Folgen des Lockdowns - Senat zahlt Millionen für Säuberung vermüllter Parks in Berlin

Ein Mülleimer und danebenliegender Müll im Treptower Park. (Quelle: dpa/Jens Kalaene)
Audio: Inforadio | 07.07.2021 | Birgit Raddatz | Bild: dpa/Jens Kalaene

Die Vermüllung von Berliner Grünflächen hat laut Wirtschaftsenatorin Ramona Pop gerade in der Innenstadt zugenommen. Neben Kneipen und Spätis würden Einwegverpackungen die Orte verschmutzen. Die Reinigung ist teuer.

Der Müll in Berliner Parks und Grünanlagen ist besonders in der Corona-Pandemie ein großes Problem. Allein in diesem Jahr bezahlte der Senat rund 14 Millionen Euro aus dem Landeshaushalt für die Reinigung zahlreicher Parks, Grünflächen und Spielplätzen an die Stadtreinigung (BSR). Das teilte Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Grüne) am Mittwoch bei einem Rundgang im kleinen Weinbergspark in Berlin-Mitte mit.

Vor allem in der Nähe von Kneipen und Spätis liegen laut BSR bei gutem Wetter immer mehr Einwegverpackungen. Das gehe auf den Außer-Haus-Verkauf der Gastronomiebetriebe zurück. Bei dem Rundgang anwesend war auch BSR-Chefin Stephanie Otto.

Das Unternehmen räumte im vergangenen Jahr nach eigenen Angaben rund 15.000 Kubikmeter Abfall aus Parks, Grünanlagen und Forstrevieren. Dazu zählte auch der Müll aus aufgestellten Abfallbehältern sowie die Reste auf Wiesen.

"Vermüllung der Parks ist in der Innenstadt vorangeschritten"

Pop sprach ihren Dank an alle Reinigungskräfte aus, die in der Corona-Zeit dafür gesorgt hätten, dass die Lebensqualität in den Berliner Parks erhalten geblieben sei.

Die Senatorin, die auch Aufsichtsratsvorsitzende der BSR ist, appellierte zudem an die Besucher von Parks, weniger Müll liegen zu lassen. "Mit den steigenden Temperaturen, als wir auch noch den Lockdown hatten, wollten die Menschen raus in die Parks, was ich vollkommen nachvollziehen kann." Der Drang auf die Grünanlagen habe jedoch Folgen gehabt. "Aber natürlich führte das noch stärker als in der Vergangenheit dazu, dass in den Park- und Grünanlagen konsumiert wurde und die Vermüllung der Parks gerade in der Innenstadt noch weiter vorangeschritten ist", sagte sie.

Der Berliner Senat sehe auch das Problem der zunehmenden Schädigung der Rasen- und Grünflächen. "Natürlich gehört zu der Lebensqualität dazu, dass der Park nicht nur nicht vermüllt ist, sondern auch als dieser erkennbar ist", sagte Pop. Gerade in Mitte seien die Grünflächen ziemlich rar, weshalb sie viel und stark genutzt würden. An die Bezirke, die hauptsächlich für die Grünflächenpflege verantwortlich sind, sei deshalb mehr Geld überwiesen worden.

Stadtreinigung zuständig für 79 Parks, Spielplätze sowie 17 Forstreviere

Die BSR reinigt insgesamt 79 Parks, kleinere Grünanlagen, Spielplätze sowie mehrere Schwerpunktbereiche in 17 Forstrevieren. Dazu gehören auch einige bekannte Parks wie der Görlitzer Park, der Park am Weißen See, der Lietzenseepark, der Volkspark am Weinberg und der Treptower Park.

Insgesamt hat die BSR für die Park- und Forstreinigung rund 280 neue Stellen geschaffen. Seit 2016 flossen mehr als 60 Millionen Euro in die Bezuschussung der Parkreinigung, so Pop.

Im laufenden Haushalt sind der Senatorin zufolge bis zu 13 Millionen Euro dafür vorgesehen. "Wenn mehr Mittel zur Verfügung stehen, können auch mehr Parks gereinigt werden", sagte sie. "Wir wollen natürlich, dass die Menschen die Parks beleben und nutzen, aber dass sich die Leute auch klar machen, das ist meine Stadt und ich habe keine zweite andere und die halte ich eben auch sauber."

Sendung: Abendschau, 07.07.2021, 19:30 Uhr

83 Kommentare

Wir schließen die Kommentarfunktion, wenn die Zahl der Kommentare so groß ist, dass sie nicht mehr zeitnah moderiert werden können. Weiter schließen wir die Kommentarfunktion, wenn die Kommentare sich nicht mehr auf das Thema beziehen oder eine Vielzahl der Kommentare die Regeln unserer Kommentarrichtlinien verletzt. Bei älteren Beiträgen wird die Kommentarfunktion automatisch geschlossen.

  1. 83.

    BSR ist schlau, schafft Stellen, Berlin zahlt ja. Berlin streicht Plätze für Polizei und Ordnungsamt um zu sparen, gibt aber noch mehr Geld aus, um die Arbeit aufzufangen.

  2. 82.

    Das Problem ist nicht die Jugend ....nein die Kultur die aus Wirtschaftlichen Interesse hier lebt ohne etwas dafür zu tun.
    Hier wird gelebt wie diese es gewohnt sind.
    Respekt und Integration muss gelebt werden...von allen die hier im Schlaraffenland leben.

  3. 81.

    Fliegt dann der Müll aus den Büschen, von der Wiese und aus dem Buddelkasten automatisch in die größeren Müllcontainer?

  4. 80.

    Größere Müllcontainer, häufiger leeren - Problem gelöst!

  5. 79.

    dann isses wohl geil, wenn man seinen/ihren Imppftermin nicht absagt, weil dann evtl. der Impfstoff nutzlos wegzuwefern ist? Ich behaupte weiterhin das Gegenteil.

  6. 78.

    Diskutieren Sie sachlich und gehen Sie sich nicht persönlich in unseren Kommentarspalten an.

  7. 76.

    "Ebenso war ich selbst mal einige Monate arbeitslos und hätte gerne auch die Parks saubergemacht, wenn es gefordert worden wäre. "

    Wer hat sie daran gehindert? Sie hätten eine Nachbarschaftsgemeinschaft gründen und ihr Umfeld von Müll säubern können. Beispiele dafür gibt es genug. Oder reagieren sie nur nach Aufforderung?

    "Aber die Haltung, dass Leute über Jahre wie selbstverständlich Hartz4 ohne Gegenleistung für sich beanspruchen, finde ich merkwürdig."

    Merkwürdig ist hier allein ihre Geisteshaltung, die sie gerne wiederholt mit "linksgrün" ausdrücken.

  8. 75.

    "Vor über 20 Jahren hat man in Bernau gemeinnützige Tätigkeiten für Arbeitslose gegründet um diese Menschen wieder einzugliedern. "

    Kein Mensch wird durch solche "Tätigkeiten" wieder eingegliedert, sie dienen ausschließlich dazu dass solche Leute wie sie sich besser fühlen können und auf Transferempfänger wie auf Paria herabblicken können.

    Des Deutschen liebstes Hobby, Radfahren. Noch oben buckeln, nach unten treten.

  9. 74.

    "Und WENN ich schon alles verbiete, die Menschen wie 14jährige gängle und um 22 Uhr heimzitiere, "

    Solange sich Menschen wie pubertierende 14-jährige benehmen und andere gefährden helfen eben nur Verbote.

  10. 72.

    Übrigens zahlt der Senat nicht Millionen.
    Es sind die Steuerzahler.

  11. 71.

    Sinn kann aber auch nicht sein, dass dort riesige Container mit Speiseabfällen über Wochen stehen, damit man Personal sparen kann.
    Gestank, Ungeziefer und Rattenplagen wären vorprogrammiert.
    Aber natürlich könnte man die Eimer etwas größer machen und auch mal entkeimen.
    Eigentlich wäre auch genug Geld da, um solche Jobs zu finanzieren.
    Aber Ordnung und Sauberkeit sind ja schlechte Tugenden.
    Da wird lieber Geld in andere "Projekte" verballert.

  12. 70.

    Illegal?
    Mir scheint, als wäre alles illegal, was nicht in das Linksgrüne Weltbild passt.
    Wir haben doch seit Jahren reichlich Rechtsbrüche, und Sie reden von illegal, wenn Empfänger von Sozialleistungen wo helfen sollen.
    Ich bin dafür, dass man Arbeitslosen sogar stärker hilft.
    Ebenso war ich selbst mal einige Monate arbeitslos und hätte gerne auch die Parks saubergemacht, wenn es gefordert worden wäre.
    Aber die Haltung, dass Leute über Jahre wie selbstverständlich Hartz4 ohne Gegenleistung für sich beanspruchen, finde ich merkwürdig.
    Letzten Endes fällt dies doch immer auf die Leute zurück, die gerne arbeiten wollen aber nicht so viele Chancen erhalten.

  13. 69.

    Ich verstehe nicht, wo das Problem liegt.
    Wer Geld erhält - ohne zu arbeiten oder in Versicherungssysteme nie einzahlte, kann doch für die Überweisung eine Gegenleistung erbringen.
    Ich war auch mal ein paar Monate arbeitslos und sehr dankbar über die Sozialleistungen.
    Gerne hätte ich in der Zeit auch Parks ausgefegt bzw. an der frischen Luft mitgeholfen, dass Berlin sauber bleibt.
    Aber offenbar wurde der Wert von Arbeit und Beschäftigung schon zu etwas Schlechtem degradiert.

  14. 68.

    Es gibt zwar zuwenig Mülleimer im öffentlichen Raum, aber leider werfen viele Menschen ihren Müll auch achtlos durch die Gegend.
    Besonders junge Leute, die zum Teil so für die Umwelt sind, aber das nur bei anderen Menschen.

  15. 67.

    Sehr armseelig, dass kontrolliert werden soll, dass keiner die Allgemeinplätze zumüllt. Machen Sie das in Ihrem Wohnzimmer auch so, dass Sie allen Müll fallen lassen.

  16. 66.

    Folgen des Lockdowns?

    Ich denke eher, dass ist die Folge der Wegwerfgesellschaft und der schlechten Erzeihung einiger Mitbürger.

  17. 65.

    Pappteller u. Pappschalen, Holzspieß. Gab's schonmal. Ach ja wurde abgeschafft, weil Umweltschädlich, die vielen gefällten Bäume.... Plastik ist viel besser und umweltfreundlicher. Nun die Rolle rückwärts. Klappt eh nicht. Nicht mit diesen Fachleuten auf der oberen Ebene.

  18. 64.

    Nicht das Gartenbauamt oder die BSR ist das Problem, sondern die Idioten, die ihren Müll fallen und liegen lassen, wo immer sie wollen. Nicht selten direkt vor nem Papierkorb...

Nächster Artikel