Beleidigung, Körperverletzung, Volksverhetzung - Zahl rassistischer Straftaten in Brandenburg erneut gestiegen

Fr 26.11.21 | 08:37 Uhr
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Archivbild: Ein Hakenkreuz ist an einer Asylbewerberunterkunft zu sehen. (Quelle: dpa/Maja Hitij)
Audio: Radioeins | 26.11.2021 | Rolf Grünewald | Bild: dpa/Maja Hitij

Im gesamten Jahr 2020 sind in Brandenburg 113 Fälle rassistisch motivierter Straftaten erfasst worden. Für das laufende Jahr sind es schon jetzt - mit den nun neuen Zahlen für das dritte Quartal - mindestens 126.

Die Zahl rassistischer Straftaten hat in Brandenburg auch im dritten Quartal dieses Jahres zugenommen. Die Polizei hat nach vorläufigen Angaben von Juli bis September 47 Delikte registriert, wie das Innenministerium in Potsdam auf eine Anfrage der Landtagsabgeordneten Andrea Johlige (Linke) mitteilte.

Damit stieg die Zahl dieser Fälle im bisherigen Jahresverlauf auf mindestens 126. Im gesamten Vorjahr waren es 113.

Nachlieferungen sind auch für 2021 zu erwarten

Bei den 113 rassistisch motivierten Straftaten im Jahr 2020 waren mehrere Fälle enthalten, deren Meldungen nachgeliefert worden waren. Die Bilanz der ersten neun Monate dieses Jahres könnte demnach durch etwaige Nachmeldungen noch höher ausfallen.

Die meisten Straftaten im dritten Quartal 2021 betreffen Fälle wie Beleidigungen, Körperverletzungen und Volksverhetzungen.

Die Zahl der Angriffe auf Flüchtlinge, ihre Unterkünfte und Unterstützer, die die Polizei in einer gesonderten Statistik führt, bleibt im dritten Quartal 2021 mit 43 nahezu unverändert auf dem Niveau der vorangegangenen drei Monate (44). Jeder vierte Fall war ein Körperverletzungsdelikt.

Corona-Eindämmungsmaßnahmen könnten Auswirkungen haben

Im gesamten Vorjahr hatte die Polizei laut Ministerium 209 Angriffe gegen Flüchtlinge und ihre Unterkünfte registriert. 2019 waren es noch 268.

Nach Ansicht der Landtagsabgeordneten Johlige spiegeln die vom Innenministerium genannten Zahlen das tatsächliche Ausmaß der Übergriffe auf Flüchtlinge nicht wider. Die Corona-Eindämmungsmaßnahmen verzerrten die reale Lage, sagte sie der Deutschen Presse-Agentur. "Sorgen machen vor allem die Körperverletzungsdelikte, die mit 44 in den ersten drei Quartalen schon fast die Gesamtzahl des Jahres 2020 mit 47 erreicht haben. Das zeigt: Es gibt keine Entwarnung", so Johlige.

Noch immer müssten Menschen in Brandenburg Angst haben, Opfer einer rassistischen Gewalttat zu werden.

Sendung: Fritz, 26.11.2021, 07:31 Uhr

1 Kommentar

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  1. 1.

    "Noch immer müssten Menschen in Brandenburg Angst haben, Opfer einer rassistischen Gewalttat zu werden."
    Warum, verdammt muß denn das sein? Es ist doch jetzt nicht mehr 1990/91! Menschliche Dummheit und Ignoranz haben viel mit dem All gemeinsam hinsichtlich ihrer Größe und Ausdehnung; wobei beim Weltraum sind sich die Forscher fast einig, dass es doch endlich sein soll....

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