Deal mit Vonovia und Deutsche Wohnen - Berliner Senat bei Kauf von 14.000 Wohnungen auf der "Zielgeraden"

Thermometersiedlung in Berlin (Quelle: imago images/Sabine Gudath)
Audio: Inforadio | 03.09.2021 | J. Menzel | Bild: imago images/Sabine Gudath

Rund 14.000 Wohnungen will Berlin von den privaten Wohnungsbaufirmen Vonovia und Deutsche Wohnen kaufen. Jetzt scheint der Deal eingetütet zu sein. Der genaue Preis ist noch nicht bekannt.

Der Senat steht kurz davor, mehrere tausend Wohnungen der Deutsche Wohnen und der Vonovia zu kaufen. Finanzsenator Matthias Kollatz (SPD) bestätigte dem rbb am Freitag, dass man sich auf der "Zielgeraden" befinde. Nach Informationen des rbb geht es um 14.000 Wohnungen in mehreren Bezirken. Die Bestände liegen unter anderem in Spandau und in Lichterfelde (Thermometersiedlung).

In den nächsten Tagen und Wochen müssen sich die Aufsichtsräte von Vonovia und Deutsche Wohnen mit dem Geschäft befassen. Als Käufer für das Land sollen die Degewo, die Berlinovo und die Howoge auftreten, wobei letztere den größten Teil der Wohnungen übernehmen soll.

Genauer Kaufpreis noch unbekannt

Ursprünglich hatten der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) und Finanzsenator Kollatz mit den beiden privaten Immobilienunternehmen den Kauf von bis zu 20.000 Wohnungen vereinbart. Im Mai waren die Pläne bekanntgeworden.

Nach der zunächst geplatzten Fusion von Deutsche Wohnen und Vonovia war zunächst unklar, ob das Geschäft zustande kommt. In der Koalition hatten Linke und Grüne Bedenken, dass das Land überteuerte und sanierungsbedürftige Wohnungen übernehmen könnte.

Zum Kaufpreis für die 14.000 Wohnungen gibt es noch keine offiziellen Angaben. Nach Informationen des rbb ist für das Gesamtpaket mit einer Spanne zwischen 1,74 und 2,17 Milliarden Euro zu rechnen.

Finanzsenator Kollatz hatte in der Vergangenheit betont, dass das Land Wohnungen nur zum Ertragswert kaufe. Damit soll sichergestellt werden, dass die landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften die Übernahme ohne Mittel aus dem Landeshaushalt leisten können. Bei den Immobilien, die Berlin von der Deutsche Wohnen und der Vonovia übernehmen will, handelt es sich um Wohnungen im preisgünstigen Segment. Bei vielen laufen in der nächsten Zeit die Sozialbindungen aus.

Sendung: Inforadio, 03.09.2021, 15:00 Uhr

66 Kommentare

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  1. 66.

    Mir ist klar, das diese Menschen Wohnraum brauchen.

  2. 65.

    Eines ist sicher - die Wohnungen werden nicht signifikant unter Marktwert verkauft.

    Der Illusion darf man sich nicht hingeben, auch wenn es schön ist.

    Verweis auf Haftung der AG-Vorstände bei Pflichtverletzung u. a.

    https://www.haufe.de/compliance/recht-politik/vorstandshaftung-in-der-ag-wo-beginnt-die-pflichtverletzung_230132_450786.html

  3. 64.

    Es sind allerdings auch viele Projekte der LWU in der letzten Legislaturperiode fertig geworden. Tja, und neben denen gab es da noch die Dame, die 30.000 Wohnungen jährlich neu errichten lassen wollte, dann aber doch eher dafür gesorgt hatte, dass kontinuierlich die Zahl der Baugenehmigungen gesunken ist. Selbst die LWU und die Genossenschaften hatten sich früh beklagt.

  4. 63.

    Billig verkaufen, teuer zurückkaufen. Genial!

  5. 62.

    So kauft sich der Senat kurz vor der Wahl noch einige tausend Wähler. Und das mit meinem Steuergeld und dazu noch Fässer ohne Böden, z.B. Häuser in der Thermometersiedlung, im Falkenhagner Feld und im Kosmosviertel.

  6. 61.

    Aber Paulchen! Sender wie der RBB und INFO-Radio berichten doch von permanent weniger Arbeitslosen und besseren Tarifabschlüssen! Sie müssen sich also offenkundig irren! *Satire Ende*

  7. 60.

    Neue Wohnungen sind entstanden in den letzten Jahren. Im privaten Bereich überwiegend im gehobenen Segment. Entspannung gab es nicht.

  8. 59.

    Warum stimmen die Linke und die Grünen dem Wohnungskauf zu. Die sollen doch demnächst eh für einen schmalen Taler enteignet werden, um sie noch billiger zu vermieten?

  9. 58.

    Ihnen ist aber schon klar das diese gar keine Miete zahlen müssen? Denen kann es egal sein, die Rechnung zahlt der Steuerzahler.

  10. 57.

    Wenn der Senat die Wohnungen vor Jahren mal für 20.000 € pro Stück verscherbelt hat und jetzt für 100.000 € zurückkauft (obwohl die Wohnungen inzwischen NICHT saniert, sondern nur älter geworden sind), ist das hier wieder mal so ein typischer SPD-Deal, bei dem den Konzernen schnell noch kommunales Geld in den Rachen geworfen wird, das sie bei ausbleibenden weiteren Mietsteigerungen dann in den nächsten 20 Jahren nicht mehr verdienen können.
    Denn die Mieten können quasi kaum noch steigen, die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der Mieter (ausgedrückt in der Lohnsumme) steigt ja kaum.
    Und das noch mit der Erpressung der Mieter durch Vonovia & Co zu begründen, ist infam, aber scheinbar gerechtfertigt. Wenn man nämlich den Mieterschutz und gesetzliche Mietobergrenzen schleift (wie unter Kohl passiert), dann ist das Feld für solche Deals offen:

  11. 56.

    Das habe ich damit nicht gemeint aber ich kaufe doch keine Siedlung die jetzt schon Brennpunkt ist und komplett Runtergewirtschaftet ist. Dann für das Geld lieber neu Bauen.

  12. 55.

    Wer wenig Geld hat, kann nicht am Wannsee wohnen.
    Was ist an dieser Siedlung verkehrt?

  13. 54.

    Mir geht es um die Gesamtsituation und nicht um irgendwelche Wohnungen, die kurz vor der Wahl gekauft werden.....
    Mehr Wohnungen würden allen Mietern helfen, eigentlich logisch oder ?

  14. 53.

    Neue Wohnungen würden dem Wohnungsmarkt schon entspannen..... Hilft allen...
    Bin auch aus der Branche (Planung).
    Der aktuelle Senat steht sich doch größtenteils selbst im Weg. Siehe Mobilitätsgesetz. Schöne Absichtserklärung, leider fehlen die entsprechenden Vorgaben zur Planung, z. B. AV Geh- und Radwege. Sieht in anderen Bereichen nicht besser aus. Leider nix als heiße Luft und ein paar wenige Vorzeigeprojekte..
    So wird das nix...

  15. 51.

    In eigener Sache,
    da hatte ich nicht die Brille an, deswegen das kleine Buchstaben - Gulasch .Bitte um Entschuldigung..

  16. 50.

    Na, wer schenkt Seinen Freunden vor Vertragsabschluss schnell noch Immobilien-Aktien.? Wenn ich Politiker in Berlin wäre, tolle Erntedank-Geschenke ! Und so Preisgünstig. Zahlt der Steuerzahler nach der Wahl, ob er will oder nicht.

  17. 49.

    Berlin hat im im Jahr ca 16.000 Wohnungen gebaut"
    Und die private Konzernwohnungswirtschaft hat daran so gar keinen Anteil?
    Erzählen Sie jetzt aber nix von überlangen Genehmigungsverfahren.
    Nö, für die Immobilienkonzerne war der Spekulationskauf, d.h. Bestandswohnungskauf und -verkauf bei anschließendem Gewinntransfer in die 0-Steuer-Oasen allemal lukrativer als der mühsame Bau von Wohnungen. Und wenn die welche gebaut haben, dann im oberen Preissegment.

  18. 48.

    Arbeitslosigkeit sehr hoch und viele Asylanten..."
    Tja, und die haben kein Recht auf bezahlbaren Wohnraum?
    Oder wie soll man Ihren Beitrag verstehen?

  19. 47.

    Berlin hat im im Jahr ca 16.000 Wohnungen gebaut. Wenn Berlin Ihre 25.000 Wohnungen die letzten 15 Jahre gebaut hätten, würde es diesen Wohnungsmangel in dieser Form nicht geben.

    Wie sollen denn die gerade mal 14.000 Wohnungen sich auf den allgemeinen Mietpreis auswirken.

    Das die Mietpreisbremse immer mehr wirkt kommt immer besser auf dem Wohnungsmarkt an. Da braucht man keinen überteuerten Deals abschließen.

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