Pilotprojekt - Neukölln sprüht Rad- und E-Scooter-Verbotsschilder auf Bürgersteige

Mit Piktogrammen auf dem Gehweg will der Bezirk Berlin-Neukölln E-Scooter- und Radfahrende dafür sensibilisieren, die Verkehrsregeln einzuhalten (Bild: rbb).
Video: Abendschau | 23.09.2021 | | Bild: rbb

Auf Neuköllns Fußwegen kommt der Feind mit dem Rad und dem Roller: Weil es viele Unfälle und Verstöße durch Radler und Roller gibt, die auf dem Bürgersteig fahren, greift Neukölln durch. Der Bezirk malert Verbotsschilder auf das Pflaster seiner Gehwege.

Der Bezirk Neukölln will mit einer neuen Kennzeichnung Fahrräder und E-Scooter vom Gehweg holen.

Der Bezirk stellte am Freitag ein Pilotprojekt vor, mit dem mehr Rücksicht auf Fußgänger eingefordert werden soll. An fünf Stellen im Norden des Bezirks wurden Piktogramme auf die Gehwege gesprüht, die ein durchgestrichenes Fahrrad bzw. einen durchgestrichenen E-Scooter zeigen.

Fahren auf dem Gehweg ist nur kleineren Kindern gestattet

"Gehwegfahrende werden so aufgefordert, die vorhandene Radinfrastruktur, also die Straße zu benutzen und sich damit straßenverkehrskonform zu verhalten", teilte der Bezirk bei der Vorstellung des Projekts mit.

Hintergrund dieser Initiative sind zunehmende Konflikte auf Gehwegen. "In den vergangenen Wochen hat sich die Beschwerdelage im Bezirksamt deutlich erhöht", hieß es zur Begründung. Schließlich sei das Radfahren auf dem Gehweg ausschließlich für Kinder bis zu zehn Jahren in Begleitung einer Aufsichtsperson erlaubt.

Strafen für falsch abgestellte E-Scooter

"Die Stadt wird enger. Nur durch mehr Miteinander, gegenseitige Rücksichtnahme und durch die Einhaltung der geltenden Regeln können wir die Konflikte im Verkehr reduzieren", sagte Bezirksbürgermeister Martin Hikel. Es gelte, Unfälle zu verhindern und diejenigen zu schützen, die einen Schutz am stärksten benötigen – Ältere und Kinder. Das Ordnungsamt werde das Verbot nun stärker kontrollieren, Rad- bzw. E-Scooter-Fahrende ansprechen und Fehlverhalten sanktionieren.

Das Bezirksamt begleitet die Sprühaktion auf Gehwegen nach eigenen Angaben zudem mit einer zweisprachigen Kampagne über soziale Medien unter dem Hashtag #bessermiteinander bzw. #bettertogether. Die Aktion ist zunächst auf etwa drei Monate angekündigt. Auch werde nun das falsche Abgestellen der E-Scooter auf Gehwegen geahndet. Hier würden Bußgelder von bis zu 30 Euro fällig.

Sendung: Abendschau, 23.09.2021, 19.30 Uhr

32 Kommentare

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  1. 32.

    Wieso verbietet man diese unnützen Roller nicht einfach. Wir haben genug ÖPNV, sodass niemand auf diese Stolperfallen angewiesen ist. Wieso kann der Anbieter nicht einfach einen hohen Geldbetrag erheben, wenn solch ein Roller außerhalb genau gekennzeichneter Flächen abgestellt wird? Funktioniert bei den Rädern der DB AG sehr gut

    Eine andere Idee wäre es, den letzten Mieter solch eines Rollers selbstschuldnerisch für die Folgen (Stolpern über Roller ect) haften zu lassen. Die Daten sind ja bekannt

  2. 31.

    Statt für Radfahrer bessere Wege zu fordern lässt man es zu , dass Radfahrer und Fußgänger sich gegenseitig ausspielen. Was für ein selten dummes Spiel.

  3. 30.

    In Reinickendorf OT Heiligensee hat das CDU-geführte Bezirksamt vor ein paar Jahren sogar den Gehweg der Schulzendorfer Straße auf einem knappen Kilometer für Radfahrer freigegeben. Anstatt die Sicherheit für die Radfahrer auf der Fahrbahn zu verbessern, wird so lieber die Sicherheit der Fußgänger gefährdet. Alle Macht (allen Platz) den Autos, so lautet die Devise.

  4. 29.

    GPS ist für die von Ihnen angedachte Anwendung, einfach von der Art her der verwendeten Technik, zu ungenau.

  5. 28.

    Diese aufgesprühten Piktogramme sind für mich, einfach nur rausgeschmissenes Geld ohne Nutzen. Die StVO bietet eigentlich genügend Möglichkeiten Wege welche für Fahrradfahrer und Roller freigegeben sind, zu kennzeichnen. Aber dann gibt es ja noch die Fraktion, welche sich nicht um Verkehrsregeln scheren und meinen, jeden Quadratzentimeter ausnutzen zu müssen. Nur damit sie zu Lasten anderer VERKEHRSTEILNEHMER unerheblich schneller, aber vor allem bequemer, vorankommen. Auch bei mir in SRB ist es nicht anders. Selbst in der Tempo 20 Zone der Altstadt ist es nicht anders. Sagt man als Fußgänger etwas dagegen, wird man angepöbelt oder kriegt gar Schläge angeboten. Auch wenn ich mir sonst die ehemalige DDR nicht zurück wünsche, aber bei der Verfolgung von Verkehrsdelikten, dort schon. Da war sie besser und vor allem konsequenter! Auch bin ich dafür, dass volljährige Fahrrad- und Rollerfahrer die gleichen Strafen mit allen Konsequenzen, meinetwegen auch mit Punkten in der Flensburger Verkehrssünderkartei, wie die motorisierten Verkehrsteilnehmer erhalten müssen. Da würde manch einer anfangen zu überlegen, wie er persönlich fährt, wenn da auf einmal eine MPU anstünde, wegen fortgesetzter verkehrsgefährdender Fahrweise im Straßenverkehr. Und bekanntlich kostet so eine MPU nicht nur 100 Euro...

  6. 27.

    Tolle Idee! So etwas hätte ich auch gerne in Weißensee, wo die Radfahrer im Zickzackkurs auf den Fußgängerwegen in der Berliner Allee durch die Fußgängermengen fahren.
    Teilweise versuchen Radfahrer auch in den Nebenstraßen sich die Bürgersteige frei zu bimmeln. Schutzräume für Fußgänger vermisse ich hier in Berlin sehr.
    In unserer alten Heimat war es üblich, dass Radfahrer bei der Benutzung von Bürgersteigen ihr Rad geschoben haben.

  7. 26.

    Gute Idee. Hoffentlich am Rathaus Neukölln ! Die Einbahnstraße zwischen Rathaus und Amtsgericht die ist übrigens häufig Falschfahrergebiet - Fahrrad fahren in die falsche Richtung. Donnerstag sogar ein Autofalchfahrer!

  8. 25.

    Beschäftigungstherapie = die Rollerchaoten lachen drüber und benehmen sich weiter wie Sau.

  9. 24.

    Ich hätte vielleicht dazu schreiben müssen, dass das Ordnungsamt auch mal aufwacht und auf den Strassen präsent ist um Vergehen zu verfolgen.
    Noch ein Schritt weiter gehe ich bei den Roller, Das sind Spaß-Fahrzeuge und die haben im öffentlichen Raum überhaupt nichts verloren. Die max. 5 Prozent die die Roller Bestimmungsgemäß benutzen, können auch zu Fuss gehen, ist gesünder für alle.

  10. 23.

    Stimme zu und ist mir schon passiert. Es bringt nichts Verbotszeichen aufzubringen. Es ist gewollt zu machen was man will. Das hat mir letztens ein Vater vor seinem dreijährigen Kind erklärt:was mischen Sie sich ein ,man kann machen was man will" Das ist die neue Haltung in unserer Gesellschaft! Ich will seid einiger Zeit aus Berlin weg, ist meine Heimatstadt, aber ich fühle mich nicht mehr sicher und wohl.

  11. 22.

    Warum werden nicht, altmodischerweise, für E-Scooter und Leihräder Ausleihstationen eingerichtet? Sollen sich die Leute dort die Fahrzeuge abholen und, was noch wichtiger ist, wieder abgeben! Zuwiderhandlungen sollten dann, wie fahren auf Gehwegen, extrem teure Nachzahlungen nach sich ziehen.
    Ich glaube, dass sich der "überschwemmte" Markt sich so ganz schnell alleine regulieren würde und mehr Sicherheit für alle Beteiligten bringen würde.

  12. 21.

    Als wenn das was bringen würde...

    Radfahrer ignorieren grundsätzlich jegliche Verkehrsregeln, Rot ist nur eine Empfehlung ,rechts vor links ähm.... was ist das
    Diese Liste ließe sich unendlich fortsetzen, es wird Zeit ENDLICH die Führerschein/Versicherungs/Kennzeichenpflicht für diese ich darf Alles Rowdys/Pöbler einzuführen und die Strafen für diese MASSIV zu erhöhen, denn ansonsten wird sich Nie etwas ändern !!!

  13. 20.

    Wie wärs mit Installation einer technischen Einrichtung (GPS) in allen Rollern, die ebenso so wie bei Drohnen verhindert, dass sich in verbotenen Bereichen bewegt wird?

  14. 19.

    An fünf Stellen im Norden des Bezirks wurden Piktogramme auf die Gehwege gesprüht?
    Das müsste alle 50 m auf den GEH Weg und würde trotzdem nichts ändern.
    Der Fussgänger ist gleichzeitig der schwächste und der am meisten von der Politik ignorierte Verkehrsteilnehmer. Die Lebensqualität hat sich deutlich verschlechtert.

  15. 18.

    Für die E-Roller gibt es längst ein Kennzeichenpflicht.
    Führt das ihrer Beobachtung nach dazu, dass sich die E-Roller Fahrer besonders regelkonform benehmen?

  16. 16.

    Rücksichtsloses Verhalten ist in keinem Fall akzeptabel. Mehr und vor allem SICHERE Fahrradwege würden das Problem jedoch mit Abstand besser lösen als Verbotsschilder.

  17. 15.

    Ich bin vor kurzem auch fast von einem Scooter.Fahrer über den haufen gefahren worden. Der hat mich auf dem Gehweg von hinten kommend rechts überholt und ist dann genau in dem Moment, als ich an einer grünen Ampel über die Straße gehen wollte (was voraussehbar war!), direkt vor meinen Füßen nach links abgebogen, auf dem Gehweig weiter gefahren. Wäre ich nur einen Hauch scheller egwesen, hätte er mich voll gerammt. Hier im Wedding fahren kleine Jungs, keine 10 Jahre alt, in Gruppen den halben Tag lang die Gehwege auf und ab und in die Hauszufahrte hinein, oft zu zweit auf einem Roller, neulich sogar zu dritt. wann werden diese "Spielzeuge" endlich wieder aus dem Verkehr gezogen? Die werden fast nur von Angebern, Unreifen und Touristen benutzt, und es interessiert davon keinen, dass die Gehwege tabu sind.

  18. 14.

    Besser und Einfacher ist endlich einfach die STVO konkretisieren und Fahrräder und Roller mit "Motorisierten Zweiräder" gleichstellen. Sprich Helmpflicht, Kennzeichenpflicht und Versicherungspflicht für Fahrräder und Roller.
    Zumal immer mehr Fahrräder mit Motor unterwegs sind ist da kein Unterschied mehr!!!!
    Und bei den Roller-Fahrern brauchen wir eine Schwarze Liste, wer sich nicht an Vorgaben hält, ist von der Anmietung ausgeschlossen.

  19. 13.

    In Anbetracht dessen, dass die Grünen für mehr Lastenfahrräder playdieren, sollte es uns Fußgänger das als Warnung dienen.
    Man stelle sich nur vor, was passiert, wenn ein hirnloser Lastfahrrad-Rambo mit seinen über 40kg schweren Geschoss über den Bürgersteig jagt.
    Das wird passieren, darüber sind wir uns wohl einige.

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