Aktivist der Friedensbewegung - DDR-Bürgerrechtler Reinhard Schult ist tot

Archivbild: Reinhard Schult vom Neuen Forum im Jahr 1991. (Quelle: dpa/Jan Bauer)
Bild: dpa/Jan Bauer

Der frühere DDR-Bürgerrechtler und Mitgründer des "Neuen Forums" Reinhard Schult ist tot. Zwei Tage nach seinem 70. Geburtstag starb Schult am Samstag nach langer schwerer Krankheit, teilte die Robert-Havemann-Gesellschaft mit.

Bundesverdienstkreuz für Engagement

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke würdigte Schult am Dienstag als "wichtigen Aktivisten der Friedens- und Menschenrechtsbewegung in der DDR". Er betonte, dass es ohne engagierte Menschen wie Reinhard Schult die friedliche Revolution nicht gegeben hätte. "Trotz Inhaftierung mit 28 Jahren wurde er nicht müde, auf die Missstände des DDR-Staates aufmerksam zu machen."

2014 wurde Schult mit dem Bundesverdienstkreuz für sein außerordentliches Engagement vor, während und nach der friedlichen Revolution ausgezeichnet.

Unermüdlich bis zur Rente

Schult engagierte sich im Friedrichsfelder Friedenskreis, gründete das Netzwerk Kirche von Unten und 1989 das Neue Forum. Mit seinem Einsatz wirkte er bei der Aufdeckung der Wahlfälschung im Mai 1989 mit. Er nahm im September 1990 an der zweiten Besetzung der Stasi-Zentrale teil und verhinderte so die dauerhafte Sperrung der Stasiakten. Zudem setzte sich Schult für die Stasi-Überprüfung der Abgeordneten der ersten frei gewählten Volkskammer ein.

Schult arbeitete von 2010 bis zu seiner Rente als Bürgerberater für Brandenburgs Landesbeauftragte zur Aufarbeitung der Folgen kommunistischer Diktatur.

Sendung: Brandenburg aktuell, 27.09.21, 19:30 Uhr

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