Hauptsächlich Widerstand und tätliche Angriffe - Gewalt gegen Brandenburger Polizisten leicht gestiegen

Abzeichen der Polizei Brandenburg (Quelle: dpa/Stache)
Audio: Antenne Brandenburg | 28.07.2021 | Sebastian Meerheim | Bild: dpa/Sören Stache

Die Fälle von Gewalt gegen Polizistinnen und Polizisten haben in Brandenburg im ersten Halbjahr dieses Jahres leicht zugenommen. Von Januar bis Juni gab es nach Informationen des Innenministeriums 587 Straftaten. Das seien im Vergleich zum ersten Halbjahr 2020 drei Taten mehr. Die häufigsten Delikte seien Widerstand gegen Polizeibedienstete oder ein tätlicher Angriff auf sie mit insgesamt 505 Fällen, gefolgt von Bedrohung mit 38 Fällen und Nötigung mit 20 Fällen.

Stübgen beklagt "Verrohung der Gesellschaft"

Innenminister Michael Stübgen (CDU) verurteilte die Straftaten gegen Polizisten. "Im Vergleich zum ersten Halbjahr 2020 sind keine gravierenden Veränderungen in der Art der Straftaten festzustellen", sagte Stübgen. "Was wir allerdings feststellen, ist eine zunehmende Verrohung der Gesellschaft: Diejenigen, die sich für den Schutz der Bevölkerung einsetzen, werden selbst zu Opfern von Gewalt." Rein rechnerisch habe es bisher jeden Tag etwa drei Straftaten gegen Bedienstete der Polizei gegeben. "Das ist nicht tolerierbar und dem muss mit der vollen Härte des Rechtsstaates begegnet werden."

Im gesamten vergangenen Jahr war die Gewalt gegen Polizisten im Vergleich zu 2019 leicht zurückgegangen. Nach Angaben des Innenministeriums wurden 1158 Fälle im Jahr 2020 gezählt, 98 Fälle weniger als 2019. Als Opfer registrierte das Ministerium 2085 Polizistinnen und Polizisten, das waren 71 weniger als im Jahr zuvor.

Sendung: Brandenburg aktuell, 28.07.21, 19:30 Uhr

7 Kommentare

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  1. 7.

    Ich rate allen, die auf die "Bullen" schimpfen: Macht mal deren Job, nur einen Tag.

  2. 6.

    Recht hat er , es muss viel härter durchgegriffen werden. Wer einen Polizisten angreift , gehört sofort eingesperrt für mindestens ein Jahr.

  3. 5.

    @ichfassesnicht: was ein Rechts-Staat in ihrem Sinne bedeutet sehen wir in Ungarn, Polen, Weißrussland und, und, und. Da ist mir der Rechtsstaat im klassischen Sinne schon lieber. Viel Spaß noch beim wegschauen.

  4. 4.

    Wenn Sie von jemandem bespuckt oder mit Steinen beworfen werden, schenken sie Dem bestimmt einen Teddy, weil er eine schwere Kindheit hatte. Ironie aus.

  5. 3.

    Ichfassesnicht, ich fass es nicht!!!
    Meiner Meinung nach sollte die Polizei viel mehr Möglichkeiten haben, ihre Aufgabe zu erfüllen.
    Wer soll denn diese „Verrohung „ noch aufhalten bzw. sich ihr entgegen stellen?
    Wer angesichts von Berichten über Angriffe auf Polizei und Rettungskräfte nur noch den Kopf schüttelt gilt als oldscool. Warum untersucht eigentlich niemand, woher diese Entwicklung kommt Oder wollen wir das eigentlich gar nicht wissen? Ich bin anders erzogen worden und meine Kinder auch. Darauf bin ich stolz !!!

  6. 2.

    Es ist erst eine Straftat, wenn jemand verurteilt/bestraft wurde. Dafür ist die Polizei nicht zuständig. Die Anzahl der Verurteilungen zu Anzeigen der Polizei aus dem 1. Hj. 2021 können noch nicht vorliegen.
    Ich gehe mal davon aus, dass es sich nicht um die Anzahl der Straftaten handelt, sondern der Anzeigen.
    Wenn die Anzeigen nicht zu mehr Verurteilungen geführt haben, dann sind die Polizisten vielleicht nur empfindlicher geworden.

  7. 1.

    "Verrohung der Gesellschaft". Korrekt. Und so auch in den Reihen der Polizei, oder gehören die nicht zur Gesellschaft?
    "Das ist nicht tolerierbar und dem muss mit der vollen Härte des Rechtsstaates begegnet werden." Welcher Rechtsstaat Herr Innenminister? Ihre Partei tritt doch das Grundgesetz mit Füßen.

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