Ausschluss vor einem Jahr - Sarrazin verzichtet auf Berufung gegen SPD-Rauswurf

Thilo Sarrazin, Politiker und Autor am 31.08.2020. (Quelle: dpa/Jörg Carstensen)
Bild: dpa/Jörg Carstensen

Der Autor und Ex-Politiker Thilo Sarrazin will seinen Rauswurf aus der SPD nun doch nicht vor Gericht anfechten. Er habe sich die Frage gestellt, ob er als junger Mann in die heutige SPD eingetreten wäre, sagte Sarrazin am Mittwoch in Berlin. "Die Antwort ist ein klares und eindeutiges Nein." Darum habe er entschieden, nicht mehr weiter gegen den Ausschluss vorzugehen.

Sarrazin: Ausschluss war "willkürlich, unsinnig"

Das oberste Schiedsgericht der SPD hatte den Parteiausschluss des früheren Berliner Finanzsenators vor fast genau einem Jahr bestätigt. Dieser diene dem "Schutz des Ansehens und der Glaubwürdigkeit der SPD", hieß es seinerzeit. Die Partei hatte Sarrazin vorgeworfen, rassistische und antimuslimische Thesen unter dem Deckmantel einer SPD-Mitgliedschaft zu verbreiten.

Sarrazin hatte daraufhin angekündigt, die Entscheidung vor dem Berliner Landgericht anzufechten, da das Verfahren aus seiner Sicht nicht offen, ehrlich und fair gewesen sei. Am Mittwoch bezeichnete er seinen Ausschluss als "willkürlich, unsinnig und in jeder Beziehung schwachsinnig", betonte allerdings zugleich: "Man soll jetzt auch nicht nachtreten."

Auslöser des Parteiausschlusses waren mehrere von Sarrazins Büchern, darunter das 2018 erschienene "Feindliche Übernahme: Wie der Islam den Fortschritt behindert und die Gesellschaft bedroht". Sarrazin selbst findet, er habe wissenschaftliche Sachbücher geschrieben. Die SPD-Spitze dagegen argumentierte, mit seinen antimuslimischen Thesen habe Sarrazin gegen die Grundsätze der Partei verstoßen und ihr Schaden zugefügt.

Die Kommentarfunktion wurde am 28.07.2021 um 18:20 Uhr geschlossen

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24 Kommentare

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  1. 24.

    Sarrazin raus, Kühnert rein in die Führungsrolle...und da wundert sich die SPD, dass die Wähler von der Stange gehen.
    Unangenehme Fragen dürfen nicht mehr gestellt werden, Debatten unerwünscht.
    Schade um kommunal anerkannten Thilo.

  2. 23.

    Zitat Martin Luther : Ein Prophet gilt nirgend weniger denn in seinem Vaterland und in seinem Haus ! Das ist das Motto von Kühnert, Eskens und anderen Granden der SPD.

  3. 21.

    wir sind doch schon lange beim - Deutschland schafft sich ab: Wie wir unser Land aufs Spiel setzen.
    in vielen, vielen sachen hat dieser man aus meiner sicht absolut recht!!!

    gruß

  4. 20.

    Ich stimme nicht mit all seinen Aussagen überein, aber in vielen Punkten hat er recht. Aber die Führungsriege der SPD spielt lieber die Rolle mit den drei Affen. Nix sehen, nix hören , nix sagen!!!

  5. 19.

    Die Frage sei gestattet: Wer fügt wem den größeren Schaden zu?

  6. 18.

    Sie meinen Kurz, bei dem die Staatsanwaltschaft Ermittlungen aufgenommen hat. Solchen Personen sollte man immer Vertrauen.

  7. 17.

    Er verzichtet, weil sein Anwalt ihm gesagt hat, dass er hat keine Chance auf einen Sieg mehr hat. Vielleicht kann er ja jetzt dem Flügel beitreten und Reden dort halten.

  8. 16.

    Hauptgrund für den Rauswurf war,das er seine Bücher selber geschrieben hat ,wer nicht ordentlich von anderen "abkupfert" hat in der SPD nichts verloren.

  9. 15.

    Ist wohl der falsche Artikel. Trotzdem danke für die Info. :-)))

  10. 13.

    Macht Sarrazin richtig. Was soll er sich mit diesem kaputten Laden beschäftigen und seine Zeit verschwenden, zumal die Prognosen für die SPD ohnehin miserabel sind. Sarrazin verdient nochmal richtig Geld, jedes Buch ist ein Bestseller.

  11. 12.

    "Angret " Der sagt, was die Mehrheit denkt" Ja, diese Auffassungen hatten wir auch schon 1933-1945. Wie es entstanden ist und welche Folgen es hatte, brauche ich hier nicht zu erwähnen.

    Mit Populismus und "Volkswillen", kann man viele Bücher verkaufen, aber nicht für ein friedliches Miteinander unter der Menschheit sorgen.

  12. 10.

    Sie wurden beide von den Moralisten von RRG mundtot gemacht."
    Dafür, das er mundtot gemacht wurde, war er aber ganz schön penetrant laut.
    Und nein, RRG hat ihn nicht am reden gehindert. Wie sollten sie auch?
    Allerdings war die spd der Meinung, das jemand mit solchen Ansichten nichts in der Partei zu suchen habe.
    Und das ist auch richtig so.

  13. 9.

    Er hatte von Anfang an Recht....

  14. 8.

    Er hat alles richtig gemacht. SPD ist und bleibt am Ende!

  15. 7.

    So kann man sich unbequemer Parteimitglieder entledigen. Dieses unrühmliche Beispiel macht ja parteiübergreifend Schule; Stichwort: Wagenknecht und Palmer. Dabei hat Herr Sarrazin nichts anderes gemacht, als seine abweichende Meinung, akribisch recherchiert, wohlbegründet in einem Buch niederzuschreiben. Ich glaube nicht, saß einer seiner Kritiker "Deutschland schafft sich ab" gelesen und sich mit den Argumenten auseinandergesetzt, geschweige sie entkräftet hat. Es reicht heutzutage, jemanden das Kainsmal der Islamfeindlichkeit aufzudrücken, so daß alle das, ohne sich eine eigene Meinung zu bilden, nur noch nachplappern. Wie heißt es doch treffend, "Lesen bildet", auch das Buch von Herrn Sarrazin eingeschlossen.

  16. 6.

    Schlampige Arbeit. Man sollte schon wissen auf was man antwortet. Im Beitrag von Nerd gibt es keinen Hinweis auf Verpixelung. Die Verpixelung bezieht sich auf den Artikel "Wildschwein vom Berliner Teufelssee..."

  17. 5.

    Linksliberale bleiben unter sich.......SPD ist für rund 80 Prozent der Bürger scheinbar nicht mehr wählbaren

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