Nachfolger von Ludger Weskamp - Landrat von Oberhavel wird am 12. Dezember per Stichwahl bestimmt

So 28.11.21 | 21:20 Uhr
Schloss Oranienburg, Havel, Landkreis Oberhavel, Brandenburg (Quelle: dpa/Bildagentur-online/Joko)
Bild: dpa/Bildagentur-online/Joko

Bei der Landratswahl im Kreis Oberhavel hat keiner der Kandidaten am Sonntag die notwendige Mehrheit erreicht. Volker-Alexander Tönnies (SPD) konnte nach Angaben der Kreiswahlleitung die meisten der abgegebenen Stimmen auf sich vereinen. Für ihn stimmten 39,6 Prozent. Sebastian Busse (CDU) folgt auf Platz zwei mit 26,4 Prozent der Stimmen. Der Kandidat der Grünen, Clemens Rostock, kommt auf 18,5 Prozent. Vasco Piehl, AfD, folgt mit 15,5 Prozent der Wählerstimmen.

Jetzt muss in einer Stichwahl entschieden werden, ob der künftige Landrat von Oberhavel Tönnies oder Busse wird. Der Termin dafür ist der 12. Dezember. Die Wahl war notwendig geworden, weil der bisherige Landrat Ludger Weskamp (SPD) vorzeitig aus dem Amt ausscheidet. Nach Angaben der Kreiswahlleitung lag die Wahlbeteiligung bei 32,8 Prozent. Wahlberechtigt waren 181.959 Bürgerinnen und Bürger.

Alexander Tönnies von der SPD - Landratswahl Oberhavel. (Quelle: rbb/K. Zummack)
Bild: rbb/K. Zummack

Der SPD-Kandidat Volker-Alexander Tönnies

Mit den Eignern des bekannten Lebensmittelkonzerns um den Ex-Schalke-04-Aufsichtsratsvorsitzenden Clemens Tönnies habe er nichts zu tun, versichert der 50-jährige Alexander Tönnies. Er selbst ist in Berlin-Pankow groß geworden, hat ursprünglich Facharbeiter für Werkzeugmaschinen gelernt. Später wurde Tönnies Polizist und Sprecher der Berliner Polizei.

Seit 20 Jahren lebt er in Hohen Neuendorf, ist dort inzwischen Beigeordneter der Kommune. Mit dieser Verwaltungserfahrung will Alexander Tönnies punkten. In den vergangenen Wochen setzte er so stark wie keiner seiner Mitbewerber auf den klassischen Straßen-Wahlkampf, war fast täglich in der Region unterwegs. "Wir müssen aufpassen, dass der Norden des Kreises nicht abgehängt wird“, sagt Tönnies. Sein großer Vorteil: In den vergangenen drei Jahrzehnten stellte seine Partei immer den Landrat in Oberhavel.

Sebastian Busse von der CDU Landratswahl Oberhavel. (Quelle: rbb/K. Zummack)
Bild: rbb/K. Zummack

Sebastian Busse von der CDU

"Alle warten auf Busse", prangte auf vielen Plakaten des CDU-Kandidaten Sebastian Busse. In Wahlkampfzeiten darf schließlich auch mit Namen gespielt werden. Der Spruch ist doppeldeutig gemeint. Denn schließlich möchte er nicht nur den Öffentlichen Personennahverkehr im Landkreis stärken. Er heißt eben auch so: Busse.

Der 41-Jährige lebt in Staffelde – ein Ortsteil von Kremmen. In der Kleinstadt ist er seit fünf Jahren Bürgermeister. Durch dieses Amt, durch sein Engagement im Fußballverein und bei der Feuerwehr sieht er sich gut vernetzt. Jetzt will der ehemalige Gas-Wasser-Installateur und Außenhandelskaufmann den Landkreis neugestalten.

Für den Fall, dass er das Vertrauen der Einwohner bekommt, verspricht er nicht nur bessere Busverbindungen und eine Taktverdichtung. "Das Wichtigste aktuell ist der Schulentwicklungsplan. Der muss definitiv im März, April vom Kreistag beschlossen werden", sagt Busse.

Boom-Region Oberhavel

Der Landkreis Oberhavel ist in den vergangenen drei Jahrzehnten stetig gewachsen. Oberhavel zählt inzwischen gut 214.000 Einwohner. 77 Prozent von ihnen leben im strukturstarken Süden des Kreises. Dazu zählen Städte wie Hennigsdorf, Oranienburg und Velten. Hier haben sich viele namhafte Unternehmen angesiedelt. Studien sehen den Kreis als eine der wirtschaftlich dynamischsten Regionen Deutschlands.

Ganz anders sieht es im Norden von Oberhavel aus. Die Region lebt vom Tourismus, schließlich gibt es hier viel Wasser. Gleichwohl fühlt sich manch einer in Fürstenberg und Umgebung abgehängt. Die Bahn verkehrt deutlich seltener, Busverbindungen sind ausgedünnt. "Oberhavel hat das schlechteste Busangebot in ganz Brandenburg", beklagt der grüne Landrats-Kandidat Clemens Rostock. Dabei sei dies kein armer Landkreis.

Sendung: Brandenburg Aktuell, 28.11.2021, 19:30 Uhr

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