Diskriminierung dicker Menschen - Wie Gewicht über Erfolg und Gesundheit entscheidet

Sa 27.11.21 | 15:47 Uhr | Von Anne Kohlick
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ARCHIV - Ein übergewichtiger Mann kommt am 04.10.2016 zu seiner Nachuntersuchung in das Deutsche-Adipositas-Zentrum in Frankfurt am Main (Hessen). (Quelle: dpa/Boris Roessler)
dpa/Boris Roessler
Video: Ausschnitt aus "Dick und diskriminiert" | YouTube-Reihe "Jetzt mal konkret" | mit Teresa Bücker | Bild: dpa/Boris Roessler

Wer viel wiegt, erlebt oft Diskriminierung - etwa von Arbeitgebern oder Ärzten - mit gravierenden Folgen für Karriere und Gesundheit. Trotzdem gibt es bislang keine Gesetze gegen Gewichtsdiskriminierung. Eine engagierte Berlinerin will das ändern. Von Anne Kohlick

Im Berliner Regierungsviertel zieht Natalie Rosenke die Blicke der Passanten auf sich: Wer ist diese dicke Frau mit der Mütze? Warum steht sie vor einer Kamera? Wovon erzählt sie mit so viel Wut im Bauch? "Es geht uns darum, dass dicke Menschen frei und unkommentiert und akzeptiert leben können", sagt Natalie Rosenke. Bislang ist das keine Selbstverständlichkeit, im Gegenteil. Dafür hat die ehrenamtliche Vorsitzende der "Gesellschaft gegen Gewichtsdiskriminierung" frappierende Beispiele.

"Eine Frau hat sich beworben - Führungsebene - und ihr wurde sogar per E-Mail gesagt: Das Bewerbungsgespräch war großartig, Sie sind die Frau für uns", erzählt die 44-Jährige. Aber die "körperliche Entgleisung" der Bewerberin, das sei ein Problem. Gemeint war ihr Gewicht. "Diese Frau hatte Konfektionsgröße 42 nach eigener Aussage", sagt Natalie Rosenke.

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"Das muss sich ändern"

Vor Gericht versuchte die Betroffene, gegen diese Diskriminierung vorzugehen. "Sie ist daran gescheitert, dass im Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz Gewicht als Kriterium nicht auftaucht", erklärt Natalie Rosenke. Zwar werden Religionszugehörigkeit, Hautfarbe oder Behinderungen darin aufgeführt als Merkmale, aufgrund derer niemand benachteiligt werden darf. Körpergewicht fehlt aber – und das, obwohl dicke Menschen Diskriminierung erleben, die viele im Berufsleben ausbremst und sogar ihre Gesundheit gefährdet.

"Das muss sich ändern", sagt Natalie Rosenke, die versucht, im Bundestag und im Berliner Abgeordnetenhaus Politikerinnen und Politiker von ihrem Vorhaben zu überzeugen. "Gewichtsdiskriminierung als solche politisch anzuerkennen, ist der erste Schritt, um dagegen vorzugehen." Das Ziel ihres Vereins ist es deshalb, Körpergewicht als Kriterium ins Berliner Landesantidiskriminierungsgesetz einzubringen.

Das Klischee: Dicke seien nicht leistungsfähig

Grüne, Linke und SPD in Berlin signalisieren Unterstützung. Die Gesetzesänderung wäre "ein Signal, dass es nicht okay ist, hochgewichtige Körper negativ zu verurteilen", sagt die Aktivistin, "dass wir die Vorurteile, die es über dicke Menschen gibt, angehen müssen."

Sie seien faul, undiszipliniert, nicht belastbar: Das sind Klischees, die dicken Menschen begegnen, wenn sie sich um Jobs bewerben. Bianca Jäger, die eine Kita in Neukölln leitet, erinnert sich an ein Vorstellungsgespräch, in dem ihr Gewicht sofort Thema war: "Die Chefin sagte, sie habe Bedenken, mich einzustellen. Ich könne nicht das leisten, was die schlankeren Kollegen leisten können."

Weight Pay Gap: dicke Menschen verdienen weniger

Auch Studien belegen, dass gerade dicken Frauen im Beruf weniger zugetraut wird. In einem soziologischen Experiment hat die Universität Tübingen Menschen, die Personalentscheidungen treffen, Fotos vorgelegt – verschiedene Frauen, alle in weißen T-Shirts – und dazu die Frage: Bei welcher Person denken Sie: Diese Frau hat einen prestigeträchtigen Job wie Ärztin oder Architektin?

"Es ist schockierend, wie schlecht dicke Frauen bei diesem Experiment abgeschnitten haben", sagt Natalie Rosenke. "98 Prozent der Personalerinnen und Personaler haben ihnen keine prestigeträchtigen Berufe zugetraut." [biomedcentral.com | Ergebnisse der Studie auf Englisch]

Das hat nicht nur Auswirkungen auf Bewerbungsverfahren. Im Schnitt verdienen dicke Menschen auch weniger Geld als dünne. "Es gibt einen Weight Pay Gap", erklärt Natalie Rosenke - für Deutschland sei der Gehaltsunterschied nach Body-Mass-Index noch nicht untersucht. Studien aus anderen OECD-Staaten schätzen die Differenz auf rund 10 Prozent. [publishing.service.gov.uk | PDF auf Englisch]

Schönheitsideale spiegeln sich im Gehalt wider

Auch hier sind dicke Frauen besonders betroffen, betont die Aktivistin: "Bei Männern war diese Abweichung, der Weight Pay Gap, gegenüber den dünnen Kollegen deutlich geringer. Dort spielt aber die Körpergröße eine sehr große Rolle." Kleine Männer verdienen im Schnitt weniger als große – ein Height Pay Gap. Auch im Gehalt spiegeln sich also geschlechtsspezifische Schönheitsideale: Männer dürfen zwar dicker sein, aber nicht klein – Frauen zwar klein sein, aber bitte schlank.

Wer nicht dünn ist, dem wird unabhängig vom Geschlecht oft unterstellt, zu wenig Selbstdisziplin zu haben – darin wurzelt das Klischee des faulen Dicken. Doch die Vorstellung, dass Diäten funktionieren, ist falsch. Im Schnitt schafft es weniger als eine von 100 dicken Personen, ein sehr viel niedrigeres Gewicht zu erreichen und zu halten. [aphapublications.org | Studie aus Großbritannien]

Warum "Jetzt iss' doch mal weniger!" nichts bringt

Die Gründe dafür seien auch medizinisch, erklärt Prof. Dr. Jürgen Ordemann, der am Vivantes-Klinikum Spandau Adipositas-Patienten behandelt: "Gewichtskontrolle hat bei adipösen Menschen nichts mit Willen zu tun. Man muss bedenken, dass bei Übergewicht die Fettmasse im Körper stark erhöht ist." Diese funktioniere wie ein eigenes Organ, das selbst Hormone bilde: "Es sind diese entzündlichen Peptide wiederum, die unsere Gewichtskontrolle mitsteuern."

Deshalb ist es nicht hilfreich, an die Selbstdisziplin zu appellieren und einem dicken Menschen zu sagen: Jetzt iss' doch mal weniger! "Das ist so, wie zu einem depressiven Menschen zu sagen: Sei einfach glücklich", sagt der Mediziner, "das funktioniert auch nicht." Trotzdem erleben hochgewichtige Menschen oft genau das, wenn sie zum Arzt gehen: die pauschale Aufforderung, abzunehmen – dann würden auch ihre Beschwerden verschwinden.

"Man hat mich einfach weggeschickt"

Bianca Jäger erinnert sich an einen Arzt-Besuch Anfang des Jahres – wie sich später herausstellte, litt sie zu diesem Zeitpunkt an Covid-19: "Ich habe gesagt: Mit mir stimmt etwas nicht. Aber ich habe nur zu hören gekriegt, ich solle Diäten halten", sagt sie, "und auf meine Ernährung achten." Welche Erkrankung hinter ihren Symptomen stecken könnte – darauf habe sie niemand genauer untersucht. "Man hat mich einfach weggeschickt."

Ihre Erfahrung ist kein Einzelfall. Im Schnitt verbringen Ärzte weniger Zeit mit dicken Patienten – das haben Studien belegt. Während Dünnen eher Medikamente verschrieben werden, bekommen dicke häufig nur Diäten empfohlen. [ncbi.gov | Studie auf Englisch]

Solche Erfahrungen führen dazu, dass einige dicke Menschen Besuche bei Ärzten ganz vermeiden. Das ist gefährlich, denn sehr hohes Gewicht kann durchaus mit Krankheiten einhergehen. "Das geht von klassischerweise Diabetes bis zum Bluthochdruck", sagt Jürgen Ordemann, "auch Veränderungen des Herzens und der Gefäße kommen häufiger vor bei Menschen mit Adipositas." Gerade deshalb ärgert es den Arzt, wenn dicken Patienten im Gesundheitssystem "der pauschalisierende Satz begegnet: Nimmt doch erstmal ab." Diese Forderung löse Frustration und Enttäuschung aus. "Viele ziehen sich dann zurück in die Isolation, weil sie den Eindruck haben: Mir kann man sowieso nicht helfen."

"Demütigung kann einen Menschen kaputt machen"

Hinzukommen all die abschätzigen Blicke und Sprüche, die dicke Menschen abbekommen, wenn sie Lebensmittel einkaufen oder in der Öffentlichkeit essen. "Auf dem Kassenband im Supermarkt lagen Kekse, die ich für die Kinder in meiner Kita kaufen wollte", erinnert sich Bianca Jäger. "Und schon kommt die Frage: Muss das sein? Wollen Sie nicht lieber zum Apfel greifen oder zur Gurke?"

Über ihre Erfahrungen als dicke Frau zu sprechen, fällt der Erzieherin nicht leicht. Bei manchen Sätzen hört man den Kloß in ihrem Hals. Jahrzehntelang kleine Gehässigkeiten, jeden Tag. Es treibt ihr die Tränen in die Augen: "Demütigung ist so was Schlimmes – das kann einen Menschen kaputt machen."

In der Soziologie nennt man solche Erfahrungen Stigma. Und Stigmatisierung macht Menschen krank, an Psyche und Körper. Das passiert zum Beispiel durch das Stress-Hormon Cortisol, dessen Spiegel im Blut stigmatisierter Menschen messbar steigt. [ncbi.gov | Studie auf Englisch]

Body Positivity auf Instagram

Schlafstörungen, Bluthochdruck und Herzerkrankungen können die Folge sein. "Insgesamt ist das Stigma, das dicke Menschen erleiden, für ihre Gesundheit schädlicher als die Gesundheitsgefährdungen, die unmittelbar aus ihrem Gewicht resultieren", sagt der Soziologe und Gesundheitswissenschaftler Dr. Friedrich Schorb. Zusammen mit Natalie Rosenke engagiert er sich in der Gesellschaft gegen Gewichtsdiskriminierung, um die Vorurteile gegen dicke Menschen zu bekämpfen.

In den vergangenen Jahren habe sich schon einiges getan: "Auf den Laufstegen gibt es nicht mehr ausschließlich sehr dünne Models. Body Positivity ist zu einem großen Thema geworden bei Instagram", sagt er, "aber ich wünsche mir, dass das Thema Körpergewicht noch mehr auf eine gesellschaftliche Ebene kommt, dass es Teil wird von dem, was wir unter Diversität verstehen." Für Gewichtsdiskriminierung sensibilisieren, müsse man schon in der Ausbildung bei verschiedenen Berufen, fordert der Soziologe: "in der Medizin, in der sozialen Arbeit, in der Schule bei Kindern und Jugendlichen". Dort bleibe Mobbing ein großes Thema.

Gewicht als Teil der menschlichen Vielfalt

Natalie Rosenke erinnert sich daran, dass sie schon im Kindergarten "dicke fette Arschbulette" gerufen wurde. Dafür, dass sie öffentlich Stellung bezieht gegen Gewichtsdiskriminierung, erlebt sie bis heute Anfeindungen – vor allem in Social Media.

"Innerhalb meiner 44 Lebensjahre sind die Beleidigungen für dicke Menschen nicht kreativer geworden", sagt sie – und dass jeder fiese Kommentar ihr einmal mehr zeige, wie nötig ihr Engagement sei. "Ich wünsche mir, dass Leute anfangen darüber nachzudenken: Gewicht, ist das nicht Teil der menschlichen Vielfalt?"

Sendung: Abendschau, 25.11.2021, 19:30 Uhr

Beitrag von Anne Kohlick

40 Kommentare

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  1. 40.

    Er hat doch recht und ich teile ich seine Einschätzung im ersten Satz. Und wenn ich das noch sagen darf, ihr aktueller Kommentar ist doch das beste Beispiel. Woher nehmen sie ihr "Fachwissen"? Sind sie Mediziner, dass sie sich das anmaßen? Ich habe davon keine Ahnung, würde mir deshalb auch nicht anmaßen anderen Menschen Ratschläge zu geben. Das hat er bestimmt gemeint und ich bestätige es. Hier gibt es nur" unqualifizierte Fachleute", die anderen ihre Meinung aufzwingen und ihnen vorschreiben, was die zu denken und zu machen haben.

  2. 39.

    Das sagen sie, nachdem sie mich letztens angegriffen haben? Das ist doch wohl jetzt ein Witz.

    Ansonsten teile ich seine Einschätzung im ersten Satz. Und wenn ich das noch sagen darf, ihr aktueller Kommentar ist doch das beste Beispiel. Woher nehmen sie ihr "Fachwissen"? Sind sie Mediziner, dass sie sich das anmaßen?

  3. 38.

    Oh ja!! Wenn wir anfangen, Mitmenschen, die sich aus welchen Gründen auch immer nicht dem Hype der Coronaimpfbegeisterung anschließen möchten, etwaige Kosten einer Quarantäne auferlegen zu wollen, sie möglicherweise bei einer notwendigen Konkurrenz um Intensivbetten hintan zu stellen, dann müssen wir fairerweise genau darüber nachdenken, auch Raucher, Risikosportler, Nichtsportler, Trinker, Übergewichtige etc. für großteils selbstverschuldetes Leid in die Pflicht zu nehmen!

  4. 37.

    Wenn mir die Beiträge nicht passen, beschimpfe und verunglimpfe ich die Kommentatoren. Das ist nicht nur billig, sondern armselig. Fettleibigkeit kann viele Ursachen haben. Die allermeisten sind aber vermeidbar. Das ist so ähnlich, wie bei mangelnder Bildung. Und zwischen beidem soll es wohl auch einen Zusammenhang geben.

  5. 36.

    Da sie offenbar nicht lesen können: Kommentar 33 gekürzt nochmal
    1. Ich habe zu keinem Zeitpunkt behauptet, dass Stoffwechselstörungen bei ALLEN vorliegen.
    2. Ich habe geschrieben, dass es Fälle gibt wo Stoffwechselstörungen AUCH URSÄCHLICH sein können. Sie bedienen das Klischee der Ignoranz, die sowas ausschliesst.
    3. Ihr Verweis auf die Schilddrüse ist Unsinn. Für die Überproduktion von Enzymen und anderen Botenstoffen, die dafür verantwortlich sind, ist NICHT die SCHILDDRÜSE zuständig.
    4. Zu dem Punkt der Vererbung von Faktoren zur Überproduktion vorgenannter Stoffe haben sie sich nicht geäußert, was auch ganz gut so ist.

    Und ich habe "keinen wunden Punkt" sondern ich bin in einem fachverwandten Bereich beruflich tätig. Und wenn ich schrieb, dass auch ich umdenken mußte bezieht sich das auf betroffene Patienten und es sind nicht wenige sondern Tausende, Tendenz steigend.

  6. 35.

    @ Rodolpho, Sie lesen scheinbar auch nur das, was in Ihr Weltbild passt.
    Der größte Teil der Übergewichtigen (und noch einmal, ich spreche nicht von ein paar Kilo zuviel, sondern von gesundheitlich schädlichem Gewicht) hat seine Kilo durch falsche Ernährung und mangelnder Bewegung. Sie argumentieren mit Einzelschicksalen.
    Es haben doch die wenigsten seltene Krankheiten, die zu überproportional Gewicht führen. Bei den meisten wird es doch eher so sein, dass durch das Übergewicht Krankheiten und Stoffwechselstörungen auftreten. Aber wahrscheinlich haben Sie in diesem Thema durch eigene Betroffenheit einen wunden Punkt. Das tut mir dann für Sie leid und das ist nicht sarkastisch gemeint.
    Anstatt andere Meinungen/Erfahrungen zu verurteilen könnten Sie ja hier direkt aufklären, welche Enzyme und Botenstoffe bei Überproduktion gemeint sind.

  7. 34.

    ".... Obst-/Gemüseabteilung...." Sind sie narrisch? Fruchtzucker bei Obst geht gar nicht. Dann können sie auch Cola trinken.

  8. 33.

    Sorry, dass ich das so sagen muss, aber ihre Antwort entspricht dem von mir beschriebenen Klischee. Sie lesen meinen Beitrag nicht vollständig bzw. verstehen ihn nicht und kommen WIEDER mit unqualifizierten Argumenten.

    1. Ich habe zu keinem Zeitpunkt behauptet, dass Stoffwechselstörungen bei ALLEN vorliegen.
    2. Ich habe geschrieben, dass es Fälle gibt wo Stoffwechselstörungen AUCH URSÄCHLICH sein können. Sie bedienen das Klischee der Ignoranz, die sowas ausschliesst.
    3. Ihr Verweis auf die Schilddrüse ist Unsinn. Für die Überproduktion von Enzymen und anderen Botenstoffen, die dafür verantwortlich sind, ist NICHT die SCHILDDRÜSE zuständig.
    4. Zu dem Punkt der Vererbung von Faktoren zur Überproduktion vorgenannter Stoffe haben sie sich nicht geäußert, was auch ganz gut so ist.

    FAZIT : Nicht jeder mit erhöhtem BMI hat die Chance dagegen vorzugehen, was auch ich lernen musste. Das hat auch die Gesellschaft zu akzeptieren.

  9. 32.

    @ Rudolpho der Schlanke, tut mir leid, aber Sie versuchen auch nur mit Einzelfällen zu argumentieren. Und Endokrinologie ist für mich kein Fremdwort. Die "berühmten Schilddrüsenunterfunktionen" (die jeder meint zu haben) sind aber nicht an Übergewicht schuld. Klar wird es damit schwerer, aber auch ein Diabetiker muss darauf achten, was er ißt und Sport und körperliche Tätigkeiten helfen allen Menschen. Wenn Sie jetzt den Einfluss von Chemischen Substanzen in der Nahrung meinen oder Zusatzstoffe der Industrie: Jeder kann sich auch ohne Fertigprodukte ernähren. Einfach mal unverarbeitetes Gemüse und Obst und die Grundnahrungsmittel als Hauptbestandteile betrachten. Süßes auch in Getränken ist kein Lebensmittel!
    Ein kleiner Gedanke: haben Sie sich mal Bilder aus den frühen 50iger Jahren angeschaut? Ich sehe da selten junge Menschen, die einen BMI von 30 und mehr haben.

  10. 31.

    Ich finde, Ihr Chakra hat ein Problem und wieso ist es unmöflich, sich normal zu ernähren. Einfach mal keine Fertiggerichte kaufen und einen Blick in die Obst-/Gemüseabteilung werfen.
    Aber Sie haben Recht, jeder versaut sich sein Leben, so gut er kann.

  11. 30.

    Ein Großteil der Kommentare mit dieser Grundtendenz "Jeder der einen zu hohen BMI hat ist selber dran schuld." ist ganz einfach primitiv, entspricht damit aber der durchschnittlichen Klientel dieses Forums.
    Es gibt ein ärztliches Spezialgebiet, die Endokrinologie, die befasst sich mit Drüsenfunktionsstörungen und im Ergebnis auftretenden Stoffwechselstörungen. Die außerdem weit verbreitete genetisch vererbte Stoffwechselstörung behandelt sie leider nicht. Für die gibt es kein Fachgebiet, obwohl international anerkannte medizinische Kapazitäten ihre Existenz bestätigen.
    Alle die nicht darunter leiden oder über keinerlei fachliche Kompetenz verfügen und deshalb mit dem Thema auch nichts anfangen können, sollten sich deshalb mit ihren Kommentaren zurück halten. Es gibt in diesem "Forum" schon genug Dummschwätzer. Die guten Kommentatoren sind schon lange abgewandert.

  12. 29.

    Wenn das Ihre Kinder waren, die dick geworden sind, haben Sie als Vater wohl versagt. Wozu hat man zwei Beine???

  13. 28.

    @ Teddybär, Ihre Kollegin hat Untergewicht. Das ist oft auch mit gesundheitlichen Risiken verbunden. Manche Menschen quälen sich, um dünn zu sein. Andere haben vielleicht Stoffwechselprobleme.
    Aber ich vermute, die Bluthochdruck-Diabetes-Kandidaten sind öfter unter den Übergewichtigen zu finden. Erschreckend hierbei sind doch die ganz jungen Übergewichtigen. Schulkinder mit Diabetes Typ 2.
    Genauso falsch, wie alle Übergewichtigen über einen Kamm zu scheren, ist es Einzelfälle ( wie Ihres oder @Hannelores Lipödem-Fall) zu Verallgemeinern.

  14. 27.

    Wir leben heute in einer Zeit wo sich jedeR diskreminiert FÜHLT egal ob das tatsächlich der Fall ist oder nicht

    Der Subjektivismus dieser unserer Mitbürger geht mir langsam auf die Nerven.

  15. 26.

    Aubacke, bei den meisten Kommentaren läuft mir die Galle über. Die reflektieren ja genau , worum es im Artikel geht. Dicke sind selbst schuld und belasten das Gesundheitswesen. Leute passt blos auf, was ihr da von Euch gebt. Sollten Raucher und Nichtsportler ihre Kardiologiebesuche zukünftig auch selbst finanzieren?

  16. 25.

    Bitte nicht weiter veallgemeinern. Nicht alle superschlanken Menschen sind gesund. Meine Kollegin, 1.65, 50 kg hat Bluthochdruck und Diabetes, ich, 1,78, 84 kg bin kerngesund und fit.

  17. 24.

    In Zeiten, wo jeder jeden diskriminieren, ausgrenzen, diffamieren kann, ist das hier leider keine Ausnahme.

  18. 23.

    Leider hat man immer dieses Gefühl als korpulenter sich für sein Aussehen entschuldigen zu müssen. Wie konnte es soweit kommen... Und man muss sich immer wieder selbst motivieren auf seinen Körper zu achten und ihm nur die gute Nährstoffen zufügen.
    Aber schaut man sich mal in der Gesellschaft um... Ist es fast unmöglich sich noch ''normal'' zu ernähren.
    Ach ja... Vielleicht sollen so viele Menschen wie möglich krank (seelisch und körperlich) gemacht werden..Um ein Leben lang abhängig von der Pharmaindustrie zu bleiben.

    Ich würde mir wünschen, dass man jeden Menschen so akzeptiert wie er ist ob mit Über- oder Untergewicht.
    So lange der Mensch sich nicht umbringt auf Grund seiner seelischen Belastungen und seiner körperlichen Erscheinung ist es doch auch sein Leben.

  19. 22.

    Übergewicht durch Bewegungsmangel hat während des Lockdowns bei Kindern stark zugenommen. Auch manche Schulmitarbeiter beteiligen sich leider an Ausgrenzung aufgrund ihrer Wahrnehmung von "zu dick". Diskriminierung aufgrund von "Gewicht" wird hoffentlich bald gesetzlich untersagt. Viel Erfolg Frau Rosenke und allen Mitstreiter*innen !

  20. 21.

    "Die Gründe dafür seien auch medizinisch, erklärt Prof. Dr. Jürgen Ordemann ... "Es sind diese entzündlichen Peptide wiederum, die unsere Gewichtskontrolle mitsteuern."

    Aber um diese kritische Menge an Fett zu bekommen, muss man doch erst einmal Monate oder Jahre lang zu viel und das falsche gegessen haben und gleichzeitig kein oder zu wenig Sport gemacht haben. Man wird nicht adipös, weil man hin und wieder oder mal einen Monat nur Fastfood und Süßigkeiten gegessen hat.

    Indirekt liefert Prof. Dr. Ordemann letztendlich die gleichen Ausreden wie auch andere Ärzte, es sind die Hormone. Natürlich nehmen Sie zu, wenn Sie das Rauchen aufhören. Wenn Sie die Tabletten nehmen, werden Sie an Gewicht zunehmen.


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