Vorhaben für 2023 - Brandenburgs Regierungskoalition erarbeitet neues Insektenschutzgesetz

Wildbienen und andere Insekten finden im Herbst an Spätblühern wie Efeu letzte Nahrung vor dem Winter. (Quelle: dpa/Jürgen Schwenkenbecher)
Video: Brandenburg aktuell | 08.09.2021 | Ismahan Alboga | Bild: dpa/Jürgen Schwenkenbecher

Brandenburgs Regierungskoalition will in den kommenden beiden Jahren ein neues Landes-Insektenschutzgesetz umsetzen.

Das kündigt der Geschäftsführer der SPD-Fraktion im Landtag, Johannes Funke, am Mittwoch an. Für die Formulierung des Gesetzes müssten nun Vorgaben von Bund und EU beachtet werden, so Funke.

Union warnt Gegner der neuen Regelungen

Der sogenannte "Insektendialog" aus Naturschützern und Landnutzern hatte eine Vereinbarung getroffen, um die Interessen beider Seiten zu beachten. So soll der Einsatz von Pestiziden soll ab 2023 in Naturschutzgebieten verboten werden. Fünf Jahre später werden auch Düngemitteln untersagt, so sieht es ein Gesetzesentwurf vor.

Gleichzeitig sollen Landwirte für Ertragsausfälle entschädigt werden. Schwierig ist dabei aber die Finanzierung, weil sich gerade die europäischen und die Bundesvorgaben für Naturschutz und dessen Förderung ändern.

Ingo Senftleben, Umweltpolitischer Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, warnte im Parlament davor, die Gesetzesinitiative zu bremsen. Mehr Artenschutz und Ausgleiche für Landwirte seien nur mit klaren Regelungen möglich.

Sendung: Inforadio, 08.09.2021, 22:20 Uhr

14 Kommentare

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  1. 14.

    Na Rolf schauen wir einmal wer tiefgründiger informiert ist von uns. Welches der verwendeten Salze oder salzähnlichen Spritzmittel mit der Kupfer der Bio-Bauer kommt wo natürlich in der Natur vor? Der gestellten Frage wichen Sie leider auch aus. Warum?

  2. 13.

    " Die Lage ist aber so festgefahren, dass nur eine Reform der EU uns weiterhilft. "
    Das stimmt nur teilweise, helfen würde ein nicht Lobby getriebenes Landwirtschaftsministerium a la Klöckner. Massentierhaltung , Schweineboxen, Nestlé und Glyphosat. Und gegen die Bodenspekulanten hat die Union auch nichts gemacht.

  3. 12.

    Sie geben bei vielfältigen Themen ständig Ihren Senf dazu ohne sich auch nur einmal tiefgründig zu informieren.
    https://www.quarks.de/umwelt/landwirtschaft/darum-nutzen-auch-biobauern-pestizide/

  4. 11.

    Bestandsrückgänge gab es auch schon in der DDR, nur durfte darüber nur in kleinem Kreis diskutiert werden. Umweltdaten wurden 1983 zum Staatsgeheimnis. Offenbar sind die Pestizide aus dem "Westen" viel radikaler in den Auswirkungen. Hinzu kommt die viel effektivere Bodenbearbeitung und das bewusste Vernichten der Ackersäume zerstört die letzten Refugien. Generell fehlt inzwischen das Wissen um ökologische Zusammenhänge. Mit einem finanziellen Angebot und der Pflivht zur fachlichen Beratung könnten Landwirte wieder in die richtige Richtung motiviert werden. Die Lage ist aber so festgefahren, dass nur eine Reform der EU uns weiterhilft.

  5. 10.

    "In Naturschutzgebieten haben Pestizide überhaupt nicht zu suchen" Gilt dieses auch für die Pestizide der Öko-Bauern?

  6. 9.

    Mir ist nichts von einem Insektensterben in der DDR bekannt, obwohl es dort eine breite Anwendung von Pflanzenschutzmittel selbst in Kleingärten gab. Ihnen?

  7. 8.

    Leider ist bei den Grünen alles Ideologie oder Propaganda für den Wahlkampf. So werden von den Grün weniger schädliche Pestizide verteufelt weil chemisch wären, aber angeblich nicht chemische Pestizide bei Bio-Anbau für okay erklärt.

  8. 7.

    Danke, dass Sie ihr unermessliches Wissen mit uns teilen. Es wird aber ein Verbot von Pestizide gefordert. Bitte erklären Sie den Zusammenhang zu ihren Ausführungen. So wie sie schrieben ist dass mit den Pestiziden egal. Was wollte sie uns damit sagen?
    Biometrie dürften mit Pestiziden arbeiten.

  9. 6.

    @rolf: Pauschalisierungen wie diese sind Ideologie aber nicht naturschutzfachlich haltbar. Jeder Eingriff muss hinsichtlich der Folgen für den Schutzgegenstand abgewogen werden. Und dann kann ggf auch Pestizideinsatz im NSG sinnvoll und notwendig sein. Ein Großteil der Konflikte um den Naturschutz beruht auf Ideologie, leider.

  10. 5.

    In Naturschutzgebieten haben Pestizide überhaupt nicht zu suchen.
    @Alfred, manche User sind in mehreren Bereichen ahnungslos und belegen das immer wieder mit ihren Fragen,leider.

  11. 4.

    Sie verstehen die groben und einfachen Zusammenhänge nicht, verbreiten aber den Aberglauben, Biometrie dürften mit Pestiziden arbeiten.
    Die Landwirtschaft in der DDR war ganz anders aufgebaut, als sie es heute ist. Sie war zu großen Teilen kleinflächiger und abwechslungsreicher. Die Felder waren anders gestaltet, es existierten Hecken und es gab mehr Unterwuchs.
    Egaaaaal, Hauptsache behaupten.

  12. 2.

    Anreize statt Verbote haben immer geklappt...
    Statt Subventionen: gebt den Bauern die Möglichkeit Geld zu verdienen, damit diese keine Gifte mehr benötigen: Ob denen etwas einfällt, um uns CO2 abzukaufen? Humus und Moore können nicht alles sein, was möglich ist/wird. Man muss Kräfte entfesseln, statt Handschellen anzulegen. Im Prinzip ist es immer die gleiche Diskussion und es steht schon vorher fest, welcher Weg erfolgreicher ist...Trotzdem gefällt sich so mancher in gönnerhafter Daumen rauf/runter-Politik.

  13. 1.

    Wenn nicht einmal Öko-Bauern ohne Pestizide auskommen, warum dann solch wahnwitzige Forderungen an unsere Bauern welche die Menschheit ernähren? Warum gab es in der DDR mit der breiten Anwendung von Pflanzenschutzmittel nicht schon damals ein Insektensterben?

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