Bis 31. Dezember - Berliner Senat verlängert erneut Terminfrist für Führerscheinprüfungen

Fr 22.10.21 | 06:00 Uhr
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Ein Fahrschulauto fährt durch Berlin (Quelle Imago/ Steinach)
Bild: imago/Steinach

Die Verkehrsverwaltung des Berliner Senats hat die Frist zum Ablegen der praktischen Führerscheinprüfung erneut verlängert – und zwar bis zum 31.12. dieses Jahres. Das sagte der Sprecher der Verwaltung, Jan Thomsen, am Donnerstag dem rbb. Damit wolle der Senat die Möglichkeit schaffen, den Bewerber-Stau abzuarbeiten. Eine weitere Verlängerung werde es aber nicht geben.

Dekra und Tüv konnten die Fülle der Bewerber nicht bewältigen

Führerscheinbewerber müssen innerhalb eines Jahres nach der theoretischen Prüfung auch die praktische Fahrprüfung ablegen. Schaffen sie das nicht in diesem Zeitraum, müssen sie die theoretische Prüfung noch einmal ablegen, unter Umständen auch noch weitere Fahrstunden nehmen. Während der Pandemie war aber der Fahrschulbetrieb über Wochen eingeschränkt.

Viele Fahrschüler konnten keine praktischen Stunden nehmen und auch nicht ihre Prüfungen ablegen. Deshalb hatte der Senat die Prüfungsfrist zunächst bis zum 31. Oktober verlängert. Inzwischen läuft der Fahrschulbetrieb zwar wieder, aber nicht alle Fahrschüler bekamen einen Prüfungstermin. Denn Dekra und Tüv, die die Prüfungen abnehmen, konnten die Fülle der Bewerber nicht bewältigen.

Mehrere Fahrschulen bestätigten dem rbb, dass sie lange Wartelisten führen. Die lange Wartezeit führe bei vielen Prüflingen zu Mehrkosten, weil das Erlernte mit zusätzlichen Fahrstunden bis zur Prüfung konserviert werden müsse und eine lange Pause die Durchfallquote in den Fahrprüfungen weiter erhöhen würde. Diese sei ohnehin schon merklich angestiegen, heißt es aus der Branche.

Sendung: Inforadio, 22.10.2021, 06:00 Uhr

8 Kommentare

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  1. 7.

    Mit dem Fahrrad kann man auch ohne Wissen und teure Prüfungen am Verkehr teilnehmen. Einfach draufsetzen, losfahren und Unfall bauen. Warum reicht dann beim Auto nicht maximal die praktische... wenn überhaupt. Einfach reinsetzen und losfahren... wie die Radfahrer.

  2. 6.

    Wie peinlich, wie peinlich......der gesamte Verwaltungsapparat versagt täglich auf ganzer Breite und die Wähler verlängern das Desaster noch.

  3. 5.

    Gerade zu Beginn geht die Übung recht schnell wieder flöten. Es braucht am Anfang einfach Fahrpraxis.
    Nach einigen Tausend Kilometern (die man in der Fahrschule nie schafft) ist dann das „Muskelgedächnis“ aktiviert bzw. weiß man besser mit unerwarteten Situationen umzugehen.

    Insofern: Ja, man braucht mehr Fahrstunden, wenn es zu Verzögerungen kommt

  4. 4.

    Trotzdem doch arg ungewöhnlich und befremdlich, dass die Leute so schnell die Inhalte ihres Gelernten vergessen…

    Gut, Fahrpraxis….

    Sagt mir im Umkehrschluss aber auch, dass Wenigfahren dann ja garnicht geht, weil den Leuten zu schnell die Fahrpraxis flöten ginge.

    Bedeutet letztlich, dass Wenigfahren, also umweltbewusstes Handeln nicht geht. Die Leute hätten ständig Angst, Fehler zu machen.

  5. 3.
    Antwort auf [JustABerliner] vom 22.10.2021 um 06:14

    Es wird Rechtssicherheit für die Führerscheinstelle geschaffen, denn dort würde ansonsten der Antrag auf Erteilung einer Fahrerlaubnis abgelehnt werden. Es wird nur Rücksicht auf die äußeren Umstände in den Fahrschulen genommen.
    Die Steuererklärung braucht man dieses Jahr bundesweit auch erst zum 31.Okt. 2021 abgeben.
    Hat das irgendwas mit dem Versagen der Finanzverwaltung zu tun? Es wurde auch nur Rücksicht auf die Bürger genommen.

  6. 1.

    Gute Bildauswahl für den Beitrag. Wird in D jetzt auf Linksverkehr umgestellt?

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