Fridays For Future-"Klimastreik" - Zehntausende Menschen demonstrieren in Berlin und Brandenburg für Klimaschutz

Geisler-Fotopress
Video: rbb|24 | 24.09.2021 | Material: Abendschau | Bild: Geisler-Fotopress

Mit einem weiteren "Klimastreik" haben am Freitag zehntausende meist junge Menschen in der Region versucht, kurz vor der Bundestagswahl den Druck auf die Politik zu erhöhen. In Berlin meldete sich auch Greta Thunberg zu Wort.

Dem von "Fridays for Future" initiierten deutschlandweiten Klimastreik sind am Freitag in Berlin mehrere Zehntausend Menschen nachgekommen. Sie trafen sich ab dem Mittag auf dem Platz der Republik vor dem Reichstagsgebäude in Berlin, um kurz vor der Bundestagswahl den Druck auf die politischen Parteien zu erhöhen. Sie forderten, die Klimakrise ernster zu nehmen. Während die Berliner Polizei von einer Teilnehmerzahl im "mittleren fünfstelligen Bereich" ausgeht, sprechen die Mit-Organsiatoren von Fridays for Future Berlin auf Twitter von 100.000 Teilnehmenden.

Die Unterstützer der Bewegung liefen vom Reichstagsgebäude, in dem der Bundestag seinen Sitz hat, durch das Regierungsviertel. Unter den vielen zumeist jungen Menschen war auch die inzwischen 18-jährige schwedische Initiatorin von "Fridays for Future", Greta Thunberg. In ihrer Rede kritisierte sie die Bundesrepublik scharf. "Deutschland ist der viertgrößte Kohlendioxid-Ausstoßer in der Geschichte und das bei einer Bevölkerung von 80 Millionen Menschen", sagte Thunberg auf Englisch vor dem Reichstagsgebäude. "Deutschland ist objektiv gesehen einer der größten Klima-Bösewichte."

Neubauer: "Scholz' Plan ist zum Scheitern verurteilt"

Luisa Neubauer, die wohl bekannteste deutsche Stimme der Bewegung, kritisierte die Kanzlerkandidaten Olaf Scholz (SPD) und Armin Laschet (CDU) für ihre Klimapolitik. "Einen Sommer lang musste sich Olaf Scholz anhören, dass sein durchgeknallter Plan, Kohle bis 2038 laufen zu lassen, zum Scheitern verurteilt ist", sagte Neubauer. "Wir haben die Parteien dazu gezwungen einen Sommer lang über Klimapolitik zu reden, obwohl ihre Programme dafür nicht ausreichen, und das wissen sie auch selbst. Kein Wunder, dass Sie dann lügen müssen, Herr Laschet."

Die Berliner Demonstranten riefen in Sprechchören: "Wir alle für 1,5 Grad". Auf Plakaten standen Slogans wie "Fight für Climate Justice", "Oma was ist ein Schneemann" oder "Die Natur verhandelt nicht". Unter den größtenteils jungen Demonstranten waren viele Schüler, die an dem Tag einen Schulstreik ausriefen. Eine Gruppe von Kindern aus der 3. bis 6. Klasse rief im Chor: "Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr unsere Zukunft klaut". Der zehnjährige Sasha sagte: "Wir wollen nicht, dass die Welt kaputt geht und mit Plastik voll ist."

Auf dem Vordach eines Hotels an der Friedrichstraße standen zwei Frauen, die an dem Hungerstreik für mehr Klimaschutz nahe dem Reichstagsgebäude teilgenommen hatten. Sie zündeten sogenannte Rauchtöpfe, aus denen schwarzer Rauch über die Demonstration zog.

Tausende auch in Brandenburg unterwegs

Auch in Brandenburg haben am Freitag tausende junge Menschen für mehr Klimaschutz demonstriert. Im ganzen Land seien rund 6.000 Teilnehmer in 21 Städten und Gemeinden bei Mahnwachen und Demonstrationen auf die Straßen gegangen, sagte der Sprecher von Fridays for Future Brandenburg, Filibert Heim. Die größte Demonstration sei mit rund 3.000 Teilnehmern durch die Potsdamer Innenstadt gezogen. Die Polizei äußerte sich nicht zu Teilnehmerzahlen.

Die Demonstranten wollten mit ihren Aktionen vor der Bundestagswahl den Druck auf die Parteien erhöhen, konsequente Maßnahmen zur Begrenzung der Erderwärmung zu ergreifen. "Die Wahlentscheidung jeder einzelnen Person von uns ist ausschlaggebend für die Zukunft unseres Planeten", betonte Heim.

Ernteausfälle, Dürreperioden Flutkatastrophen zeigten auch in Deutschland die Notwendigkeit auf, schnell und konsequent zu handeln, sagte Anna Ducksch, Sprecherin der Ortsgruppe Potsdam. "Es braucht einen Kohleausstieg deutlich vor 2038 - nämlich spätestens 2030."

Sendung: Inforadio, 24.09.2021, 12 Uhr

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88 Kommentare

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  1. 88.

    Ich kann auch nicht verstehen, das man nicht begreift, das es so nicht weiter gehen kann. Nachts kann ich oft nicht schlafen wenn ich mir eine Welt vorstellen, in der sich zubetonierte Städte wie in Krebsgeschwür weiter in die Natur fressen, das letzte Bisschen Wald auch noch abgebrannt wurde, die Mitlebewesen von uns auf grausamste Weise gequält und getötet werden, Und letzendlich die Menschen sich gegenseitig abschlachten für das letzte verblieben Trinkwasser.
    Leider wird es so kommen, Leider

  2. 87.

    Wenn "die Masse" die Menge darstellt, die ihr Sitzorgan nicht von der Couch bekommt, immer an jeglichem "althergebrachten" festhält, zu feige oder zu träge ist Änderungen zumindest in Erwägung zu ziehen, uvm. bin ich auch mit rechnerischen 61 gern und laut ein Teil der Minderheit. Weitermachen wie bisher ist einfach WAAhnsinn - aber zumindest dies Projekt ist passé.

  3. 86.

    Richtig! Und da die die Jugend nicht wählen darf, sondern Ihre Zukunft abhängig von älteren Menschen ist, die Ihr Leben gelebt haben, wähle ich für Sie die Grünen, egal wie unbequem und teuer es für mich wird. Denn mich über Konsum zu definieren egal was es kostet ( Geld, Nerven, Zerstörung) empfinde ich viel anstrengender.

  4. 84.

    Jeder der demonstrieren will, sollte erstmal 5 Euro zahlen, die FFDs und alle anderen Klima-Demonstranten mindestens das doppelte, damit die endlich kapieren was sie mit ihren Demos anrichten, z.B. auch die Umwelt massiv schädigen jedes Mal, unnötig viel CO2 ausstoßen, viel Müll hinterlassen und Menschen von der Arbeit und der Schule fernhalten! Abgesehen davon, das sie die Gesellschaft spalten...
    Diese Einnahmen sollten sozialen Projekten zu Gute kommen.
    Und Auto- und Motoradkorsos sollten komplett verboten werden, wer braucht so einen umweltschädigenden und sinnlosen Zirkus??? Übrigens Umwelt ist nicht nur Klima, sondern auch Lebewesen und Mit- Menschen!!!

  5. 83.

    Wenn die Kinderchen freitags demonstrieren, sollte die Samstags-Schule wiedereingeführt werden, damit der verlorengegangene Schulstoff nachgeholt wird!

  6. 82.

    *seufz* und: nein.
    Das Filmchen ist (leider) zum Weglaufen.

    Solange hier in Südwest SUVs herumfahren mit "Greta"-Aufkleber und Schulen selbstfgemachte Klimaplakate, eingeschweißt in PLASTIK an ihren Zaun hängen, ist klar, dass das mit den notwendigen Veränderungen und Verlassen der Komfortzonen noch nicht hinhaut und noch nicht begriffen.
    Solange jeder hofft, dass er selbst wenig bis gar nicht sein Verhalten ändern muss und das auch mal unangenehm sein kann, solange wird sich auch nichts ändern.
    Was zu tun ist, weiß im Grunde jede/r/s. Am einfachsten könnte schon mal sein: nur so viel essen, wie man für's Überleben wirklich benötigt, sich möglichst wenig fortpflanzen, um den Planeten mal zu entlasten, bis Lösungen für ungehemmte Vermehrung und damit Ernährung gefunden, laufen und radeln statt motorisiert von A nach B, wo und wann immer möglich, Sarrazin-Strickpulli statt Bude auf 25°C heizen usw. usf.
    Wie gesagt: wissen alle. Wer macht's (mit)?

  7. 81.

    Ick bin ne Umweltsau fahre Zeitlebens nur Öffis oder Rad ,aber ick krakele nicht rum und fordere nur ohne Eigeninitiative. Samstag nach der Schule geht die Welt auch nicht unter so das da man auch 'Streiken' kann. seltsam nur das der Alex heute besonders voll war. Raten sie mal was da steht. (Primark) . Was für ein Zufall das da viele junge Menschen sich dort aufhielten. Ick arbeite am Alex

  8. 80.

    Ja richtig, wir wollen mal nicht alle über einen Kamm scheren. Denen die Welt um sich herum egal ist inkl. McDoof Müll überall liegen lassen, haben auch null Bock auf Klima-Demo.
    Jede Generation hatte ihre Zukunftsthemen mit Demos. Ich finds ja niedlich, wie sich Jugendliche heutzutage für aktuelle Gesellschaftsthemen engagieren. Eigentlich bräuchten diese Jugendlichen nur mal ihre Eltern fragen, was von den 68er Revolutzern und den 80er Anti-Atomkraftleuten jetzt im Alltag der Erwachsenen heute übrig geblieben ist: Wenig. Von da aus macht viel Krach jetzt schon Sinn, damit 20 Jahre später noch ein wenig davon hängen bleibt im Alltag.
    Und dass die Mehrzahl der Jugend mit Ökothemen nichts anzufangen weiß, beweißt das aktuelle Jugendparlament mit Probewahlen im Landkreis OPR am 22.09.: Grüne bei 5,71%. Und nu gucke… die AfD auf Platz 2 mit 12,61%. Soviel auch zum Thema Bundestagswahl mit 16 Jahren…

  9. 79.

    Die Masse ist nur noch genervt von dieser schreienden Minderheit.

  10. 78.

    Volkshochschule ? Ne danke. ! Steh ich kurz vor der verdienten Rente da macht es keenen Sinn .Außerdem geh ick noch etwas arbeiten damit die ''Aktivisten'' weiter streiken (wofür auch immer) können. Wer muss ja was tun. Die Berufsdemonstranten haben ja keene Zeit dafür.
    Wenn sie Ironiedarin finden ,die können sie gern behalten

  11. 77.

    Andererseits: Millionen Menschen protestieren heute wieder nicht für mehr Klimaschutz. Wenn interessieren also diese ungebildeten „Klimakids“, die noch nie in ihrem Leben etwas geleistet haben, aber meinen, alles besser zu wissen?

  12. 76.

    Immer dieselben, haltlosen und faktenfreien Kommentare. Können Sie belegen das es dieselben Jugendlichen sind von denen Sie reden und die auf der Demo waren? Nein, dann einfach nachdenken vor dem kommentieren oder, besser noch, das kommentieren lassen.

  13. 74.

    Utopisch sind Ziele meist nur dann, wenn man sie aus Bequemlichkeit und Ignoranz gar nicht erreichen will. Eigentlich bieten sich unserem bequem gewordenen Land in der Umwelttechnologie großartige Möglichkeiten, insbesondere auch wirtschaftlich, aber das können, oder besser wollen die Bremser nicht verstehen. Dann wird es wohl China richten. Mein Kontakt zur Jugend ist vielfältig und täglich, und hinsichtlich meiner Kompetenz muss sich niemand Sorgen machen.

  14. 73.

    „Es haben viele zehntausend….demonstriert“ und Millionen von Menschen schütteln nur noch den Kopf über die Unwissenheit von vielen zehntausend.

     

  15. 72.

    Ich staune jedesmal das ihre Kommentare (oft beleidigend) so durch kommen!

  16. 71.

    Frage mich überhaupt, warum Berlin solchen Leuten eine Bühne geben muss???

  17. 70.

    Lieber Detlef,
    genau dieses Denkmuster sorgt dafür, dass nichts passiert! Wenn wir darauf warten, dass alle Anderen zu erst agieren. Und gerade weil wir die Freiheit haben unsere Meinung offen auszusprechen, haben wir die Pflicht genau das auch zu tun und uns international in die erste Reihe zu stellen. Nur mit einem national gefestigten Fundament können wir auch international Druck ausüben und ausländische Bewegungen unterstützen. Und ja das heißt wir müssen als erstes mehr Geld für nachhaltigen Strom bezahlen, Mrd. in die Infrastruktur investieren und Abstriche beim persönlichen "Komfort" machen. Erst wenn du dazu bereit bist, darfst du mit dem Finger auf Andere zeigen.

  18. 69.

    Damit es sich lohnt die zu speichern muss man sie erstmal ausbauen, ne. Solange man nicht mal Kapazität für 100% hat bleibt nichts übrig um noch Wasserstoff draus zu machen. Blöd nur dass die Regierung den Ausbau nicht schnell genug vorantreibt...

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