Funkzellenabfrage - Berliner können jetzt erfahren, ob ihre Handynummer von der Polizei erfasst wurde

Mi 15.09.21 | 12:37 Uhr
Mitarbeiter der Polizei sitzen am 03.11.2015 in der Einsatzzentrale der Berliner Polizei. (Quelle: dpa/Britta Pedersen)
Audio: rbb 88.8 | 15.09.2021 | Juliane Kowollik | Bild: dpa/Britta Pedersen

In Berlin kann nun erfragt werden, ob die eigene Handynummer von der Polizei erfasst wurde. Solche Daten werden bei Ermittlungsverfahren verwendet und sollen Straftäter identifizieren. Das System ist allerdings umstritten.

Berlinerinnen und Berliner können seit Mittwoch erfahren, ob ihre Handynummer schon mal von der Polizei erfasst wurde.

Berlin ist damit das erste Bundesland, das seinen Bürgern Transparenz bei der Funkzellenabfrage bietet, teilte die Senatsverwaltung für Justiz, Verbraucherschutz und Antidiskriminierung am Mittwoch mit.

Ab sofort kann man sich dazu online [fts.berlin.de] anmelden und bekommt dann eine SMS mit den Infos. Die Anmeldung dafür sei freiwillig, kostenlos und das Interesse unter den Berlinerinnen und Berlinern hoch, so die Senatsverwaltung für Justiz weiter.

59 Millionen Datensätze im Jahr 2017

Bei der Funkzellenabfrage fordert die Polizei von Kommunikationsfirmen alle Telefonnummern an, die sich zu einem bestimmten Zeitraum in einer Funkzelle befanden. So sollen Straftäter identifiziert werden. Allein im Jahr 2017 wurden in Berlin mehr als 59 Millionen Datensätze erhoben. Solche Daten wurden dann auch bei Ermittlungsverfahren verwendet.

Das System ist allerdings umstritten. Immer wieder geraten unbescholtene Bürger ins Visier der Ermittler. Über das neue Funkzellenabfragen-Transparenz-System (FTS) erhalten die angemeldeten Handybesitzer künftig per SMS nach Abschluss eines Ermittlungsverfahrens Bescheid, wenn die eigene Mobilfunknummer in der Abfrage erfasst wurde.

Sendung: Inforadio, 15.09.2021, 11:38 Uhr

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