Streit um Zahl an Berliner Schulen - Senat wehrt sich gegen "Verschleierungs"-Vorwürfe zu Quereinsteigern

Mi 28.07.21 | 13:56 Uhr
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Lehrer steht vor einer Schulklasse
Audio: Inforadio | 28.07.2021 | Sabine Müller | Bild: dpa

Berliner Schulen fällt es immer schwerer, ausgebildete Lehrerinnen und Lehrern zu finden. Der Senat setzt daher auf Quereinsteiger - um deren Anzahl nun ein Streit entbrannt ist.

Die Berliner Bildungsverwaltung wehrt sich gegen Vorwürfe, sie verschleiere den Anteil der Quereinsteiger an den Schulen und tue nicht genug, um eine Abwanderung von Lehrkräften zu verhindern.

Dem Berliner FDP-Bildungsexperten Paul Fresdorf hatte die Verwaltung auf Anfrage mitgeteilt, die Zahl der Quereinsteiger liege in Berlin bei acht Prozent. Dabei werden allerdings nur jene Menschen gezählt, die sich aktuell in der Ausbildung für den Quereinstieg befinden - nicht diejenigen, die das bereits hinter sich haben. Das wären schätzungsweise 7.000 der etwa 33.000 Berliner Lehrkräfte – also rund 21 Prozent.

FDP prognostiziert "bildungspolitisches Desaster"

Fresdorf kritisiert, die Bildungsverwaltung verschleiere, statt transparent zu agieren. Nicht nur bei der Zahl der Quereinsteiger, auch bei der Zahl der insgesamt verfügbaren Lehrkräfte. Die Modellrechnungen der Verwaltung zu den geplanten Neu-Einstellungen hält Fresdorf für viel zu optimistisch. Er befürchtet: "Damit steuert Berlin ungebremst in ein bildungspolitisches Desaster, was zulasten vieler Generationen gehen wird."

Auch ein Vertreter des Gesamtpersonalrats spricht gegenüber dem "Tagesspiegel" von einer "Verschleierung durch wechselnde Begrifflichkeiten und Zahlenspielereien".

Die Bildungsverwaltung erklärte gegenüber dem rbb, die Quereinsteiger hätten, wie andere Lehramtsanwärter auch, die zweite Staatsprüfung abgelegt. Daher weise man diese Personen nicht mehr gesondert aus - worauf man sich auch in der Kultusministerkonferenz mit den anderen Bundesländern verständigt habe. Sprecher Martin Klesmann betont: "Von daher ist das kleine Verschleierung, sondern die übliche Praxis in Deutschland."

700 Kündigungen im Sommer?

Zu Aussagen im "Tagesspiegel", wonach zum Sommer in Berlin rund 700 ausgebildete Lehrkräfte gekündigt haben [tagesspiegel.de/Bezahlschranke] und manche Schulen keine einzige regulär ausgebildet Lehrkraft mehr finden, heißt es aus der Bildungsverwaltung, das könne man bisher nicht bestätigen.

Die pauschale Vermutung, dass viele Lehrkräfte kündigen, um in anderen Bundesländern zu arbeiten, die verbeamten, weist die Bildungsverwaltung zurück. Lehrkräfte kündigten aus unterschiedlichen Gründen, etwa auch aus privaten Anlässen, Umzug des Ehepartners, Neuorientierung oder früherer Ruhestand, hieß es.

Verwaltung: Koalition bremst Verbeamtungs-Ideen

FDP-Bildungsexperte Fresdorf fordert, die rot-rot-grüne Regierung müsse alles daran setzen, gut ausgebildete Lehrkräfte für die Hauptstadt zu gewinnen und auch zu halten. Dafür müsse endlich in die Bildungspolitik investiert werden. Die Bildungsverwaltung betont, Senatorin Sandra Scheeres spreche sich schon seit langem für eine Rückkehr zur Verbeamtung aus. Das sei in der Koalition aber nicht durchsetzbar.

 

Sendung: Inforadio, 28.07.21, 12:35 Uhr

42 Kommentare

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  1. 42.

    Allen Quereinsteiger*innen, die ich in den vergangenen drei Jahren an Berliner Schulen kennengelernt habe, mangelt es an dem von Ihnen erwähnten "pädagogischen Feingefühl". Dieses ist zwar auch ein Persönlichkeitsmerkmal, das man hat, oder nicht. Es basiert aber vor allem auf einer breiten, multiperspektivischen fachlichen Grundlage, die die meisten Quereinsteiger*innen einfach nicht haben.

  2. 39.

    Falsch, Paul Schäfer, denn Berlin bildet viele Lehrkräfte aus. Nur verlassen diese dann die Stadt. Womit das wohl zusammenhängt?

  3. 38.

    Mit der deutschen Rechtschreibung scheinen Sie aber auf Kriegsfuß zu stehen…. Ansonsten muss ich Ihnen aber auch inhaltlich widersprechen. Quereinsteiger haben häufig nicht einfach nur ein Unterrichtsfach studiert, sondern sind sog. Lehramtslehrern in der Regel fachlich haushoch überlegen. Lehramtslehrer, denen es - trotz Lehramt - oft an pädagogischen Feingefühl mangelt, sind zudem in ihrem Unterrichtsfach häufig fachlich unterbelichtet, was der Allgemeinbildung leider nicht zuträglich ist.

    Das Lehramt in DE sollte man daher auf keinen Fall überbewerten, weil es eben nur ein Schmalspurstudium mit null bis wenig akademischen Akzenten ist, um willige Staatsdiener heranzuzüchten. Das ist die traurige Wahrheit.

  4. 37.

    Leider wird häufig verschwiegen, dass immer noch nicht die Zahl der Studienplätze erhöht worden ist. Mein Sohn und ein Freund wollten sehr gern Lehramt studieren, Zensurendurchschnitt 1,8 bzw. 2,0, FSJ im Schulbereich und hätten jahrelang auf einen Studienplatz warten müssen. Nach zwei Jahren Platz 908 bei 70 (!) Studienplätzen z.B. an der Humboldt- Universität, an FU, in Potsdam etc. sah es ähnlich aus. Sie haben beide frustriert umgesattelt...

  5. 36.

    Unser Sohn hatte während seines Studiums auch Lehramtsstudenten unter seinen Kommilitonen. Diese haben alle Stellen in Bundesländern angetreten, in denen sie verbeamtet wurden.
    Übrigens hat man in den 1980er Jahren schon in Baden-Württemberg festgestellt, dem Land, in dem ich Lehrerin war, dass beamtete Lehrkräfte für das Land billiger sind als angestellte: Das Land muss während der aktiven Dienstzeit für ALLE angestellten Lehrer Beiträge für die Rentenkasse und die Krankenversicherungen einzahlen. Bei verbeamteten Lehrern fallen diese Beiträge weg. Das Land zahlt nur die Pensionen der verbeamteten Lehrer, die tatsächlich auch den Ruhestand erreichen. Ebenso beteiligt sich das Land auch nur, wenn tatsächlich Kosten durch Krankheit entstehen.
    Aus diesen Gründen wurde an der Verbeamtung der Lehrer festgehalten.
    Außerdem fällt wegen des Streikverbots bei verbeamteten Lehrern auch weniger Unterricht aus.

  6. 35.

    Das sind bekannte Fakten. Nur ändert das nichts daran, dass oft gerade die verbeamteten Kollegen under-Level agieren. Getreu dem Grundsatz: Jetzt kann mir nichts mir passieren, so lange ich kein Kind haue.
    Ergo: Verbeamtung schafft keine Leistungsbereitschaft und -fähigkeit.

  7. 33.

    Soll der berliner Senat doch endlich wieder Lehrkräfte verbeamten.
    Dann wird man ja sehen, ob das Märchen von RRG tatsächlich stimmt das diese Maßnahme nicht den gewünschten Erfolg bringt.

  8. 32.

    Die aus Spargründen abgeschaffte Verbeamtung von Lehrern ist der Hauptgrund für die Krise der Berliner Schulen.
    Das ist lange bekannt und hundertfach durchdiskutiert.

    Gerade die Besten wandern nach dem erfolgreichen Studium in Bundesländer aus, die angemessen und besser bezahlen. Während des Studiums wird Berlin als Party- und Kulturstadt gerne angenommen. Zum späteren Leben eher nicht. Die Politik muss hier endlich handeln! Alle anderen Bundesländer haben verbeamtete Lehrer.
    Es kein Mysterium...

  9. 31.

    Hier im Kommentarforum sind mal wieder Lehrer-Basher unterwegs.
    Hier mal ein paar Fakten:
    1. Lehrkräfte in Berlin werden schon etliche Jahre nicht mehr verbeamtet!
    2. Mit der Nichtverbeamtung verdienten berliner Lehrkräfte im gesamten Erwerbsleben zigtausende weniger, als verbeamtete Lehrkräfte!
    3. Berliner Lehrkräfte haben bundesweit das an den vielen Brennpunktschulen der Stadt!
    4. Berliner Lehrkräfte im öffentlichen Dienst arbeiten Seite an Seite mit verbeamteten Lehrkräften obwohl sie wesentlich weniger verdienen! Diese Ungerechtigkeit besteht seid etlichen Jahren! Gleiche Arbeit für gleiches Geld ist hier Fehlanzeige!
    5. Verbeamtete Lehrkräfte aus anderen Bundesländern - die sich nach Berlin versetzen lassen - erhalten ihren Beamtenstatus und verdienen auch hier wesentlich mehr als die Lehrkräfte, die nach dem Referendariat Berlin die Treue gehalten haben!
    6. Berlin hat deutschlandweit die höchste Quereinsteigerquote!

  10. 30.

    Berliner Lehrkräfte verdienen im Vergleich zu den verbeamteten Lehrkräften aus anderen Bundesländern im gesamten Erwebsleben bis zu 100k Euro weniger. Nur zur Anmerkung!

  11. 29.

    Hier im Kommentarforum sind mal wieder Lehrer-Basher unterwegs.
    Hier mal ein paar Fakten:
    1. Lehrkräfte in Berlin werden schon etliche Jahre nicht mehr verbeamtet!
    2. Mit der Nichtverbeamtung verdienten berliner Lehrkräfte im gesamten Erwerbsleben zigtausende weniger, als verbeamtete Lehrkräfte!
    3. Berliner Lehrkräfte haben bundesweit das schwerste Schülerklientel insbesondere an den vielen Brennpunktschulen der Stadt!
    4. Berliner Lehrkräfte im öffentlichen Dienst arbeiten Seite an Seite mit verbeamteten Lehrkräften obwohl sie wesentlich weniger verdienen! Diese Ungerechtigkeit besteht seid etlichen Jahren! Gleiche Arbeit für gleiches Geld ist hier Fehlanzeige!
    5. Verbeamtete Lehrkräfte aus anderen Bundesländern - die sich nach Berlin versetzen lassen - erhalten ihren Beamtenstatus und verdienen auch hier wesentlich mehr als die Lehrkräfte, die nach dem Referendariat Berlin die Treue gehalten haben!
    6. Berlin hat deutschlandweit die höchste Quereinsteigerquote!

  12. 28.

    Ja, vor allem die bildungsfernen weißdeutschen Familien schrecken ab. Deshalb fehlen vor allem in den ländlichen Gebieten so viele Fachkräfte.
    Aber auch die ostdeutschen Flächenländer suchen händeringend. Vor zwei Tagen veröffentlichte lehrcare eine Massensuchanzeige Sachsen-Anhalts für dessen öffentliche Schulen aller Schulformen. Der Migrationsanteil liegt dort übrigens weit, weit unter dem Berliner.

  13. 27.

    Gab's schon mal vor 20 Jahren in Hamburg als Modellüberlegung! Grundgehalt plus Zuschläge für Betreuung von Referendaren, Abiturvorbereitung - und Korrekturen, Arbeitsgemeinschaften, Klassenlehrertätigkeit, Funktionen an der Schule, zusätzlich ein Koeffizient für Fächer mit erhöhtem Korrekturaufwand (Deutsch, Fremdsprachen).
    Bis auf Anrechnungsstunden für AG's und eventuell für Funktionen an der Schule ist es für das Einkommen der Lehrkraft völlig unerheblich diese Zusatztätigigkeiten auszuüben oder nicht.
    Das führt zur Überbelastung bei den Engagierten und zum "Ausruhen" bei den wenigen "Faulen"!
    Am geringsten geschätzt wird der verantwortungs-und zeitintensive Job als Klassenlehrer mit bis zu 30 Schülern (Statistikkram, individuelle Eltern - und Schülergespräche, Exkursionen, Klassenfahrten, Verantwortung!)!
    Anerkennung gibt es von den Schülern, wenig von den Eltern, überhaupt nicht vom Bildungssystem!
    Das zusätzlich zur Arbeitszeit wichtige Begleiten der Referendare (gemeinsame Vor -und Nachbereitung des Unterrichts, Formulieren von Einschätzungen bis zum Gutachten) ist dem Bildungsministerium nicht mal ein " müdes Lächeln " wert!

  14. 26.

    Man hält die Bildung auf niedrigen Niveau seit Jahren und so bekommt RRG ihre Wählerklientel.

  15. 25.

    Wenn man genug Lehrer ausblden würde, wäre der gesamte Unsinn vorbei. Wir haben die teuersten Lehrer und die schlechtesten Ergebnisse bei der Ausbildung der Schüler.

  16. 24.

    Die soziale und ethische Zusammensetzung der Berliner Gesellschaft wirkt sich selbstverständlich auf den Lehrerberuf aus. Der hohe Anteil an Migrationskindern und aus bildungsfernen Schichten stellt noch einmal erhöhte Anforderungen an die Lehrer für die gleiche Vergütung wie in den anderen Bundesländern. Warum sollte man sich dies freiwillig antun. Hier wirken sich Entscheidungen in anderen Politikfeldern negativ aus.

  17. 23.

    Also ihre Kenntnisse vom Lehramt scheinen sie am Stammtisch aufgeschnappt haben. LAA unterrichten während des Studiums nicht? Wäre mir neu und ist natürlich völlig falsch. Und ob die Quereinsteiger Kenntnisse in mehreren Fächern haben wird ja nicht bestritten, sie können es aber kaum umsetzen weil ganz einfach die Päd. Ausbildung fehlt oder viel zu spät umgesetzt wird. Und dann ist es immer noch zweifelhaft, ob gute Lehrer aus den Quereinsteigern werden.Das alle, sowohl LAA als auch Quereinsteiger am 1. Schultag hilflos vor der Klasse stehen ist wohl zu natürlich, und trifft auf alle Berufsgruppen zu. Nur bei Klugscheissern ist es ein wenig anders.

  18. 22.

    @Sander
    Und man merkt, dass Sie keine Ahnung haben,
    Quereinsteiger haben nicht nur in einem Fach Kenntnisse.

    Es gibt Quereinsteiger, die sofort in das Referendariat einsteigen, weil Ihnen beide Fächer anerkannt wurden und sie nichts nachstudieren müssen.

    Und LAA haben auch von Tuten und Blasen keine Ahnung. Im Studium unterrichtet man nämlich nicht. Das macht man erst nach dem Lehramtsstudium und dann stehen die hilflos vor der Klasse. Alles erlebt und gesehen.

  19. 21.

    Jetzt halte mal den Ball flach.
    Auch Lehramtsanwärter, die rein auf Lehramt studiert haben, sind keine besseren Lehrer.
    Im Bachelor sitzen die auch nur mit den reinen Mathestudenten im Hörsaal und haben Null Didaktik. Im Master haben die dann ein wenig Didaktik. Kann man aber auch in die Tonne werfen.
    Die Quereinsteiger machen genau das gleiche Referendariat wie die LAA.
    Also Ball flach halten.
    Und der Bachelor + Master geht überall 5 Jahre. Man hat keinen Vorteil und muss überall kämpfen.

  20. 20.

    Das sehe ich genau so. Ich habe eine Verbeamtung bereits einmal abgelehnt und würde mich auch heute nicht verbeamten lassen. Es gibt modernere Alternativen, gute Lehrkräfte zu finden und zu binden. Ein Lehrergrundgehalt und die Möglichkeit, besonderes Engagement zusätzlich jährlich (finanziell und organisatorisch) zu honorieren, würde die Leistungsfähigen und -bereiten motivieren. Dafür bekäme jede Schule ein Budget, abhängig von den schulischen Bedingungen(Anteil Migrationsschüler, soziale Lage der Familien, Anteil Förderbedarfe ,…) Die Leistungszulage basiert dann auf einem Mix aus Leistungskriterien, die sowohl von den Kunden (Eltern und Schülern) als auch den Kollegen bewertet werden. Das wäre mal ein Ansatz. Dann holt sich Berlin die Besten und der gammelnde Rest kann bleiben wo er ist. Die Kriterien und die Zulagen müssten jährlich evaluiert und offen diskutiert werden. Aber schon daran scheitert das hierarchische Schulsystem und das kammeralistische Haushaltssystem.

  21. 19.

    Mit Aufklärung allein ist es doch nicht getan. Quereinsteiger haben einen Abschluss in einem Schulrelevanten Unterrichtsfach. Das war es aber schon. Alles andere, die Berufsbegleitenden Weiterbildungen finden zum Teil Jahre später statt. Eine Vielzahl der Quereinsteiger merkt erst nach der Einstellung das sie aus Pädagogischer Sicht absolut nicht für den Beruf geeignet sind und die meisten haben diesen Strohhalm im Öffentlichen Dienst ergriffen, weil sie in ihren angestammten Berufen keine Perspektive sehen, das Geld nicht ausreichend ist, oder aus anderen Gründen. Klar werden die irgendwann mal richtige Lehrer, formal, von der Ausbildung her und einige werden sicherlich auch gute Pädagogen, die Mehrzahl aber, das sage ich aus eigener Erfahrung, wird es nicht und kann es auch nicht. Menschlich und Pädagogisch haben wir bei uns zwischen 50 und 70 Prozent Ausfälle, weil eigentlich nicht geeignet. Interessiert aber in der Senatsverwaltung im Hause Scheeres niemanden. Es gibt ja nichts a

  22. 18.

    Macht es Berlin so wie in Brandenburg? Lehrerschlüssel so verteilen, dass auch alle „abgesaugten“ Lehrer im LISUM und für niedrige Zusatzarbeiten an die Sachbearbeiter der Bildungsveranstaltungen, mitgezählt werden obwohl diese gar nicht an der „Front“ arbeiten? Das bedeutet dann: Klassenstärke ca. 15 Schüler in Wirklichkeit aber 35 am Gymnasium. Das geht nicht? Doch, nicht alle zugelassenen Schüler und Sitzenbleiber treten lt. BV auch an... Na ja, Stehplätze am 1. Unterrichtstag sind nicht so selten? Man agiert frech und arrogant zuteilend nach dem Motto: im Durchschnitt war der Bach 1m tief, trotzdem ist die Kuh ersoffen. Na ja so manche sind in der Verwaltung besser aufgehoben...janz weit weg.

  23. 17.

    Wir sind so eine Familie. In Berlin fehlte es an Oberschulplätzen, beide Kinder sollten weder eine Zuweisung ertragen müssen, noch an verschiedenen Schulen landen. Jetzt besuchen sie in Brandenburg eine Privatschule. Seit November lief der Unterricht 100% nach Stundenplan digital. Die Schule hat sich im Sommer 2020 gewappnet und durchgezogen. Besser können wir unser Geld nicht investieren. Dennoch ist es sehr traurig, dass nur wenige Kinder solche Chancen haben. Es macht wütend. Dem Team der Schule sind wir unendlich dankbar!

  24. 16.

    Ist es nicht ein Hohn, wenn im Inforadio Werbung für Quereinsteigern gemacht wird.
    Quereinstieg ohne Zukunft.
    Tolle Politik Frau Senatorin.
    Schade, dass Sie dies nicht lesen.

  25. 15.

    S. g. Kommentator - in, - *,
    Ihre zu den Quereinsteigern ist wohl nicht ganz gelungen, oder Berlin geht einenextra Weg der Beförderung zum Referentar und zur Bezahlung. Ich meine die Quereinsteigern stopfen die Löcher ohne Aussicht auf Festeinstellung und für mehr als nur ein kleines Taschengeld. Plötzlich sind unbefristete Stellen nur noch befristet.
    Und Brandenburg? Da übertrifft man sicherlich noch Berlin. Oder weiss der Rbb oder die Kommentatoren mehr?

  26. 14.

    FDP prognostiziert "bildungspolitisches Desaster". Das Desaster ist schon da. Ich habe es immer wieder erlebt. Spätestens mit Erreichung der Schulpflicht versuchen auch sonst total "fortschrittliche" Eltern durch Wegzug aus einschlägig bekannten Gebieten ihren Kindern die Benachteiligung als Folge heruntergefahrener Standards zu ersparen. Sind die Kinder dann etwas älter, und können es sich die Eltern leisten, werden sie auf Privatschulen bis hin ins Brandenburger Umland geschickt.

  27. 13.

    Es gibt in Berlin wohl kaum eine Statistik, die ihrer Anforderung gerecht wird. Es wird immer hin- und her geschoben, verschleiert und mal so, dann wieder so ausgelegt.
    Als Lehrkräfte vor Mauerfall vom Westen (A12) sich nach Berlin versetzen ließen, wurden sie mit A14 alimentiert. Das waren Zeiten.

  28. 12.

    Naja die Studie hat den Lernerfolg gar nicht erfasst. Also wenn nur die Eltern gefragt werden, ob sie denken ihr Kind hat weniger gelernt, dann ist das leider noch keine Tatsache. In der Studie wurde zudem nur die Lernzeit verglichen und daraus geschlussfolgert, es wurde weniger Unterricht gemacht, also muss auch weniger gelernt worden sein. Eine richtige Studie wäre mal interessant, weil nur anhand der Aussage der Eltern kann man nichts feststellen.

  29. 11.

    Ich muss ehrlich sagen der Beruf des Lehrers ist nicht mehr das was er war. Warum braucht man noch ein Studium mit Pädagogik und Psychologie ,wenn ein Quereinsteiger die Berufsausbildung viel schneller abschließen kann. Gut er muss vielleicht noch 1,5-2 Jahre ein Seminar besuchen, arbeitet dabei aber schon an der Schule und hat danach das Ref… aber kann ich auch Arzt, Rechtsanwalt oder Architekt in so kurzer Zeit als Quereinsteiger werden? Nein!!! Politik, Geschichte, Biologie und Kunst etc. haben auch Lehrer studiert:
    Also warum also überhaupt noch ein Lehramtsstudium? Quereinsteiger dürfte es nicht geben. Punkt. Der Lehrer mit zig Schulpraktikas, gefühlt 1000 eingereichten Stundenentwürfen, Pädagogik- und Psychologiekursen, so wie scharfenKritikern im Referendariat fühlt sich nicht mehr Ernst genommen…seine Ausbildung scheint weniger Wert, wenn es am Ende jemand machen kann der Bauingenieur, Politiker, Anwalt oder Tierarzt ist.

  30. 10.

    Selbst die Österreicher haben das Beamtentum für Lehrkräfte abgeschafft, ganz zu schweigen von unseren EU-Mitgliedsländern.
    Nur Deutschland macht das noch, obwohl die Pensionslast für Beamte vollkommen überzogen ist. Berlin hat die Verbeamtung von Lehrkräften aufgrund seiner Überschuldung richtigerweise abgeschafft und der Rest von D sollte schnellstmöglich folgen, denke ich.

  31. 9.

    Als wenn es all die Jahre nicht schon schlimm genug war, hat Scheeres es geschafft das Ding komplett gegen die Wand zu fahren. Und ihr Chef Müller ist bildungspolitisch leider auch keine helle Leuchte, wobei in welchem Bereich ist er das schon!?
    Es ist so erbärmlich wie wenig unsere Kinder und deren Bildung wert sind, da werden irgendwelche Blindpesen in Jobs gesetzt von denen sie leider keine Ahnung haben. Ein Glück das diese Desaster Regierung bald fertig hat.

  32. 8.

    Vielleicht sollte man nicht immer auf die Quereinsteiger schimpfen oder sie schlecht machten, sondern aufklären. Quereinsteiger in Berlin haben einen Masterabschluss in einem Schulrelevanten Fach, gehen für ein Jahr in pädagogische Seminare, studieren dass noch zwei Jahre ein bzw. zwei Fächer und gehen dann ins Referendariat, welches sie mit der 2. Staatsprüfung abschließen. Und das alles berufsbegleitend. Quereinsteiger sind wenn sie fertig sind ausgebildete Lehrer und haben größtenteils bezogen auf Studium und Berufserfahrung mehr geleistet als ein "normal" ausgebildeter Lehrer. Sie als "Lehrer 2. Klasse" zu sehen ist nicht gerecht. Man sollte viel mehr an deren Ausbildung arbeiten, um sie bestmöglich vorzubereiten und zu unterstützen, und sie schätzen lernen, immerhin entscheiden sie sich dafür Lehrer in Berlin zu sein (und verpflichten sich auch für mindestens drei Jahre zu bleiben!).

  33. 7.

    Ich bin verbeamtete Lehrerin und hab während Corona auch überlegt, alles hinzuschmeißen. Sonntags aus dem Internet zu erfahren, wie es am Montag weiter geht, sich ein Bein auszureißen, damit die Schüler irgendwie doch was lernen und dann in Studien zu lesen, dass alles für die Katz war? Scheint mir, als gäbe es sinnvollere Berufe...

  34. 6.

    Früher war Lehrer ein Traumberuf.
    Durch die Zustände an Schulen, die durch Linksgrüne Sicherheits-, Moral- und Schulpolitik immer schlimmer wurden, gehen immer weniger Junge diesen Weg.
    Es gab genug Warnungen.

  35. 5.

    Sie haben eine etwas seltsame Auffassung von der Lösung all der Probleme, die dieses Berlin hat. Warum sollte sich die Mehrheit der Bundesländer einer Minderheit, einem einzigen Stadtstaat, der eh schon rundherum alimentiert wird, unterordnen? Damit wollen Sie ein Berliner Problem lösen? Ich glaube eher, dass andersherum "ein Schuh daraus" wird. Sicher wäre es angebracht, wenn sich Berlin vielleicht mal an anderen orientiert, die weitaus bessere Ergebnisse präsentieren.

  36. 4.

    Verbeamtung von Lehrkräften gibt es in den meisten EU-Ländern überhaupt nicht. M.E. ist das in Deutschland ein überflüssiges Relikt von früher, das man nicht braucht. Das Problem in Berlin könnte sofort gelöst werden, wenn sich alle anderen Bundesländer von der Verbeamtung von Lehrkräften verabschieden würden.

  37. 3.

    Noch als Ergänzung: An dem beschriebenen Desaster sind nicht etwa die Quereinsteiger schuld. Hier liegt die Crux in der Schulpolitik des Senats begraben ...

  38. 2.

    In dem Text steht sinngemäß, dass man auf ein Desaster hinsteuere. Also wer das immer noch nicht begriffen hat: Wir sind schon lange mittendrin! Berlin, die wunderbare Stadt, die alleine durch ihr Flair die Lehrkräfte halten kann ... Das stimmt schon lange nicht mehr. Wenn es woanders bessere Chancen gibt und man dafür auch noch verbeamtet wird, wäre man doch relativ unzurechnungsfähig, würde man das nicht annehmen. Wann geht das endlich mal in die Köpfe unserer Obrigkeit.

  39. 1.

    Wundert mich gar nicht, was dem Senat hier vorgeworfen wird. Mein Mann ist Däne und arbeitet seit 10 Jahren im Berliner und Brandenburger Schuldienst. Er ist ausgebildeter Lehrer nach dänischem System 1–10. Klasse für Mathe, Geschichte und. Erdkunde. Sein deutsch ist super, nur ist sein Studium noch immer nicht anerkannt in DE. Obwohl die Schule, an der er die letzten 1,5 Jahre war, Personal braucht, wurde sein befristeter Vertrag nicht verlängert. Warum? Weil es die 4. Verlängerung wäre und damit eine Festanstellung anstünde. Will der Senat offensichtlich nicht. Wundert mich bei der Personalführung und Art der Kommunikation (gar keine) also nicht im geringsten, dass Lehrer von Berlin weggehen.

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