Dyke* March in Berlin - Frauen demonstrieren für lesbische Sichtbarkeit

Im Bild sind Impressionen vom Dyke* March 2020. (Quelle: imago images/Christian Spicker)
Video: Abendschau | 23.07.2021 | Kerstin Breinig | Bild: imago images/Christian Spicker

Unter dem Motto "Lesbische Sichtbarkeit" haben am Freitagabend Frauen in Berlin demonstriert. Der Dyke* March sei keine Konkurrenz zur CSD-Parade am Samstag, aber Lesben würden in der "LGBT-Bubble" oft "verschluckt", so eine Organisatorin.

Am Vorabend des großen Christopher-Street-Day-Umzugs in Berlin haben sich Frauen am Freitag am Brandenburger Tor zu einem Dyke* March versammelt, um für mehr lesbische Sichtbarkeit zu demonstrieren. Es gehe darum, darauf aufmerksam zu machen, dass Lesben gesellschaftlich oft unsichtbar seien, sagte Mitorganisatorin Manuela Kay dem rbb.

"Uns gibt es, wir sind viele"

Auch in der "LGBT-Bubble" würden lesbische Frauen oft "verschluckt", sagte sie. Der Dyke* March sei keine Konkurrenz zur großen Christopher-Street-Day-Parade am Samstag, "wir sind das lesbische Sahnehäubchen auf dem CSD". Eine Teilnehmerin erklärte: "Uns gibt es, wir sind viele – und das wollen wir einfach zeigen."

Nach Einschätzung einer rbb-Reporterin startete der Demonstrationszug gegen 19:30 Uhr mit 1.000 bis 1.500 Teilnehmerinnen. Kay erwartete, dass die Zahl der Demonstrantinnen im Laufe der Demo noch deutlich steige. Der Demonstrationszug führte nach Kreuzberg zum Mariannenplatz, wo die Veranstaltung um 22 Uhr enden sollte.

Seit Ende Juni wird in Berlin mit verschiedenen Aktionen an den historischen Christopher Street Day erinnert: In der Nacht vom 27. auf den 28. Juni 1969 hatten Polizisten in New York die Homosexuellen-Bar "Stonewall Inn" in der Christopher Street gestürmt und einen Aufstand von Schwulen, Lesben und Transsexuellen gegen willkürliche Kontrollen und Schikanen ausgelöst.

Seit seinen Ursprüngen in den USA findet der Dyke March immer am Vorabend zu den großen CSD-Demos statt.

Sendung: Abenschau, 23.07.2021, 19:30 Uhr

Die Kommentarfunktion wurde am 24.07.2021 um 16:13 Uhr geschlossen

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34 Kommentare

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  1. 33.

    Beim Thema Offenheit & Toleranz einen Bogen zu Alice Weidel zu schlagen ist aber...nennen wir es mal kreativ...

  2. 32.

    Welche *lesbische Tatkommissarin* ist denn >in ihrer Rolle< eine >lesbische Kommissarin<?

    Oder meinen Sie eine offen lesbische Schauspielerin, die eine Kommissarin spielt, diese aber gar keine Liebesbeziehungen zu Frauen hat?
    Die am Anfang der Serie laut Drehbuch Männbeziehungen hatte.
    *Das* ist Unsichtbarkeit.

    Wieviel lesbische Charaktere gibt es im deutschen TV_Vorabend- und Abendprogramm?

  3. 31.

    Wie geht der Spruch :
    "Da geht es den Menschen wie den Leuten".
    Alle haben in der Pandemie gelitten. Den meisten Menschen fehlten neben den persönlichen Kontakten zum Kollegenkreis auch die privaten persönlichen Kontakte,vom Kind bis zum Greis, egal welchen Geschlechts. Den jungen Leuten fehlten auch die Clubs,weshalb sie unkontrolliert in Parks feierten/ feiern oder vllt auf Demos gehen um Freunde zu treffen. Die Unterschiede im Alltag sind doch gar nicht so groß wie sie oft dargestellt werden, zwischen den Bedürfnissen und Erfahrungen in den div. Gruppen in unserer Gesellschaft.

  4. 30.

    Ich kenne auch mehrere sowohl lesbliche als auch schwule Kolleginnen und Kollegen. Da wird keiner angefeindet oder beschimpft. Die benehmen sich wie ganz normale Menschen. Und das wird absolut anerkannt.

  5. 29.

    >Wie kann man denn dann noch das Gefühl haben nicht gesehen zu werden?<
    Es ist kein "Gefühl", sondern tägliche Lebenserfahrung. Und meistens keine gute, bedauerlicherweise. Als eher feminine lesbische Frau bin ich oft *unsichtbar*. Ganz praktisch, aus kürzlichem eigenen Erleben: auch im Jahr 2021 ist sowohl für Sanitäter, NotärztInnen und Krankenhauspersonal offenbar unvorstellbar, warum man als lesbische Frau *nicht* zu einem hochbetagten alten Mann ins Krankenzimmer geschoben werden möchte bzw. ein anderes Schamgefühl in bestimmten Situationen hat oder nicht ständig nach *Kindern, Enkeln, Ehemann* ausgefragt werden möchte - verneint man dies höflich, zum allgemeinen und offenkundigen Erstaunen, ist frau als Person vollkommen Luft, als ob es ohne diese Attribute keinen eigenständigen wertvollen Menschen gäbe. Für mich war das extrem schmerzhaft, obwohl ich gerade im KH etwas Trost und Zuspruch gut hätte gebrauchen können.

  6. 28.

    Genau so sieht's aus.
    Sichtbarkeit heißt nicht, dass alle bunt angezogen rumlaufen.
    Allerdings muss man sagen, da zur Zeit alles mögliche geschlossen ist, haben sich die Möglichkeiten z. B. für Schwule extrem reduziert.
    Weiß nicht, wie das bei Lesben ist.

  7. 27.

    Mit Alice Weidel gibt es eine Offen Lesbische Parteivorsitzende.
    Ebenso gibt es eine tolle lesbische Tatortkommissarin.

  8. 26.

    @ Motte: ich glaube, ich habe ihren Kommentar falsch gedeutet, sorry.

  9. 25.

    Ganz meiner Meinung, habe ich hier schon oft kund getan und wurde immer irgendwie angegriffen.

  10. 24.

    Also ich stimme @ 16 Carla und @ 17 Chris Mol voll zu.
    Wie ich bereits an anderer Stelle kommentierte, es ist egal, wer wen liebt,denn es geht immer nur um den Menschen.Das antwortete Samantha Fox 2003,nachdem sie ihre Liebe zu ihrer Freundin Myra befragt wurde und sie hat Recht. Egal ob Lesben,Schwule Bisexuelle oder Transsexuelle. Und wenn das wirklich Alltag sein soll, müssen m.E. auch alle selbst entscheiden können und dürfen,wie sie privat und beruflich leben wollen. Einige öffentlich schrill und wir kennen Mittlerweile auch viele " prominente" ,also in der Öffentlichkeit stehende Personen,Frauen und Männer,die sich beruflich in der Politik,den Medien usw. einen Namen gemacht haben und sich nun völlig selbstverständlich mit ihren gleichgeschlechtlichen Partnern/ Ehepartnern zeigen.
    Damit tragen sie m.E. das ganze Jahr über dazu bei, dass auch diese Lebensform sichtbar bleibt.

  11. 23.

    @Motte: soll also nicht jeder nach seiner Fasson selig werden?
    Auch ich kann CSD u.ä. Demos nix abgewinnen aber wenn es so ist, das nicht jeder nach seiner Fasson leben darf sind diese wohl doch nötig.

  12. 22.

    "... keinerlei Probleme mit Anfeindungen haben. Liegt aber daran, das die ein völlig normales Leben führen..."
    ach, und erst, wenn IHRE Bekannten auch mal Anfeindungen ausgesetzt sind und Ihnen davon berichten, hat der CSD eine Legitimation, oder wie? Und als schwules Paar händchenhalten in der U1 sitzen heisst dann für Sie "kein normales Leben führen"? Vielleicht erstmal besinnen und dann kommentieren!

  13. 19.

    Wo ist das Problem?
    Auch lesbische Pärchen können sich im öffentlichen Raum sichtbar machen, in dem sie Händchen haltend durch die Stadt flanieren und sich gegenseitig mit Küschen beschenken.

  14. 18.

    Soll doch ein*e jede*r nach seiner Facon selig werden,wie es der Alte Fritz schon sagte, dann sind solche Demos nicht notwendig.

  15. 17.

    Wenn alle Menschen, egal wo sie sich aufhalten auf dieser Welt, einfach nur Respekt, Toleranz, Frieden, Freiheit, Glauben, sexuelle Ausrichtung in allen Facetten, kein maximales materielles Gewinnstreben und kein absolutes Machtstreben in allen Bereichen leben würden, dann bräuchten wir solche Demonstrationen nicht mehr. Die Stärke einer funktionierenden Demokratie ist die Freiheit des/der Andersdenkenden und dessen Meinung und Recht dies zu leben, und auch zu akzeptieren. Das Ganze ohne Unterdrückung, ohne Beschimpfungen oder Beleidigung, ohne Diffamierung, ohne Lächerlichmachung anderer, dann wären wir alle ein ganzes Stück weiter. Jeder Mensch muss da für sich persönlich bei sich selbst ganz klein anfangen, einfach mal eine ehrliche Selbstreflektion machen. Danach größer denken, bis man weltweit angekommen ist. Da sieht man dann für sich selbst sehr schnell, wo er/sie steht und welche Defizite man hat! Einfach mal ganz neutral sein, fremden Dingen aufgeschlossen sein und nachdenken! Es werden dabei für jeden und alle erstaunlich viele Erkenntnisse daraus entstehen...

  16. 16.

    Schon komisch, das Schwule und Lesben die ich kenne, und das sind einige, keinerlei Probleme mit Anfeindungen haben. Liegt aber daran, das die ein völlig normales Leben führen und nicht ständig provokativ in der Öffentlichkeit auftreten.

  17. 15.

    Bin tatsächlich etwas überrascht...steht der ERSTE Buchstabe in "LGBTQ+" nicht für Lesben? Wie kann man denn dann noch das Gefühl haben nicht gesehen zu werden? Gibt es tatsächlich Menschen da draußen die denken, dass es schwule Männer, aber keine lesbischen Frauen gibt? Sollte LGBTQ+ nicht eine Community sein, anstatt innerhalb wieder abgeschlossene Grüppchen zu bilden, die dann gegeneinander um Aufmerksamkeit buhlen?

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