Christopher-Street-Day am Samstag - Auf dieser Route wird zum CSD in Berlin demonstriert

Symbolbild: Menschen auf dem Christopher Street Day in Berlin am 26.6.2021. (Quelle: imago images/Bernd Elmenthaler)
Bild: imago images/Bernd Elmenthaler

Eine politische Demonstration für die Rechte der queeren Community - keine Party: So soll der Berliner Christopher-Street-Day in diesem Jahr sein. Zum Protestzug am Samstag werden 20.000 Menschen erwartet, es kommt zu zahlreichen Sperrungen.

Kein Alkohol, kontinuierlich Maske tragen, Abstand halten: Der Verein, der den Berliner Christopher-Street-Day organisiert, hat für den CSD im zweiten Pandemie-Jahr strenge Vorschriften ausgegeben. Weder essen, noch trinken, rauchen oder küssen ist innerhalb des Demonstrationszugs erlaubt, teilten die Organisator:innen auf ihrer Website mit [csd-berlin.de] mit.

Unter dem Motto "Save Our Community - Save Your Pride" wird die "Demo mit Proteszug-Charakter" am Samstag durch Berlin-Mitte unterwegs sein - mit fünf Trucks, mehr als 70 Fußgruppen, Fahrrädern und Rikschas. Die Veranstalter:innen rechnen mit rund 20.000 Teilnehmenden.

Treffpunkt ist die Leipziger Straße

Treffpunkt für den Protestzug wird ab 12 Uhr die Leipziger Straße sein - im Abschnitt zwischen Charlottenstraße und Axel-Springer Straße. Ab 13 Uhr soll sich die Demonstration in Bewegung setzen - erst in Richtung Potsdamer Platz, dann weiter zum Brandenburger Tor.

Wenn der Zug das Mahnmal für die von Nationalsozialisten ermordeten Homosexuellen passiert und am Holocaust-Mahnmal vorbeikommt, "wird die Musik der Trucks still sein", schreibt der Verein auf der Website. Nach dem Brandenburger Tor geht es in Richtung Siegessäule und abschließend zur Urania. Zwischen dem U-Bahnhof Wittenbergplatz, dem Nollendorfkiez und der Martin-Luther-Straße soll die Demonstration enden. Ob es eine Abschlusskundgebung geben wird, ist wegen der aktuellen Corona-Lage mit steigenden Infektionszahlen noch offen.

Diverse Straßensperrungen im Regenbogenkiez

Die Organisatoren gehen davon aus, dass eine große Anzahl der Teilnehmenden nach dem Ende der Demonstration nicht gleich nach Hause, sondern in den Regenbogenkiez geht, um dort die diversen Bars, Kneipen und Cafés zu besuchen.

Deshalb werden am Samstag von 12 bis 24 Uhr die Motzstraße zwischen Nollendorfplatz und Martin-Luther-Straße, die Eisenacher Straße zwischen Kleist- und Nollendorfstaße, die Fuggerstraße zwischen Eisenacher- und Kalckreuthstraße sowie zwischen Martin-Luther-Straße und Ansbacher Straße und auch die Welserstraße zwischen Lietzenburger Straße und Finow-Grundschule für den Autoverkehr komplett gesperrt. Dort gilt in dieser Zeit ein absolutes Haltverbot. Das meldete das Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg.

Stadtreinigung mit Regenbogen-Fahrzeugen im Einsatz

Die Berliner Stadtreinigung (BSR) kündigte an, zum CSD 30 Fahrzeuge einzusetzen und 70 Mitarbeitende für die Reinigungsarbeiten bereitzustellen. Das seien nur etwa halb so viele wie in den Zeiten vor der Corona-Pandemie, teilte die BSR am Freitag mit. Die Reinigungskräfte sollen dem Demonstrationszug direkt folgen, damit die Strecke möglichst schnell wieder für den Straßenverkehr freigegeben werden kann.

Die BSR plane, mit den Reinigungsarbeiten gleich nach dem Demostart zu beginnen, sie dauern voraussichtlich bis zum späten Samstagabend. Beim CSD im Vor-Corona-Jahr 2019 sammelte die BSR rund 210 Kubikmeter Abfall ein. Nach Angaben der BSR tragen ihre Beschäftigten wie üblich ein CSD-T-Shirt, dieses Jahr mit der Aufschrift "Glanz auf eurer Seite". Außerdem seien die Einsatzfahrzeuge mit dem Regenbogen-Symbol versehen.

CSD-Parade musste 2020 abgesagt werden

Im Mittelpunkt der Protestveranstaltung stehen Forderungen wie zum Beispiel die Vereinfachung der Vornamens und Personenstandsänderung für transsexuelle Personen oder die Abschaffung vom Blutspendeverbot für Schwule, Bi- und Transsexuelle.

Bereits vor knapp vier Wochen demonstrierten unter dem Dach des "CSD Berlin Pride" mehrere Tausend Menschen in Berlin in drei Protestzügen. Im vergangenen Jahr wurde die CSD-Parade pandemiebedingt abgesagt, stattdessen wurde das Event online organisiert.

In den Jahren zuvor hatte die Demonstration Hunderttausende Menschen auf die Straßen gelockt. Der CSD soll an die Rechte von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Intersexuellen erinnern. Der Protestzug geht zurück auf den 28. Juni 1969: Damals stürmten Polizisten in New York die Bar "Stonewall Inn" in der Christopher Street und lösten einen Aufstand von Schwulen, Lesben und Transsexuellen aus.

Sendung: Fitz, 22.07.2021, 12 Uhr

54 Kommentare

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  1. 53.

    Dies wurde als politische Demonstration angemeldet, und deswegen darf es diesmal stattfinden.
    Es wurden einige Punkte gefunden, die man als Forderung an die Politik richten kann, beispielsweise das Recht zur Blutspende und die Vereinfachung zur Änderung des Vornamens. etc..

    Man könnte den Karneval der Kulturen auch zur einer Demo mit Forderungen an die Politik umfunktionieren, und beispielsweise die Vereinfachung des Staatbürgerschaftsrechts in Deutschland fordern etc..

  2. 52.

    Jetzt live aus dem Regenbogen kize. Es ist hier prope voll , laute Gelächter, Musik, Gläser klirren....
    Das ist echt eine Sauerei, hier ein strassen Fest durch die Hintertür
    Ganz großes Kino und morgen ist ja erst der CSD
    Nah das wird bei den Temperaturen lustig.
    Die Polizei tut mir hier wieder leid, welchen Schuh sie sich hier wieder anziehen darf.
    Unfassbar! Dieser Senat! Wenn hier nicht mit zweierlei Maß gemessen wird.
    Und die alten Kiez-kneipen bekommen richterliche Anordnung das um 22 Uhr Schluss sein muss, sonst bekommen die auf den Deckel. Aber das kennt man aus den Kiez schon seid Jahrzehnten

  3. 51.

    Das ist ja alles hübsch geordnet erklärt, von der Zielsetzung her. Nur wer schon mal dabei war weiss, dass da nix mit Hygieneregeln, Abstand halten etc sein wird, eher ganz das Gegenteil, da ist der Ärger über den abgesagten Kdk auch voll berechtigt,

  4. 50.

    Hoffentlich sind alle geimpft, genesen oder getestet und alle tragen eine Maske.

  5. 49.

    Aber bitte nicht ohne Planung und vorherige Absprache mit den Verantwortlichen Vorort,Chaos brauchen die Flutgeschädigten nämlich grad nicht. Und Geldspenden sind aktuell wichtiger als Sachspenden,wegen fehlender Kapazitäten. UND man kann sich für Beides stark machen :-)

  6. 48.

    Und? Waren Sie schon da!? Selten so etwas unsinniges und zusammenhangloses gehört.

  7. 47.

    Man stelle sich vor, aus dem CSD würde ein C Help D.
    20.000 Menschen würden in die Hochwassergebiete fahren und dort selbstlos mit anpacken.
    Was gäbe das für eine Akzeptanz?

  8. 46.

    „Queerdenker“ ... *lach*
    Sie sind mir ja ein Queerulant ;-).

  9. 45.

    "Roland Kaiser, wer ist das und wenn ihr den kennt, wie alt seid ihr?"
    Den kenn' ich. Ist das nicht der Herr Kaiser von dieser Versicherung? Also Attila Dorn oder Melissa Bonny nebst dazugehörenden "Big Bands" sagen mir mehr. Ich werd' nie erwachsen ;-).

  10. 44.

    Mal so und mal so.

    https://www.rbb24.de/kultur/beitrag/2021/07/karnelval-der-kulturen-berlin-august-abgesagt.html

  11. 43.

    „Queerdenker“ – was für eine tolle Wortneuschöpfung! : D

    Vermeintliche „Querdenker“ können mir hingegen gestohlen bleiben.

  12. 42.

    ,"Roland Kaiser, wer ist das und wenn ihr den kennt, wie alt seid ihr?"
    Na wenn das nicht diskeminierend ist,oder.
    " Mein Gott, jetzt gehts schon wieder los."Ich bin 65 und war schon immer der Meinung, dass es
    egal ist,wer wen liebt,denn es geht immer um den Menschen. Egal ob Lesben, Schwule Bisexuelle oder Transsexuelle . In England war das schon 1973 nicht so ein Tabuthema wie hier.
    Toleranz hat keine Altersgrenze.
    Marianne Rosenberg würde mir da auch zustimmen,obwohl sie noch 2 Jahre älter ist.
    Noch Fragen?

  13. 41.

    "Eine politische Demonstration für die Rechte der queeren Community - keine Party: "
    Na ja , es geht um ein ernstes Anliegen, nicht nur in unserem Land sondern erst Recht wenn man z.B. nach Polen oder Ungarn sieht. Deshalb hoffe ich,dass alle Teilnehmer sich an das im Artikel beschriebene Hygienekonzept halten.Kontrolle alleine wird nicht helfen. Das Problem bei solchen Menschenansammlungen ist ja generell, wie sich die Leute vor und danach verhalten. Wie bei allem, wo Hygienekonzepte nur Vorort durchgesetzt werden können aber nicht auf dem Hin- und Rückweg.
    Den großen Feldversuch zur Eigenverantwortung hat Boris ja grad im Großlabor GB gestartet. Also MEINE Engländer finden das fahrlässig. Mal sehen wielange der NHS durchhält.
    KAISERMANIA 2021 wurde erneut abgesagt, trotz Hygienekonzept, die EM fand statt und ignorierte EU- weit .selbst bestehende Hygienekonzepte.
    Die EM war ja auch eine Demo mit Publikum- für Macht,Geld,Unvernunft. Mit Sport hatte das nichts zu tun.

  14. 40.

    Na dann:
    Auf und mit sehenden Augen rein in die vierte Welle!

  15. 39.

    Ja, die Kinder, Bildung , das wird hinten angestellt . Leider. Das wichtigste für die Zukunft wird „ gestraft“

  16. 38.

    Ja wenn mit zweierlei Maß gemessen wird, nervt das ganz schön. Besonders hat man das bei der UEFA-Veranstaltung EM 2021 erleben können. Die Hygieneregeln wurden größtenteils nicht eingehalten, aber außer einem " Du, du" ist nicht passiert. Und Jugendliche in den Parks werden gleich angezeigt, wenn sie mal zusammen das Leben genießen wollen. Vielleicht müssen die nur schlauer sein und die Parkpartys als Demo anmelden.

  17. 37.

    Auf dieser Veranstaltung geht es auch die immer noch bestehende Diskriminierung von Mitmenschen, die nicht Blutspender werden können, weil sie gleichgeschlechtlich verheiratet sind. Das muss den gemeinsamen Kindern erklären können, warum man Eltern diskriminiert, nur, weil sie Menschen sind. Eine sehr wichtige Veranstaltung , die ich sehr begrüße. Ein wichtiges Zeichen in Richtung Osteuropa. Und an viele Kommentatoren hier, wie sozial seid ihr in der realen Welt eingebunden? Welche humanistische Einstellung leitet euer Leben? Roland Kaiser, wer ist das und wenn ihr den kennt, wie alt seid ihr?

  18. 36.

    Nur mal so: CSD - Demo, KdK - Veranstaltung.
    Der KdK wurde durch den Veranstalter abgesagt, weil er sein stadtweites, auf Interaktion ausgelegtes, Konzept aktuell nicht durchführbar hielt.
    Der CSD ist eine Demo, die auf einer festen Route queer durch die City geht. Hier soll auf ein bestehendes Problem aufmerksam gemacht werden.
    Für beide Zusammenkünfte bestehen unterschiedliche rechtliche Grundlagen.
    Was ist daran nicht zu verstehen?

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