Corona-Regeln am Arbeitsplatz - Adlershofer Hightech-Firma macht den 3G-Probelauf

Di 23.11.21 | 14:25 Uhr
Archivbild: In der Produktionshalle der AEMtec GmbH in Berlin-Adleshof werden u.a. Multichips für die Verwendung in der Automobil- und Medizintechnik hergestellt. (Quelle: dpa/H. Wiedl)
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3G in allen Berliner Firmen: Nur wer genesen, geimpft oder getestet ist, darf ab Mittwoch an seinen Arbeitsplatz. Die Adlershofer Hightech-Firma Aemtec hat bereits den Probelauf gestartet - und zwar ohne Kompromisse. Von Thomas Rautenberg

Angestellte des Hightech-Unternehmens Aemtec, die über einen vollständigen Impfnachweis verfügen, können ihre elektronische Zutrittskarte zum Unternehmen behalten. Ungeimpfte müssen sich dagegen künftig beim Einlass melden und einen aktuellen Coronatest vorweisen. Vorher wird die Chipkarte, die im Haus alle Türen öffnet, nicht ausgegeben.

Aemtec ist ein Hightech-Unternehmen auf dem Wissenschafts-Campus in Berlin Adlershof. Die Firma liefert weltweit Diagnose-Komponenten für den Bau modernster Computertomographen. Und sie entwickelt Module, die für die DNA-Sequenzierung und damit für die Unterscheidung von Virus-Mutationen notwendig sind.

Personalchefin Christine Zühlke und Geschäftsführer Jan Trommershausen. (Quelle: rbb/T. Rautenberg)
Bild: rbb/T. Rautenberg

Chipkarte nur bei vollem Impfschutz

Das ist ein Hochtechnologie-Bereich, der strenge Sicherheitsvorkehrungen erfordert. Und genau an diesem Punkt setzt Aemtec-Geschäftsführer Jan Trommershausen bei der künftigen Überprüfung der 3G-Regel an.

"Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind mir gleich viel wert, ob geimpft oder ungeimpft", sagt Trommershausen, "aber wir arbeiten hier zusammen und da ist es wichtig, dass wir alle gleichermaßen gut geschützt sind".

Impfdruck wird steigen

Etwa 80 Prozent der Aemtec-Belegschaft dürfte vollständig geimpft sein, schätzt Personalchefin Christine Zühlke. Bislang fehlte die gesetzliche Grundlage, dass die Firmenleitung den Impfstatus der etwa 220 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter abfragen durfte.

Für die Ungeimpften im Unternehmen werde es jetzt ungemütlich, sagt Geschäftsführer Trommershausen voraus. Aemtec werde pro Woche nur zwei kostenlose Tests zur Verfügung stellen. An den verbleibenden Tagen müssten die Angestellten selbst sehen, woher sie einen aktuellen Corona-Test bekämen. "Wenn man im Schichtdienst arbeitet, und danach sehen muss, woher man den nächsten Corona-Test bekommt, dann ist das bestimmt nicht lustig", sagt Trommershausen.

Keine Kompromisse möglich

Das Technologieunternehmen Aemtec hat ein ausgesprochen erfolgreiches Jahr hinter sich, mit steigenden Umsätzen weltweit. Davon sollen künftig auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter profitieren. Vielleicht eine Motivation für die Impfskeptiker, doch das "Wir in der Firmengemeinschaft" über das "Ich und die persönlichen Zweifel" zu stellen, hofft der Geschäftsführer.

Ausnahmen von der 3G-Regel werde es jedenfalls ab Mittwoch nicht mehr geben, stellt Jan Trommershausen ausdrücklich klar. "Wir müssen und werden die Reglungen konsequent umsetzen. Und wer sich nicht daran hält, den können wir nicht an den Arbeitsplatz lassen", sagt er.

Und wer nicht arbeitet, bekommt auch kein Geld. Das ist die letzte Konsequenz der neuen Regelung.

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