Ab August in Brandenburg - Beratungsstelle für Angehörige von Rechtsextremisten eröffnet

Archivbild: "Deutschland" steht am 05.03.2016 in Rathenow auf der Jacke eines Mannes (Bild: dpa/Paul Zinken)
Bild: dpa/Paul Zinken

Das Potsdamer Demos-Institut für Gemeinwesenberatung in Brandenburg eröffnet ab August eine spezielle Beratungsstelle für Menschen, die in ihrer Familie Rechtsextreme oder Anhänger von Verschwörungsmythen haben. "Wir bekommen in diesem Bereich immer mehr Anfragen", sagte Demos-Berater Martin Schubert am Montag in Potsdam. "Da spielen sich mitunter echte Familiendramen ab, wenn sich der Partner, die Kinder oder ein Elternteil radikalisiert." Rechtsextremismus sei kein Jugend-Phänomen.

"Etwas überspitzt formuliert: Während früher oft Eltern wegen rechtsextremistischer Musik ihrer Kinder kamen, hat nun die Generation der Kinder Beratungsbedarf wegen verschwörungstheoretischer Einstellungen ihrer Eltern", so Schubert. Bei den Beratungen in den vergangenen Jahren habe sich gezeigt, dass es oft biografische Brüche oder Ohnmachtserfahrungen seien, die zu Auslösern werden, sich rechten Weltbildern zuzuwenden.

Angehörige als Brücke in die Normalität

Entsprechend ausgerichtet sei auch die Beratung: "Die Angehörigen sind oft die letzte Brücke in die 'normale Welt', und sie wollen wir mit unserem Hilfsangebot stärken, um die Familiensituation zu stabilisieren und betroffene Personen im besten Fall auch wieder von den radikalisierten Weltbildern wegzubringen."

Das Demos-Institut [gemeinwesenberatung-demos.de] wird seit 2006 betrieben vom eingetragenen Verein "Demokratie und Integration Brandenburg". Das Insitut setzt sich nach eigenen Angaben für Demokratie-Förderung ein und "gegen Gewalt, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit". Der Träger-Verein arbeitet mit der Brandenburger Landesregierung zusammen - zum Beispiel im Rahmen der Koordinierungsstelle "Tolerantes Brandenburg".

Rechtsextremismus verändere sich kontinuierlich, erläuterte Schubert. Das lasse sich zum Beispiel an Erscheinungs- und Organisationsformen festmachen: "Der typische 'Skinhead-Springerstiefel-Nazi' vom Anfang der 90er Jahre spielt heute in der rechten Szene kaum noch eine Rolle." Heute versuchten rechte Strategen, in der bürgerlichen Mitte anzuknüpfen. "Ich glaube, dass es Rechtsextremisten gelungen ist, anschlussfähiger zu werden. Es gelingt ihnen, gesellschaftliche Unzufriedenheit für ihre Zwecke zu nutzen", bilanziert Schubert.

16 Kommentare

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  1. 16.

    Die braucht es nicht, weil die Zahl der Linksextremisten überschaubar ist, die Anzahl der Rechtsextremisten aber einen neuen Rekordwert erreicht hat. Ich kenne auch keine Linksextremisten die im Brandenburger Landtag sitzen, Rechtsextremisten aber schon.

    https://www.rbb24.de/politik/beitrag/2020/09/verfassungsschutz-jahresbericht-links-rechts-islamistisch.html

  2. 14.

    Könnten Sie diese Beratungsstellen und Kontaktdaten vielleicht mal publizieren ?

  3. 13.

    Dann gehört Ihre Forderung nicht anonym, klein und unwirksam Und feige) hierher, sondern Sie müssen es gradlinig und zielstrebig in die Hand nehmen. Werden Sie aktiv. Spammen Sie die von Ihnen erreichbare Politik mit E-Mails und Briefen zu, gründen Sie eine Bürgerinitiative, usw., bis Sie Ihr Ziel ereicht haben. Das geht meistens nur mittels massiver entschlossener Nerverei.

  4. 12.

    Das muss man manchmal, wenn es einfach unerträglich wird, auch wenn es Verwandtschaft ist, so wie bei mir. Es gibt da keine Diskussionen, denn diese Leute sind festgefahren. Es gibt da auch keine Gesprächsbasis mehr.

    Bei mir ist es ein Teil der Familie und ich habe den Kontakt abgebrochen. Das führt einfach zu nichts. Und die kann man auch nicht bekehren....

    Als dann noch der Corona-Tot eines Angehörigen verlacht und verleugnet wurde, da war bei mir "Feierabend". Kompletter Kontaktabbruch. Und es tut mir gut.

    Wie dumm kann man sein, seinen eigenen Angehörigen zu verleugnen, was ihm Widerfahren ist. Da war bei mir Schluss aus, denn ob Verwandt oder nicht, dass ist für mich einfach nur noch unfamiliär, menschenverachtend etc. Da sieht man was in diesen Leuten vorgeht: Empathielosigkeit.

  5. 11.

    Ich habe auch so einen Teil in der Familie: Querdenker und gleichzeitig Nazi. Ich habe den Kontakt abgebrochen. Diese Leute sind in ihren Denken so vertieft, die kommen da nicht wieder raus. Und ich werde mich nicht mit solchen toxischen Menschen befassen, da habe ich besseres zu tun.....

    Wenn ich das dumme Gerede nur höre, von wegen Ausländer sind an allem Schuld oder wer sich impfen lässt, wird in 5 Jahren tot sein oder man wird gechipt. Da sieht man doch dass da nicht viel dahinter ist mit so einem Gerede....

    Diese Leute beharren auf ihre Meinung und werden sie nicht ablegen. Da gibt es für mich keine Diskussion.... denn mit solchen lässt sich nicht diskutieren....

  6. 10.

    Erstens war es klar, dass noch jemand versuchen wird vom Thema abzulenken, um Rechtsextremismus zu verharmlosen. Und zweitens gibt es auch solche Beratungsangebote bereits.

  7. 9.

    Ich vermisse die Beratungsstelle für Angehörige von Linksextremisten.

  8. 8.

    Das ist auch meine Meinung. Gottseidank habe ich keine Corona-Querdenker ein Schwurbler in meinem Freundeskreis. Das diskutieren wäre ja nicht auszuhalten. Wenn man so verschiedene Meinung ist, dann hat es auch keinen Sinn mehr. Blöd bloß, wenn es der Sohn oder die Eltern sind. Die kann man ja nicht so einfach links liegen lassen.

  9. 7.

    Sonst geht's wohl noch danke. Meine Tante und mein Onkel sind beide Architekten und haben sie um ihre beiden Söhne super gekümmert. Aber einer hatte falsche Freunde und ist in die NeoNaziSzene abgerutscht. Die Eltern können absolut nichts dafür und konnten nichts dagegen machen. Gottseidank bekam er ein Austauschjahr in Kanada bewilligt und hat sich dort wieder gefangen.

  10. 6.

    Eine gute und wichtige Sache. Wenn sich aber Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus von Familienangehörigen auf andere Familienmitglieder konzentriert, kann man nichts mehr stabilisieren. Da hilft nur eines, nämlich den Kontakt abbrechen.

  11. 5.

    Haben Sie den Artikel nicht verstanden oder erst gar nicht gelesen?

  12. 4.

    Hä? Wenn jemand rechtsextrem agiert sind Ihrer Ansicht nach die Eltern schuld? Vielleicht bräuchten Sie auch Beratung!
    Die Beratungsstelle ist für Familienangehörige die Probleme mit ihren Familienangehörigen haben. Niemand ist für das Denken und Handeln in seiner Familie verantwortlich zu machen - auch nicht von Ihnen.

  13. 2.

    Artikel gelesen? Bis zu Ende?

  14. 1.

    Super. Mit der Erziehung versagen und dann noch Hilfe kriegen mit Steuergeldern.

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