Fahrradstrecke an U-Bahn-Linie - Senat will Bürger an U1-Radbahn durch Kreuzberg beteiligen

Skalitzer Straße in Berlin-Kreuzberg (Foto: imago images / F. Anthea Schaap)
Bild: imago images / F. Anthea Schaap

Mit dem Fahrrad quer durch Kreuzberg, ganz ohne Behinderung durch Autos und parallel zur U1 - eine Machbarkeitsuntersuchung des Senats dazu läuft bereits. Jetzt werden auch die Bürger nach ihren Wünschen und Bedürfnissen gefragt.

Die Idee für eine Radbahn unter der U1 quer durch Berlin-Kreuzberg entstand bereits 2015. Inzwischen läuft dazu eine Machbarkeitsstudie im Auftrag der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz. Im Rahmen dieser Studie sollen jetzt auch die Bürger nach ihren Wünschen, Bedürfnissen und Anregungen befragt werden. Dabei sollen alle Verkehrsteilnehmenden gleichberechtigt berücksichtigt werden, wie es in einer Mitteilung der Verkehrsverwaltung vom Montag heißt.

Vom 5. Juli bis zum 20. August will der Senat demnach insgesamt sieben unterschiedliche Gruppen von Nutzerinnen und Nutzern befragen. Fußgängerinnen und Fußgänger sowie sogenannte Mobilitätsorientierte sollen ebenso berücksichtigt werden wie Verweilende, Geschäftstreibende, Sportorientierte, Gäste und Gestaltende.

Umfrageergebnisse sollen in Machbarkeitsuntersuchung einfließen

Die Umfrage ist auf der Beteiligungsplattform mein.berlin.de zu erreichen. Die Ergebnisse sollen in mögliche Entwurfsvarianten der Machbarkeitsuntersuchung einfließen und im Herbst in einer erneuten Beteiligung diskutiert und entsprechend angepasst werden. Laut Senatsverwaltung sollen die Ergebnisse dann Ende des Jahres vorliegen, sodass über die künftige Gestaltung der Skalitzer Straße entschieden werden kann.

Teststrecke entlang der Skalitzer Straße

Das Projekt Radbahn entstand 2015 aus der Idee heraus, den Platz unter dem denkmalgeschützten U-Bahn-Viadukt der Line U1 zu nutzen und eine geradlinige Führung für den Radverkehr zu schaffen.

Inzwischen gibt es weitere Varianten von Radwegen parallel zur U1. In der zweiten Variante soll eine der beiden Fahrbahnseiten neben dem Viadukt in der ganzen Breite für den Rad- und Fußverkehr genutzt werden, während der Kfz-Verkehr komplett auf die andere Fahrbahnseite verlagert würde. Die dritte Variante wäre eine Mischform der beiden anderen Varianten.

Dazu soll eine 200 Meter lange Teststrecke entlang der Skalitzer Straße zwischen Oranienstraße/Wiener Straße und Manteuffelstraße im Sommer 2022 realisiert werden. Damit sollen verschiedene Lösungsansätze für die Übergänge getestet werden.

Projekt Radbahn Berlin: Möckernstrand

Sendung: Abendschau, 05.07.2021, 19:30 Uhr

21 Kommentare

Wir schließen die Kommentarfunktion, wenn die Zahl der Kommentare so groß ist, dass sie nicht mehr zeitnah moderiert werden können. Weiter schließen wir die Kommentarfunktion, wenn die Kommentare sich nicht mehr auf das Thema beziehen oder eine Vielzahl der Kommentare die Regeln unserer Kommentarrichtlinien verletzt. Bei älteren Beiträgen wird die Kommentarfunktion automatisch geschlossen.

  1. 21.

    "Verkehr nach Ideologie und nicht nach Bedarf... " hatten wir jahrzehntelang, stimmt auffällig. Nannte sich "Freie Fahrt für freie Bürger". Das private Autofahren hat in Berlin schon lange keine Mehrheit mehr. Sie denunzieren also Demokratie zur Ideologie.

    Da müssen die fanatischen Anhänger des goldenen Kalb noch dazulernen. Das eigene Auto WAR Statussymbol und der bestandene Führerschein WAR wie eine bestandene Reifeprüfung. Sie leben also in der Vergangenheit. Eine Minderheit sind sie sowieso.

    https://www.heise.de/tp/news/Berlin-Auto-fahren-fast-nur-die-Reichen-4911636.html

  2. 20.

    Verkehr nach Ideologie und nicht nach Bedarf...

    Die Anzahl der Radler im Berufsverkehr (6:00 - 8:00) ist recht überschaulich. Ebenso die der spazierenden Fußgänger...

    In einem Vorschlag sollten vier! Radler nebeneinander fahren sollen (eine Richtung)... WOW... passiert wahrscheinlich dreimal im Jahr bei einer Raddemo....

    ...und dann bauen wir erst einmal 200m Teststrecke? Für wieviel Millionen?

    Schön ist der Gedanke, dass die heutigen jung, dynamischen, alternativen auch älter werden und irgendwann, wenn der Rollator ruft, ihre eigene Verkehrspolitik geniesen können... Aber sich sind die dann schon weggezogen..

  3. 19.

    "Heute dürfen auch Frauen und Diverse an Mobilität teilhaben. Daher sind Begrifflichkeiten wie Autofahrer oder Fahrzeugführer ausgedient und entsprechen nicht mehr unserem westlichen Lebensstandard. "

    Ähhh.... als Frau stört mich der Begriff: Fahrzeugführer usw. nicht. Genau wie Bürger.... Das sind neutrale Begriffe! Was verstehen Sie unter einem "zeitgemäßen westlichen Lebensstandard"? Wortspiele? Oder haben manche Leute einfach nur ein "Ego"-Problem?" und es nötig ständig auf ihr Geschlecht hinzuweisen? "Gleichberechtigung" bedeutet, dass nicht ständig auf Unterschiede hingewiesen wird. Das : Der Mensch, alles sein kann, dürfte wohl jedem klar sein, oder ist der Begriff nicht zeitgemäß?

  4. 18.

    Es gibt zwei Radwege die zu schmal zum Überholen oder zum Befahren mit Lastenrädern sind, die hinter Bäumen und parkenden Autos verlaufen, wo Radfahrer schwer zu sehen sind und es Konflikte mit Fußgängern gibt. Die verschiedenen Konzepte trennen Fußgänger und Radfahrer besser und führen den Radverkehr dort, wo die Radfahrer nicht für Abbieger unsichtbar sind. Fußgänger erhalten in allen Vorschlägen deutlich mehr Raum als vorher.

  5. 17.

    Hier gibt es noch etwas ganz anderes, was noch viel mehr nervt... Ihre "Kommentare" gehören dazu.

  6. 15.

    ... sieben unterschiedliche Gruppen von Nutzerinnen und Nutzern befragen. Fußgängerinnen und Fußgänger sowie sogenannte Mobilitätsorientierte sollen ebenso berücksichtigt werden wie Verweilende, Geschäftstreibende, Sportorientierte, Gäste und Gestaltende.
    Die "Gästinnen" habt ihr noch vergessen. Diese ständige Genderitis nervt nur noch.

  7. 14.

    Wann kommt der Burggraben und die Mauer, nebst Zugbrücke um Kreuzberg? Herscherin Guenther gibt sich die Ehre nebst ihren gruenen Vasallen. Haben die Touris wieder was zu gucken und zu lachen.

  8. 13.

    Die Parkplätze bei den Supermärkten sind sicherlich deshalb tabu, weil es nicht öffentlich gefordert wird. Genauso wie es immer noch Flachbauten gibt, statt aufzustocken und neuen Wohnraum zu schaffen.

  9. 12.

    es gibt bereits je ein Fahrradweg in beide Richtungen. Welches Büro möchte da verdienen? raumscript?

  10. 11.

    Wozu der ganze Aufwand? Lt. Fr.Günther soll doch der gesamte Autoverkehr ( einschließlich E-Autos) aus dem S-Bahninnenring vertrieben werden. Dann hat der Rest doch (Narren-) Freiheit auf den Strassen.

  11. 10.

    Ich weiß zwar nicht, wo ich mich gegen Fahrradfahrer (m/w/d) äußere, ich richte auch nicht meine Wut gegen eben diese. Mir geht es schlicht und ergreifend darum, dass immer davon gesprochen wird, dass ALLE angehört werden sollen und NIEMAND außen vor gelassen wird. Am Ende muss dann festgestellt werden, dass eben doch die Menschen, die auf eine Auto angewiesen sind, eben nicht berücksichtigt werden.

    Bei den Parkplätzen der Supermärkte und Discounter handelt es sich um Flächen im Privateigentum. Da kann die Stadt nicht so einfach darüber verfügen.

  12. 9.

    Und deswegen sind Sie gegen Fahrradfahrende? Warum richtet sich Ihre Wut nicht gegen die tausende Parkplätze nicht-behinderter Verkehrsteilnehmer? Warum konnte davon nicht ein einziger für Ihre Mutter freigemacht werden? Oder die leeren Parkplätze der Discounter, warum nutzt die Stadt diese Flächen nicht besser? Stattdessen stehen sie nachts und sonntags leer.

  13. 8.

    Heute dürfen auch Frauen und Diverse an Mobilität teilhaben. Daher sind Begrifflichkeiten wie Autofahrer oder Fahrzeugführer ausgedient und entsprechen nicht mehr unserem westlichen Lebensstandard.
    Aber in einigen arabischer Ländern gilt dies noch. Vielleicht was für Sie?

  14. 7.

    @rbb Wirklich nur zwischen Oranien-, Wiener- und Manteuffelstrasse? Die benannte Kreuzung im Bild oben ist doch keine 200m lang, oder? Und sollte diese Kreuzung im Zuge des Umbaus der Oranienstrasse ab 2022 nicht komplett umgebaut werden wegen der vielen Verkehrsunfälle mit Verletzten und Schwerletzten dort?!

  15. 5.

    Zitat:"Dabei sollen alle Verkehrsteilnehmenden gleichberechtigt berücksichtigt werden, wie es in einer Mitteilung der Verkehrsverwaltung vom Montag heißt."
    Dann wollen wir mal für all die mobilitätseingeschränkten (Gebehinderte, Rollstullnutzende usw.) hoffen, dass gleichberechtigt auch wortwörtlich genommen wird.
    Wenn ich daran denke, dass meiner Mutter vom LAGESO bei einem GdB von 100 mit Merkzeichen aG (außergewöhnlich Gebehindert) ein Parkausweis abgelehnt wurde, weil es in Berlin nicht genug Parkplätze für Schwerbehinderte gibt, hoffe ich auf das Beste.

  16. 4.

    Berücksichtigt auch jemand, dass es sich hierbei um eine wichtige Ost/West-Achse handelt? Oh, ich vergaß, die Stadt soll autofrei werden. Ein Privileg für die sportlicheren Bürger, denen Wind und Wetter nichts anhaben können.

  17. 3.

    Sieben Jahre vom Vorschlag bis man bei einer 200m langen Teststrecke angekommen ist. Welch rasantes Tempo. Vielleicht können meine Enkel dann ja mal die tolle neue Strecke benutzen.

  18. 2.

    Mobilitätsorientierte hießen früher Autofahrer oder Fahrzeugführer. - Sind die Anglizismen schon alle ?

Nächster Artikel