Buder über Kandidatur für CDU-Vorsitz - "Ich bin froh, dass ich es versucht habe"

Mi 17.11.21 | 19:14 Uhr
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Sabine Buder CDU (Quelle: Marco Riedel)
Video: rbb|24 | 17.11.2021 | Material: Brandenburg aktuell | Bild: Marco Riedel

Sabine Buder aus Brandenburg wollte ein Signal für junge Frauen setzen und für den CDU-Bundesvorsitz kandidieren. Doch ihr eigener Kreisverband sagte Nein. Buder zeigt sich enttäuscht - bereut ihren Vorstoß aber keineswegs.

Die brandenburgische CDU-Politikerin Sabine Buder hat sich enttäuscht darüber gezeigt, dass ihr Kreisverband Märkisch-Oderland sie nicht als Kandidatin für den Bundesvorsitz der Partei nominiert hat. "In einer perfekten Welt würde es keine Rolle spielen, ob ich eine Frau bin oder ein Mann", sagte die 37-Jährige am Mittwoch dem rbb. Jetzt würden drei Männer um den Parteivorsitz kandidieren. "Ich denke, dass es unserer Partei gut zu Gesicht gestanden hätte, ein alternatives Angebot zu machen."

"Viele haben sich vor den Kopf gestoßen gefühlt"

Buder habe ihre Kandidatur einfach zu kurzfristig bekannt gegeben, kritisierte der frühere CDU-Bundestagsabgeordnete Hans-Georg von der Marwitz. "Ich glaube, viele Mitglieder haben sich da eher vor den Kopf gestoßen gefühlt." Bei der CDU im Potsdamer Landtag hieß es, dass vor allem Buders fehlende Erfahrung den Ausschlag gegeben habe.

"Wenn da keine Strategie dahinter ist, dann reicht mir auch der reine Fakt, dass es eine Frau ist, nicht", sagte die Vorsitzende des Kreisverbandes Märkisch-Oderland, Kristy Augustin. So habe Buder sich auch nicht für eine Frauenquote einsetzen wollen.

Buder kündigte in der rbb-Sendung "Brandenburg aktuell" an, sie werde sich weiter für Veränderungen in der CDU einsetzen. "Es ist so gekommen, wie es gekommen ist, und ich bin froh, dass ich es versucht habe." Sie habe viele positive Rückmeldungen bekommen und wolle eine politische Kultur anstoßen, in der weniger mutlos gehandelt werde.

Der CDU-Kreisverband Märkisch-Oderland hatte ihren Antrag für eine Kandidatur am Dienstag mit 7 Gegenstimmen, 2 Enthaltungen und 4 Ja-Stimmen abgelehnt. Damit gibt es keine Frau als Bewerberin für das Amt der CDU-Bundesvorsitzenden.

Buder: Kandidatur "Signal an junge Frauen"

Ihre Kandidatur sollte "auch ein Signal an junge Frauen sein, mutig zu sein, Verantwortung zu übernehmen", hatte Buder zuvor im ARD-Magazin "Report München" gesagt. Bei der Bundestagswahl im September hatte sie zwar knapp das Direktmandat im Wahlkreis Märkisch-Oderland-Barnim 2 verpasst, aber mit 23,4 Prozent das beste Erststimmen-Ergebnis in Brandenburg erzielt. Mit ihrem unkonventionellen Wahlkampf, meist ohne Unterstützung von Landespolitikern, hatte Buder auf sich aufmerksam gemacht. Nach der Wahlniederlage kritisierte sie ihre Partei wegen des Wahlkampfes hart und forderte immer wieder einen personellen und inhaltlichen Neuanfang.

Merz holt Berliner CDU-Politiker Czaja in sein Team

Die CDU wählt ihren neuen Vorsitzenden im Januar auf einem Bundesparteitag. Vorher sollen die Mitglieder erstmals per Urwahl entscheiden. Der Wirtschaftspolitiker Friedrich Merz, der Bundestagsabgeordnete Norbert Röttgen und der bisherige Kanzleramtsminister Helge Braun kandidieren für die Nachfolge von Armin Laschet. Die Frist für die Bewerbungen um den CDU-Parteivorsitz endete am Mittwochabend um 18 Uhr.

Merz hatte am Dienstag den früheren Berliner Gesundheitssenator Mario Czaja als künftigen Generalsekretär vorgeschlagen. Zugleich sprach er sich für die 34-jährige Bundestagsabgeordnete Christina Stumpp aus Baden-Württemberg als stellvertretende Generalsekretärin aus. Dieser Posten existiert allerdings bisher nicht und müsste über eine Satzungsänderung erst noch geschaffen werden.

Vergangene Woche hatte Buder noch auf Facebook ihre Unterstützung für Merz publik gemacht. "Aus meiner Sicht kann es für den Job nur einen geben", schrieb sie und veröffentlichte dazu ein Bild von sich und dem 66-Jährigen.

Sendung: radioeins, 17.11.2021, 7:00 Uhr

30 Kommentare

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  1. 30.

    Frau Buder sollte es mit den Wehklagen nicht übertreiben. Vielleicht hat sich noch eine Chance, später zu höheren Parteifunktionen zu kommen. Für mich hat Frau Buder jetzt nicht überzeugend darlegen können, warum ausgerechnet sie nach einem Jahr CDU Mitgliedschaft und trotz Achtungserfolg persönlich verlorener Bundestagswahl die CDU mir ihr als neuer Chefin die durch Merkel bewirkte existentielle Not der Partei verbessern könnte.

  2. 29.

    "Eine Kandidatur von Frau Dr. Buder hätte der CDU eine Perspektive auf echte Erneuerung eröffnet. "

    "Vergangene Woche hatte Buder noch auf Facebook ihre Unterstützung für Merz publik gemacht. "Aus meiner Sicht kann es für den Job nur einen geben", schrieb sie und veröffentlichte dazu ein Bild von sich und dem 66-Jährigen."

    Die Frau weiß nicht was sie will und hatte jetzt als Hinterbänklerin ihre 15 Minuten Ruhm. Und Merz und Erneuerung? DER Witz war gut.

  3. 27.

    Ich mag Strauße.......... Von Politik habe ich keine Ahnung... :)

  4. 26.

    Da Frau Buder nun bekannt ist, bin ich gespannt, auf welchen Posten Sie sich bei der nächsten Landtagswahl bewirbt.

  5. 25.

    Objektiv hätte sie den gelegentlich als aussichtsreich eingeschätzten Kandidaten Merz geschwächt. Ich verstehe daher ihre Kandidatur nicht, zumal sie wohl mit Merz durchaus auch etliche politische Übereinstimmungen besitzt. Wie man im Augenblick beobachten kann, wollen viele der bisher einflussreichen Kreise der Merkel-CDU einen CDU Chef Merz auf jeden Fall verhindern. In diesem Zusammenhang sind Äußerungen vom Merkel-Adlatus und frisch kandidierenden Braun zu bewerten, er stehe für einen "Neuanfang" der CDU.

  6. 24.

    "In einer perfekten Welt würde es keine Rolle spielen, ob ich eine Frau bin oder ein Mann"
    Sie haut so einen Satz raus,um dann mit dem nächsten genau zu dieser nicht perfekten Welt beizutragen:
    "Ich denke, dass es unserer Partei gut zu Gesicht gestanden hätte, ein alternatives Angebot zu machen."

    Das ist nicht zu fassen. Bemerkt sie ihren eigenen Widerspruch etwa nicht?

  7. 23.

    Ich verstehe diese ganze Diskussion um Frauen und Männer und sonst was in Führungspositionen am Beispiel von Frau Buder nicht. Frau Buder ist erst seit 2018 überhaupt in der CDU und bewirbt sich um den Posten der/die/des Bundesvorsitzenden! Hilft auch Frau nicht: Wenn die Mitglieder einem Mitglied wenig Qualifikation und Erfahrung für diesen Posten zutrauen mit den paar Jahren erst in der Partei, dann ist das so. Punkt. Das wäre einem Mann mit diesem politischen Lebenslauf auch passiert.

  8. 22.

    Schade das hätte auch der Demokratie gut getan ! Doch Frau Bruder muss noch einwenig warten bis die im Schnitt 1 Millionen Greise-innen pro Wahlperiode als Wähler der CDU weggestorben sind .wirklich schade gegen Evolution ist Jede-der Politiker machtlos. Alte Pfründe werden nicht aufgegeben weiter so bis zum bitteren Ende. Übrigens Personen Wahlen sind durch eine Mitgliederversammlung zu bestätigen !! Ach ja hab vergessen das hier noch Feldherrisch bestimmt wird !! Sorry

  9. 21.

    Gemessen an den armseligen Wahlergebnissen der CDU in Brandenburg haben Sie sicherlich Recht. Allerdings, und da kommt s machtpolitisch einfach darauf an, hat sie die den Einzug in den Bundestag nicht geschafft.

  10. 20.

    Richtigweise muß man konstatieren das nicht Ihr CDU-Kreisverband Barnim sondern derCDU-Kreisverband Märkisch-Oderland das positive Votum verwehrt hat. In den bundesweiten Medien wird aktuell ein Bild kommuniziert das einfach nicht den Tatsachen entspricht. Dr. Sabine Buder sollte in ihren Kreisverband eine konstruktiv -kritische Führungsfunktion übnernehmen. Denn Sie ist bereits stellv. Vorsitzende des CDU-Kreisverband Barnim. Das durchaus vorhandene kommunal, landes -und bundespolitischisches Potential sollte innerhalb der CDU auf allen Ebenen genutzt werden. Auf alle Fälle wird SIE ihren Weg gehen auch wenn er am Anfang sehr steinig ist.

  11. 19.

    Finde positiv, dass sie Flagge gezeigt hat. Respekt dafür und dranbleiben!

  12. 18.

    Na eben, gerade aus diesem Grunde steht Frau Dr. Buder glaubwürdig für eine grundlegende Erneuerung der CDU. Und immerhin hat sie bei der Bundestagswahl ein sehr gutes Erststimmenergebnis bekommen, das beste in Brandenburg und weit besser als das Zweitstimmenresulat in MOL.

  13. 17.

    Diese Art von jungen "Politikerinnen" schießt aber wie Pilze aus dem Boden. Alle haben sprühende Ideen, wollen im Mittelpunkt stehen und in den Medien Beachtung finden. Wenn es zu einer Bloggerin mit Millionen Anhängern nicht reicht, geht man in die Politik. Und dann muss man neue "ideen" haben, um auf sich aufmerksam zu machen, z.B. 200Mill. sollen mit Klimapass nach Deutschland kommen, da Deutschland Schuld an den Klimaveränderungen der Welt ist. Auf so eine Idee muss man erst mal kommen (2xMdB, w[denke ich] und junggrün).

  14. 16.

    Ich wünsche Frau Buder dass sie nun endlich erkennt, für die völlig falschen Partei ihre Lraft zu verschwenden. Engagiert, jung, Frau, Tierärztin und CDU haben so gut wie keine Schnittmenge.

  15. 15.

    Steilvorlage? Auf Männer und eine bestimmte Partei draufhauen?
    Die Kollegin verkörpert etwas, was ich ablehne. Um etwas zu erreichen, der Medien bedienen. Selbst wenn sie etwas löbliches verfolgen sollte, kann das nur der falsche Weg sein und sollte ihr persönlich schaden. Arbeiten schicken!

  16. 14.

    "Nicht nominiert wegen "Chancenlosigkeit". Das scheint des Pudels Kern zu treffen. In der jetzigen Gemengelage mit dem Abgang von Merkel und dem erdrutschartigen Verlust der CDU sollte jemand mit einer gewissen parteipolitischen Erfahrung und gewissem Abstand zu Merkel versuchen, die Union wieder auf Kurs zu bringen. Dass Frau Bruder nun die große Erneuerung will ist klar. Nur davon habe ich bis dato nichts vernommen. Frau Bruder ist seit zwei Jahren Parteimitglied.

  17. 12.

    Ja klar! Voll jung für eine konservative Politikerin... aufs Jahr nun genauso alt wie jene mit diesen drei Attributen damals war - die so offensichtliche eigentliche Ironie wurde nicht verstanden?

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