Waldzustandsbericht 2021 - Nur sechs von 100 Berliner Bäumen sind noch gesund

Mo 29.11.21 | 15:08 Uhr
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Bäume in Berlin (Quelle: dpa/Karl-Heinz Sprembe)
Audio: Inforadio | 29.11.2021 | H. Daehler | Bild: dpa/Karl-Heinz Sprembe

Auch wenn es in diesem Jahr häufiger geregnet hat als im Vorjahr, geht es den Berliner Wäldern nach wie vor schlecht. Der aktuelle Waldzustandsbericht für die Hauptstadt zeigt: Die Bäume sind so krank wie seit 1991 nicht mehr.

Trotz mehr Niederschlägen in diesem Jahr befindet sich der Berliner Wald weiterhin in einem kritischen Zustand. Das geht aus dem aktuellen Waldzustandsbericht 2021 hervor, den die Berliner Umweltsenatorin Regine Günther (Grüne) am Montag vorgestellt hat. Von Entwarnung könne trotz der ergiebigeren Regenfälle keine Rede sein, betonte sie. Der Zustand der Berliner Forsten sei auf ähnlich schlechtem Niveau wie im Vorjahr.

Klassifiziert wird der Zustand des Waldes in drei Kategorien, nämlich ohne Schäden, Warnstufe (geringe Schäden) und deutliche Schäden. Laut Waldzustandsbericht ging der Bestand an Wäldern ohne Schäden von sieben Prozent im Jahre 2020 auf sechs Prozent in diesem Jahr zurück. Das ist der bisher geringste Anteil gesunder Bäume seit Beginn der Erhebungen zum Waldzustand im Jahr 1991.

Der Anteil von Wäldern mit der Kategorie "Warnstufe" stieg demnach gegenüber dem Vorjahr von 57 auf 60 Prozent. Deutliche Schäden wiesen nun 34 Prozent statt zuvor 36 Prozent auf.

Kiefern sollen dezimiert, Eichen nachgepflanzt werden

Als Antwort auf diese Entwicklung fordert der Leiter der Berliner Forsten, Gunnar Heyne, den Waldumbau von Nadelbäumen zu Mischwäldern weiter voranzutreiben. Aktuell machten Kiefern 60 Prozent des Berliner Baumbestandes aus. Von ihnen seien nur noch drei Prozent ohne Schäden. Die Zweitwichtigste Baumart seien mit 21 Prozent Anteil Eichen.

In der Zukunft solle der Anteil der Kiefern abnehmen, der der Eichen- und anderer Laubbaumarten zunehmen. Nach Angaben der Senatsverwaltung für Umwelt wurden im Herbst 2020 rund 425.000 Laubbäume gepflanzt, die dank der ergiebigeren Niederschläge gut gewachsen seien. In diesem Herbst wurden in Berlin weitere rund 450.000 Laubbäume gepflanzt - vor allem Eichen, Buchen, Hainbuchen, Linden und Ahorne.

Zum Gesamtzustand der Berliner Wälder sagte Heyne: "Es ist zum Glück nicht schlimmer geworden, aber leider auch nicht besser." Die Jahre 2018 bis 2020 galten wegen der geringen Niederschlagsmenge als ausgesprochene Trockenjahre. Dies wirkt bei einigen Baumarten laut Heyne noch nach. Jedoch habe sich die Absterberate von Bäumen insgesamt etwas verringert: "Es sterben aber immer noch zu viele Bäume ab."

Berlin gehört zu den größten kommunalen Waldbesitzern

Für den Waldumbau seien in den zurückliegenden fünf Jahren bereits 1,9 Millionen neue Bäume gepflanzt worden, mit denen zunehmend von Nadel- auf Mischwald umgerüstet werden solle, betonte Umweltsenatorin Günther. Auch sei das Budget für die Berliner Forsten auf 1,8 Millionen Euro deutlich erhöht und 20 neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eingestellt worden. Zudem seien im laufenden Doppelhaushalt drei Millionen Euro zusätzlich für Waldumbau und Brandvorsorge zur Verfügung gestellt worden.

Die Umweltsenatorin hob hervor, dass der Wald für die Stadt Berlin wichtige Funktionen erfülle: Er sei zentral für Kühlung, Lufthygiene und Erholung. Dieses "unschätzbare Gut" sei allerdings in Gefahr: "Der Wald braucht weiterhin besondere Beachtung."

Berlin verfügt über ausgedehnte Waldflächen an den Stadträndern, etwa um die Müggelberge im Südosten herum, im Südwesten im Grunewald oder im Tegeler Forst im Nordwesten. Mit rund 29.000 Hektar zählt die Stadt laut BUND zu den größten kommunalen Waldbesitzern weltweit.

Sendung: Abendschau, 29.11.2021, 19:30 Uhr

18 Kommentare

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  1. 17.

    In Berlin nur 6 von 100 Bäumen nicht krank. Der hier überall eifrige Herr Neumann sollte endlich nachdenken welche Folgen der Teslaproduzent nach 5 oder 10 Jahren an Schäden hier angerichtet hat. Ob wir unser heutiges saubere Grundwasser auch aus der Gegend vom Wasserschutzgebiet mit Rammpfählen und überbauten Betongroßbunker noch trinken können/ dürfen bleibt dahin gestellt. Was hat der A.N. überhaupt in unsere Brandenburger Angelegenheiten rumzupfuschen ? Immer das selbe was der hier abzieht. Wer braucht denn in Berlin das meiste Wasser ? Wo steht ein Pool ? Haha; oft im Untergeschoss versteckt. Berliner; pflegt eure Bäume und baut nix mehr über 100m hoch aus Beton.

  2. 16.

    Das wäre echt mal was, statt dieser öden Fläche, die man echt nur für ein paar Sportarten gebrauchen kann. Und Großgriller sind ja wohl auch ganz zufrieden.

  3. 15.

    Geb ich Dir einerseits Recht. Aber ich rede nicht von den Demonstrationen, sondern ausschließlich von den Berliner Bürgern. Die Berliner wollen doch so gut sein. Sind Sie aber nicht..... nicht mehr. Egoismus prägt die Stadt und das ist traurig.

  4. 14.

    Wo würden Sie denn gerne Wald anlegen? Z.B. Im Bereich Friedrichstraße/Unter den Linden, am Alexanderplatz oder im Regierungsviertel? Sicher mit die am stärksten aufgeheizten Regionen in Berlin, jedenfalls nach dem Klimaatlas.

  5. 13.

    Vor allem hat das waehrend Corona auch noch rasant zugenommen. Es scheint fast so als würde es die Bsr nicht mehr geben. Leider nicht nur in der Stadt, sondern es wird auch viel einfach in Wald und Umgebung abgekippt.
    Die wenigsten Demonstransten kommen selber aus Berlin. Berlin is hipp auch bei denen und für das ganze Bundesgebiet, ob wir wollen oder nicht.

  6. 11.

    Mal ganz ehrlich, man liest, hört und sieht soviel von den achso Umweltbewusstsein und klimabewussten Berliner und Berlinerinnen. Aber tatsächlich ist Berlin einer der schmutzigsten Großstädte von Deutschland. Der ganze Müll in jeglicher Form der überall hinterlassen wird, wo er nicht hingehört. Die Verunreinigung des Grundwassers und und und.
    Berlin besteht halt leider mittlerweile überwiegend aus egoistischen Mitbürgern. Aber Hauptsache demonstrieren gegen für den Klimawandel.

  7. 10.

    Warum werden manche Leute direkt so ausfallend ,
    Man kann doch hier niemanden beschuldigen ,giftiger auszulegen
    Die Bäume sind wahrscheinlich nicht nur wegen hundeurin krank ,sondern auch wettereinflüsse ( Trockenheit)
    Aber hören sie auf ,Anderen Straftaten anzuhängen

  8. 9.

    Ich schrieb von tierischen und menschlichem Urinieren. Scheint ihnen jedoch tatsächlich entgangen zu sein.

    Komme vom Land, bin mit vielen Tieren aufgewachsen, auch mit Hunden. Für mich gehören Hunde nicht in eine Großstadt. Das ist in meinen Augen Tierquälerei, in einer Wohnung zu leben, paar mal am Tag wird Gassi gegangen. Hunde sollten eher im Garten leben, mit einer großen Hundehüte. wenn es kalt ist können sie auch ins Haus.

    Ihre Unterstellungen behalten sie für sich. Verleumdung ist strafbar.

  9. 8.

    Über welche Bäume wird im Bericht eigentlich berichtet?
    Alle Bäume - Bäume an Straßen im Stadtgebiet - Bäume in den Berliner Forsten ?

    Je nach Standort werden sich die Gründe für die Krankheit wohl unterscheiden...
    Ein Baum im Wohngebiet könnte unter Abfällen, Sperrmüll und Hundeurin leiden, ein Baum inmitten des Grunewalds bekommt wahrscheinlich deutlich seltener einen Hund an seinem Stamm zu spüren und krankt an anderen Umständen.

    Hier hätte ich mir im Artikel eine etwas differenziertere Beschreibung der Ursachen gewünscht.

  10. 7.

    Tja Angelika, deshalb wohne ich am Stadtrand mit viell Wald und nein, ich entsorge die Hinterlassenschaft meines Hundes so wie es sein sollte. Man sollte sich erstmal um die Vermüllung der Parks kümmern und bei der Vermüllung Rede ich nicht nur von Flaschen etc., sondern auch von Erdreich verseuchendem Müll, wie Batterien, Autoreifen, Plastiktüte etc.
    Und ich muss Sie enttäuschen, ich bin vom Fach, was Flora und Fauna angeht. Ich kann es nur nicht, wenn jemand so einseitig schreibt.

  11. 5.

    Tja, Sie sind jedenfalls kein Fachmann, sondern offenbar ein Pöbler, der es nicht einmal für nötig hält, sich vorher zu informieren.
    "'Der Urin ist eine Salzlösung, und der giftige Harnstoff und das Chlorid darin verusachen regelrechte Verbrennungen an den Bäumen.' Das sagt Hartmut Balder vom Berliner Pflanzenschutzamt. Er war an einer Studie beteiligt, die das Amt zum Pinkelproblem hat anfertigen lassen. Zwischen 100 000 und 200 000 Liter Hunde-Urin ergießen sich täglich über die Gehwege und Grünanlagen der Stadt, etliche davon direkt gegen ungeschützte Bäume." (https://www.tagesspiegel.de/berlin/hunde-urin-hoelzer-helfen-nicht/202754.html)

  12. 4.

    Sie müssen nicht gleich ausfallend werden. Mich Ihrem Niveau anpassen würde ich dann sagen, Sie sind wohl einer von den Hundebesitzern die die Hinterlassenschaften ihrer Lieblinge nicht wegmachen. Im Wald ist das sicher nicht so ein großes Problem. Aber den Straßenbäumen schadet der Urin schon. Lieber rbb vor einiger Zeit gab es ein Interview beim rbb über die Straßenbäume, ich glaube mit Dirk Elert. Auch er hat das bestätigt. Bin kein Tierhasser. Hatte selber lange Zeit Tiere. Habe aber für mich entschieden, dass ich einem Hund oder einer Katze die Stadthaltung ersparen will. Aber das Thema sind ja eigentlich die Bäume. Aber Ihr Kommentar musste beantwortet werden.

  13. 3.

    "Kiefern sollen dezimiert, Eichen nachgepflanzt werden" ist eine alte Erkenntnis Berliner Förster. Nur kam nach Abschluss des Dauerwaldvertrages immer irgendwas dazwischen.

    Wenn die SenUVK schon die Bedeutung des Waldes für das lokale Klima erkannt hat, warum dann nicht auch auf zumindest einem Teil des heißesten Ortes Berlin einen Wald anlegen? Weil man dann nicht mehr so gut in der Innenstadt kite-surfen oder sich anderweitig selber bespaßen kann?

  14. 2.

    Sie müssen ja ne absolute Fachfrau sein, dass Sie wissen, dass Hundeurin die Bäume zerstört.
    Ich glaube aber eher, dass Sie Hunde hassen. Gehören Sie vielleicht auch zu denen, die Giftköder auslegen?
    So ein Nonsens, den Sie da schreiben.

  15. 1.

    Vielen Bäumen in Berlin, insbesondere in Parks und am Straßenrand, geht es sicherlich auch so schlecht, weil ständig Hunde daran urinieren.

    Hinzu kommen noch die menschlichen Wildpinkler, die nachts und auch tagsüber dorthin machen, wo sie gerade meinen etwas ablassen zu müssen.

    Das kann auf Dauer nicht gut für die Umwelt sein..

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