Lehrermangel - Künftige Landlehrer in Brandenburg erhalten Stipendien

Symbolbild: Doris Meinke unterrichtet eine Schulklasse in Prenzlau. (Quelle: imago images/B. Friedel)
Audio: Antenne Brandenburg | 04.10.2021 | Oliver Soos | Bild: imago images/B. Friedel

Die Brandenburger Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) hat in Potsdam die ersten Stipendien für künftige Landlehrerinnen und Landlehrer vergeben. 22 der 23 Stipendiaten nahmen ihre Urkunden am Montag in der Staatskanzlei persönlich entgegen, wie das Ministerium mitteilte.

Sie erhalten ab dem 1. Oktober ein Stipendium in Höhe von 600 Euro monatlich. Dazu gehören auch spezielle Fortbildungen, Schulmessen und ein Mentoren-Programm. Die Teilnehmenden kommen von den Universitäten in Potsdam, Berlin, Leipzig, Dresden und Halle. Die meisten von ihnen sind allerdings gebürtig aus Brandenburg.

Stipendiaten unterrichten an Grundschulen in kleineren Orten

Für das Stipendium mussten sich die Teilnehmenden verpflichten, an einer von rund 50 ausgewählten Schulen ein Praktikum, ihr Praxissemester und den Vorbereitungsdienst zu absolvieren. Außerdem müssen sie dort nach dem Abschluss mindestens so viele Schulhalbjahre als Lehrkräfte arbeiten, wie zuvor das Stipendium gewährt wurde. Laut Ministerium sind in der ersten Runde 15 Schulen in neun Landkreisen beteiligt.

Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) sprach von einer Win-Win-Situation für beide Seiten. Die Studenten verpflichteten sich überwiegend für Grundschulen in kleineren Orten, aber auch für Schulen in Frankfurt (Oder), Fürstenwalde, Schwedt und Prenzlau.

Linke: "Landkräftemangel im Ländlichen damit nicht heilen"

Die Linksfraktion im Landtag kritisierte das Programm als nicht ausreichend. "25 Studierende erst ab dem Masterabschluss zu unterstützen, ist zu kurz gedacht", sagte die bildungspolitische Sprecherin Kathrin Dannenberg. "Auch den Lehrkräftemangel im Ländlichen werden wir damit nicht heilen." Vielmehr müssten langfristig mehr unbefristete Stellen für Lehrer geschaffen werden. Zudem gelte es, mehr Schulsozialarbeiter einzustellen und die Arbeit der Schulkrankenschwestern zu sichern.

"So können wir Lehrerinnen und Lehrer in die Regionen holen, wo sie händeringend gebraucht werden", erklärte dagegen der bildungspolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Gordon Hoffmann. "Wer in der Region erst einmal Fuß gefasst hat und die dortigen Vorteile kennenlernt, bleibt im besten Fall langfristig in der Region."

Sendung: Inforadio, 04.10.2021, 15:20 Uhr

4 Kommentare

Wir schließen die Kommentarfunktion, wenn die Zahl der Kommentare so groß ist, dass sie nicht mehr zeitnah moderiert werden können. Weiter schließen wir die Kommentarfunktion, wenn die Kommentare sich nicht mehr auf das Thema beziehen oder eine Vielzahl der Kommentare die Regeln unserer Kommentarrichtlinien verletzt. Bei älteren Beiträgen wird die Kommentarfunktion automatisch geschlossen.

  1. 4.

    Schade, dass das Land quasi im gleichen Atemzug ein Berufungsverfahren anstrengt, das sich gegen die freien Schulträger wendet, welche seit Jahren um angemessene Gehälter für ihre Kolleg*innen kämpfen. Siehe RBB Bericht vom 31.8.21

  2. 3.

    ÖPNV!

  3. 2.

    Gab es schon in der DDR. Hieß damals Landlehrerprämie. Bekamen die Lehrer, sie auf dem Land unterrichteten.

  4. 1.

    Na geht doch. Das sollte man mit Ärzten genauso machen. Wie wärs mit ner Dienstwohnung/Haus ? Und.. man nannte es nach der Wende Buschzulage. Solche Jobs dürfen in der Stadt nicht attraktiver sein sondern umgedreht auf dem Land. In der Stadt haben sie genug andere Annehmlichkeiten.

Nächster Artikel