Wahl auf Landesparteitag in Potsdam - Schmidt und Pichl bleiben Vorsitzende der Brandenburger Grünen

Sa 20.11.21 | 15:29 Uhr
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Julia Schmidt (l) und Alexandra Pichl (beide Bündnis 90/Die Grünen) jubeln auf dem Landesparteitag der Brandenburger Grünen nach ihrer Wahl als Landesvorsitzende. (Quelle: dpa/B. Settnik)
Audio: Inforadio | 20.11.2021 | A. Ernst | Bild: dpa/B. Settnik

Alexandra Pichl und Julia Schmidt sind als Landesvorsitzenden der Brandenburger Grünen wiedergewählt worden. Die Delegierten auf dem Landesparteitag in Potsdam bestätigten die seit zwei Jahren amtierende Doppelspitze.

Pichl erhielt 80,4 Prozent der Stimmen (von insgesamt 97, 78 Ja, 11 Nein, 8 Enthaltungen), Schmidt erhielt 79,6 Prozent (von insgesamt 98, 78 Ja, 14 Nein, 6 Enthaltungen). In ihrer Bewerbungsrede thematisierte die 28 Jahre alte Studentin Julia Schmidt unter anderem Sexismus in der Politik. Sie wolle die nächsten zwei Jahre dagegen kämpfen, sagte Schmidt.

Die 43-jährige PR-Beraterin Alexandra Pichl sprach sich in ihrer Bewerbungsrede dafür aus, die ländlichen Räume mehr in den Blick zu nehmen. "Mir ist wichtig, dass die Basis unserer Partei sichtbar bleibt", sagte Pichl. In beiden Wahlgängen gab es keine Gegenkandidaturen. 2019 waren die beiden Frauen zur ersten weiblichen Doppelspitze der Brandenburger Grünen gewählt worden.

Applaus für Nonnemacher

Zu Beginn des Parteitags erhielt die Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher minutenlangen Applaus für ihre Arbeit in der Corona-Pandemie. "Ich habe im Moment einen der schwierigsten Jobs in Brandenburg", sagte die Ministerin. Die Teilnehmer der Landesdelegiertenkonferenz debattierten unter anderem über einen Antrag zur Pflege. Es geht um Pflegeangebote für Ältere und Kranke in der Fläche, um Unterstützung für Angehörige, aber auch darum, wie Modellprojekte vor Ort langfristig finanziell abgesichert werden, so die Landeschefin Alexandra Pichl.

In weiteren Anträgen wurde diskutiert, wieviel Klimagerechtigkeit von einer möglichen Ampel-Koalition im Bund zu erwarten ist und wie es um den Hochwasserschutz und den Ausbau des Radwegenetzes in Brandenburg steht. Die Ex-Kanzlerkandidatin und Bundesvorsitzende Annalena Baerbock rief ihre Partei in ihrer Rede in Potsdam auf, weiter konsequent für Klimaneutralität zu kämpfen. Gerade Deutschland als Industrieland müsse zeigen, das dies möglich sei, sagte Baerbock. Beim Klimagipfel in Glasgow habe es dafür erste Ansätze gegeben. Der Kohleausstieg müsse kommen - und er müsse vorgezogen werden. Pichl sagte, die Grünen seien die einzige politische Kraft, die die Bewältigung der Klimakrise ernst nehme.

Wegen der angespannten Corona-Lage fand der Grünen-Parteitag unter der 2G-Plus-Regel statt – neben einer nachgewiesenen Impfung oder Genesung war für Delegierte und Gäste auch ein tagesaktueller Corona-Test nötig.

Sendung: Inforadio, 20.11.2021, 15:30 Uhr

5 Kommentare

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  1. 5.

    Und, man sollte es nicht glauben, das Volksbegehren für den Insektenschutz haben die Grünen sofort nach Regierungsantritt in Brandenburg erst verunglimpft und dann für alle Ewigkeit schubladisiert. Mit denen bin ich ein- für allemal fertig. Die sind nicht besser als die Roten, die Schwarzen, die Gelben und die Blauen. Woran erkennt man dass ein/e Politiker/in lügt? - Er/sie bewegt seine/ ihre Lippen.

  2. 4.

    Ja, sie hat wohl etwas zu tun als Gesundheitsministerin. Im Gegensatz zu den Zeiten vorher, die von reichlich Untätigkeit geprägt waren. Gut macht sie es aber nicht, sie hat nur Ausdauer und gehörige Dickfelligkeit, ohne Gespür für Pragmatismus und Realismus. Selbstbeweihräucherung hat mich schon immer angewidert.

  3. 3.

    "Minutenlanger Applaus für Fr.Nonnemacher, für ihre geleistete Arbeit bei der Pandemiebekämpfung"
    Musste nicht das Innenministerium zwischenzeitlich die Arbeit machen? Wahrscheinlich leben die Grünen in einer Parallelwelt ohne Verbindung zur Realität. Sie müssen nur vor die Tür treten und sehen was für eine Arbeit Fr.Nonnemacher leistet oder auch nicht.

  4. 2.

    Die Namen höre ich zum ersten mal,obwohl ich eigentlich recht interessiert am Tagesgeschehen bin.

  5. 1.

    Klimaschutz als eine Überschrift? Soll das ein Witz sein? Kein einziges Projekt, was das Klima beeinflussen könnte wird erwähnt, das gibt es einfach nicht. Die „Grün*innen“ brauchen wohl Marketingaussagen? Der kenntnisreiche Leser schüttelt nur den Kopf...
    Hochwasserschutz und Radwege sind gute Projekte, haben aber alle „drauf“.

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