Erinnerung an Kämpfe im Oderbruch - Ein neuer Gedenkort für Kriegsopfer entsteht in Klessin

Ein Grabungstechniker vom Verein zur Bergung Gefallener in Osteuropa e.V. (VBGO), legt die sterblichen Überreste eines sowjetischen Soldaten aus dem Zweiten Weltkrieg in einem ehemaligen Schützengraben frei. (Quelle: dpa/Patrick Pleul)
Bild: dpa/Patrick Pleul

Im letzten Winter vor dem Kriegsende 1945 kämpften sowjetische und deutsche Truppen erbittert um jeden Meter - auch im Oderbruch. Ein Gedenkort am einstigen Gut Klessin soll künftig an die Opfer auf beiden Seiten erinnern.

Nahe dem Oderbruch-Örtchen Klessin (Märkisch-Oderland) entsteht ein Gedenk- und Erinnerungsort, der über die schweren Kämpfe zum Ende des Zweiten Weltkrieges im Frühjahr 1945 informieren soll.

Der Heimatverein aus dem benachbarten Wuhden (Märkisch-Oderland) und der Hamburger Verein zur Bergung Gefallener in Osteuropa (VBGO) [vbgo.de] hatten Klessin als solch einen Erinnerungsort gewählt, weil dies ein authentischer Kriegsschauplatz war, wie es aus dem Verein heißt. Die Kampfhandlungen dort werden von Militärhistorikern auch als "Kessel von Klessin" bezeichnet. Im Februar 1945 kämpften dort Volkssturmeinheiten und Wehrmachtsverbände erbittert für mehrere Tage. Der Ort wurde fast völlig zerstört und nur weniges wieder aufgebaut.

Bereits 237 Gefallene auf dem Gelände geborgen

In den vergangenen zehn Jahren wurde das Gelände des ehemaligen Gutes beräumt, das zu DDR-Zeiten als Müllhalde für einen angrenzenden Agrarbetrieb diente. Seit 2005 wurden insgesamt 237 gefallene deutsche Soldaten und Soldaten der Roten Armee geborgen, die bei den Kämpfen um Klessin ums Leben kamen.

"Das sechs Hektar große Gelände ist das inzwischen am besten dokumentierte Kampfgebiet aus dem Zweiten Weltkrieg im Oderbruch", sagt VBGO-Vorsitzender Albrecht Laue. Im kommenden Frühjahr, am 6. Mai 2022, soll der dann neu geschaffene "Gedenk- und Erinnerungsort Klessin" feierlich eingeweiht werden.

Sendung: Antenne Brandenburg, 13.10.2021, 10:00 Uhr

3 Kommentare

Wir schließen die Kommentarfunktion, wenn die Zahl der Kommentare so groß ist, dass sie nicht mehr zeitnah moderiert werden können. Weiter schließen wir die Kommentarfunktion, wenn die Kommentare sich nicht mehr auf das Thema beziehen oder eine Vielzahl der Kommentare die Regeln unserer Kommentarrichtlinien verletzt. Bei älteren Beiträgen wird die Kommentarfunktion automatisch geschlossen.

  1. 3.

    Danke genau solche Geschichtsumdeutung meine ich. Sie setzten also einen sowjetischen Befreier der seine Heimat verteidigte auf eine Ebene mit deutschen Soldaten welche einen Vernichtungskrieg führten, welche die Ermordung aller Juden und von mehreren 10 Millionen Slawen als Ziel hatte.

  2. 2.

    Immerhin dürfte es damals kaum eine Chance gegeben haben lebendig den Dienst an der Waffe zu verweigern. Das gilt, meiner Erkenntnis nach, für die damalgen deutschen, wie für die sowjetischen Soldaten. Insofern ist es schon richtig allen zu gedenken. Für uns heute eine unvorstellbare Situation. Wir sollten glücklich sein, heute in diesem Land leben zu können.

  3. 1.

    Es gib schon genug Orte im Oderbruch welche sicher der Darstellung der Geschichte widmen. Die Verein scheint auch die Sowjetischen Befreier auf eine Ebene zu stellen wie die Deutschen Soldaten.

Nächster Artikel