Teilnehmer wegen Abstandsregeln verteilt - Tausende bei "Unteilbar"-Demonstration in Berlin

Archivbild: Menschen bei der Demonstration Unteilbar in Berlin am 4. September 2021. Die Protest richtet sich gegen den Klimawandel, gegen Rassismus und soziale Ungerechtigkeit. (Quelle: imago images/E. Contini)
Video: Abendschau | 04.09.2021 | Jörn Kersten | Bild: imago images/E. Contini

Rund 10.000 Menschen sind nach Polizeiangaben am Samstag in Berlin einem Aufruf des "Unteilbar"-Bündnisses "Für eine gerechte und solidarische Gesellschaft!" gefolgt. Wegen der Abstands- und Hygieneregeln hatten sich die Teilnehmer auf mehrere Kilometer verteilt.

Rund 10.000 Menschen sind nach Polizeiangaben am Samstag in Berlin einem Aufruf des "Unteilbar"-Bündnisses gefolgt. Unter dem Motto "Für eine gerechte und solidarische Gesellschaft!" demonstrierten sie drei Wochen vor der Bundestagswahl für Menschenrechte, Solidarität und soziale Gerechtigkeit. Das Bündnis bezifferte die Teilnehmerzahl auf 30.000.

Die Auftaktkundgebung startete um 13 Uhr auf der Straße des 17. Juni und zog über das Regierungsviertel zum Alexanderplatz. Wegen der Abstands- und Hygieneregeln im Zusammenhang mit der Coronavirus-Pandemie hatten sich die Teilnehmer zunächst auf einer Strecke von mehreren Kilometern Länge von der Straße des 17. Juni über das Brandenburger Tor bis zur Leipziger Straße versammelt.

Die Abschlusskundgebung fand am Nachmittag nahe des Alexanderplatzes statt. Die Polizei war mit mehr als 1.000 Beamtinnen und Beamten im Einsatz.

Grafik: Route der #Unteilbar-Demo am 04. September in Berlin. (Quelle: rbb24)
| Bild: rbb24

Verschiedene Problemfelder im Fokus

Die Demonstrierenden wollen knapp drei Wochen vor der Bundestagswahl auf verschiedene Problemfelder und Bedrohungen hinweisen, die nach ihrer Auffassung den gesellschaftlichen Zusammenhalt und die Zukunft der Menschen in Deutschland und auch weltweit gefährden. Das seien vor allem der Klimawandel, Rassismus, soziale Ungerechtigkeit und eine sich aktuell abzeichnende "humanitären Katastrophe in Afghanistan". Auch die Machtübernahme der militant-islamistischen Taliban in Afghanistan beschäftigt das Bündnis.

Die Veranstalter appelierten in den Tagen vor der Demonstration, dass die Corona-Schutzregeln eingehalten werden müssen. Die Teilnehmer sollten Masken tragen, am besten mit dem Standard FFP2. Zudem gelten die üblichen Abstands- und Hygieneregeln. Die Appelle wirkten offenbar: "Die geltenden Hygienebestimmungen werden derzeit ganz überwiegend eingehalten", twitterte die Berliner Polizei [twitter.de], während der Zug durch die Straßen der Hauptstadt zog.

Weit mehr als 300 Organisationen dabei

Wie die Organisatoren am Mittwoch in der Hauptstadt mitteilten, beteiligen sich weit mehr als 300 Organisationen vom Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) über die Menschenrechtsorganisation Amnesty International bis hin zur Klimabewegung Fridays for Future und dem Berliner Mieterverein. Linke, SPD und Grüne sind ebenfalls bei dem Protestzug dabei. Auch Linke-Spitzenkandidat Klaus Lederer sowie die Spitzenkandidatinnen für die Abgeordnetenhauswahl Franziska Giffey (SPD) und Bettina Jarasch (Grüne) werden erwartet.

Im Laufe der Veranstaltung sollen unter anderem DGB-Vorstandsmitglied Anja Piel, die Fridays-for-Future-Aktivistin Carla Reemtsma und der Geschäftsführer des Paritätischen Wohlfahrtsverbands, Ulrich Schneider, sprechen. Per Videoschaltung ist auch ein Auftritt des im russischen Exil lebenden Whistleblowers Edward Snowden geplant.

Das Unteilbar-Bündnis organisiert seit Jahren immer wieder große und thematisch breit gefächerte Demonstrationen für eine offene und gerechtere Gesellschaft. 2018 beteiligten sich nach Unteilbar-Angaben an einer Kundgebung in Berlin etwa 240.000 Menschen. Zudem gab es unter anderem Demonstrationen vor Landtagswahlen oder nach dem rechtsextremistischen Anschlag auf die Synagoge in Halle.

Sendung: Abendschau, 04.09.2021, 19:30 Uhr

93 Kommentare

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  1. 93.

    Bin ich der einzige, der gespannt auf die Erklärung wartet, was "regebogen farbenen Gesinnung" bedeutet?

    Kann man sie irgendwo buchen? Für einen Junggesellenabschied müßte es reichen.

  2. 92.

    "Alles was nicht ihrer regebogen farbenen Gesinnung entspricht, ist ihrer Meinung nach rechts und ein Nazi.

    Nö. Was watschelt wie eine Ente, was quakt wie eine Ente... ist eine Ente.

  3. 91.

    Tja und was verstehen sie daran nicht? Da kann man mal sehen was öffentlicher Druck bewirkt.
    Im Gegensatz dazu das Desinteresse beim Dieselfeinstaub. Das interessiert die Grünen unverändert nicht sonst wären die günstigen Dieselpreise als Anreiz schon längst abgeschafft.


  4. 90.

    Weiß Herr Stelter, dass sein Name von Rechtsextremen missbraucht wird? Eigentlich stellt der Identitätsklau in unserem Land eine Straftat dar. Vielleicht weiß Herr Stelter noch nichts von seinem Glück, dass hier braune Hetze in seinem Namen verbreitet wird? Ich werde ihn anschreiben, mal sehen, was er dazu sagt.

  5. 89.

    Die kleinste Oppositionspartei kann auf die GroKo solch einen Druck ausüben, dass diese in ihrem Sinne entscheidet?! Na da kann sich die selbsternannte einzige Opposition und Alternative Mal ne Scheibe abschneiden. Amateure!

  6. 88.

    Wenn sie mir Swen, Elias oder wie auch immer er heißt schreiben kommt nur Hetze, ich vergeude meine Zeit nicht mehr mit unbelehrbaren Menschen. Schön Sonntag noch. Toleranz ist keine Einbahnstraße,

  7. 87.

    ICH glaube, die Wähler müssen es am eigenen Leib erleben, was sie gewählt haben. Die woke Mehrheit, ohne Rückgrad, ohne eigene Meinung, alles nach plappernd, ohne Zweifel, aus Angst, etwas Falsches zu sagen, muss es vier Jahre lang erleben,

  8. 86.

    Wer mit Reaktionären händehaltend durch Berlin läuft, die die Trennung von Staat und Kirche aufheben wollen, gegen unsere Verfassung mit irgendwelchen erfundenen Legenden agitieren und selbst Frauenbilder aus dem Mittelalter haben. ist nicht Weltoffen sondern Weltfremd.

  9. 84.

    "CDU und SPD. Denn die haben den Preisanstieg (auch für die nächsten Jahre) beschlossen."

    Auf Druck der Grünen. Lustig war der Hinweis von Baerbock, dass man ka mehr U-Bahn fahren kann - tja, in meinem Bereich wird sowas als totaler Realitätsverlust eingestuft.

  10. 83.

    NuN, dAs ist der Unterschied: "Unteilbar" meldet 30.000 an, gekommen sind geradezu nur 10.000.
    Andere melden Demonstrationen mit 5.000 an und es kommen 15 bis 40.000, je nach Lesart und Ausrichtung der Medien.
    Und natürlich ging es auch um eine sich aktuell abzeichnende "humanitären Katastrophe in Afghanistan".
    Im Anbetracht der gestrigen Vorfälle, möchte ich, dass Deutschland, Berlin noch mehr afghanische Flüchtlinge aufnimmt, damit Deutschland, ja auch Berlin, noch bunter wird.

  11. 82.

    Sie gehören nicht dazu, aber wir schon. Sicher leben Sie weitab von jeder Möglichkeit, sich daran zu beteiligen und Sie müssen nicht so enttäuscht sein, wenn Sie wollen, holen wir Sie ab, damit auch Sie nicht mehr so destruktiv denken müssen. Seien auch Sie ein Teil jener, die gegen Rassismus und Diskriminierung auf die Straße gehen. Solidarität.

  12. 81.

    Diese Art der Beleidigung geht gegen die Würde des Menschen und ist diskriminierend, warum schaltet man einen Beitrag frei, in dem anderen bürgerliche Rechte abgesprochen werden? Das ist rechtsextremes Gedankengut.

  13. 79.

    "Es ist doch gerade die aktuelle, extrem linke Politik, die die junge Generation über Gebühr und bis zum Sanktnimmerleinstag belastet, ..."

    Für einen Rechtsextremisten und Holocaustleugner wie sie mag die Politik der cDU schon "extrem kinks" sein, das hat nur nicht mit der Realität zu tun.

    Die junge Generation wird die Zeche dafür bezahlen, dass wir noch immer nicht umdenken. Aber das verstehen Rechtsextremisten wie sie, die immer noch der Wirtschaftspolitik der Nazis anhängen, nicht.

  14. 78.

    Leuten wie ihnen bürgerliche Rechte zuzubilligen. Ist eine gefährliche und falsche Entscheidung. Sie sind weder tolerant zu anderen Meinungen noch können sie zwischen kritischen Menschen und tatsächlichen Gefährdern der Demokratie unterscheiden.
    Alles was nicht ihrer regebogen farbenen Gesinnung entspricht, ist ihrer Meinung nach rechts und ein Nazi.
    Es sind Menschen wie sie, die die Gesellschaft spalten.


  15. 77.

    Dafür dass sich laut ZDF 340 Bündnisse daran beteiligt haben,scheint mir die Teilnehmerzahl dann doch recht gering. Das hat sicher verschiedene Gründe.

    Nur hoffentlich kommt Olaf Sundermeyer nicht zu dem gleichen Schluss wie in diesem Artikel:

    https://www.rbb24.de/politik/thema/corona/beitraege/2021/08/kommentar-sundermeyer-querdenker-proteste-berlin.html

    "Nicht wenige der zahlreichen Demonstrationsinitiativen versammeln deutlich mehr Menschen hinter ihrer jeweiligen Sache als die wütenden "Querdenker" "
    Seine Meinung dazu würde mich wirklich interessieren.
    Nach seiner Logik interessiert sich die Bevölkerung nämlich nicht wirklich für die Themen von 'unteilbar'.

    Wenn man anfängt Teilnehmerzahlen mit dem Interesse in der Bevölkerung gleichzusetzen,fällt einem so etwas schnell auf die Füße.

  16. 76.

    "Der RBB ist nachweislich rechtslastig."

    Oh... eine Verschwörungstheorie... Gehen Sie so langsam unter die Querdenker?

  17. 75.

    Der rbb ist nachweislich rechtslastig? Das kann doch nicht Ihr ernst sein. Der rbb achtet akribisch - meiner bescheidenen Meinung nach zu akribisch - darauf, ja nicht indentitätspolitisch anzuecken, da fallen schon mal einige Lokalnachrichten unter den Tisch. Aber Sie konstruieren hier ein verzerrtes Weltbild, das dem der an Verschwörungserzählungen Glaubenden in nichts nachsteht. Die AfD wird zunehmend von Rechtsextremen gekapert, ja. Die Mehrheit der Mitglieder und vor allem der WählerInnen aber ist es nicht. Wenn wir aufhören zu differenzieren und genau hinzusehen, steht es wirklich sehr schlecht um die "Unteilbarkeit" unserer Gesellschaft.

  18. 74.

    Wo soll ich denn geschrieben haben: "Jemand muss den Leuten sagen, wo es langgeht!"???
    Genau das möchte ich nicht.
    Ich bin für den selbständig Denkenden Mensch, der nicht mit Ideologien überschüttet wird.
    Ebenso möchte ich keine Kontrolle von oben für Unbescholtene Bürger.
    Zudem wäre mal ein Gängelungs-Moratorium von Nöten.

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