Innenministerkonferenz - Berlin will im Bund Kampf gegen homophobe Gewalt verstärken

Ausschnitt der Motorhaube mit der Aufschrift: "POLIZEI" unterlegt von einer Regenbogenflagge. (Archiv)
Bild: Torsten Sukrow/SULUPRESS.DE

Der Berliner Innensenator Andreas Geisel (SPD) hat mehr Aufmerksamkeit von Öffentlichkeit und Polizei für das Problem von Angriffen und Gewalt gegen queere Personen gefordert. Er werde das Thema "homophobe und trans-feindliche Gewalt" auf der nächsten Innenministerkonferenz im Dezember auf die Tagesordnung bringen, kündigte Geisel an. Bei dieser Form der Hasskriminalität gebe es eine bundesweite Dunkelziffer von 80 bis 90 Prozent. Daher "wird es höchste Zeit, den Scheinwerfer anzumachen und diesen Bereich auszuleuchten". Allein in Berlin seien in den letzten sechs Wochen zwölf sehr gewalttätige Angriffe bekannt geworden.

Geisel bringt Aktionsplan ins Gespräch

Zur Freiheit und Vielfalt in Deutschland gehöre der Schutz von allen Menschen - unabhängig von ihrer sexuellen Orientierung oder geschlechtlichen Identität, so Geisel. Mögliche Maßnahmen seien ein Aktionsplan zur Bekämpfung von Homophobie und Transfeindlichkeit, die stärkere Sensibilisierung der Polizei für Opfer sowie die statistische Erfassung in den Kriminalstatistiken. Berlin sei eines der wenigen Bundesländer, in denen Zahlen über diese Angriffe extra erfasst würden. Dies müsse bundesweiter Standard werden, forderte der Innensenator.

Für das Jahr 2020 hatte das Anti-Gewalt-Projekt Maneo 510 Fälle von Beleidigungen, Bedrohungen und Angriffen gegen Homosexuelle und Transsexuelle erfasst. Der größte Anteil der Taten richtete sich gegen schwule Männer.

Sendung: Inforadio, 23.08.2021, 12:00 Uhr

5 Kommentare

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  1. 5.

    Ja, so ist es, die Intoleranz und Agressionen gegen Minderheiten und politisch Andersdenkende steigt stetig in Deutschland, und leider steht Berlin " in der ersten Reihe".

  2. 4.

    Die Stadt, wie auch das gesamte Land, entwickeln sich seit mehreren Jahren in ihrer Toleranz enorm zurück. Das bunte und tolerante Berlin der 2000er Jahre gibt es so nicht mehr. Über die wirklichen Ursachen wird gern der Mantel des Schweigens ausgebreitet, weil nicht sein kann, was nicht sein darf. Deshalb kann es auch keine Verbesserung geben, denn das würde eine unvoreingenommene Ursachenanalyse und ein konsequentes Handeln darauf voraussetzen. Das alte Wir-Gefühl nimmt immer mehr ab zugunsten von Egoismus und Klientel-Interessen, die Gräben vertiefen sich immer weiter. Die von der Politik impulsiv behaupteten Schuldigen sind daran aber nicht oder zumindest nur in kleinen Teilen Schuld.

  3. 3.

    Für mich ein guter Schritt nach vorne, den die Gewalt nimmt zu in Berlin gegenüber Homosexuellen Menschen wie mir. Wo man doch denkt hier ist alle so bunt und frei.

  4. 2.

    Und ein Phobiker MEIDET die Objekte oder Situationen, die ihm Angst machen; bei "Homophobie" aber geht eine Person voller Hass und Gewalt genau auf den Homosexuellen los! Er rennt ja nicht schreiend weg, wie bei Spinnen- oder Schlangenphobie.

  5. 1.

    Zum Begriff "Homophobie": Eine Phobie ist eine psychische Angststörung.
    Der Begriff "Homophobie" suggeriert, man könne nichts gegen diese Angststörung machen, da sie ja gesundheitlich bedingt sei.
    Der Begriff "Homophobie" bagatellisiert praktizierten Hass.
    Es ist Hass gegen Homosexuelle, Transsexuelle, Intersexuelle etc.
    Analog gibt es ja auch keine "Judenphobie", sondern nur Hass gerichtet gegen Juden.
    Erster Schritt: Hass beim richtigen Namen nennen!

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