Nicht weniger als 300 Mitglieder - Evangelische Landeskirche beschließt Mindestgrößen für Gemeinden

Sa 13.11.21 | 15:01 Uhr
Zwischen Bäumen ist der Turm der Autobahnkirche Zeestow in Brandenburg zu sehen. (Quelle: dpa/Paul Zinken)
Audio: Inforadio, 13.11.2021, Ursula Voßhenrich | Bild: dpa/Paul Zinken

Die Evangelische Landeskirche führt eine Mindestgröße für seine Gemeinden ein. Das entsprechende neue Kirchengesetz wurde am Samstag vom Kirchenparlament der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz in Berlin beschlossen.

Gemeinden, die die Mindestzahl von 300 Mitgliedern nicht erreichen, sollen nun zum Zusammenschluss aufgerufen werden. Betroffen sind mehr als 600 der gut 1.100
Gemeinden der Landeskirche, vor allem in Brandenburg.

Gesetz ermöglicht auch Ausnahmen

Das neue Kirchengesetz lässt allerdings auch Ausnahmen zu. Die Berliner Kirchenverwaltung, das Konsistorium, kann auf Antrag von Kreiskirchenräten aus den Regionen solche Ausnahmen befristet bis zu einem Stichtag vor den Gemeindekirchenratswahlen erlauben. Die Kirchenleitung kann Ausnahmen, Voraussetzungen und Verfahren durch eine Rechtsverordnung regeln. Für Ortskirchengemeinden ohne Körperschaftsstatus und damit verbundene Pflichten gibt es keine Mindestmitgliederzahl.

Steuerung der Fusionen soll von unten nach oben erfolgen

Den Gemeinden würden dabei die Fusionen aber nicht von der Landeskirche übergestülpt, betonte der Synodale und Jurist Fabian Eidtner. Zunächst müsse auf Ebene der Kreissynoden eine sinnvolle Regionalgliederung entwickelt werden. Wenn keine Lösungen für kleine Gemeinden gefunden werden, könne der Kreiskirchenrat Zusammenschlüsse bei der Landeskirche beantragen. Die Steuerung der Fusionsprozesse werde von unten, nicht von oben vorgenommen.

Mit den Neuregelungen sollen kleine Gemeinden von wachsenden Verwaltungsaufgaben entlastet werden, sie verlieren aber auch Rechte. Rund 100 Kirchengemeinden hatten zuvor Anträge gegen die Mindestgrößen eingereicht.

Sendung: Inforadio, Nachrichten, 13.11.2021, 14 Uhr

Sendung: Antenne Brandenburg, 13.11.2021, 14:00 Uhr

Nächster Artikel