Gespräch mit Kanzlerkandidaten gefordert - Aktivisten hungern seit Tagen für das Klima

Umweltaktivisten sitzen im Regierungsviertel zusammen vor einem Zelt. Seit Tagen befinden sich die jungen Menschen in einem Hungerstreik. (Quelle: dpa/Paul Zinken)
Bild: dpa/Paul Zinken

Sie sehen durch die Klimakrise ihr Leben bedroht und wollen deshalb mit einer radikalen Aktion Druck auf die Politik ausüben: Seit mehr als einer Woche befindet sich mehrere Klimaaktivisten in Berlin in einem "Hungerstreik der letzten Generation".

Seit zehn Tagen befinden sich in Berlin mehrere junge Menschen in einem unbefristeten Hungerstreik, um für eine sofortige Wende in der Klimapolitik zu demonstrieren. Sie bekräftigten am Mittwoch bei einer Pressekonferenz vor dem Bundestag ihre Forderung an die Kanzlerkandidaten Annalena Baerbock (Grüne), Olaf Scholz (SPD) und Armin Laschet (Union), mit ihnen ein öffentliches Gespräch zu führen.

Zudem fordern die Teilnehmer die Einberufung eines Bürger:innenrats, in dem Sofortmaßnahmen gegen die Klimakrise besprochen werden sollen. Sie wollen nach eigener Aussage ihren "Hungerstreik der letzten Generation" erst beenden, wenn ihre Forderungen erfüllt sind.

Baerbock fordert Ende des Hungerstreiks

Baerbock hatte die Hungerstreikenden in einem Telefongespräch aufgefordert, ihre Aktion abzubrechen und wieder zu essen, wie ein Grünen-Sprecher am Mittwoch mitteilte. Sie teile das Ziel, möglichst bald klimaneutral zu werden und wolle sich dafür mit ganzer Kraft einsetzen. "Aber es darf nicht sein, dass sich Menschen durch einen Hungerstreik in solche Gefahr bringen und ihr eigenes Leben riskieren", so der Sprecher.

Die jungen Leute wollen ihre Aktion allerdings fortsetzen, wie die Teilnehmer auf der Pressekonferenz sagten. Baerbock habe die Forderungen der Gruppe nach einem öffentlichen Gespräch nicht erfüllt.

Sieben Personen sind den Angaben der Beteiligten zufolge am 30. August in den Hungerstreik getreten. Am 2. September wurde die Aktion bekannt. Die Protestierenden haben ein Protestcamp auf einer Wiese am Spreebogen aufgeschlagen und demonstrieren vor dem Reichstagsgebäude. Eine Person sei inzwischen ausgestiegen, hieß es von den Streikenden am Mittwoch, neue Teilnehmer seien hinzugekommen. Den Hungerstreikenden gehe es zunehmend schlechter, sie würden schwächer.

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