Anklage zugelassen - Ehemaligem KZ-Wachmann wird vor dem Landgericht Neuruppin Prozess gemacht

Mo 02.08.21 | 14:58 Uhr
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Archivbild: Mahn- und Gedenkstätte Sachsenhausen, ehemaliges KZ Konzentrationslager in Oranienburg. (Quelle: imago images/J. Ritter)
Bild: imago images/J. Ritter

Ein Hundertjähriger muss sich wegen Beihilfe zum Mord in 3.518 Fällen vor dem Landgericht Neuruppin verantworten. Ab Oktober soll dem ehemaligen Wachmann des KZ Sachsenhausen der Prozess gemacht werden. Er ist aber nur begrenzt verhandlungsfähig.

Fast acht Jahrzehnte nach Ende des Zweiten Weltkriegs kommt es erneut zu einem NS-Prozess. Ein ehemaliger Wachmann des Konzentrationslagers Sachsenhausen muss sich ab Anfang Oktober vor Gericht verantworten. Das Landgericht Neuruppin habe die Anklage zugelassen und ein medizinisches Gutachten die Verhandlungsfähigkeit des inzwischen Hundertjährigen bejaht, teilte Gerichtssprecherin Iris de Claire am Montag mit.

Zuvor hatte die "Welt am Sonntag" berichtet. Der Beschuldigte soll für zwei bis zweieinhalb Stunden am Tag verhandlungsfähig sein, sagte Gerichtspräsident Frank Stark der Zeitung. Nach einem Bericht des NDR aus dem Frühjahr lebt der Hundertjährige in Brandenburg.

Der ehemalige SS-Wachmann soll laut Anklage der Staatsanwaltschaft durch seine Tätigkeit im Hauptlager des ehemaligen KZ von 1942 bis Februar 1945 wissentlich und willentlich Hilfe zur grausamen und heimtückischen Ermordung von Lagerinsassen geleistet haben. Dabei soll es unter anderem um die Erschießung von sowjetischen Kriegsgefangenen im Jahr 1942 und Beihilfe zur Ermordung von Häftlingen mit dem Giftgas Zyklon B gegangen sein. Angeklagt ist Beihilfe zum Mord in 3.518 Fällen.

Wachdienst in Vernichtungslagern gilt als Beihilfe zum Mord

Eine Strafverfolgung wegen NS-Verbrechen ist in Deutschland nur noch wegen Mordes oder Beihilfe dazu möglich, andere denkbare Vorwürfe wie Freiheitsberaubung oder Körperverletzung sind verjährt. Der Wachdienst in einem NS-Konzentrationslager allein reicht nicht aus. Nur bei Todes- und Vernichtungslagern, deren Zweck die systematische Tötung sämtlicher Gefangener war, gilt nach deutscher Rechtsprechung bereits die Zugehörigkeit zur Wachmannschaft auch ohne konkretere Tatnachweise als Mordbeihilfe.

Das KZ Sachsenhausen bei Oranienburg (Oberhavel) war auch ein Vernichtungslager, in dem Tausende sowjetische Soldaten sytematisch exekutiert wurden und Experimente mit Vergasungen stattfanden [sachsenhausen-sbg.de]. Es wurde 1936 in Betrieb genommen. Bis zur Befreiung durch die Rote Armee am 22. April 1945 waren dort mehr als 200.000 Menschen inhaftiert. Zehntausende starben durch Krankheit oder wurden ermordet. Etwa 30.000 Menschen starben auf Todesmärschen kurz vor Kriegsende.

Sendung: Inforadio, 01.08.2021, 10:20 Uhr

70 Kommentare

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  1. 70.

    Mike:
    "Die wahren Verbrecher der NS Zeit hat man bis 1968 nicht wegen Kriegsverbrechen angezeigt und laufen lassen.... die Wachmänner werden verfolgt und als 100 Jährige vor Gericht gestellt. Was soll das denn..... nennt man das Gerechtigkeit, die großen lässt man laufen und die kleinen werden verurteilt aber so ist das ja schon immer so....."

    Das ist so nicht richtig. Richtig ist vielmehr, dass kurz nach dem Krieg (z.B. in den Nürnberger Prozessen) Verantwortliche verurteilt wurden. Dann wurde lange Zeit nur halbherzig verfolgt. Das betraf Verantwortliche genauso wie "bloße" Wachmänner. Und nun wird seit einiger Zeit wieder konsequenter verfolgt. Aber es leben nur noch wenige. Insbesondere leben jetzt nur noch damals sehr junge Täter, die damals aufgrund ihres jungen Alters eher nicht in Führungspositionen waren. Die Täter mit größerer Verantwortung sind leider schon verstorben. Einen Hitler, Goebbels, Himmler könnte man heute nicht verurteilen, weil längst natürlich verstorben.

  2. 69.

    Steffen:
    "Antwort auf [Jade] vom 03.08.2021 um 08:07
    Ich bin auch nur bedingt seiner Meinung, aber bitteschön, wo verharmlost er denn? Er hat kein Wort darüber verloren. Aber man darf schon mal fragen, ob es Sinn ergibt, einen Täter der (vielleicht) nicht persönlich gemordet hat, in seinen letzten Tagen vor Gericht zu stellen."

    Ja, es macht Sinn, die Schuld eines Mordverdächtigen vor Gericht zu klären, solange Opfer leben! Ob er persönlich schuldig ist? Genau für die Klärung dieser Frage braucht es den Strafprozess!

    Steffen:
    "Aber als bloßer Helfer ist der Sinn schon schwieriger zu verstehen."

    Beihilfe zum Mord ist auch strafbar!

    Steffen:
    "Welche Strafe soll man ihm denn noch geben, die auch nur einigermaßen als gerecht aufgefasst werden kann?"

    Das klärt das Gericht.

    Das Urteil hat 2 wichtige Ergebnisse:
    1. Es klärt die Schuldfrage. ob der Angeklagte schuldig ist. Das ist immernoch wichtig!!!
    2. Es findet ggf. eine angemessene Strafe.

  3. 68.

    Andre:
    "Danke Jörg... ich werde natürlich gern als nazi betitelt... aber was wollt ihr von einem 100 jährigen? Der weis vor Gericht nichtmal wo er ist... ich halte es für Blödsinn"

    UNSINN! Wenn einer nicht weiß, wo er ist, dann ist er verhandlungsunfähig und der Prozess wird ausgesetzt. Wenn er dauernd verhandlungsunfähig ist, dann wird das Strafverfahren eingestellt. Es gibt also im deutschen Strafprozessrecht keine Angeklagten, die nicht wissen, wo sie sind! Ihre Unterstellungen sind also Unfug!

  4. 67.

    Peter:
    "Man kann sich immer nur an die gerade geltenden Gesetze halten. Es wäre auch schwierig zu versuchen sich an eventuelle künftige Gesetze zu halten. Deshalb ist es eigentlich im Recht so üblich, dass eine Tat immer noch den zur Tatzeit geltendem Rechtsnormen beurteilt wird. Wenn man nun hinterher jemanden, nach neu erlassenen Gesetzen vor Gericht bringt hat das mit Rechtsstaatlichkeit nichts mehr zu tun."

    Aber das passiert doch in Deutschland nicht. Es wird immer nur das zur Tatzeit geltende Recht angewandt. Und die KZ haben schon damals gegen Recht und insbesondere die Menschenrechte verstoßen!

    Es wird immer das mildere Recht angewandt im Vergleich zwischen dem zur zur Tatzeit geltendem und dem bei der Urteilsverkündung geltendem Recht. Wenn also eine Tat zum Tatzeitpunkt oder Zeitpunkt der Verurteilung nicht strafbar war oder ist, so wird freigesprochen.

  5. 66.

    "Was wäre dem KZ-Wachmann wohl passiert, hätte er damals gesagt, er will kein KZ-Wachmann sein?"

    Nichts. Zumindest im juristischen Sinne. Aber die Fragestellung ist schon falsch. Warum hat er sich freiwillig zur SS gemeldet?

  6. 65.

    Und wer soll das entscheiden? Sie? Das überlassen Sie bitte dem Gericht. Oder soll schon die Staatsanwaltschaft entscheiden? Bitte überlegen Sie mal, was Sie da fordern…. Ab wann keine Anklage mehr? Ab 90, ab 95, ab 100? Oder wenn keine Chance mehr besteht, dass eine Haftstrafe verhängt werden kann? Wie gesagt, wer soll entscheiden? Abgesehen davon, dass es hier nunmal um NS Verbrechen geht. Also um die systematische Vernichtung von Menschen.

  7. 64.

    Der Strafvollzug soll resozialisieren, nicht das Strafrecht. Aber beim Strafmaß sind wir noch lange nicht. Die Anklage wurde zugelassen, es besteht eine teilweise Prozessfähigkeit. Also kann der Prozess stattfinden. Sie sind mit den Gedanken zu weit

  8. 63.

    Das Gericht wird nicht darin gehindert, ein vorbildlich geführtes Leben ggf. bei der Entscheidung Hausarrest oder Gefängnis zuberücksichtigen.

  9. 62.

    In einem Kommentar zu unserm Strafrecht steht. Das Strafrecht soll nicht der Rache dienen, sondern der Resozialisierung. Wenn der Mann nach 45 ,ein einwandfreien Lebenswandel geführt hat, Frage ich mich ist er dann nicht resozalisiert ?

  10. 61.

    Die wahren Verbrecher der NS Zeit hat man bis 1968 nicht wegen Kriegsverbrechen angezeigt und laufen lassen.... die Wachmänner werden verfolgt und als 100 Jährige vor Gericht gestellt. Was soll das denn..... nennt man das Gerechtigkeit, die großen lässt man laufen und die kleinen werden verurteilt aber so ist das ja schon immer so.....

  11. 60.

    Ich bin auch nur bedingt seiner Meinung, aber bitteschön, wo verharmlost er denn? Er hat kein Wort darüber verloren. Aber man darf schon mal fragen, ob es Sinn ergibt, einen Täter der (vielleicht) nicht persönlich gemordet hat, in seinen letzten Tagen vor Gericht zu stellen. Wenn er selbst geschossen hat, stellt sich diese Frage nicht. Mord bleibt Mord. Aber als bloßer Helfer ist der Sinn schon schwieriger zu verstehen. Welche Strafe soll man ihm denn noch geben, die auch nur einigermaßen als gerecht aufgefasst werden kann? Welche Aussichten auf Resozialisierung (was der Zweck unseres Justizsystems ist!) hat denn der Herr noch? Die Aufarbeitung ist eben das eine und hat an Wichtigkeit nie verloren. Die Bestrafung ist das andere und die kann schon lange nicht mehr gerecht sein, allein aufgrund des Zeitfaktors und der geringen Restlebenserwartung der Angeklagten.

  12. 59.

    Sie sind Arzt? Oder halten Sie pauschal alle 100jährigen für senil etc? In der Sache eh schon schlimm, mit solchen Argumenten NS Verbrechen zu verharmlosen.

  13. 58.

    Danke Jörg... ich werde natürlich gern als nazi betitelt... aber was wollt ihr von einem 100 jährigen? Der weis vor Gericht nichtmal wo er ist... ich halte es für Blödsinn

  14. 57.

    Gesetz bleibt Gesetz, egal wie haftfähig der Beschuldigte ist. "also was soll das? Als würde es nichts wichtiges geben..." Danke für Ihr comming-out: Sie möchten diese braunen Untaten verdrängen und/oder die Neubraunen an die Macht bringen, zwecks neuer Diktatur?

  15. 55.

    Die Aufrechterhaltung der Verfolgung von Täter*innen des NS-Regimes ist keine "Steuergeldverschwendung", sondern konstituierender Bestandteil dieser Republik, dieses Rechtsstaats, dieser Demokratie. Verbrecher*innen wird auch dann noch der Prozess gemacht, wenn sie hochbetagt sind. Dabei geht es nicht um Rache, sondern um die öffentlich-rechtliche Prozessuierung der Fälle und damit auch Anerkennung des Leids und Situationen der Opfer und ihrer Hinterbliebenen. Über 3.000 ermordete Menschen, deren Aufarbeitung Sie beiläufig und geringschätzig als unnötig bewertet haben - das zeigt, was Sie von Rechtsstaatlichkeit und Aufarbeitung von NS-Verbrechen sowie Erinnerungs- und Gedenkkultur halten und wie geneigt Sie grds. dem Antisemitismus sind. Ihr Verhalten ist demnach volksverhetzend, da es die Verbrechen des NS-Regimes verharmlost. Weder dieser mutmaßliche Täter noch Sie mit Ihrer abschätzigen Haltung stehen über dem Gesetz und sind auch nicht höherwertiger als die Ermordeten.

  16. 54.

    Dafür haben wir eben Gerichte die dies entscheiden werden. Auf eine Anklage wegen angeblicher Steuergeldverschwendung in einem Mordprozess zu verzichten wollen offenbart eine fragwürdige Rechtsauffassung.

  17. 53.

    Also Gerechtigkeit nach Kassenlage? Kein Angst, UNSER Justizsystem schickt keine Alten in das Gefängnis. Priebke z.B. bekam Hausarrest. Was ich nicht daran hinderte sich von der NPD als BuPrä aufstellen zu lassen.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Erich_Priebke#Nach_der_Verurteilung

  18. 52.

    Da ist nix neu. Das StGB (1871) ist ebenso wie die StPO (1877) sog. vorkonstitutionelles Recht. Eine einfache Erklärung dazu gibt es hier: https://de.wikipedia.org/wiki/Vorkonstitutionelles_Recht

    Ich unterstelle ihnen keine Boshaftigkeit bei ihrer Einlassung, aber ein gewisses Maß an Unkenntnis ist vorhanden.

  19. 51.

    Was wäre dem KZ-Wachmann wohl passiert, hätte er damals gesagt, er will kein KZ-Wachmann sein?

  20. 50.

    Bei manchen Themen kommen die Rechten aus den Löchern gekrochen und kommentieren dann hier. Opfer und deren Nachkommen werden dadurch verhöhnt. Die Freiheit der Meinung ist oft schwer zu ertragen. Jemand hier hat es gut gesagt. Die deutsche Präzision ist schlimm. Ein Volk, dass eigene Angehörige nur wegen des falschen Glaubens systematisch vernichtet hat, sollte eigentlich daraus lernen. Aber offenbar gibt es auch hier, die es als Vogelschiss empfinden.

  21. 49.

    Meinen Sie in der DDR haben anfangs nur Widerstandskämpfer in der Regierung, den Behörden und in der Armee gearbeitet?

  22. 48.

    Sie kennen den Unterschied zwischen Zulassung der Anklage und Urteil? In unserer Demokratie ist es eigentlich nicht üblich, das Urteil schon vorweg zu nehmen. Es ist erstaunlich, was man in einfache Aussagen alles hineininterpretieren kann.

  23. 47.

    Gute Replik. Vermutlich will er auf den Vergleich hinaus, nach dem Motto, es seien ja auch andere schreckliche Sachen geschehen. Dabei verdrängen solche Leute dann gerne, was eine systematische Vernichtung bedeutet.

  24. 45.

    Ihre Reaktion zeigt nur Ihre Gesinnung. Sie sollten einfach die übrigen Kommentare lesen. Ihr „Altreich“ -Gesülze ist schwer zu ertragen.

  25. 44.

    Welch eine Steuergeldverschwendung... das hätte vor 50 Jahren noch Sinn gemacht... womit soll er bestraft werden? Soll er seinen Platz im Altersheim verlieren oder nur noch eine halbe Scheibe Brot zum Frühstück bekommen? Haftfähig dürfte er nicht sein, also was soll das? Als würde es nichts wichtiges geben...

  26. 43.

    @ alle, die der Meinung sind, der Beschuldigte ist mit seinen 100 Jahren zu alt, um vor Gericht gestellt zu werden:

    Es hat die Nazis auch nicht interessiert, wie alt/jung die Menschen waren die in Konzentrations-/Vernichtungslager verbracht wurden. Damit will ich nicht sagen, dass sich die heutige Gerichtsbarkeit auf die gleiche Ebene stellt. Aber es ist wichtig für die noch überlebenen Lagerinsassen, deren Angehörigen und den Ingnoranten, die die Nazi-Zeit für einen Vogelschiss in der deutschen Geschichte halten.
    Ich persönlich empfinde es als schmerzlich, dass der Henker, der meine Großmutter mittels Fallbeil aufgrund eines Urteils "hingerichtet" hat, nach 1945 von den Alliierten weiterhin als Henker beschäftigt wurde.
    Ein anderer Umgang wäre mir deutlich lieber gewesen, auch als Zeichen für die Generation meiner Eltern, meiner eigenen Generation und der noch folgenden.

  27. 42.

    Recht so, ihre Opfer hatten auch keine Chance auf Gerechtigkeit.
    Kein Vergessen, kein Pardon, heute mehr denn je.

  28. 41.

    @Swen: ich will oder wollte auf überhaupt nichts hinaus.
    Keine Ahnung, was Sie in meine Fragen und Aussagen hineindichten.
    Ich beschrieb lediglich ein Gefühl zu diesen Anklagen.

  29. 40.

    Entweder sie drücken sich sehr mißverständlich aus oder hier ist etwas ganz anderes scheinheilig.

    Zur Waffen SS, besser gesagt den SS-Totenkopfverbände kam man idR freiwillig, zur normalen Wehrmacht wurde alle wehrfähigen und -würdigen Männer eingezogen. Selbstverständlich ist die Legende der "sauberen Wehrmacht" längst widerlegt. Aber auch dort konnte man sich völkerrechtswidrigen Taten, wie z.B. Geiselerschießungen widersetzen.

    Auf was wollen sie hinaus? Den Mann laufen lassen weil man andere laufen ließ oder alle verhaften die in der Wehrmacht dienen mußten?

  30. 39.

    „ . Das Landgericht Neuruppin habe die Anklage zugelassen“. Was ist daran so schwer zu verstehen? Oder wollen Sie das nicht akzeptieren?

  31. 37.

    Da es einige hier nicht begriffen haben noch mal langsam zum Mitschreiben: Zum Beispiel auch im Lager Oerbke hat man etwa 40.000 Rotarmisten umgebracht - durch vorsätzliches Verhungernlassen und indem man sie auf freiem Feld ohne jegliche Unterkünfte gefangenhielt. Das war kein KZ sondern ein Gefangenenlager der Wehrmacht. Und dieses Massenmorden der Wehrmacht in ihren Dulags und Stalags war nicht Ausnahme sondern Regel: Von 5,6 Mio. gefangenen Rotarmisten überlebten 3,3 Mio. die Lager der Wehrmacht nicht.

    Wenn die Justiz sich Wachleute der SS rausgreift, ist sie also genau so gehalten, die an o.g. Verbrechen auch mittelbar beteiligten Wehrmachtsangehörigen bis hin zum letzten Wachposten zur Rechenschaft zu ziehen. Alles andere ist scheinheilig und dient lediglich dem Mythos der "sauberen" Wehrmacht.

  32. 36.

    Die Vernichtungslager wurden alle außerhalb des sogenannten Altreiches errichtet - und zwar auf dem Gebiet des besetzen Polens und Weißrußlands. Das gehört eigentlich zum historischen Basiswissen: https://de.wikipedia.org/wiki/Vernichtungslager

    Nachdem auch User "Ein Guide" als Historiker und Gedenkstättenguide meine Feststellung bestätigt hat, daß Sachsenhausen kein sogenanntes Vernichtungslager war, kann ich von Ihnen wohl eine Entschuldigung erwarten.

    Ihre perfide Unterstellung, ich würde "rechtsextreme Netzwerke" nutzen, ist an Unredlichkeit schwer zu überbieten. Dieses Gebaren ist völlig unter der Gürtellinie und sagt mehr über Sie aus, als Ihnen lieb sein kann. Nicht alles, was Sie nicht verstanden haben, ist rechtsextrem. Merken Sie sich das.


  33. 35.

    "..., zig tausende hatten keine andere Wahl als sich dem Regime damals hinzugeben oder doch in den Tod zu gehen, aber es ist und bleibt Geschichte und sollte im Buch bleiben und nicht nach 76 Jahren wieder rausgekramt werden und eines sei gesagt, ..."

    Jeder, wirklich jeder hatte die Wahl, sich dem "Regime damals hinzugeben" oder Widerstand zu leisten. Dazu mußte keiner "in den Tod gehen". Es gab vielseitigen Widerstand, zumindest Verweigerung, nicht jeder war lebensgefährlich.

    Leider sind die vielen großen und kleinen Helden "vergessen worden". Soviel zu ihrem "rausgekramt werden". Doch, das muß immer und immer "rausgekramt werden", vor allem wenn die geistigen Erben der Täter wieder in deutschen Parlamenten sitzen.

    https://www.sueddeutsche.de/politik/widerstandskaempfer-hitler-emil-1.4895199

  34. 34.

    Der RBB hat recht wenn dieser schreibt Befreiung vom KZ. Wer das KZ mit dem Internierungslager danach vergleicht relativiert die deutschen Verbrechen dort.

  35. 33.

    Also das Konzentrationslager nach dem Sieg der sowjetischen Armee noch betrieben wurden, war zu DDR Zeiten bekannt

  36. 32.

    Die in den KZ (nicht nur Sachsenhausen!) ermordeten sowj. Kriegsgefangenen waren allerdings tatsächlich noch "sorgfältig" von der Gestapo in den Kriegsgefangenenlagern der Wehrmacht ausgewählte Menschen, nämlich jüdische Soldaten und Polit-offiziere. Nur diese wurden zur Vernichtung in die KZ gebracht und teilweise mit viel Aufwand ("Genickschussanlage" in Sachsenhausen) ermordet. Nur als Ergänzung zu Ihrem Beitrag, Sie haben vollkommen Recht: Millionen von Rotarmisten sind u.a. durch die Wehrmacht ermordet worden und nehmen keinen wesentlichen Platz im deutschen Gedenken ein, das vergisst man oft (Die SU verzeichnete mit Abstand die meisten zivilen und militärischen Opfer während des 2. WK´s.

  37. 31.

    Als ob das heute noch einen Sinn ergibt.
    Der Mann ist 100 und er hat sein Leben gelebt, zig tausende hatten keine andere Wahl als sich dem Regime damals hinzugeben oder doch in den Tod zu gehen, aber es ist und bleibt Geschichte und sollte im Buch bleiben und nicht nach 76 Jahren wieder rausgekramt werden und eines sei gesagt, ich heiße es keinesfalls gut, was man damals verbrochen hat.

  38. 30.

    Stimme Ihnen zu. Ergänzend mal etwas interessantes zum Thema der Verjährung. Sollten sich hier einige mal reinziehen, die diese Verbrechen mindestens indirekt verharmlosen. Aber vermutlich wollen die so etwas nicht lesen.

    https://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/ns-verbrechen-199958

  39. 29.

    Diese angebliche "Wortklauberei" ist aber nach Urteil des BGH, auf dem diese Anklage beruht, nun mal der Unterschied, ob eine Verurteilung überhaupt noch möglich ist. Dafür muss es sich nämlich tatsächlich um ein Vernichtungslager gehandelt haben, nicht nur um ein "normales" KZ (wobei normal in dem Zusammenhang tatsächlich pervers klingt). So ist die Rechtslage und daher ist diese Einordnung tatsächlich juristisch zu bestätigen, was für Sachsenhausen meines Wissens eben noch nicht erfolgt ist. Die Einordnung der Stiftung ist durchaus ein Hinweis, aber eben juristisch nicht bestätigt. Der Prozess wird es zeigen, sofern er ob des Alters und Zustands des Angeklagten überhaupt noch zu Ende geführt wird. Diese Prozesse kommen ohnehin Jahrzehnte zu spät, genau so wie die BGH-Rechtsprechung seinerzeit auch.

  40. 28.

    Nun, Wortklauberei ist wirklich mies. Vernichtungslager oder Lager mit Vernichtungsanlage…. Die Stiftung führt selbst aus:
    „ Zehntausende Häftlinge kamen im KZ Sachsenhausen durch Hunger, Krankheiten, Zwangsarbeit, medizinische Versuche und Misshandlungen um oder wurden Opfer von systematischen Vernichtungsaktionen der SS. Im Herbst 1941 ermordete die SS mindestens 13.000 sowjetische Kriegsgefangene, unten denen sich viele Juden befanden, in einer eigens dafür gebauten "Genickschussanlage" und bei der Erprobung von Gaswagen. Etwa ein halbes Jahr später wurde im Frühjahr 1942 auf dem Industriehof eine Vernichtungsanlage mit Krematorium, Genickschussanlage und einer 1943 eingebauten Gaskammer errichtet. In Analogie zum Turm A als Eingangstor bezeichnete die SS das Gebäude zynisch als "Station Z".

  41. 27.

    Anfangs war ich mir noch nicht sicher aber nun kristallisiert sich heraus auf was sie hinaus wollen. Deswegen zur Erinnerung: Mord verjährt nicht! Beihilfe zum Mord in 3.518 Fällen.

    "Der inzwischen 100 Jahre alte Mann soll laut Anklageschrift zwischen 1942 und 1945 im Konzentrationslager Sachsenhausen "wissentlich und willentlich" an der Ermordung von Lagerinsassen mitgewirkt haben."

  42. 26.

    Zweimal "deutsche" Präzision. Einmal das systematische, ja fabrikmäßige massenhafte Ermorden von Millionen. Und dann die Klugscheißerei (sorry!) ob es sich mit Sachsenhausen um eine Tötungsfabrik mit dem Prädikat Vernichtungslager oder "nur" Konzentrationslager gehandelt hat.

    Frei nach M. Liebermann: "Ich kann nicht so viel fressen, wie ich kotzen möchte."

  43. 25.

    Danke für die entsprechende Präzisierung, so sehe ich das nämlich auch. Ein entsprechender Beitrag wurde gestern leider nicht freigeschaltet. Ob "nur" KZ oder "wirkliches" Vernichtungslager: Beide waren grausam und auf Vernichtung von Menschen ausgelegt, bei dem einen indirekt durch Arbeit, bei dem anderen durch sofortigen Mord. Das unterscheidet meines Erachtens Sachsenhausen von zum Beispiel Auschwitz-Birkenau. Die Ermordung sowietischer Kriegsgefangener war im gesamten Dritten Reich faktisch an der Tagesordnung, selbst die Wehrmacht hat da mitgemordet, nicht nur die SS. Aus Sicht des Regimes waren das ja schlicht Untermenschen und aufgrund der großen Anzahl damit "unnötige Fresser". Gerade diese Verbrechen stehen heute viel zu wenig in der Öffentlichkeit, obwohl diese Menschen genau so systematisch ermordet wurden, wie die Juden.

  44. 24.

    @Ein Guide: Ich nehme an, es sollte eine Antwort auf meinen Beitrag sein.
    Vielen Dank dafür und für die Darstellung Ihrer Ansicht.
    Zu Punkt 1.: nun, da findet jeder Hinterbliebene (m/w/d) seinen persönlichen Umgang mit. Das lässt sich nicht pauschalisieren. Gibt es im Falle des nun Angeklagten noch private Kläger?
    Zu Punkt 3: Naja, Recherche kann man auch ohne Prozess betreiben, oder? Aber gut, wenn das als Nebeneffekt immerhin da einen Mehrwert gibt.
    Zu Punkt 4: vielen Dank für die Aufklärung!

  45. 23.

    Bei den Anklagen gegen ehemalige KZ-Wärter muss man einige Dinge beachten:
    1. Es geht tatsächlich um Gerechtigkeit, der Anspruch der Opfer oder ihrer Hinterbliebenen und Nachkommen auf Gerechtigkeit erlischt nicht. Man sollte es viel mehr von Opferseite aus betrachten. Wenn ihre Mutter oder Großmutter ermordet worden wäre, wüssten Sie die Täter doch gerne bestraft, oder nicht? Oder sagen sie: Ach, das ist so lange her, lasst sie laufen?
    2. Diese alten Herren kommen ja nicht in den Knast!
    3. Es wird in diesen Prozessen viel wichtiges Material gesammelt und zusammengestellt (auch für Historiker!)
    4. Dass sehr viele Täter früher davongekommen sind, hat mehrere Gründe, ein gewichtiger ist eine Rechtsänderung 1968, durch die viele Taten auf einmal verjährt waren (Googeln Sie EgoWig, §50,2, Dreher). Hier hat sich die RECHTSAUFFASSUNG in den letzten Jahren seit dem Demjanjuk und Gröning-Prozess geändert, so dass eine juristische Verfolgung wieder möglich ist! Sehr spät, da stimme ich zu.

  46. 22.

    Als Historiker und Gedenkstättenguide muss ich auch korrigieren, dass SH kein Vernichtungslager (=jeder, der dort hingebracht wurde, sollte sofort ermordet werden) war, sondern ein Konzentrationslager, in dem das Entfernen bestimmter Menschen oder Menschengruppen aus der NS-Gesellschaft (Volksgemeinschaft)durch Inhaftierung und das Ausnutzen der Sklavenarbeitskraft der Häftlinge im Vordergrund stand. Selbstverständlich sind auch in Sachsenhausen viele Tausend Menschen ums Leben gekommen und das gehörte auch zum Plan dazu, doch die Vernichtungsaktion gegen die sowjetischen Kriegsgefangenen ist die mit Abstand größte und richtet sich gegen eine fest umrissene Gruppe von Personen, die nur zu diesem Zweck ins Lager gebracht wurden. Dies soll KEINE Verharmlosung sein, im Gegenteil, es geht um Präzision. Gerne gebe ich auch Zahlen: SH (KZ) ca. 200.000 Häftlinge, ca. 40.000 Tote (inklusive Kriegsgefangenen); Sobibor (Vernichtungslager): ca. 200.000 Menschen, davon haben 47 (!) überlebt!

  47. 20.

    "Wenn man nun hinterher jemanden, nach neu erlassenen Gesetzen vor Gericht bringt hat das mit Rechtsstaatlichkeit nichts mehr zu tun."

    Verbrechen gegen die Menschlichkeit waren auch damals als solche erkennbar. Bruch des Völkerrechts, Haager Landkriegsordnung usw.

    Im konkreten Fall hätte der Mann das Unrecht, an dem er sich aktiv beteiligt, erkennen können. Das ist also Unsinn, was sie hier schreiben.

  48. 19.

    Sich diesen Befehlen zu verweigern hatte keine juristischen Folgen. Der Befehlsnotstand ist eine feige Ausreden derjenigen die keine Verantwortung für ihre feigen Taten übernehmen wollen.

  49. 18.

    Ihren Zeilen nach müssten alle Naziverbrecher, nach dem Zusammenbruch des Regime, ohne Strafe davongekommen sein, dann wäre es rechtsstaatlich gewesen. Das tägliche Morden, das geschah nämlich nach damals geltenden Gesetzen.




    .

  50. 17.

    Man kann sich immer nur an die gerade geltenden Gesetze halten. Es wäre auch schwierig zu versuchen sich an eventuelle künftige Gesetze zu halten. Deshalb ist es eigentlich im Recht so üblich, dass eine Tat immer noch den zur Tatzeit geltendem Rechtsnormen beurteilt wird. Wenn man nun hinterher jemanden, nach neu erlassenen Gesetzen vor Gericht bringt hat das mit Rechtsstaatlichkeit nichts mehr zu tun.

  51. 16.

    Bis zur "Befreiung durch die Rote"? Die haben es übernommen und weiter betrieben. In der DDR wurde das jahrzehntelang verschwiegen.
    https://www.sachsenhausen-sbg.de/geschichte/1945-1950-sowjetisches-speziallager/

  52. 15.

    Sie haben es verstanden...denn das ganze Dilemma ging von der Regierung aus,die damals herrschte und den Befehl gaben.
    Was hätten denn die Soldaten,die in den Krieg geschickt wurden für eine Alternative gehabt?
    Richtig,keine!

  53. 14.

    Hätte wäre wenn… Er hat offenbar einfach mitgemacht. Das ist nun nicht der erste und wurde schon oft genug diskutiert. Dabei kam eben heraus, dass auch solche Leute wegen Beihilfe zum Mord verfolgt werden.

  54. 13.

    Ich tue mich schwer mit diesen Anklagen gegen Greise solchen Alters.
    Es wirkt aus meiner Sicht eher peinlich. Eben, weil diese Menschen nicht viel früher und zeitnaher am Geschehen vor Gericht gestellt wurden. Dass dann nach -zig Jahren, kurz vor deren Tod noch "nachzuholen", wirkt ... ja, halt peinlich.
    Wem nutzt das? (Und wieso kommen diese Anklagen gefühlt Ü50 - 70 Jahre zu spät?)
    Den Überlebenden des Holocausts, die ebenfalls schon fast alle tot sind? Deren Angehörigen?
    Uns, den nachfolgenden Generationen?
    Dass ein Urteil beim Angeklagten noch irgendwas "bewirkt", wage ich auch mehr als anzuzweifeln.
    Bleibt der Faktor Gerechtigkeit und wenn auch nur als Exempel.

  55. 12.

    "Nein, das ist Unrecht - da mache ich nicht mit" und einfach gegangen wäre? Wäre er nur ins Gefängnis gekommen oder hätte man ihn hingerichtet?"

    Das NS Regime hatte kein Interesse daran so etwas publik zu machen. Man konnte sich weigern ohne eine Verfolgung zu befürchten. Es hat auch Soldaten gegeben, die sich verweigert haben an Massenerschießungen teilzunehmen, nachweislich ohne Folgen.

    Der Befehlsnotstand war in den meisten Fällen eine feige Ausrede.

    "In der historischen Forschung ist kein Fall dokumentiert, wonach ein Untergebener wegen der Nichtausführung eines offensichtlich verbrecherischen Befehls nach § 47 Abs. 1 Nr. 2 Militärstrafgesetzbuch verurteilt worden wäre."

  56. 11.

    Ja. Anklage und Verhandlung sind notwendig. Ob er gesundheitlich dazu in der Lage ist, wird zu prüfen sein. Beim Strafmaß wird das Lebensalter berücksichtigt, nicht bei der Entscheidung über die Anklage

  57. 10.

    Deswegen Beihilfe zum Mord…. Notlage? Ernsthaft? Sie sollten Ihre Rechtskenntnisse checken lassen. Es gab übrigens auch Menschen, die haben ihr Leben riskiert um anderen zu helfen.

  58. 9.

    Mir stellt sich die Frage was wenn der Mann dorthin versetzt wurde und was mit ihm geschehen wäre, hätte er gesagt: Nein, das ist Unrecht - da mache ich nicht mit" und einfach gegangen wäre? Wäre er nur ins Gefängnis gekommen oder hätte man ihn hingerichtet? Bei ernsthafter Befürchtung der eigenen Hinrichtung ergibt sich dann doch die entschuldbare Notlage. Denn nach heutiger Rechtsprechung ist keiner dazu verpflichtet sein Leben für andere in Gefahr zu bringen.

  59. 8.

    Mord und die Beihilfe verjähren nicht. Es sollte geprüft werden, wie er sich in der Zeit danach verhalten und engagiert hat um ein Urteil zu finden. Gerecht wird es nie sein. Ohne echte tätige Reue, keine Gnade vor geltendem Recht und schon aus Respekt vor den Millionen Menschen Toten.

  60. 7.

    Man kann nicht alles wissen, ich wusste es bis dato auch nicht, obwohl mein Großvater im Herbst 39 aus dem Protektorat Böhmen un Mähren dort hin verschleppt wurde, aber er kam nicht in Sachsenhausen um, sondern nach seiner Verlegung nach Auschwitz im Frührjahr 42 dort um, angeblich an Lungenentzündung. Damals hat man sich noch Mühe gemacht, die Angehörigen über den Tod zu informieren.
    Erst jetzt, wo ich dem Link vom RBB gefolgt bin, erst da habe ich über dieses Lager die volle Wahrheit erfahren.

  61. 6.

    Gut und schön. Recht muß bleiben. Kann man nur hoffen, daß der Mann das Datum im Oktober zur Eröffnung überhaupt noch erLEBT, geschweige denn das Ende der Verhandlung. Zu was kann man einen 100-jährigen eigentlich noch verurteilen.. lebenslänglich?? Eine skurrile Vorstellung..

  62. 4.

    Trotz des großen Leids stelle ich mir die Frage, ob man einen hundertjährigen noch vor ein Gericht stellen muss. Ganz sicher war das eine Scheiszeit, trotzdem, der Mann ist 100Jahre.

  63. 3.

    Vielleicht liegt es an der Art Ihrer bevorzugten Quellen. Rechtsextreme Netzwerke sind kontraproduktiv…

    https://www.dw.com/de/sachsenhausen-vom-kz-prototypen-zur-muster-gedenkstätte/a-43461527

  64. 2.

    Stellen Sie all ihre Fragen bitte an die damals unmittelbar nach dem 2. Weltkrieg politisch Verantwortlichen der Bundesrepublick. Damals ist nicht heute. Deshalb werden heute auch noch 100 Jährige zur Verantwortung gezogen.

  65. 1.

    Die Behauptung, Sachsenhausen sei Vernichtungslager gewesen, lese ich heute zum ersten Mal und finde außerhalb von RBB24 keinen weiteren Hinweis. Nach diesem Maßstab wären dann auch die meisten DULAGs und STALAGs der Wehrmacht Vernichtungslager gewesen. Dort hat man 3,3 Mio. von 5,6 Mio. gefangenen Rotarmisten VORSÄTZLICH verhungern lassen (siehe auch Backe-Plan). Es stellt sich also die Frage, warum man nicht auch große Teile der Wehrmacht vor Gericht stellte, anstatt sie unbehelligt zu lassen und mit 40.000 von ihnen die Bundeswehr zu gründen.

    Und es stellt sich auf der anderen Seite die Frage, warum man die Befehlsgeber und Verantwortlichen SYSTEMATISCH hat laufen lassen.

    "Die Zahl der gegen Kommunisten gefällten 6688 Urteile war im Zeitraum 1951–1968 fast siebenmal so hoch wie die 999 Urteile gegen NS-Täter." (Foschepoth)

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