahnen. Hier draußen im Betriebshof Köpenick stehen noch ein paar Tatras als Museumsbahn, außerdem auch schöne Oldtimer, mit denen ich einmal im Jahr fahre...

  17. 38.

    Theorie und Praxis sage ich da nur liegen bei dem Thema soooo weit auseinander. Man sollte Sperrzeiten mit 100 Euro Bussgeld von 07-10h und 16-19h für Fahrräder, Kinderwagen und Co.für den ÖPNV ddefinieren. Bei allem Verständnis für Inklusion!

  18. 37.

    Es war vorne die erste Tür. Aber es stimmt, es war ein relativ schmaler Spalt zwischen Bahnsteig und Straßenbahn und über diesen kamen wir schlecht rüber. Tatras fahren hier zum Glück nicht mehr. M.E. in Berlin überhaupt nicht mehr.

  19. 36.

    "Denn immer wieder muss sie warten: Bis der Aufzug frei ist – oder bis ein Zug kommt, bei dem die Türen auf Bahnsteighöhe sind."
    Das Fahrstühle besetzt oder auch defekt sind und man warten muss kann überall passieren. Jedoch braucht die Dame in der Regel nicht auf einen U-Bahnzug warten bei dem die Türen auf Bahnsteighöhe sind. Dafür gibt es auf jedem Bahnhof an den Ausfahrten Rampen, die vom Zugpersonal angelegt werden. Somit kann die Dame in jede U-Bahn einsteigen. Das Mitführen von Fahrrädern müsste grundsätzlich verboten werden. Entweder ich fahre Fahrrad oder Bahn. Anders ist es natürlich bei der Mitnahme von Kinderwagen.

  20. 35.

    Regeln und Radfahrer, der ist gut! Die erinnern gerne an solche, die denen Vorteile bringt, anderen werden aber oft als optional angesehen oder erfunden. Können Sie bitte den entsprechenden Absatz aus den ABB des VBB zitieren?

  21. 34.

    Das Stichwort hier lautet: frühestens.
    Ein Beispiel: Studienbeginn im Oktober 2017, ab November 2017 dann Sperrung zweier Eingänge zur Ubahn am Ernst-Reuter-Platz, Bauzeit anschließend ein Jahr länger, als geplant, dann ein weiteres Mal verlängert.
    Letzte Mal am Campus gewesen: Mitte letzten Jahres, Baumaßnahmen noch immer nicht abgeschlossen.

    Ein Blick in die Zukunft: nächste Mal Campus im Oktober 2022, ich bin mir sicher, die Fahrstühle werden noch nicht aufzufinden sein.

  22. 33.

    Allerdings haben Passagiere OHNE Rollstuhl, Kinderwagen, Großgepäck und Fahrrad im Mehrzweckabteil auch für Fahrräder Platz zu machen und dort im Berufsverkehr erst was zu suchen, wenn alle anderen Steh(sic)plätze belegt sind. Im Gegensatz zu Hamburg haben wir in Berlin keine Fahrrad-HVZ-Sperrstunde. Entweder halten sich alle an die Regeln, damit i.d.R.(!) auch die Fahrräder in der HVZ mitkommen oder wenn alle sich ins Mehrzweckabteil setzen, dann wundern mich die Räder woanders nicht.

    Als Soloselbsständiger mit mehreren Terminen an versch. Orten des VBB geht es manchmal nur in der Kombi ÖPNV+Fahrrad.

  23. 32.

    Schwaz oder weiß! Graustufen sieht das PBefG nicht vor.

  24. 31.

    Vielen Dank für den Hinweis. Wir unterscheiden in der Karte zwischen stufenlos begehbaren und nicht stufenlos begehbaren Bahnhöfen. Wir haben Ihre Problemschilderung, dass die Rampe aber zu steil sei, der BVG geschildert. Die BVG ist sich nach eigenen Angaben des Problems bewusst und spricht in diesem Fall von “bedingt barrierefrei”.

  25. 30.

    @Matze: Ganz GENAU! BARRIEREFREIHEIT im öffentlichen Raum MUSS alle Sinne und Bewegen einschließen!

  26. 29.

    Herzliches Danke für den faktenreichen Artikel zu diesem Desaster fehlender Umsetzung der UN-BRK! Bitte mehr darüber, was "Barrierefreiheit" bedeutet und wo sie überall fehlt!

  27. 28.

    Die Tatras sind so gut wie weg. Ein paar waren vielleicht noch auf Verstärkerfahrten unterwegs. Doch selbst bei den neuen hat man je nach Ausführung der Haltestelle gelitten.

  28. 27.

    Theoretisch sollte die Tram an den höheren Bahnsteigen barrierefrei sein. Nur entscheiden oft wenige Zentimeter, ob man ohne Hilfe in den Zug kommt. Zudem gilt eigentlich:
    "Hinweis zur Benutzung der Straßenbahn
    Als Rollstuhlfahrerin oder -fahrer stellen Sie sich bitte in den vorderen Bereich der Haltestelle. Nur hier vorn können Sie sicher ein- und aussteigen. Denn an der ersten oder zweiten Tür der Straßenbahn gibt es eine Rampe oder einen elektrischen Hublift. Das hängt ab vom Fahrzeug-Typ. Nutzen Sie die Tür mit dem Rollstuhl-Zeichen.
    Zeigen Sie dem Fahrer oder der Fahrerin an der Haltestelle deutlich, dass Sie einsteigen möchten. "
    https://www.berlin.de/lb/behi/berlin-barrierefrei/berlin-erleben/freizeit/personennahverkehr/

  29. 26.

    Die Frage ist vielmehr auch, ob die von Behinderten "Bocksprungbahn" genannten Fahrzeuge vom Typ "Tatra" endlich aus dem Verkehr gezogen sind. Mit ihren steilen Treppen gehören die allenfalls ins DDR-Museum.

  30. 25.

    Mal was anderes: Habe letzte Woche einem Rollstuhlfahrer geholfen, in die Straßenbahn zu kommen; alleine hat er es nicht geschafft. Ich bin nun echt nicht schwächlich, einfach war es aber nicht. Ich dachte eigentlich, dass sich das Thema mit den Niederflurbahnen erledigt hat.

  31. 24.

    Der Wert einer Gesellschaft bemisst sich daran, wie sie mit ihren schwächsten Mitgliedern umgeht....

    Gerade Deutschland müsste nach den Verbrechen der Nazizeit den Behinderten den roten Teppich ausrollen.

    Ich habe noch nie von einem Versuch gehört, Defizite durch Freiwilligenarbeit schneller zu beheben. Vermutlich liegt das am permanenten Dauerwahlkampf.

    In der kommenden Woche fährt mindestens ein zum Rentner gemobbter seelisch Behinderter zum helfen nach Nordrhein-Westfalen, nachdem ihm und vielen anderen mangels 35 Versicherungsjahren zur gesetzlichen Rentenversicherung von Poupolisten pauschal jede Lebensleistung abgesprochen wurde.

    Kuenpftige Ankuendigungspapierchen zum Thema lese ich nicht mehr. Ich will Taten sehen.

    Damit schließe ich, ehe ich mich verbal so vergesse, das der Kommentar nicht veröffentlicht wird.

  32. 22.

    Zynisch ist eher Ihre Behauptung deckungsgleicher Bedürfnisse von Rollstuhl- und Radfahrern.

  33. 21.

    Das sehe ich auch so. Ein ganz große Übel sind auch die Fahrrad-Kuriere von Wolt & Co. die sich neuerdings ständig in die Bahnen quetschen, mit Fahrrad und riesengroßer Lieferbox auf dem Rücken - auch wenn das verboten ist. Interessiert aber niemanden. Selbst wenn man die Kuriere darauf hinweist, wird das einfach ignoriert. Fluchtwege werden versperrt, anderen Menschen, die dringen auf den ÖPNV angewiesen sind, der Platz weggenommen.

  34. 20.

    Dazu ein Auszug aus den ABB des VBB:
    § 11 Beförderung von Sachen
    (1) Ein Anspruch auf Beförderung von Sachen besteht nur bei Handgepäck.

    (2) Sofern ausreichend Platz vorhanden ist, darf jeder Fahrgast genau ein Fahrrad in den Zügen des Eisenbahn-Regionalverkehrs, der S-Bahn und der U-Bahn sowie auf Fähren über den gesamten Verkehrszeitraum hinweg mitnehmen.

    In der Mobilität eingeschränkte Personen oder Kinderwagen haben Vorrang vor der Beförderung eines Fahrrads. Ein Anspruch auf Erstattung des bereits gezahlten Beförderungsentgeltes besteht nicht.

  35. 19.

    Dass die Dame bei bei einem Bericht über Inklusion im ÖPNV zuerst an sich und ihr Rad denkt, zeigt allerdings auch viel vom Selbstverständnis diverser Radfahrer, ebenso Ihre Aufregung. Gerade Radfahrer versperren mit ihrem Fahrzeug oft die Gänge und Türspuren in der S-Bahn und machen es den Rollstuhlfahrer doppelt schwer. Für die gibt es z.B. an der Tür einen separaten, tief angebrachten Öffnungsknopf. An die gleiche Stange lehnen aber viele gern ihr Fahrrad und machen es sich selber auf dem Klappsitz bequem. Manche Aufgabenträger haben deshalb schon zumindest den teilweisen Ausbau der Klappsitze vorgeschrieben, so z.B. der RMV.

  36. 18.

    Leider nein! Das Bundesgesetz enthallt ein ausreichend großes Schlupflloch, dass die Senatierende die Hände mit ruhigem Gewissen in den Schoss legen konnten. Behinderte sind halt keine schützenswerte Minderheit. Man muss nur eine Ausrede finden. Bei Frau Günther ist das Personalmangel, der sie dazu bewogen hat, den von ihr kurz vorher terminierten Einbau eines Aufzuges z.B. bei Paul-Stern-Straße auf die fernere Zukunft zu verschieben. Ihr Budget reichte nur für andernorts gescheiterte Berater zur Planung eines Radweges durch das Brandenburger Tor.

  37. 17.

    So teuer ist ein Fahrradträger für 'nen Bulli dann aber doch nicht. Selbst beim Aldi sind Pedelec teurer.

  38. 16.

    Wird das sanktioniert? Das muss doch Folgen haben, wenn Berlin dieses wichtige Ziel verfehlt!

  39. 15.

    "Inklusion ist für Bahnradfahrer in Stoßzeiten nicht vorgesehen"

    Hauptsache, einen Seitenhieb auf Radfahrer untergebracht. Dass in diesem Fall die Bedürfnisse von Radfahrer, Kinderwagen, Rollstuhlfahrer und Gehbehinderte deckungsgleich sind und damit die Problematik des Artikels aufnehmen, wird eben einfach ignoriert (trotz Hinweises in dem zitierten Beitrag).
    Damit ist ihr Beitrag zynisch allen gegenüber, die auf Barrierefreiheit angewiesen sind.

  40. 14.

    Ohne Frage > der Nachrüstungs-Stau ist elend lang und die langen Ausfallzeiten infolge der Defekte sind es auch. Bitte motivieren Sie Alle Ihre Interessensverbände https://www.bbv-ev.de/
    und https://www.absv.de/ und die Parteien, dass Druck und Tempo gemacht wird und dass das wilde Parken von E-Rollern empfindlich strafbewehrt verboten wird, denn die bilden so sehr gefährliche Unfallquellen.

  41. 13.

    Die Aufstellung der barrierefreien U-Bahnhöfe ist falsch. Am Elsterwerdaer Platz ist die Rampe so steil und lang, dass die BVG eine Schiebehilfe vorschreibt. Ähnliches gilt für andere Rampen insbesondere im Ostteil der Stadt.

    Man muss bei der U-Bahn nicht auf einen neuen Zug warten. Der Fahrer legt vorne wie im Bild zu sehen eine Rampe an den Zug. Zeitverlust bedeutet es oft trotzdem. Bei der S-Bahn wäre der Zustieg in der Theorie barrierefrei möglich. In der Praxis passt es an vielen Bahnhöfen trotzdem nicht.

    Ein Trauerspiel sind die Regionalbahnen, da man sich bei denen 24h vorher anmelden muss und es selbst dann zu Problemen kommen kann wie zum analogen Bericht über Brandenburg geschildert.

    Busse sind ein Kapitel für sich, dass hier völlig ausgeblendet wurde. Selbst mit Kasseler Bord sind wegen Planungsfehlern diverse Haltestellen nicht barrierefrei, auch wenn die BVG das behauptet.

    Gerne vermittle ich den Kontakt zu einem Rollstuhlfahrer.

  42. 12.

    Inklusion ist auch nicht vorgesehen, wenn ein speziell teuer hergerichteter VW-Bulli, plötzlich die Flughafenzufahrt nicht mehr passieren kann, weil gegen Flüge und SUV´s demonstriert wird...

  43. 11.

    Bleibt zu hoffen, dass der Termin 2024 eingehalten wird.

  44. 10.

    Es sollte hier so umgestellt werden, dass Fahrräder, Kinderwagen und Co. zukünftig nur noch mitgenommen werden, wenn Platz in den Zügen ist. Dieses rücksichtslose Hereingepresse im Berufsverkehr sollte endlich verboten werden.

  45. 9.

    Damit der ÖPNV für alle bezahlbar bleibt:
    1. Vielleicht könnte man in dem Rutsch auch gleich die Bahnhöfe an den Umstiegsbahnhöfen mit automatischen Ticketkontrollen ausstatten?
    2. Den Ticketverkauf per intuitiver App stärker fördern, um Automaten zu sparen?
    3. Erste U-Bahnlinien endlich wie z.B. in Nürnberg oder den asiatischen Ländern endlich auf autonomen Fahrbetrieb umstellen?
    Hier sollten dringend Kostensparprogramme zur Pflicht werden, damit die Preise nicht jedes Jahr weiter steigen.

  46. 8.

    Barrierefrei wäre für mich aber auch, dass Durchsagen als Textband zu sehen sind. Egal wo jetzt. An die Gehörlosen und Schwerhörigen wird oft nicht gedacht.

  47. 6.

    Die Karte, die der RBB hier verbreitet, ist falsch! Ich hatte bereites neulich darauf hingewiesen, dass mindestens die Station Elsterwerdaer Platz nicht barrierefrei ist, weil die Rampe zu steil ist. Die BVG schildert deshalb aus, dass der Rollstuhl von einer Hilfsperson geschoben werden soll.
    https://www.opz-biesdorf.de/fileadmin/templates/OPZ/img/wegzufuss/001.JPG

  48. 5.

    Was das Kuriosum Schloßstrasse betrifft, so fährt der Fahrstuhl eh nur zur Zwischenebene und nicht auf die Bahnsteige meines Wissens nach. Von daher definitiv als nicht barrierefrei zu bewerten.

  49. 4.

    Was ich immer wieder ärgerlich finde sind die Hinweise auf defekte Fahrstühle in Bahnhöfen und das teilweise tagelang. Dieser Bahnhof ist dann faktisch für Rollstuhlfahrer nicht nutzbar,so als wäre bei mir das Auto kaputt. ICH rufe den ADAC als Sofortmaßnahme. Gleiches erwarte ich von S- und U- Bahn. Eine Sofortmaßnahme und umgehende Reparatur. Ich empfehle den Verantwortlichen einen Tag selbst zu testen wie sie im Rollstuhl weiterkommen, an einem ganz gewöhnlichen Tag ihres tgl. Lebens und ich glaube,da gibts dann den einen oder anderen AHA- Effekt.

  50. 3.

    Ich nutze täglich die S-Bahn zusammen mit meinem Fahrrad. Auch das muss jeden Morgen geplant werden. Warum müssen Aufzugswartungen immer morgens im Berufsverkehr stattfinden? Das betrifft auch Eltern mit Kinderwagen!

  51. 2.

    Der Beitrag zeigt, dass auch in Sachen Barrierefreiheit die Erfolgsbotschaften des Senats und seiner Eigenbetriebe auf dem zweiten Blick getrübt sind. "Barrierefrei" ist ein Fahrzeit, ein Bahnhof oder eine Haltestelle nur, wenn sie faktisch (und nicht nur per Definition) auch mit ohne fremde Hilfe nutzbar sind. Ein Aufzug, der alle paar Wochen defekt ist und erst nach Wochen repariert wird, erschließt einen Bahnhof zwar formal, aber eben einen Großteil der Zeit nicht faktisch.
    Noch ein Hinweis für Frau Engelen-Kefer: das Gehenteil von "behindert" ist "nicht behindert" und nicht "gesund", denn auch Menschen mit Behinderung sind meist gesund...
    Danke an den RBB für diese Artikel zur Barrierefreiheit.

  52. 1.

    Hallo ich kenne die Problematik da ich viele Rollstuhlfahrer als Kunden habe.
    Die würden gerne auch mit der S Bahn weiter fahren was ja kostengünstiger wäre aber wie sollen Sie zum Bahnsteig kommen?
    Es gibt nur Rampen.
    Ich selber habe es probiert und Herrn Jenke kopiert ich bin ca 1.5 Meter gekommen mit viel Anstrengung und dann wieder nach hinten gerollt.
    Dann nahm ich den Rollstuhl den ich mir geliehen hatte dafür und wollte runterrollen eine schlechte Idee denn ein Rollstuhl lässt sich nicht so einfach bremsen.
    Abgesehen davon wenn ich es denn geschafft hätte wäre ich zwar durch den Tunnel auf die andere Seite gekommen aber eben nicht hoch die Rampe dann??
    Vielleicht sollten das mal die Damen und Herren von der S Bahn selber probieren dann wüssten Sie was behindert heisst.
    mfg Christian Teichert

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