Interview | Berliner Schulleiterin - "Konflikte hatten wir immer, aber nicht in dem Ausmaß, nicht in der Häufigkeit"

Do 30.09.21 | 06:57 Uhr
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Symbolbild: Rangelnde Jungs vor einer Schule. (Quelle: imago images/imagebroker)
Audio: rbb|24 | 29.09.2021 | Interview mit Constanze Rosengart | Bild: imago images/imagebroker

Seit den Sommerferien läuft in Berlin wieder der Regelunterricht. Doch einige Probleme der Pandemiezeit werden jetzt erst sichtbar. Nicht nur Lehrer sind überlastet - auch viele Kinder sind extrem angespannt, sagt die Schulleiterin Constanze Rosengart.

rbb|24: Frau Rosengart, wir sind schon kurz vor den Herbstferien, aber trotzdem hat sich noch nicht alles wieder eingespielt. In welchen Klassenstufen sehen Sie im Moment die größten Probleme?

Constanze Rosengart: Ich sehe in allen Klassenstufen Probleme: Die Erst- und Zweitklässer haben die Schule als System noch gar nicht kennenlernen dürfen – und das ist die Hälfte unserer Schülerschaft. Aber auch die Drittklässler haben letztlich noch kein vollständiges Schuljahr gehabt. Die vierten bis sechsten Klassen haben den Wechselunterricht auf eine gewisse Weise im letzten Jahr natürlich auch genossen. Die waren zwar nicht so häufig in der Schule, wie man sich das gewünscht hätte. Aber die Zeit, in der sie da waren, war qualitativ sehr hochwertig. Denn sie waren nur zu zwölft und hatten ihre Lehrkraft für sich. Das hat natürlich auch einen ganz anderen Unterricht zur Folge gehabt, in dem Lernzeit effektiver genutzt wurde.

Constanze Rosengart, Schulleiterin der Carl-Schurz-Grundschule Berlin (Quelle: carl-schurz-grundschule.de)
Constanze Rosengart, Schulleiterin der Carl-Schurz-Grundschule in Berlin | Bild: carl-schurz-grundschule.de

Inwiefern?

Man wurde häufiger gehört, man wurde häufiger drangenommen. Diese Zuwendung, die sie bekommen haben, diesen intensiven Austausch mit den Pädagoginnen und Pädagogen, haben die Kinder sehr genossen. Das ist jetzt nicht mehr der Fall, und das führt zu einer massiven Anspannung.

Wie zeigt sich diese Anspannung?

Sie zeigt sich durch Provokationen, durch Ärgernisse, durch "unter Druck" sein. Man kommt eben nicht mehr so häufig dran. Man will jetzt doch auch sagen, was man gelernt hat. Das frustriert. Und das führt zu einer Abwärtsspirale, denn es passiert täglich. Wer frustriert die Schule verlässt, kommt am nächsten Tag auch wieder frustriert an. Wir müssen versuchen, das aufzubrechen durch pädagogische Angebote und dadurch, dass wir für die Kinder da sein können. Wir hoffen, dass sich das spätestens nach den Herbstferien nach und nach wieder einspielt – und dass wir dann nicht in die normale Krankheitssituation starten, die uns sowieso in jedem Winter dann auch wieder erwartet.

Vor einer Woche waren wohl sehr viele Lehrkräfte ausgefallen. Was sind die Gründe?

Auf der einen Seite sind natürlich einige erkältet und liegen mit Fieber und Rotznase zu Hause. Auf der anderen Seite haben wir aber Menschen, die nicht arbeitsfähig sind. Und das kann einfach auch psychische Ursachen haben. Die Belastung der letzten eineinhalb Jahre war enorm. Die Sommerferien haben zum Erholen kaum ausgereicht. Und jetzt geht natürlich ein Schuljahr los mit höheren Anforderungen. Wir machen die Lernstandserhebungen in allen Klassen, wir machen die Feedback-Gespräche mit den Familien. Das ist noch mal eine zusätzliche Zeitressource für die Lehrkräfte.

Und gleichzeitig sind die Klassen wuseliger geworden. Das führt dazu, dass man erschöpfter nach Hause kommt. Und dann erholt man sich wenig und wacht morgens mit Kopfschmerzen oder ausgelaugt auf und stellt fest: Ich schaffe es heute nicht, den Tag vor der Klasse zu stehen.

Sie sprechen von Klassen, die "wuseliger" sind. Bringen die Kinder auch Probleme von zu Hause mit, die durch die Pandemie bedingt sind?

An niemandem von uns ist die Pandemie spurlos vorbeigegangen. Wir hatten alle Einschränkungen. Wir mussten uns alle umstellen. Mütter oder Väter waren in Kurzarbeit oder haben unter Umständen sogar ihren Job verloren. Und das macht immer was mit einer Familie. Die Anspannung wächst, natürlich. Die Geduld sinkt, und dadurch sind auch die Kinder in einer Situation, die ihnen im Moment nicht mehr so viel Freude bereitet. Und die Anspannung von den Eltern nehmen die Kinder mit, bewusst oder unbewusst.

Wie wirken sich die Anspannungen der Kinder im Schulalltag aus?

Das zeigt sich bei einzelnen Kindern extrem durch Schlagen, Treten, Kinder auf den Boden schubsen, das Gesicht in den Dreck drücken, gereizt reagieren, Schimpfworte. Auch Beleidigungen zählen für mich als Gewaltvorfälle.

Und: Wir haben tatsächlich Kinder, die geäußert haben, dass sie nicht mehr leben möchten. Da sind wir mit dem Jugendamt, der Sozialpädagogik intensiv im Austausch. Wir haben Kinder, die offen äußern, dass sie an einer Belastungsgrenze sind, wie wir es sonst von Erwachsenen in einem Burn-out kennen. Die können aber nicht sagen: Ich bin am Ende, ich brauche jetzt mal eine Kur oder so. Sondern die fangen an zu treten, die fangen an zu schlagen, die fangen an, andere Kinder zu kratzen. Erst wenn man dann mit den Kindern ins Gespräch geht, hört man, was die Ursachen sind, wie das alles passiert ist, und was die Kinder alles belastet. Es haben mir viele auch prognostiziert, dass es so ist. Aber es ist mehr, als ich persönlich erwartet habe.

Geht es nur um Gewalt gegenüber Mitschülern oder auch um Respektlosigkeit gegenüber Lehrkräften?

Beides. Es werden auch mal private Dinge von Lehrkräften kaputt gemacht aus Frust. Und wenn die Eltern zudem in einem Konflikt mit der Schule sind, dann kann es natürlich einfach passieren, dass die Kinder in einem Loyalitätskonflikt sind. Die mögen ihre Grundschullehrer, die lieben aber natürlich auch ihre Eltern. Und sie merken: Naja, die kommen gerade nicht miteinander aus, Mama ist stinksauer auf die Schule. Dann stehen die Kinder zwischen Baum und Borke. Dann wird halt auch mal eine Federtasche von der Lehrkraft durch die Gegend geworfen, aus Frust.

Von all dem, was Sie jetzt eben beschrieben haben: Wieviel ist neu entstanden in der Pandemie?

Konflikte hatten wir immer, aber nicht in dem Ausmaß, nicht in der Häufigkeit. Was jetzt in den ersten zwei Monaten passiert ist, passiert sonst über ein Schuljahr verteilt. Ich hoffe, dass wir mit pädagogischen Angeboten dagegen steuern können. Aber es ist jetzt eben immens und fühlt sich dadurch auch als wahnsinniger Druck an.

Welche Ideen und Lösungsansätze haben Sie für diese Probleme, die wahrscheinlich viele Schulen in Berlin betreffen?

Naja, das Schönste wäre natürlich, wenn ich die Wundertüte aufmache, und wir hätten mehr Personal, Raum und Zeit. Aber das können wir nicht herzaubern. Das heißt, wir müssen an anderen Stellen schauen. Es gibt das "Stark trotz Corona"-Programm, da haben wir die Möglichkeit, Honorarkräfte einzustellen, die uns auch weiter begleiten. Das Programm läuft aber gerade erst so richtig an. Das fehlt uns.

Wir sind jetzt dabei, möglichst viele pädagogische Angebote in die Hofpausen zu stecken, damit sich die Kinder nicht alleine beschäftigen müssen. Das ist eine Personalressource, die ich natürlich erstmal stellen muss. Wir bilden im Moment Kinder aus, die selbst Spiele auf dem Hof anleiten. Wir bilden Pausenbuddys aus, die Konflikte lösen. Wir haben Konfliktlotsen an der Schule.

Nur: Das braucht natürlich immer den Anfang des Schuljahres, um die Kinder in den verantwortungsvollen Rollen auszubilden, die sie selber später übernehmen sollen. Das passiert parallel zur Action, die wir gerade an der Schule haben. Ansonsten versuchen wir natürlich, selbst so gesund und so fit wie möglich zu bleiben, damit wir als die Erwachsene für die Kinder da sein können.

Wenn Sie sich etwas von dem neuen Senat wünschen würden, was wäre das?

Personal, Raum, Zeit – in dieser Reihenfolge. Personal brauchen wir als Erstes, Räume sind auch knapp: Denn je mehr ich Gruppen in mehrere Räume aufteilen kann, umso ruhiger wird es auch wieder. Dann habe ich nämlich nicht zwei Pädagogen und 24 Kinder in einem Raum, sondern in zwei verschiedenen Räumen zwei Pädagogen mit zwölf Kindern. Auch das kann sehr effektiv sein, sowohl in der Betreuung als auch im Unterricht.

Vielen Dank für das Gespräch.

Mit Constanze Rosengart sprach Markus Streim, rbb-Inforadio.

Sendung: Inforadio, 29.09.2021, 08:50 Uhr

24 Kommentare

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  1. 24.

    Entschuldigung, aber Schulen sind Ländersache! Keines der 16 Bundesländer investiert nennenswert und gleich gar nicht im erforderlichen Umfang in die Bildung, egal, welcher Partei der Ministerpräsident (m/w/d) angehört. Im Gegenteil schneiden im PISA-Test sogar die Bundesländer, die mehr Autobahnen bauen (lassen), deutlich besser ab und die Ökofraktion fällt beständig zurück, weil da bei und an den Schülern pädagogische Experimente erprobt werden. Es mangelt in Deutschland bei der Bildung eben nicht vorrangig am Geld, es mangelt an der Vermittlung von Grundwissen, egal welche Partei gerade an der Macht ist. Länder, die deutlich weniger für Bildung ausgeben kann als Deutschland, haben nicht selten ein besseres Bildungssystem.

  2. 23.

    Vollkommen richtiger Kommentar. Ich werde niemals verstehen können, warum auf eine bloße Berichterstattung solch neiderfüllte und niederträchtige Kommentare folgen müssen.

    Niemand spielt hier irgendwelche Berufsgruppen gegeneinander aus. Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun, und hier geht es um Lehrkräfte und Pädagogen.

    Und die Probleme die hier benannt werden - und das ist auch gut so - sind doch schon lange allgemein bekannt.

    Hier irgendjemand etwas absprechen zu wollen, in der Anonymität des Internets, zumal man von den Berufen keine Ahnung hat, zeugt eigentlich nur von Verbitterung und Empathielosigkeit.

  3. 22.

    Lieber RBB, ich bin doch sehr erstaunt darüber, was eure Diskussionskultur angeht. So gibt es Kommentare hier, in denen vom "Geheule" der Lehrer*innen gesprochen wird. Solche Äußerungen entbehren jeder Diskussionsgrundlage und sind respektlos.

    Und außerdem: interessant, wie viele Expert*innen wieder unterwegs sind, die nicht in dem Bereich arbeiten.

  4. 21.

    Also mir sind die 6 Wochen auch aufgestoßen. Es sagt ja keiner, dass Lehrer, insbesondere auch wieder die mit Kindern , nicht belastet waren, aber ca. 13 Wochen Urlaub im Jahr… selbst wenn man Renovieren, Vorbereitung Unterricht, neue Lehrpläne etc. abzieht, scheint es mir doch so, dass andere Eltern weniger Zeit zum Erholen hatten (2 Wochen Sommerurlaub!)
    Ansonsten hängt das Engagement des Lehrers stark vom Einzelfall ab. Wenn man Arbeitsblätter bekommt, die seit 20 Jahren nicht angepasst wurden und Fehler jedes Jahr mitkopiert werden, bezweifele ich den „wahnsinnigen Aufwand“ der Unterrichtsvorbereitung. Neue Ideen umsetzen, Fehlanzeige. Kritik? Oh Gott bloß nicht.
    Insofern gibt es jede Menge Probleme auf allen Seiten, aber beim Thema Urlaub von Lehrern … da hält sich mein Mitleid sehr in Grenzen.

  5. 20.

    Dem kann ich nur völlig zustimmen. Ich Frage mich wie unsere Lehrer es früher geschafft haben ..


  6. 19.

    Lieber rbb, vielen Dank für das Interview! Ich bin Leitung einer Kita. Auch in der Kita kann ich jedes Wort dieser Schulleiterin Gut nachvollziehen und teile ihre Erfahrungen. Großer Personalmangel, Langzeitkranke, Kuren, einfach so kranke (Magen-Darm, Erkältung, Fieber, Kopfschmerzen) oder Mitarbeiter:innen die selbst kranke Kinder haben. Dadurch wieder überlastetes Personal, was logischerweise krank wird oder die Kur braucht, wenn die anderen wiederkommen. Refinanzierung einer Ersatzkraft bei Ausfällen erst nach sechs (!) Wochen. Dadurch verkürzte Öffnungszeiten oder gar Kitaschliessungen. Und nicht zuletzt kann man natürlich auch keine außergewöhnlichen Angebote oder tolle Ausflüge machen. Dann wiederum, wenn man ein wirklich gutes Team hat, hoffentlich zwar zufriedene und glückliche Kinder, aber Pädagogen:innen, die unzufrieden mit Inhalt und Umfeld der Arbeit sind und Eltern die unzufrieden und gestresst sind und es nicht selten dann an den Mitarbeiter:innen der Kita auslassen…

  7. 18.

    Das Hauptproblem sind die Elternhäuser, die die Erziehung ihrer Zöglinge auf die Schule verlagern.
    Hinzu kommt die soziale Struktur der Stadt, die in einem stetigen Wandel hin zu schwierigeren Elternhäusern verläuft.
    Auch sind die ethnischen Veränderungen in der Schule sichtbar.
    Die Lehrer können einen nur Leid tun. Mit Geld allein läßt sich das Problem nicht lösen.

  8. 17.

    Toll, wieviele Möchtegerneltern hier sooo viel Ahnung haben.
    Es scheint wirklich darauf anzukommen, in welchem Bezirk die Schulen sind und wie die Zusammenarbeit von Schule und Eltern ist. Wir haben keine größeren Probleme, haben in den Ferien sogar die Klassenräume aufgehübscht. Unsere 3 Kinder waren Stolz, dass wir mitgemacht haben. Unsere Lehrer und einige Eltern sind in einer WhatsApp-Gruppe, dass wiederum finden unsere Kinder nicht so toll ;-)

  9. 16.

    Und wieder seit etlichen Jahren fordern Bildungseinrichtungen mehr Personal, Räume, Zeit. Wieviele Skandale brauchen wir, bis die Gesellschaft aufwacht? Aber auch der neue Senat wird Erzieher/innen nicht gut genug bezahlen und ausreichend Raum zur Verfügung stellen. Bis es irgendwann richtig knallt...

  10. 15.

    Ich lade Sie herzlich ein durch einen Seiteneinstieg Lehrer:in zu werden. Wir brauchen engagierte Kolleg:innen wie Sie. Dann können Sie sich die Bedingungen auch mal aus nächster Nähe ansehen.

    PS: Berufsgruppen danach gegeneinander auszuspielen, wer mehr gelitten hat oder die schlechteren Bedingungen hatte, ist auch ein schwacher Move. Keine:r spricht Intensivpflegekräften etwas ab, aber in diesem Interview geht es nunmal um das Thema Schule.

  11. 14.

    Zur Vorbereitung einer
    Unterrichtsstunde gehört mehr als Unterrichtsmaterialien zur Verfügung zu stellen. Materialien sind ohne Einführung in das Thema schwer zu bearbeiten. Danach kommt die Nachbereitung, Kontrolle. Einführung und Nachbereitung sind normalerweise sehr individuell für jeden Schüler auszugestalten. Online ist das sehr zeitintensiv und nicht effektiv.

  12. 13.

    Wenn es im Hybrid Unterricht entspannter zuging, könnte man daraus doch etwas lernen.

    Lange Zeit gingen Zusätzliche Personalressourcen in der Schule immer in längere Zeiten (Ganztag) bei gleicher Gruppenstärke.

    Vielleicht wäre es besser, bei halben Tagen zu bleiben, aber dauerhaft in kleineren Gruppen.

    Natürlich muss sich dann die Arbeitswelt an Kinder anpassen und nicht mehr umgekehrt. Ist eine Frage, wem die Gesellschaft Priorität gibt.

  13. 12.

    Es wurde davor gewarnt, jetzt ist es soweit. Vorbereitet ist man nicht. Es ist traurig. Kann das für unsere Grundschule nur unterschreiben.

  14. 11.

    Kennen Sie in Ihrer Umgebung einen Lehrer und wissen Sie wann dort das Licht im Arbeitszimmer ausgeht? 4-6 Stunden Unterricht bedeuten 8-12 Stunden Arbeit pro Tag. Außerhalb der Ferien wird das Wochenende durchgearbeitet. Und 6 Wochen Urlaub am Stück in den Sommerferien hat niemand. Wollen/Können Sie, so gesehen, Lehrer sein? Na dann viel Spaß.

  15. 10.

    Bevor Sie meckern, erstmal mit dem Arbeitsvertrag (Urlaubs- und Arbeitszeitregelungen) von LehrerInnen beschäftigen. Nachlesen, Informieren. Dann wird’s nicht ganz so peinlich für Sie. Es gibt niemanden, keinen, der/die für 6 Wochen frei hatte. Nur weil Schulen geschlossen sind und die Eltern sich mal paar Wochen selbst mit ihren Blagen beschäftigen müssen, heißt es nicht, dass LehrerInnen Freizeit hatten.

  16. 9.

    Mich wundert, dass anlässlich dieser Thematik der enormen Häufung von Konflikten und einem Heer von "Konfliktlotsen" und "Pausenbuddys " und "möglichst viele pädagogische Angebote in die Hofpausen zu stecken, damit sich die Kinder nicht alleine beschäftigen müssen" und steigender Gewalt gegenüber Mitschülern und Respektlosigkeit gegenüber Lehrkräften nicht auch der Drang von Eltern angesprochen wird, ihre Kinder nicht mehr auf eine staatliche Schule schicken wollen. Und die Brandenburger Jamaika Regierung alles daran setzt, die freien Schulen zu schikanieren.

    https://www.rbb24.de/studiofrankfurt/politik/2021/09/freieschulen-bildungsministerium-landgericht-lehrer-gehalt.html

  17. 8.

    Wie bitte? Die Sommerferien haben nicht ausgereicht zum Erholen? Kein Arbeitnehmer hat 6 Wochen Urlaub im Sonmer. Das Geheule der Lehrer ist nicht mehr zu ertragen. Intensivkräfte, Einzelhandel etc. hatten während der Pandemie mit Sicherheit mehr Druck, die eh zu erledigende Unterrichtsvorbereitung digital zu Verfügung zu stellen, sollte ja wohl kein Problem sein. Und 50% der Lehrer waren Totalausfall, das durfte die Familie zusätzlich im Homeschooling irgendwie auffangen. Die Kinder haben keinen Loyalitätskonflikt, die erleben ja live welche Lehrer sich engagieren und welche nicht, und da gibt es dann auch wenig Respekt. Wofür auch? Die erleben das ihre Eltern tod ackern, kaum noch zu Hause sind vor Überstunden und das von Seiten der Lehrer außer Beschwerden nichts kommt. Und dann einzelne Lehrer, die sich genauso tod machen im Job, aber das sind viel zu wenige! Und das ist kein Einzelphänomen. Auch Lehrer müssen sich mal endlich am Lernerfolg messen lassen und nicht alles auf die Kinder und Elternhäuser schieben oder die Pandemie, die hatten nämlich alle, aber die Anderen sind schuld ist ja immer sehr einfach. Kompletter pädagogischer Unsinn, mit Einsatz und Beispiel voran gehen, das erleben die Kinder und sind mit dabei. Und Entschukdigungen für Zerstörung privaten Eigentums gehen gar nicht, dann ist man für den Beruf halt nicht geeignet. Wie wäre es mal mit dem Heulen aufzuhören, den Arsch zusammen zu kneifen und seinen Job zu machen? Nur so als Vorschlag, wird von denen die die Steuern erwirtschaften die verteilt werden, unter anderem an Lehrer, auch erwartet. Da gab es doch diesen Gleichheitsgrundsatz…

  18. 7.

    Ich wünsche mir einen richtigen Vollstreik. Nicht in den Ferien, nicht am Wochenende. Sondern richtig unter der Woche. Alle Lehrer*innen, Sozialarbeiter*innen, Erzieher*innen und sonstigen Mitarbeitenden im pädagogischen Sektor aus Schulen, Kitas, Vereinen ect. auf die Straße. Gern mit den Kids. Zwei Wochen lang.
    Vielleicht kapieren dann die Eltern und Großeltern, dass sie es sind, die die Parteien gewählt haben, die lieber Autobahnen bauen statt Schulen. Die lieber noch mehr Abgeordnete in den Bundestag holen statt Personal an die Schulen und die lieber Millionen an RWE zahlen statt Schulen zu sanieren und in Bildung zu investieren.
    Ihr Eltern habt die Kinder bekommen, ihr wählt in dem Land, ihr finanziert das Land! Nur ihr könnt etwas verändern.
    Oder keine Kinder bekommen. Das würde viel Leid ersparen.

  19. 6.

    Eine gute, sachliche und objektive Beschreibung der Ist-Verhältnisse. Als Mutter und Lehrerin kann ich bestätigen, dass es in der Realität noch heftiger und beängstigender ist und vieles aus pädagogischen Gründen schöngeredet wird.

  20. 5.

    Wenn mit diesem Kommentar gemeint ist, dass alle "an einem Strang ziehen" sollen, ähnlich so wie ein afrikanisches Sprichwort sagt: "Um ein Kind großzuziehen bedarf es der allergrößten Anstrengungen des gesamten Dorfes", dann kann man auch das Buch von Ehm Welk "Die Heiden von Kummerow" empfehlen. Da durften Lehrer, Pfarrer und Arzt den Kindern auch mal was sagen, ohne das gleich "ein Messer gezuckt" wurde...und Eltern dies mittels Anwälte dann rechtfertigen...
    Das ein Profi an der Front die Lerngruppen von 12 Kindern an erster Stelle nennt, ist nicht neu - warum wird das in der Verwaltung nicht gehört? Die machen Auswertungen...und mitunter sogar Schulden.. aber keine kleineren Klassen.

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