Verkehrswende - So viele öffentliche E-Ladesäulen hat Berlin

Ein Auto mit Plug-in-Hybrid-Antrieb lädt am 16.04.2021 in Berlin-Mitte an einer Ladesäule. (Quelle: dpa/Christoph Soeder)
Bild: dpa/Christoph Soeder

Unter Mobilitätsforschern ist unstrittig, dass die Zukunft des Verkehrs auch elektrisch ist. Zuletzt wurden in Berlin immer mehr Autos mit Elektroantrieb zugelassen. Doch wie kommt der Aufbau der Lade-Infrastruktur voran? Von Jan Menzel

Bei der Berliner Agentur für Elektromobilität (eMO) haben sie genau nachgezählt. 1.777 öffentlich zugängliche Ladepunkte gibt es in Berlin (Stand Juni 2021). In absoluten Zahlen ist das ein Spitzenplatz für eine deutsche Großstadt. Wobei das kleinere Hamburg mit 1.300 Ladepunkten im Verhältnis zur Einwohnerzahl besser dastehen dürfte.

Bund stärkt Lade-Infrastruktur

Die allermeisten Berliner Ladepunkte sind im öffentlichen Straßenland, zum Beispiel direkt an Parkplätzen. 1.000 werden im Auftrag des Senats betrieben. Rund 200 Ladepunkte hat ein privates Unternehmen aufgebaut. Dazu kommen noch einmal etwa 400 Ladepunkte, die auf privaten Grundstücken stehen, aber öffentlich zugänglich sind.

Die nächste große Ausbau-Stufe der Lade-Infrastruktur in Berlin wird vom Bund angeschoben und gefördert. Bis Ende nächsten Jahres sollen noch einmal 1.000 weitere Ladepunkte dazukommen. Sie werden an Straßenlaternen angedockt. Die Idee stammt von einem Berliner Start-up und hat sich zu einem Exportschlager entwickelt.

Berliner Stadtwerke übernehmen Ausbau

Wie es in den Folgejahren weitergehen soll, hat der Senat erst kürzlich entschieden. Den Ausbau und Betrieb der Ladesäulen bis 2030 sollen die Berliner Stadtwerke übernehmen. Das lässt sich das Land 12,5 Millionen Euro kosten. Die Verkehrsverwaltung verspricht sich davon einen "bedarfsgerechten, dynamischen, diskriminierungsfreien und niedrigschwelligen Zugang" zu E-Ladepunkten.

Während die öffentliche Hand bisher vor allem Ladesäulen errichtet hat, an denen die Fahrzeuge mehrere Stunden (Wechsel-)Strom tanken, setzen private Unternehmen stärker auf Schnellade-Stationen mit Gleichstrom. Tankstellen aber auch Supermarktparkplätze bieten sich dafür an. Automobilkonzerne tüfteln noch an ganz anderen Lösungen. Zum Beispiel Induktionsvorrichtungen, die Autos beim kurzen Stopp an der roten Ampel aufladen.

Ein Anbieter von Carsharing, der ausschließlich auf Elektroautos setzt, hatte kürzlich prognostiziert, dass die Ladeinfrastruktur in Berlin mittelfristig nicht reichen wird. Vor allem Schnelllader fehlten. Wie viele Ladesäulen gebraucht werden, wird aber auch davon abhängen, wie viele Autos künftig in der City fahren. Oder andersherum: Wie autofrei die Berliner Innenstadt sein wird.

Sendung: Inforadio, 05.07.2021, 11 Uhr

Beitrag von Jan Menzel

47 Kommentare

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  1. 47.

    Bitte bei AKW Fans nicht mit Fakten kommen.

    Es ist schließlich ein riesen Unterschied wenn der Atommüll keine Halbwertszeiten von 100000den Jahren sondern nur noch 10000den Jahren haben. Auch blöd, wenn der Atommüll zwar etwas kürzer strahlt, dafür aber harte Gammastrahler dabei sind, die viel mehr Abschirmung brauchen und die sogar noch aktiv gekühlt werden müssen.

  2. 45.

    Wer Kassel schön findet...Der findet eben auch Kiefern Monokulturen schön ;p. Ihnen ist schon klar, dass es unmittelbar bei Kassel ein großes VW Komponenten Werk gibt? Warum ist die Gegend dann keine verseuchte Mondlandschaft?

    In Kassel käme niemand auf die Idee gegen VW zu sein, in Baunatal erst Recht nicht. Außerdem hat man noch Rüstungskonzerne in der Stadt.....

  3. 44.

    Versuch 5 eines Kommentars:

    https://www.zeit.de/2019/41/kernkraftwerke-atomkraft-energiewende-atommuell

    Die Rahmenbedingungen für Atomenergie und deren Abfälle sind heute ganz anders als in den 80er Jahren, da scheint unser Land leider stehengeblieben zu sein.

  4. 43.

    Das Handeln des Senats ist für eine Planung, welche Form von Antrieb mein nächstes Auto haben wird, nicht hilfreich. Je mehr E—Autos gekauft werden, wird die derzeitige Knappheit an Lademöglichkeiten zu Frust führen. Ich überlege daher, meinen jetzigen Verbrenner zu behalten, durch einen neuen zu ersetzen oder einen Hybrid zu kaufen. Ein reiner E ist auch die nächsten Jahre wohl nicht praktikabel. Das Geld ist nachrangig, es geht rein um die Praktikabilität.

  5. 41.

    Was hat dann Ihr Kommentar mit dem Artikel über Ladepunkte für E-Autos zu tun? Die Akkus der E-Stehroller werden an denen jedenfalls nicht geladen, mögen Sie noch so laut schreien.

  6. 39.

    Richtig, der „normale“ Mensch fährt ein Auto, bis es auseinander fällt. Aber anstatt die wahre Laufzeit nutzen zu lassen, gab es Abwrackprämien, um funktionierende Fahrzeuge zu verschrotten. Das nenn ich mal echten Umweltschutz.

  7. 38.

    Ich schrieb um 12:02: Je schneller die überflüssigen E-Roller mangels wirtschaftlicher Nutzung verschwinden <> umso besser, dann gibt es auch keine rüchsichts- und hirnlos "geparkte" E-Roller mehr, die für manche/n Sehbehinderte/n eine Stopler- und Unfallquelle sind.

    Sie unterstellen mir um 15:46: "Ihre Sorge um die Konkurrenz durch die E-Stehroller an den knappen Ladepunkten ist unberechtigt. Entweder wird der ganze Roller in die Werkstatt zum Laden mitgenommen oder das Akku gewechselt."
    HIER PASST NIX AUF MEINEN KOMMENTAR

  8. 37.

    https://www.bund.net/themen/atomkraft/atommuell/
    https://www.greenpeace.de/themen/energiewende/atomkraft/atommuell

    und nun?

  9. 36.

    @Alfred Neumann, sehr schön das es wenigstens einige wie sie hier gibt die konstruktives zum Thema beitragen. Leider sind das sehr wenige. Zum Thema Laternenlader, die wenigen die es gibt sind Einzelprojekte aus der Vergangenheit, und das geplante Pilot Projekt mit den tausend Laternen wurde vom Senat durch viele Änderungswünsche, Ubritricity gegenüber, letztlich gekänzelt.

  10. 35.

    Das Henne Ei Thema haben wir hinter uns, siehe Produktions Beschlüsse VW, Audi, Volvo, etc. Die Autos müssen verkauft werden, die Milliarden Strafen an die EU, möchten die Hersteller nicht zahlen. Heist also, einige wenige, BEV und FCEV, in die Stadt lassen, und die natürlich, wie sie richtig sagen, in Parkhäusern zum Laden abstellen. Und auch an Laternen-Ladern, aber das hat der Senat ja erfolgreich abgewürgt.

  11. 34.

    Solange sie Platz in ihrer Wohnung haben, können Sie auch 10 Fernseher reinstellen, überhaupt keine Frage, wird Ihnen niemand verbieten, aber den Platz für die Autos die sie vor die Tür stellen möchten, den müssen sie schon käuflich erwerben, sonst haben sie keinen.

  12. 33.

    Was ist denn das nun wieder ? Eine autofreie Stadt benötigt auch keine Ladesäulen. Hat man das alles mit Senatorin Günther abgestimmt ? Irre Welt !

  13. 32.

    Es ist wie mit der Henne und dem Ei. Ohne Ladestationen macht ein EAuto keinen Sinn. Und wenn die Infrastruktur steht und nicht genug EAutos kommen, ist es auch unsinnig. Da niemand weiß, wo man in Berlin bald Auto fahren kann, muss der Senat mal klare Ansagen machen. Ich bin ja stark für Parkhäuser mit Ladestationen.

  14. 31.

    Erneuerbare Energien natürlich. Die einzigen, die sich da keine Gedanken gemacht haben ist die Regierung bei der Festlegung der Ausbauziele. Die Grünen sind schon länger nicht an der Regierung, denen sollten Sie also lieber keine Schuld geben.

  15. 30.

    Des Deuschen liebstes Kind für die Abendgestalltung der Fernseher laeuft auch nicht den ganzenTag und trotzdem treffen wir uns nicht in der Kneipe um da Tatort oder Tagesschau zu sehen
    Auch wird er ständig erneuert um auf dem neuesten Stand zu sein, aendert aber nichts an der Sache, der Trend geht zum 2.Tv.so ist es beim Auto auch, der Mensch laesst sich seine Freiheit nicht beschneiden.

  16. 29.

    Die Fußgänger werden sich freuen, werden doch durch mehr E-Autos auch mehr Ladelaternen ins öffentliche Straßenland strömen. Die Zu-Fuss-gehenden-Wege werden wieder sichtbarer. - Wenn nicht die Fledermaus- und Nachtfalter-Schützer und unsere Hobby-Astronomen dem einen Riegel vorschieben. - Die Straßenlaternen abschalten ? Nö, die Solarzellen der E-Autos müssen doch bestrahlt werden. Lol

  17. 28.

    Ihre Sorge um die Konkurrenz durch die E-Stehroller an den knappen Ladepunkten ist unberechtigt. Entweder wird der ganze Roller in die Werkstatt zum Laden mitgenommen oder das Akku gewechselt.

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