Steigende Zahl von Covid-Patienten - Berliner Charité sagt erneut alle planbaren Operationen ab

Di 09.11.21 | 15:14 Uhr
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Archivbild: Eine Krankenschwester schiebt ein Krankenbett durch den Flur der Notfallannahme der Charite in Berlin-Mitte. (Quelle: imago images/J. Schicke)
Audio: Inforadio | 09.11.2021 | N. Gutschmidt | Bild: imago images/J. Schicke

Die Berliner Charité verschiebt erneut alle planbare Eingriffe, die steigende Zahl von Covid-19-Patientinnen und Patienten mache den Schritt nötig. Aus Brandenburg kommt der Ruf nach Bundeshilfen für die Kliniken.

Die Berliner Charité-Universitätsmedizin sagt seit Dienstag alle planbaren Eingriffe ab. Die steigende Zahl von Covid-19-Patientinnen und Patienten mache diesen Schritt nötig,
teilte ein Sprecher mit. Ziel sei es, Mitarbeiter wieder vermehrt auf Covid-19-Stationen einzusetzen. Notfälle werden demnach aber weiter behandelt und auch dringliche Eingriffe würden vorgenommen.

120 an Corona erkrankte Patienten in der Charité

Dem Sprecher zufolge werden derzeit mehr als 120 an Corona erkrankten Patienten in der Charité behandelt. Wie viele von ihnen auf Intensivstationen liegen, gab die Einrichtung nicht bekannt. Die Charité behandelt häufig die besonders schweren Fälle.

Im Laufe der Pandemie hat die Charité bereits mehrfach ein Notprogramm gefahren, um die Zahl der Covid-19-Patienten bewältigen zu können.

Forderungen von finanziellen Hilfen für die Krankenhäuser

In Reaktion auf solche Ankündigungen auch in Brandenburger Kliniken wegen steigender Covid-Patienten-Zahlen auf den Intensivstationen andere OPs und Behandlungen reduzieren zu müssen, hat dort die Landesregierung Unterstützung vom Bund gefordert. "Die Krankenhäuser sind die Anker unserer Gesundheitsversorgung. Sie tragen eine entscheidende Last in dieser Pandemie", sagte der Sprecher des Gesundheitsministeriums, Gabriel Hesse. Wenn wieder Betten für die Versorgung von Covid-19-Patienten freigehalten werden müssten, sei dringend finanzielle Unterstützung vom Bund geboten.

Ruf nach Hilfen vom Bund auch aus anderen Bundesländern

Zuvor hatten sich bereits die Gesundheitsminister von Bund und Ländern bei ihrer Konferenz in Lindau in der vergangenen Woche für finanzielle Ausgleichszahlungen an Krankenhäuser ausgesprochen, die wegen der Behandlung von Corona-Patienten planbare Eingriffe verschieben müssen. Diese Regelung solle rückwirkend zum 1. November gelten.

Auch Brandenburg hatte solche Ausgleichszahlungen beantragt. Wie auch andere Bundesländer bat das Land den Bund, umgehend eine gesetzliche Grundlage für Ausgleichs- oder Aufschlagszahlungen für alle stationär aufgenommenen Covid-19-Patienten rückwirkend zum 1. November 2021 zu schaffen.

Sendung: Inforadio, 09.11.2021, 14:20 Uhr

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12 Kommentare

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  1. 12.

    Genau so ist es. Ungeimpfte müssten eig. auf eine Behandlung im KH verzichten.

  2. 11.

    Pardon … Diejenigen, die sich aus gesundheitlichen Gründen nicht impfen lassen können, möchte ich natürlich ganz ausdrücklich nicht mitgemeint haben! Nicht zuletzt für diese Gruppe würde ich mir eine noch viel höhere Impfbereitschaft aller Anderen wünschen.

  3. 10.

    Nein, hier steht es nicht explizit drin. Das aber überwiegend Ungeimpfte auf der ITS liegen wurde ja nun schon häufig kommuniziert. Hatte wirklich lange Zeit Verständnis für Nichtgeimpfte, aber langsam nervt es. Vor allem ,wenn sie sich in der Opferrolle sehen. Tim kann ich nur zustimmen. Und ich denke, dass er nicht die meint, die sich nicht Impfen lassen können. Gestern sprach Herr Montgomery von der Tyrannei der Ungeimpften. Volke Zustimmung.

  4. 9.

    Liebe Impfverweigerer, ich möchte durch ihre Haltung weder aus gesellschaftlichen Veranstaltungen.....noch von medizinischen notwendigen Behandlungen ausgeschlossen werden.
    Mir tun nur die medizinischen Angestellten leid, die das wieder ausbaden müssen.

    Wie würden Sie wohl reagieren, wenn es umgekehrt wäre?
    Hoffentlich ist jemand von Ihnen oder ein naher Angehöriger nicht auf ärztliche Hilfe angewiesen. Zu wünschen wäre es eigentlich nicht.

  5. 8.

    Der Impfstatus ist ein Faktor. Die Frage, bei wem sich angesteckt wurde eine andere. Über Letzteres kann man nur spekulieren. Muss man an dieser Stelle hier aber nicht, sonst geht das Hauen und Stechen (nein, ich meine damit nicht die Impfung...) wieder los.

  6. 7.

    Obwohl die Nichtgeimpften sich bei Fernreisen mit Tropenimpfungen auch so verhalten?
    Oder steht da der Egoismus an erster Stelle?

  7. 6.

    Zum Impfstatus der Patienten der Charité steht hier aber gar nichts. Wie ist denn die aktuelle Verteilung nach Impfstatus und Alter in der Charité bei den COVID-19-Patienten auf den Normalstationen und der ITS?

  8. 5.

    Bin genau ihrer Meinung .Frage mich wann unsere Politiker endlich was unternehmen und nicht nur ankündigen welche Maßnahmen kommen , sondern auch kontrollieren

  9. 4.

    Stimmt!
    Das ist nämlich ein Paradebesipiel dafür das die Corona-Schutzimpfung eben nicht nur Privatsache und eigenes Risiko ist sondern das auch andere unter der Ignoranz und dem Starrsinn derjenigen leiden die die Impfung aus irgendwelchen fadenscheinigen Gründen verweigern.
    Die Coronamaßnahmen verkomplizieren das Leben, die Krankenhäuser sind voll und die Wirtschaft kommt durch die Nachwirkungen der ersten Wellen nicht in Fahrt. Alle leiden darunter manche sterben deswegen. Und immer noch gibt es offenbar massenweise Leute die meinen es ginge keinen was an ob sie sich nicht impfen lassen.
    Das ist rücksichtslos und egoistisch, weiter nichts!

  10. 3.

    Sehe Ich bis auf die, die sich aus gesundheitlichen Gründen nicht impfen lassen können, ebenso. Und die, die sich beharrlich weigern, werden dank 2G draußen gehalten und sollten sich auch nicht mit gefälschten Impfnachweisen erwische lassen.

  11. 2.

    Tim, kann mich nur anschliessen. Und eine Frage an den RBB.... gilt das auch für die Parkklinik Weissensee?

  12. 1.

    Vielen Dank allen Menschen ohne Impfschutz, die deshalb nun mit schweren Verläufen in die Krankenhäuser eingeliefert werden und damit nicht nur den Ärzten und dem Pflegepersonal unnötig das Leben schwermachen, sondern darüber hinaus auch noch die Behandlung von Nicht-Corona-Patienten verhindern. Ganz tolle Leistung!

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