"Drug-Checking"-Projekt - Kostenlose Tests von Partydrogen in Berlin verzögern sich weiter

Informationsveranstaltung am 25.11.2016 zum Thema "Drug-Checking" (Quelle: imago)
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Mit "Drug-Checking" sollen Drogen wie Ecstasy und Kokain auf ihre Reinheit überprüft werden, um Überdosierungen zu vermeiden. Doch das Analyse- und Beratungsangebot kommt nach mehr als zwei Jahren in Berlin immer noch nicht in Gang.

Die Einführung des sogenannten Drug-Checkings, des Testens von Drogen auf Verunreinigungen, verzögert sich in Berlin weiter. Die nötigen beiden Personalstellen im Landesinstitut für gerichtliche und soziale Medizin (GerMed) seien noch nicht geschaffen und besetzt, antwortete der Senat auf eine Anfrage der Linken.

Vor der Abgeordnetenhauswahl im September werde es dazu voraussichtlich auch keinen Beschluss mehr geben. Allerdings sollen die Stellen "sobald wie möglich" geschaffen und besetzt werden, hieß es. Dann stünden auch die Laborkapazitäten bereit.

Test soll Konsumenten schützen

Die Kooperationsvereinbarung der beteiligten Senatsverwaltungen, der Staatsanwaltschaft, der Polizei, den Projektträgern und dem Labor sei fertiggestellt und werde derzeit unterzeichnet, erklärte der Senat.

Bei dieser Form der Drogenberatung können Konsumenten ihre Rauschmittel kostenlos auf Inhaltsstoffe prüfen lassen. Dazu gibt es auch Sprechstunden mit Gesprächen und einen Labortest. Das Ergebnis soll über das Internet, telefonisch oder in einem weiteren persönlichen Gespräch abgefragt werden können.

SPD, Linke und Grüne beschlossen die Einführung der Tests vor knapp fünf Jahren in ihrem Koalitionsvertrag. Für 2020 und 2021 waren jeweils 200.000 Euro im Haushalt vorgesehen. Kritiker sehen die Tests als Anreiz für weiteren Drogenkonsum. In anderen Staaten werden vergleichbare Tests angeboten, um die Konsumenten vor verunreinigten Drogen zu schützen. 2018 starben in Deutschland fast 1.300 Menschen durch Drogenkonsum.

17 Kommentare

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  1. 17.

    Zum selbstbestimmten Drogenkonsum gehört auch ein konsequenter Nichtraucherschutz in allen Innenräumen. Während man hier alles dafür tut, dass sich die Leute selbstbestimmt ihre Pillen einwerfen können, wird man in den allermeisten Clubs und Kneipen zum passiven Tabakkonsum gezwungen. Und nein: zu Hause bleiben ist keine Alternative. Diesen Teil der Drogenpolitik ignoriert der Senat nun schon seit fast 15 Jahren.

  2. 16.

    Es spielt keine Rolle was wäre wenn und warum - der Gesetzgeber hat das entschieden und wer das Geld hat kann gerne die Test selber bezahlen. Anderseits gerne das Geld für präventivArbeit nutzen! Es bleibt dabei absoluter Unsinn und wieder nur grüne und linke Politik weil dir wohl zum Teil selber davonlaufen werden…

  3. 15.
    Antwort auf [Peter] vom 09.07.2021 um 18:34

    Die Droge Alkohol verursacht jährlich einen Volkswirtschaftlichen Schaden von rund 40 Milliarden Euro! Geht das für Sie einzig und allein deshalb in Ordnung, weil Alkohol ja legal ist, oder werden Sie ab jetzt für eine Illegalisierung dieser „Teufelsdroge“ kämpfen? Bestimmt Substanzen sind übrigens nicht verboten, weil sie gefährlicher sind als beispielsweise Alkohol, sondern ganz einfach auch deshalb, weil die sehr starke Alkohollobby natürlich nur ungern Konkurrenzprodukte auf dem Markt haben möchte …

  4. 14.

    Das Projekt ist jedenfalls rechtlich problematisch. Drogenbesitz kann eine Straftat sein. Und wenn der Mitarbeiter einer Behörde dies nicht anzeigt könnte er selbst eine Straftat begehen nämlich Strafvereitelung im Amt.

  5. 13.

    Wo sehen Sie eine Relativierung? Und worin genau denn eigentlich ein Problem?

  6. 11.

    „Wenn jemand meint, dass der Konsum von XTC und Kokain zum Erwachsen werden dazu gehört, dem ist irgendwie nicht mehr zu helfen.“

    Das nimmt sich niemand aktiv vor, weil er oder sie denkt, dass das zum Erwachsenwerden dazugehört, und schluckt dann wohl oder übel diese Kröte – bzw. diese bittere Pille – sondern das passiert einfach; junge Leute sind neugierig und machen sowas. Sich auszuprobieren – auch den Gebrauch von Alkohol und anderen Substanzen – gehört tatsächlich zum Erwachsenwerden dazu. Nicht zwingend für alle, aber doch für die weitaus meisten. Wer das verneint … nun ja … „dem ist irgendwie nicht mehr zu helfen“ ; )

  7. 10.

    Die meisten der jungen Leute, die mit solchen Partydrogen feiern gehen, zahlen wohl auch selbst Steuern – warum sollte davon dann nicht auch so ein Projekt finanziert werden? Genommen werden diese Substanzen so oder so; und zwar auch ohne dass die Konsumenten schwere Langzeitschäden davontragen oder irgendwann an der Nadel hängen … wer hätte denn etwas davon, diesen Konsum nicht möglichst sicher zu machen; eben um durch Verunreinigungen verursachte Unfälle oder Schädigungen zu vermeiden? Im Endeffekt kommt das nicht nur den Konsumenten, sondern auch der Allgemeinheit zugute. Wen es interessiert, der soll sich doch bitte einfach mal Zahlen dazu raussuchen, ob Partydrogen oder klassische „Volksdrogen“ wie Alkohol und Zigaretten die gravierenderen (und oft sogar tödlichen) Auswirkungen haben …

  8. 9.

    Was hat Drogenkonsum mit Diversität zu tun? Nichts. Wer sich auf die Partys die Birne zudröhnen möchte, der kann das gerne machen. Wenn jemand meint, dass der Konsum von XTC und Kokain zum Erwachsen werden dazu gehört, dem ist irgendwie nicht mehr zu helfen.
    Das Geld sollte eher in Präventionsmaßnahmen investiert werden und nicht in Förderung von Drogenkonsum.

  9. 7.

    @Peter: Wenn die Konsumenten durch Streckstoffe noch mehr Schaden nehmen als durch 'sauberen' Dreck, zahlen wir die Folgen über unsere Krankenkassenbeiträge. Und das können auch Sie nicht verhindern: die Gründe für solche Folgen fallen nämlich unter die ärztliche Svhweigepflicht.
    Also: lieber die Tests zahlen lassen, als später noch viel mehr. Können wir uns darauf einigen - auch wenn wir beide gefährlich überzogenen Rauschmittelkonsum (so auch Alkoholismus) aus ökomischen Gründen asozial finden?
    Ein guten Tag Ihnen

  10. 6.

    Der ganz alltägliche Grün-Linke Wahnsinn in Berlin.

  11. 5.

    also ihr scheint ja alle total fern von unserer Realität als Jugendliche in Berlin zu sein. Drogen gehören nunmal hier zum Aufwachsen dazu und da die Legalisierung in weiter Ferne liegt, finde ich das zumindest eine gute Zwischenlösung. Mir fallen tausend Dinge ein, die wir als Steuergeldverschwendung sehen, gegen die hingegen ein Markus oder Peter wahrscheinlich nichts hat. Wir sind eine diverse Stadt, also haben wir auch unterschiedliche Bedürfnisse, kommt darauf klar

  12. 4.

    Und sowas soll mit Steuergeldern finanziert werden, wie cool ! Gibt es wirklich nichts besseres was zu finanzieren wäre Kindergärten Etc. Ich muss also Menschen noch die Party Drogen Prüfung bezahlen - mal wieder Berlin . Macht doch die Drogen legal und lasst es kontrolliert legal verkaufen statt dann kostenlos prüfen zu lassen, freut die Dealer … Berlin wie arm du bist .

  13. 3.

    Echt jetzt ,es werden verbotene Substanzen getestet ob sie rein sind? Was kommt denn in Berlin als nächstes, Schusswaffentests von verbotenen Waffen auf Iihre Durchschlagskraft????

  14. 2.

    Für so etwas arbeite ich und zahle Steuern. Danke, lieber Senat. Wer sich mit dem Zeug das Gehirn und den Körper ruinieren will, soll es machen.
    Aber damit diese Personen dieses es "sicher" machen sollen, soll der Normalbürger dafür bezahlen. Nein, danke.

    Baut mit dem Geld lieber Luftfilteranlagen in Schulen ein.

  15. 1.

    @rbb24: unterüberschrift „doch das geplante (…) Angebot kommt (…) noch in Gang“?

    Fehlt da ein „immer (noch) nicht“ ?

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